Patrick Findeis Kein schöner Land

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Inhaltsangabe zu „Kein schöner Land“ von Patrick Findeis

Ein idyllisches Dorf ist dieses Rottensol, in dem sonntags die Kirchenglocken läuten, aber in den Ställen stehen schon lange keine Kühe mehr. Den Alten mangelt es an Kraft, und die Jungen haben eigene Vorstellungen. Auch Uwe will weg, nach Afrika, doch dann erkrankt sein Vater. Zurück in der Heimat geht er einen Weg zu Ende, von dem er hoffte, abgekommen zu sein.

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  • Rezension zu "Kein schöner Land" von Patrick Findeis

    Kein schöner Land

    WinfriedStanzick

    05. September 2012 um 12:19

    "Eine ganz große literarische Leistung" hat der Schriftstellerkollege Burkhard Spinnen dem jungen, in Berlin lebenden Autor Patrick Findeis mit seinem Roman "Kein schöner Land" bescheinigt, für den Findeis 2008 in Klagenfurt den 3 SAT-Literaturpreis erhielt, als er dort Textauszüge des damals noch nicht abgeschlossenen Buches einer begeisterten Öffentlichkeit präsentierte. Es ist die Geschichte von jungen Männern, die in einem süddeutschen Dorf, dem Provinznest Rottensol aufwachsen und irgendwann genug haben von der Enge und den festgefahrenen Traditionen ihrer Familien und ihrer Heimat. Ein trostloses Dorf ist es, in dem vielen Bauernhöfe schon aufgegeben wurden, dessen Bewohner seit Jahren vor sich hin leben oder schon lange weggegangen sind. Da ist Uwe, ältester Sohn von Angelika und Alfons. Alfons ist nach dem Krieg als Flüchtling nach Rottensol gekommen, als es noch ein reines Bauerndorf war und jeder jeden kannte. Zusammen mit seiner Frau führt Alfons das Wirtshaus Gambrinus, das aber von den Bürgern der Neubausiedlung, in die die Äcker umgewandelt wurden, eher gemieden wird. Aufgewachsen in einem durch den Flüchtlingsstatus des Vaters und der mütterlichen Rolle als Wirtin geprägten anpasserischen Familienklima, will Uwe nach einer Lehre als Zimmermann, die er erfolgreich abgeschlossen hat, nur noch weg. Er stellt sich in eine alte Tradition und geht auf die Walz. Bis nach Afrika möchte er in diesen drei Wanderjahren kommen, aber schon nach einigen Monaten erreicht ihn in Südspanien die fingierte Nachricht seiner Mutter, der Vater sei schwer krank und er müsse unbedingt nach Hause kommen. Uwe kehrt zurück, widerwillig und verändert. Er sieht (mit den Augen von Patrick Findeis) sein Leben, seine Familie, seinen Ort und seine Freunde in einem anderen Licht. Patrick Findeis schildert in einer eindrucksvollen, dichten und an manchen Stellen regelrecht poetischen Sprache, wie Uwe sich nun bewegt und entwickelt. Als auch Olaf, der einzige Freund von früher zurückkehrt, verdichten sich die Erinnerungen noch einmal und die Geschichte spitzt sich zu. Olaf war vor langer Zeit aus dem Dorf verschwunden, nachdem (durch seine Brandstiftung?) die Schlosserei seines Vaters in Flammen aufgegangen war. Uwes Jugendliebe Nicki lebt mit dem drogenabhängigen Mirko zusammen und Uwe zieht zu ihnen in das baufällige Haus, das Nicki von ihrem Onkel geerbt hat. Findeis wechselt oft die Perspektiven und die Zeiten. Mal geht es um den Uwe der Vergangenheit, mal um seinen jüngeren Bruder Jürgen, dem die Enge der Provinz weniger auszumachen scheint, und sehr häufig nimmt er die Perspektive von Uwes Mutter Angelika ein, die zu seinem 30. Geburtstag eine Anzeige in die Zeitung rückt. Denn zu diesem Zeitpunkt hat Uwe durch einen gezielten goldenen Schuss sein trauriges und hoffnungsloses Leben längst beendet. Dem Leser wird das recht bald erzählt, und so ist er über weite Teile eines Romans, der ihm einen plastischen Eindruck vermittelt über das Leben in der Provinz und einem fast unlösbaren Konflikt zwischen den Generationen, erschüttert über die Tristesse und die Hoffnungslosigkeit im Leben seiner Protagonisten.

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