Patrick Findeis Wo wir uns finden

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Inhaltsangabe zu „Wo wir uns finden“ von Patrick Findeis

Von Vater und Sohn, Liebe und Schuld Sie hatten immer nur sich: Siggi und sein Vater Josef, der in einer Gießerei schuftet und als Witwer seinen Sohn durchbringt, ihn zum Abitur treibt, ein 'Studierter' soll er werden. Aber Siggi verweigert sich, bricht immer wieder aus und lässt schließlich den alten Josef auf einer Bankbürgschaft sitzen, die den Vater das Haus und den Ruhestand kostet. Demütig begleicht Josef die Schuld des Sohnes, was im Dorf auf Unverständnis stößt. Denn keiner weiß, dass Josef nur versucht, sein Gewissen reinzuwaschen. Seit Siggis Geburt belastet ein schwelendes Familiengeheimnis die Beziehung zwischen Vater und Sohn: Josefs Rolle beim Tod seiner Frau. Wo wir uns finden erzählt vom Wandel der Zeiten, vom Konflikt zwischen Generationen und Geschlechtern, von der zerstörerischen Kraft der Liebe und einer Schuld, die nicht verjährt. Eine Tragödie von klassischem Format.

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    Wo wir uns finden
    Juana

    Juana

    24. June 2013 um 13:53

    Wie in seinem Debüt „Kein schöner Land“, so spielt Patrick Findeis auch in seinem zweiten Roman „Wo wir uns finden“ schon beim Titel mit dem Leser. Die Geschichte um Josef und seinen Sohn Siggi, den Josef nach dem Tod der Mutter ganz alleine aufgezogen hat, spielt keineswegs in einer längst vergangenen ländlichen Idylle. Die Menschen, die hier auftreten, sind sich selbst, der Natur und ihren Mitmenschen entfremdet. Josef hat sein Leben lang nur geschuftet, alles für seinen Sohn getan. Dann verliert er auch noch sein Haus, weil er für Siggis Start-Up gebürgt hat – und Siggi setzt sich ins Ausland ab. Dass Josef diese alles aus schlechtem Gewissen tut, erfährt der Leser erst gegen Ende dieses feinen, klug komponierten, fatalistischen Romans.

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  • Rezension zu "Wo wir uns finden" von Patrick Findeis

    Wo wir uns finden
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    27. February 2013 um 10:59

    Schon in seinem viel beachteten und von der Kritik sehr gelobten Debütroman „Kein schöner Land“ hatte der 1975 geborene und in Berlin lebende Schriftsteller Patrick Findeis einen fast unlösbaren Konflikt zwischen den Generationen beschrieben, und den Rezensenten. trotz einer stellenweise fast poetischen Sprache. erschüttert über die Tristesse und die Hoffnungslosigkeit im Leben seiner Protagonisten zurückgelassen. Auch in seinem zweiten Roman „Wo wir uns finden“ wählt er einen Titel, der ein altes Volkslied zitiert und schon damit wieder den fast schmerzhaften Widerspruch zwischen einer romantischen Verheißung und der Zerstörung der Außen- und Innenwelt seiner Protagonisten deutlich macht. In insgesamt vier Kapiteln mit vielen Vor- und Rückblenden, die die Aufmerksamkeit des Lesers erfordern, erzählt Findeis in seinem neuen Roman die Geschichte vom verlorenen Sohn aus dem Lukasevangelium auf seine Weise. Und zwar zunächst aus dem Blickwinkel des alt gewordenen Vaters Josef. Weil er für die Kredite seines Sohnes gebürgt hat, der sich aus dem Staub gemacht hat, wird sein kleines Haus verpfändet. Arm und abgestumpft sucht er Hilfsarbeiten und erinnert sich verbittert an die Zeit, als er mit seinem noch kleinen Sohn Siggi gespielt und seine Frau unterstützt und auch später sowohl sein Studium als auch seine ersten beruflichen Schritte finanziert hatte. Mittlerweile kann er die Enttäuschung und die Wut gar nicht mehr spüren. In einem auch sprachlich verwirrenden Rückblick blendet Findeis dann eine Geschichte ein aus Siggis Kindheit, aus der der Leser die genauen Zusammenhänge über Siggis verstorbene Mutter erfährt. Und auch gegen Ende des Romans, als der nach Amerika geflüchtete Siggi seine schwangere Freundin verlässt, die nächsten beiden Leben zerstört und nach Hause zurückkehrt, wo er aber natürlich nie richtig ankommen kann, verweigert Patrick Findeis konsequent das Happy End. Es muss wohl an der eigenen, mir unbekannten Lebensgeschichte des Autors liegen, dass er in seinen beiden Roman jegliche positiven, lebensbejahenden, hoffnungsvollen Ansätze ausschließt. In seiner Sicht der Welt sind wir Menschen verdammt, immer wieder die gleichen Fehler zu machen und das, was schön sein könnte im Leben, zu zerstören. Es ist diese Unfähigkeit zu lieben, an der auch die in „Wo wir uns finden“ beschriebene Vater-Sohn-Beziehung leidet und sie schließlich auffrisst bis zur Unkenntlichkeit. Insofern ist die Lektüre auch des zweiten Romans von Patrick Findeis für den bei aller Kritikfähigkeit doch sehr lebensfrohen und immer optimistischen Rezensenten keine ganz leichte Kost gewesen.

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  • Rezension zu "Wo wir uns finden" von Patrick Findeis

    Wo wir uns finden
    Monika58097

    Monika58097

    25. November 2012 um 19:03

    Josef, Witwer, zieht seinen Sohn Siggi ganz alleine groß. Siggis Mutter ist bei seiner Geburt gestorben. Siggi soll es einmal besser haben als sein Vater. Er soll studieren, doch Siggi will nicht. Er lebt sein eigenes Leben, macht Schulden, immer wieder. Josef ist Bürge, begleicht die Schulden - wehrlos. Auf der sozialen Leiter steigt er immer weiter ab. Er muss sein Auto verkaufen, letztendlich auch sein Haus. Sein Sohn versucht indessen in Amerika Fuß zu fassen - vergeblich. Seine Herkunft holt ihn auch dort immer wieder ein. Ein kleiner Roman, unheimlich kraftvoll geschrieben. Die Personen, so beschrieben, dass man ihre Zweifel, ihre Hoffnung, ihre Sehnsüchte förmlich spüren kann. Personen, am Rande der Gesellschaft. Der Autor versteht es, den Leser mit seiner für mich eher ungewöhnlichen Schreibweise zu fesseln. Kein Roman für zwischendurch. Ein Roman, ein Drama, das den Leser nachdenklich zurücklässt.

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