Pest & Cholera

von Patrick Deville 
2,7 Sterne bei3 Bewertungen
Pest & Cholera
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langweilig

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Yersins spannendes Leben, aber zu viele sachliche Erklärungen, Fakten und Namen für einen Roman. Hatte mehr erwartet.

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Inhaltsangabe zu "Pest & Cholera"

Alexandre Yersin, Arzt, Forscher, Seefahrer, Landwirt, Geograf und Mitarbeiter Louis Pasteurs, wird von einer unbändigen Neugier um die Welt getrieben. Als Schiffsarzt befährt er die Meere Asiens und stürzt sich in immer neue wissenschaftliche Abenteuer. In China gelingt ihm unter dramatischen Umständen eine sensationelle Entdeckung: Er identifiziert den Pestbazillus und entwickelt als Erster einen Impfstoff gegen die Geißel der Menschheit.

Der französische Schriftsteller und Bestsellerautor Patrick Deville erzählt in einem leidenschaftlichen Abenteuerroman von diesem außergewöhnlichen Mann und seiner Epoche.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783293207752
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:240 Seiten
Verlag:Unionsverlag
Erscheinungsdatum:24.07.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Beusts avatar
    Beustvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: langweilig
    Ein Schweizer als Held - noch Fragen?

    Alexandre Yersin verdanken wir die Entdeckung des Pesterregers, er heißt sogar nach ihm „Yersinia pestis“. Alexandre wer? Genau! Yersin gehört zu den unbekannten großen Entdeckern der Medizin, den an eine breitere Öffentlichkeit zu bringen, auf einen von der Sonne beschienenen Sockel das erklärte Ziel dieses Romans von Patrick Deville ist. Das hat schon einen fast politischen Impetus, zu dem sich überdies ein historischer Antagonismus gesellt, der sich ganz unpassend im Buch wiederfindet, nämlich der zwischen Louis Pasteur und Robert Koch bzw. deren jeweiligen Schülern und Trabanten. Deville scheint sich bemüßigt zu fühlen, gegen Koch und für Pasteur immer wieder Stellung zu nehmen.

     „Pest & Cholera“ ist ein biographischer Roman, der im Präsens geschrieben ist und das Leben des Entdeckers Yersin verfolgt. Es geschieht alles in „Jetztzeit“, wird aber aus der Distanz des Beobachters, fast schon des Biographen geschrieben, was dem Buch etwas Dokumentarisches gibt. Die schlechteren Bücher von Alex Capus sind auch so geschrieben. Die ständigen Wiederholungen hätten dem Lektorat nicht entgehen dürfen (Joseph Meister ist der erste Mensch, der von der Tollwut geheilt wurde ...).

    Im großen und ganzen ist der Roman eigentlich misslungen. Er ist vor allem langweilig. Warum? Da könnte ich kalauern:

    Ein Schweizer als Held - noch Fragen?

    Aber das ist es nicht. Yersin war ein Allrounder, ein Autodidakt, der zunächst auch buchstäblicher Entdecker war, etwa der vietnamesischen Hochebene, die er als Erster durchwandert und kartographiert hat. Das ist schon ein etwas bemühter Superlativ; ich beispielsweise habe keinen Verlust gespürt, dass ich von der vietnamesischen Hochebene zuvor nichts geahnt habe. Deren Vermessung lässt mich vergleichsweise kalt. Das ganze erste Drittel des Buches widmet sich der Zeit vor der Pest und ist langweilig.

    Dann setzt sich Yersin in Hongkong an sein Zeiss-Mikroskop und entdeckt den Pesterreger, während sein japanischer Kontrahent, ein Koch-Schüler, völlig daneben liegt. Yersins Beitrag zur Medizingeschichte ist bedeutend – aber: Erstens hat damals jeder Pasteurschüler durch irgendein Mikroskop gelinst und nach Erregern gesucht, das ist nicht gerade originell oder das Ei des Kolumbus. Zweitens hat Paul-Louis Simond den Übertragungsweg entdeckt, die Behandlung ist erst mit Paul Ehrlich und Alexander Fleming gelungen. Yersin ist also eigentlich nur eine Viertelsensation.

    Eigentlich berichtet Deville wehmütig von einer Zeit der großen Entdeckungen, die deshalb spannender war, weil eine Welt nach den Entdeckungen weniger Geheimnisse und deshalb weniger Helden besitzt. Das ist deshalb absurd, weil ja die Entdeckung als solche das Thema des Romans ist, ein sentimentaler Tonfall hat hier nichts zu suchen (S. 90).

    Ich war enttäuscht und lese lieber einen dokumentarischen Roman über Pasteur oder Koch, nicht über einen Epigonen der beiden.


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    Bibliomanias avatar
    Bibliomaniavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Yersins spannendes Leben, aber zu viele sachliche Erklärungen, Fakten und Namen für einen Roman. Hatte mehr erwartet.
    Wenn ein Mediziner mehr will

    Es ist mein erstes Buch von Patrick Deville und nach ein wenig Recherche konnte ich herausfinden, dass Romanbiografien wohl sein Gebiet sind. Pest & Cholera hat mich sofort angesprochen. Den Titel finde ich klasse gewählt und die Geschichte der Person, die den Pesterreger identifiziert hat, hat mich gleich neugierig gemacht. Arzt, Forscher, Seefahrer, Landwirt, Geograf und Mitarbeiter Louis Pasteurs war ein viel interessierter Mann. Er wollte nicht in der Forschung verharren, falls man das überhaupt so nennen kann, er wollte die Welt erkunden, erleben, das Meer sehen, Berge erklimmen und immer wieder neue Tiere und Pflanzen beobachten. Alexandre Yersin hatte wahrlich ein spannendes, nie langweilig werdendes Leben und ich bin nach wie vor fasziniert von diesem Mann.
    Das Buch allerdings hat es mir ein wenig schwer gemacht. Sicher lernt man in so einer Position viele Menschen kennen, dennoch gab es für mich einfach viel zu viele Namen, Fakten, Studien, die das Buch weniger zu einem Roman als eher zu einem Sachbuch gemacht hat. Ich konnte der Geschichte gar nicht richtig flüssig folgen. Teilweise hatte ich auch Probleme, bei einigen Persönlichkeiten den Bezug zu Yersin herzustellen und damit den Zusammenhang insgesamt. Warum wurde mir von einer Person, die mit Yersin quasi nichts zu tun hatte, sein Ende berichtet? Das hat für mich den Lesegenuss ziemlich geschmälert. Vielleicht hatte ich aber auch einfach zu viel erwartet. Nicht jeder schafft es, ein Leben so in einen Roman zu bringen, dass die Geschichte gar nicht wie eine Biografie wirkt, sondern einfach wie ein unterhaltsamer Roman. Und das außergewöhnliche Leben Yersins ist vielleicht auch gar nicht richtig für einen Roman geeignet. Schade für mich, aber ich könnte mir vorstellen, auch noch einen anderen Patrick Deville zu lesen. Am Ende bleibt trotz allem eine wirklich interessante, brillante Lebensgeschichte, die ich in einer richtigen Biografie vielleicht auch ganz anders bewerten würde. Ein interessantes Buch.

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    dominonas avatar
    dominonavor 3 Jahren
    der Versuch eine Person zu beschreiben

    Alexandre Yersin, der Entdecker des Pestimpfstoffes, war ein seltsamer Mensch. Und so unstet wie er war, so ohne Halt und Ruheort, ist das Buch geschrieben. Ich will damit nicht sagen, dass es uninteressant ist, aber die vielen Bruchstücke und Zeitsprünge wollen nicht zum Thema passen. Wer denkt, dies sei ein medizinisches Buch liegt falsch, es ist biographisch und trotz der wenigen Seiten nicht leicht zu lesen.

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