Patrick De Witt The Sisters Brothers

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Inhaltsangabe zu „The Sisters Brothers“ von Patrick De Witt

In diesem Buch geht es um das Leben, den Tod und darum, sich selbst zu finden.

— Jari
Jari

Erst schießen, dann denken - ein Western-Roman, der nicht immer ein Volltreffer ist!

— Callso
Callso
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  • Patrick De Witt - The Sisters Brothers

    The Sisters Brothers
    Jari

    Jari

    22. July 2016 um 14:38

    Auch dieses Buch fiel mir in der Bibliothek auf. Das Cover hat mich einfach neugierig gemacht und noch bevor ich die Inhaltsangabe gelesen hatte, wusste ich, dass ich das Buch mit nach Hause nehmen würde. Ehrlich gesagt, wirklich viel vom Klappentext habe ich nicht gelesen, denn unterbewusst hatte ich längst beschlossen, "The Sisters Brothers" zu lesen. Ich bin anfangs auf ein paar Rezensionen zum Buch gestossen, die alle eher mittelmässig waren. Von Hängern war die Rede, also hoffte ich einfach mal auf das Beste. Und das erhielt ich dann auch. Man sollte unbedingt erwähnen, dass man nicht mit den falschen Erwartungen an die Geschichte herangehen sollte. Wer einen wilden Western im Hollywood-Stil erwartet, wird enttäuscht werden. Ebenso all jene, die an eine Parodie im Sinne von "Wild Wild West" denken. "The Sisters Brothers" ist weder das eine, noch das andere. Zwar spielt es im Wilden Westen und ja, es gibt Schiessereien und Blut, aber überraschenderweise ist es ein eher philosophisches Buch. Aber sehr gut verpackt. Auch ich musste mich erst reinlesen, bis mir einiges klar wurde. In diesem Buch geht es um das Leben, den Tod und darum, sich selbst zu finden. Eine Art Coming-of-Age-Geschichte mit erwachsenen Anti-Helden. Es geht um die Beziehung zweier Brüder, die das Leben an einen Punkt geführt hat, den man auch den Point Of No Return nennen könnte. Um einen Punkt in ihrem Leben, in dem sich alles verändern wird und der kleine Bruder plötzlich der grosse Bruder wird. Es ist ein Blick in die Seele eines Auftragsmörders, der eigentlich lieber ein Geschäft aufmachen möchte und sich nichts sehnlicher wünscht, als eine Frau an seiner Seite zu haben. Ein Romantiker, der am falschen Ende der Nahrungskette gelandet ist. Eine feine und zartfühlende Seele, die genau weiss, wie man Menschen umbringt. Klar wurde mir das, als Eli von seinem Pferd erzählte. Es war kein gutes Pferd, lahm und unbeholfen. Aber treu und ihm ergeben. Als Eli ein sehr gutes Pferd hätte haben können, wirft er einen Blick auf sein Tier und hat Mitleid. Mitleid mit seinem Pferd und deshalb behält er es. Diese Szene war für mich, als hätte man Licht in einem dunklen Zimmer entzündet. Eli ist nur seinem Bruder zuliebe in dieses Milieu hineingeraten. Er passt dort nicht hin, er fühlt sich nicht wohl und dennoch tut er es. Genau deshalb hat mir "The Sisters Brothers" sehr gut gefallen. Eli ist ein Anti-Held mit dem ich mich dennoch gut identifizieren konnte. Er verkörpert den empfindsamen, weichen Teil einer jeder Seele, während sein Bruder der harte, kalte Part ist, den man in der Öffentlichkeit gerne zur Schau stellt. Zwar hatte ich auch ab und zu etwas Mühe mit dem Lesefluss, aber ich führe das auf mich selber zu. In der letzten Zeite hatte ich zu viel Stress, um mich in Ruhe in ein englisches Buch zu vertiefen. Doch kaum hatte ich wieder etwas mehr Zeit, berührte DeWitt mich wieder ganz tief in meiner Seele und die Sisters Brothers, aber vor allem Eli, sind mir selbst wie Brüder geworden.

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  • Ein blutiger Western von zwei brüderlichen Revolverhelden

    The Sisters Brothers
    Callso

    Callso

    26. May 2016 um 13:32

    "Ihr seid aber keine Männer des Gesetzes?" "Wir sind das Gegenteil von Männern des Gesetzes." ein schönes und treffendes Zitat von dem Buchrücken. Und ja, so sind sie die Sisters Brother. Unberechenbar, ungestüm, ungeduldig, aber schon etwas verbraucht. Zwei Brüder, die den Wilden Westen noch wilder erscheinen lassen und für Tote und Unordnung suchen. Die beiden sind Kopfgeldjäger und werden im Verlauf der Geschichte zu Goldsuchern. Das Alles ist nicht ganz ein klassischer Westen, aber zumindest eine blutige Lektüre von zwei Gesetzlosen. Wobei Elli eher charismatisch, übergewichtig und etwas bedächtiger agiert. Sein Bruder Charlie ist eher der Halunke, Ganove und der bad boy. Leider fehlt es der Geschichte ein wenig an Spannung. Und auch der Unterhaltungswert ist einigermaßen überschaubar. Beispielsweise wird über Elli mehrfach berichtet, wie er sich die Zähne putzt ohne dass die Tatsache eine Entwicklung nimmt. Manchmal plätschert die Story etwas belanglos und zäh dahin... Für Liebhaber des Western-Gerne ist der Roman bestimmt eine gute Wahl. Für alle anderen Leser ist das größenteils unbekannte Werk nur Durchschnittsware. Den beiden Charakterköpfen fehlt die Ausstrahlung, so dass bei mir als Leser zu wenig Sympathiepunkte gesammelt wurden. Auch wenn der Schluss ganz ordentlich war, so war ich froh, als das Westernkapitel ein Ende fand.

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