Patrick Bauer Die Parallelklasse

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Inhaltsangabe zu „Die Parallelklasse“ von Patrick Bauer

Die Suche danach, was aus dem Traum einer multikulturellen Gesellschaft geworden ist Was machen eigentlich die Klassenkameraden von früher alle so? Ist aus ihnen das geworden, was wir damals schon von ihnen dachten? Und inwieweit prägt die Schule, die wir besuchten, den Lebenslauf von uns allen? Als der Journalist Patrick Bauer Ahmed, seinen besten Freund von einst, zufällig wiedertrifft, will dieser ihm Drogen verkaufen. Ahmed und Patrick waren gemeinsam auf einer fortschrittlichen Grundschule in Berlin-Kreuzberg, auf der Kinder aus unterschiedlichen Verhältnissen und Kulturen von früh an einen gemeinsamen Lebensweg beginnen sollten. Warum hat das nicht geklappt? Irgendwo, an irgendeiner Stelle haben sich die Klassenkameraden von Patrick Bauer verloren. Die deutschen Kinder starteten nach der Grundschule in ein Leben, wie man es sich vorstellt: Abitur, Studium, Ausbildung, WG, Freundin, Freund, Job. Man trifft sich hier und da. Nicht alle sind glücklich geworden. Aber niemand ist wirklich aus der Reihe gefallen. Fast alle der zahlreichen Mitschüler aus anderen Kulturen, der Mitschüler mit den lustigen Namen, die für die deutschen Kinder so schnell normal geworden waren, sind dagegen in eine andere Welt abgebogen. In eine Welt, von der die anderen nichts mehr mitbekamen. Und so macht sich Patrick Bauer – in Zeiten, da so viele Meinungsmacher schnelle und einfache Erklärungen dafür finden wollen, warum es mit dem Miteinander zwischen »Einheimischen« und den »Zuwanderer-Nachfahren« in Deutschland nicht so recht funktionieren will – auf eine sehr komische und anrührende Suche nach seinen alten Klassenkameraden.

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  • Rezension zu "Die Parallelklasse" von Patrick Bauer

    Die Parallelklasse
    GeschichtenAgentin

    GeschichtenAgentin

    19. February 2013 um 20:39

    Patrick Bauer wurde 1990 eingeschult – ich 1974. Er in Berlin-Kreuzberg – ich in einem Arbeiter-Vorort in Mannheim. Da liegen viele Jahrzehnte und Kilometer dazwischen – aber eines ist gleich. Wir beide hatten nie wieder einen so bunt gemischten Freundeskreis wie damals in der Grundschule. Eine solche soziale und ethnische Durchmischung, die wir als sehr bereichernd empfanden, haben wir danach nie wieder erlebt. Patrick Bauer hat darüber ein Buch geschrieben: “Die Parallelklasse” erschienen bei Luchterhand. Durch einen kuriosen Zufall trifft Patrick Bauer Ahmed wieder. Beide leben noch in Kreuzberg und haben sich trotzdem nach der Grundschule nie wieder gesehen. Wie kann das sein? Schließlich hat er so viele ehemalige Mitschüler noch in Kneipen und Vorlesungen getroffen. Doch die stammten alle aus der “weißen Mittelschicht” – so wie er. Aber Ahmed und die anderen sind irgendwie aus seinem Blickfeld verschwunden. Dabei waren sie doch so gut befreundet! So wie der Autor habe auch ich in den Grundschuljahren Erfahrungen gemacht, zu denen sich später “irgendwie” die Chance nicht mehr bot. Ich hatte eine Freundin, die lebte im Kinderheim und eine Freundin, bei der saß ein Mann in der Wohnung, der nicht ihr Vater war und trank schon vormittags Bier. Und Biray, die am Ende der zweiten Klasse immer noch nicht richtig lesen konnte saß bei uns am Eßtisch und kämpfte mit den deutschen Buchstaben. Richard hatte nur zwei Verhaltensweisen – stören oder schlafen. Die Lehrer gingen bald dazu über, seinen Schlaf nicht mehr zu stören und er wechselte in der zweiten Klasse in die Sonderschule auf der anderen Seite des Pausenhofs. Ich habe keine Ahnung, was aus diesen Kindern geworden ist. Um genau solche Schüler geht es Patrick Bauer. Er begibt sich auf die Suche nach seinen früheren Mitschülern und findet sie alle – viele davon bei sich um die Ecke. Das macht ihn nachdenklich. Er besucht seine alte Grundschule und lässt sich von seinen früheren Lehrern von den Veränderungen erzählen. Sein Erzählstil ist eine gelungene Mischung aus biographischen Anekdoten, persönlichen Überlegungen und politischen Betrachtungen. Lösungen bietet er keine – aber er schärft den Blick.

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  • Rezension zu "Die Parallelklasse" von Patrick Bauer

    Die Parallelklasse
    Weeklywonderworld

    Weeklywonderworld

    14. April 2012 um 19:29

    *INHALT:* Die Suche danach, was aus dem Traum einer multikulturellen Gesellschaft geworden ist Was machen eigentlich die Klassenkameraden von früher alle so? Ist aus ihnen das geworden, was wir damals schon von ihnen dachten? Und inwieweit prägt die Schule, die wir besuchten, den Lebenslauf von uns allen? Als der Journalist Patrick Bauer Ahmed, seinen besten Freund von einst, zufällig wiedertrifft, will dieser ihm Drogen verkaufen. Ahmed und Patrick waren gemeinsam auf einer fortschrittlichen Grundschule in Berlin-Kreuzberg, auf der Kinder aus unterschiedlichen Verhältnissen und Kulturen von früh an einen gemeinsamen Lebensweg beginnen sollten. Warum hat das nicht geklappt? Irgendwo, an irgendeiner Stelle haben sich die Klassenkameraden von Patrick Bauer verloren. Die deutschen Kinder starteten nach der Grundschule in ein Leben, wie man es sich vorstellt: Abitur, Studium, Ausbildung, WG, Freundin, Freund, Job. Man trifft sich hier und da. Nicht alle sind glücklich geworden. Aber niemand ist wirklich aus der Reihe gefallen. Fast alle der zahlreichen Mitschüler aus anderen Kulturen, der Mitschüler mit den lustigen Namen, die für die deutschen Kinder so schnell normal geworden waren, sind dagegen in eine andere Welt abgebogen. In eine Welt, von der die anderen nichts mehr mitbekamen. Und so macht sich Patrick Bauer - in Zeiten, da so viele Meinungsmacher schnelle und einfache Erklärungen dafür finden wollen, warum es mit dem Miteinander zwischen »Einheimischen« und den »Zuwanderer-Nachfahren« in Deutschland nicht so recht funktionieren will - auf eine sehr komische und anrührende Suche nach seinen alten Klassenkameraden.(Quelle:Lovelybooks) *FAZIT:* Ich habe mir von diesem Buch eine gute und Lehrreiche Unterhaltung versprochen und wurde leider etwas enttäuscht. Die Spannung ließ lange auf sich warten, wahrscheinlich weil es ja auch eher ein Sachbuch ist, als ein Roman. Trotz allem fand ich die Sprache und die Charaktere wirklich nicht schlecht.

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  • Rezension zu "Die Parallelklasse" von Patrick Bauer

    Die Parallelklasse
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    11. November 2011 um 14:07

    Auf der Grundschule waren sie noch Freunde, Patrick und Ahmed. Aber danach trennten sich die Wege ebenso wie die Laufbahnen. Patrick, Sohn einer Mittelschichtfamilie, wechselte auf ein Gymnasium, machte sein Abi, studierte, wurde Journalist. Achmed machte den Realschulabschluss, hatte viele unterschiedliche Jobs, wurde arbeitslos und Drogenhändler. In einem Berliner Park trafen sie sich zufällig wieder, und das war der Auslöser für Patrick Bauer, nachzuforschen, was aus seinen Mitschülerinnen und Mitschülern der Kreuzberger Grundschule geworden ist. Eine schwierige Suche war das, aber nach und nach schälte sich ein – nicht gerade positives – Bild heraus. Alle Kinder mit deutschen Eltern sind auf ein Gymnasium gewechselt, egal, wie gut ihre Noten waren. Den Kindern mit Migrationshintergrund gelang das nur in Ausnahmefällen, egal, wie begabt sie waren. Diese Trennung setzte sich auch im Berufsleben fort. In keinem anderen Land ist die schulische Laufbahn so sehr vom Elternhaus abhängig wie in Deutschland. Ein sozialer Aufstieg ist kaum noch möglich. Besonders deutlich wird die Misere an der Hauptschule. Als ich Jugendliche war, konnten meine ehemaligen Grundschulklassenkameraden, die auf die Hauptschule gewechselt waren, nach der Schule eine Lehrstelle bekommen. Ein Realschulabschluss reichte damals für eine Ausbildung in der Bank. In allen Berufen gab es Möglichkeiten, sich weiterzubilden und aufzusteigen. Das ist heute nicht mehr so. Die Arbeitgeber sind wesentlich anspruchsvoller als damals, bieten gleichzeitig aber wesentlich schlechtere Bedingungen. Heute werden bereits 10% der Ausbildungsstellen im Handwerk, die früher an Hauptschulabgänger vergeben wurden, von Abiturienten besetzt. Die restlichen Ausbildungsplätze gehen überwiegend an Realschüler. Wo früher ein Realschulabschluss reichte, wird heute Abitur erwartet. Hauptschüler haben keine Chance auf einen Ausbildungsplatz, und das wissen sie auch. Kein Wunder, dass sie unmotiviert sind. Dazu kommen die Defizite des Bildungssystems. Bildung darf in Deutschland nichts kosten. Schulkinder sitzen in maroden Schulen mit unbenutzbaren Toiletten und Turnhallen, werden von einer Reform nach der anderen gequält und müssen ihren Stoff trotz massiven Stundenausfalls lernen, weil nicht genügend Lehrer eingestellt werden. Eine individuelle Förderung der Kinder ist so nicht möglich. Und den meisten Lehrern fehlt die interkulturelle Kompetenz, das konstatiert auch Patrick Bauer. Bei vielen Kindern kommen noch familiäre Defizite dazu. Entscheidend für die Schullaufbahn ist daher nicht nur die Herkunft, sondern vor allem, ob die Familie Bildung als wichtig erachtet. Bildungsferne Elternhäuser produzieren bildungsferne Kinder. Erfrischend ehrlich ist Patrick Bauer am Schluss seines Buches, als sich seine Perspektive vom politisch Korrekten hin zum Vater ändert. Denn er ist sich auch noch nicht sicher, auf welche Schule er sein Kind geben wird… In einem Gespräch, das ich auf der Frankfurter Buchmesse mit dem sehr sympathischen Autor führen konnte, sprach er ein weiteres Problem an: die Gastarbeitermentalität der in Deutschland Geborenen. Ahmed und die anderen früheren Klassenkameraden sehen sich als türkisch, iranisch, usw., obwohl sie in Deutschland geboren wurden. Das hängt natürlich auch mit der verfehlten Einwanderungspolitik zusammen. Die Identifikation der Kinder mit ihrer Umgebung sei so stark, dass es getrennte Lebensräume in Berlin gebe. Der erste Kontaktpunkt mit der deutschen Gesellschaft ist heute die Schule, und das ist einfach zu spät. Patrick Bauer spricht sich daher für eine Kindergartenpflicht aus. Die von ihm befragten Lehrer, die er übrigens durchgehend als sehr engagiert erlebt hat, haben die Erfahrung gemacht, dass Kinder, die in der 1. Klasse Defizite haben, diese auch nach der 6., bzw. 10. Klasse nicht aufgeholt haben. Ein Ansatzpunkt, um etwas positiv zu verändern, seien das Quartiersmanagement und die Stadtteilmütter. So könnten Vorbehalte gegen den Kindergartenbesuch ausgeräumt und Deutschunterricht für Eltern angeboten werden. Wichtig sei es, direkt in die Familien zu gehen, um diese zu motivieren. Außerdem müsse es arabische Erzieherinnen und Erzieher in den Kindergärten und Schulen geben. Womit wir wieder bei dem Problem wären, dass Bildung hierzulande nichts kosten darf… Patrick Bauer hat mir bestätigt, dass alle Fakten im Buch stimmen. Bisher gibt es allerdings kein Feedback seiner ehemaligen Klassenkameraden, denen er das Buch zugesendet hat. Schade. Ich kann dieses sehr lesenswerte Buch jedenfalls vorbehaltlos empfehlen!

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