Patrick Flanery

 3.6 Sterne bei 13 Bewertungen
Autor von Ich bin niemand, Absolution und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Patrick Flanery

Patrick FlaneryIch bin niemand
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Ich bin niemand
Ich bin niemand
 (10)
Erschienen am 06.03.2017
Patrick FlaneryAbsolution
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Absolution
Absolution
 (1)
Erschienen am 26.08.2013
Patrick FlaneryAbsolution: Roman
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Absolution: Roman
Absolution: Roman
 (0)
Erschienen am 26.08.2013
Patrick FlaneryAbsolution
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Absolution
Absolution
 (2)
Erschienen am 12.04.2012

Neue Rezensionen zu Patrick Flanery

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ralluss avatar

Rezension zu "Ich bin niemand" von Patrick Flanery

Gepflegte Langeweile
rallusvor einem Jahr

Kennt ihr das auch? Ihr seid auf einer Party, Geburtstag, Empfang oder einfach auf einem offiziellen gesellschaftlichen Ereignis. Dort trefft ihr eine gepflegte, nett aussehende, distinguierte Person. Ihr kommt ins Gespräch, das vom Thema her sehr anregend ist, aber bald könnt ihr eurem Gegenüber nicht mehr zuhören. Warum? Das Thema ist nicht langweilig, die Worte fließen geschmackvoll und eloquent. Aber ihr könnt Euch nicht des Eindruckes erwehren, dass ihr jetzt sofort einen Grund braucht um zu verschwinden. Sofort. Vielleicht müsst ihr dringend in der Nase bohren, die Hände waschen? Gequält versucht ihr, elegant die Kurve zu bekommen, doch euer Gegenüber merkt eure Qual nicht. Die Redeflut erreicht ihren Höchststand (falls man davon sprechen kann) und ihr wisst schon gar nicht mehr, um was es geht und registriert auch gar nicht mehr, was das Gegenüber noch sagt.

 

Ja? Kennt ihr? Stellt euch das Ganze gedruckt vor, dann habt ihr den Roman Ich bin Niemand von Patrick Flanery in der Hand. Auch hier ist das Thema interessant. Es geht um die allgegenwärtigen Überwachungsszenarien. Ein Professor, der jüngst aus Oxford zurück in die Staaten kommt, bemerkt, dass er anscheinend eine Mail an eine Studentin geschickt hat, bei der um die Verschiebung eines Termins bat, an die er sich nicht erinnern kann. Auch die Bestätigung der Verschiebung, an seinen E-Mail Account geschickt, liest er erst, als die Studentin nicht zu dem Treffpunkt erscheint.

Der komplette Roman ist aus der Sicht dieses Professors geschrieben. Tief taucht der Leser in dessen Gedanken ein und erlebt ein zwar literarisch sicherlich gepflegtes Lesen – aber es passiert fast nichts. Die Gedankengänge des auch nicht sehr sympathischen Mannes, drehen sich um Paranoia, seine Einsamkeit und sein früheres Leben. Geheimnisvoll ist der Empfang von Päckchen, in denen, fein säuberlich ausgedruckt, seine Internetaktionen, Nummern, Dauer und Zeit der Telefongespräche und sogar sein Leben in Bildern vorliegen. Wer macht sich die Mühe so etwas zu tun? Und warum? Jede Begegnung mit Fremden und komische Situationen geraten für den Professor zum Verdacht, dass er beobachtet wird:

„Als ich dort stand und auf die Stadt blickte, bemerkte ich auf dem Gehsteig einen Mann, der stehen blieb und zu meinem Fenster hochsah. Diesmal gab es für mich keinen Zweifel. Er starrte mich an und war sich bewusst, dass ich zurückstarrte. Das Zimmer war dunkel, also konnte ich ihn deutlich sehen, aber es gab keine Möglichkeit, das Gesicht des Mannes zu erkennen, weil er eine Skimaske trug, die nur die Augen freiließ, die in der frostigen Nacht glitzerten.“

Aber auch seine Tochter und ihr Mann können ihn nur an Anwälte und Therapeuten verweisen. Hat die frühere Verbindung zu einer ägyptischen Studentin, mit dieser Überwachung zu tun? Denkt der CIA, er wäre ein Terrorist?

Sicher ein interessantes Thema. Doch was Flanery daraus macht, ist weder spannend noch spornt es den Leser an, am Thema und Buch zu bleiben. Ich musste mich durch die, immer wiederholenden bräsigen Gedanken des Jeremy O’Keefe quälen. Ständig schweift dieser vom Thema ab, beschreibt in allen Details Kleider oder Filmszenen und kehrt nicht zum eigentlichen Geschehen zurück. Was Steinfest in Vollendung gelingt, nämlich die Umleitung zur eigentlichen Geschichte zu machen, wirkt bei Flanery vollkommen zerfasernd und umständlich. Die Geschichte bietet dadurch auch keinerlei Höhepunkte, um auch nur annähernd als spannend zu gelten und auch das Ende punktete nicht. Weder mit interessanten oder gar neuen Ideen zu diesem Thema, noch mit einem Knalleffekt. Alleine die Sprache ist elegant, stilsicher und hochwertig. Doch was helfen mir teure, gute Ölfarben, wenn ich kein Bild daraus erkennen kann. Eine erste Leseenttäuschung diesen Jahres.

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M

Rezension zu "Ich bin niemand" von Patrick Flanery

Im Strudel ungeklärter Ereignisse
michael_lehmann-papevor einem Jahr

Im Strudel ungeklärter Ereignisse

Zunächst scheint es so, als wäre der Professor der Geschichte mit Spezialisierung auf die „Überwachung“ in der DDR nach dem zweiten Weltkrieg einfach ein wenig vergesslich geworden.

Da wird ein Termin mit einer Doktorandin per Email verlegt, ohne dass sich Jeremy O´Keefe an seine selbst geschriebene Erklärung erinnern kann.

Da trifft er einen jungen Mann, der sehr vertraut mit ihm tut, aber beim besten Willen kann er jenen Michael Ramsey nicht einordnen als auch nur entfernt Bekannten.

Untersuchungen bei einer „Gedächtnisspezialistin“ (die Jeremy überaus attraktiv im Übrigen findet), bringen kein klares Ergebnis.

Und dann tauchen da Kartons auf. Gefüllt mit hunderten, tausenden Blättern Papier mit zunächst kryptischen Zeichen.

Und dann steht da dieser Mann vor dem Fenster. Und ein Geschäftsinhaber läuft ihm sogar auf offener Straße hinterher, um ihn zu warnen, dass er beobachtet wird.

Psychische Labilität? Gespeist aus dunklen Ereignissen der Vergangenheit an der Columbia Universität und in Oxford, die bisherigen Stationen seiner wissenschaftlichen Karriere?

Oder eine echte Überwachung, eine ernste Bedrohung und, wenn ja, warum?

Was für den Leser lange Zeit, wenn man genau liest bis zum Ende hin, nicht wirklich klar wird. Denn O`Keefe verschweigt Dinge. Sich und dem Leser. Es könnten also echte Verdrängungen sein. Oder doch ein Bespitzeln? Ob Verbindungen zu dunklen Gestalten, wenn auch, wie O`Keefe betont, nur indirekte Verbindungen? Oder eine persönliche Rache irgendeines sich zurückgesetzt fühlenden Studenten mit Hackerkenntnissen, der von den Web-Seiten bis zum Email Verkehr bis zu den Telefondaten alles über den Professor zu wissen scheint.

So tappt der Leser tatsächlich lange im Dunklen, bekommt keine andere Perspektive auf die Dinge geliefert und verirrt sich mit O`Keefe das ein um das andere Mal in breit dargelegten, bis in unwichtige Kleinigkeiten (die LKW vor dem Haus in Oxford) hinein dargestellte Einzelheiten an Erinnerungen, die vor allem immer eines sind: absolut subjektiv.

Bis zu faustdicken Überraschungen, was die familiäre Situation des Mannes angeht, was seine nicht immer saubere Trennung zwischen privat und Beruf angeht und ebenso, was die Verbindung zu einem (vermeintlichen?) „echten“ Spion betrifft.

Sprachlich ist es durchaus anregend, Flanery in diese sich verwirrende und verdrehende innere Welt zu folgen, gerade weil fast mäandernde Sätze den stetigen Fluss der Gedanken des Professors oft (nicht immer) gut emotional vermitteln.

Spannende Momente gibt es durchaus, wenn nachts auf dem Lande im Dunklen an die Tür geklopft wird und wenn sich dann, zumindest ein wenig, die Fäden verbinden, kommt auch weit genug Licht in das Dunkle all dieser Ereignisse, um die hintergründigen, in der Vergangenheit verankerten Vernetzungen all der Ereignisse mindestens zu erahnen.

Trotz mancher schwierig zu ertragenden Längen im Buch und einer endlosen „Erinnerungsorgie“ fast, die mit den Ereignissen der Gegenwart des Romans sich vernetzt und korrespondiert, diese Bedrohung, dass „einer“ alles über einen selbst zu wissen scheint, dass weder Telefon noch Email noch das „normale“ analoge Leben sicher zu sein scheinen und von allen Seiten unerklärliche Ereignisse sich zu einer zunehmenden Bedrohung ballen ist doch ein interessantes Sujet.

Alles in allem ein interessantes, aktuelles Thema in einer besonderen Form mit ganz eigener Atmosphäre durch die Konzentration auf eigentlich nur eine Figur gesetzt,

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Silkchen2909s avatar

Rezension zu "Ich bin niemand" von Patrick Flanery

Langweiliger Roman über digitale Überwachung und Paranoia
Silkchen2909vor einem Jahr

Jeremy O’Keefe war zehn Jahre Professor in Oxford und kehr nun in seine Heimatstadt New York zurück. Unheimliche Begegnungen häufen sich, der Historiker lässt sich sogar auf Demenz untersuchen. In der Tat passieren Dinge, die jeden Menschen nachdenklich werden lassen würden. Aber ist es so, wie Jeremy befürchtet oder ist er durch die jahrelange Einsamkeit in England mittlerweile wunderlich geworden?

 

Leider hat der Roman mich nicht gefesselt. Das Grundthema – digitale Überwachung – ist spannend, aber durch den Stil von Patrick Flanery war die Lektüre für mich langatmig. Der Protagonist hat wenig Kontakt zu anderen Menschen und der Autor lässt uns an all seinen inneren Dialogen teilhaben. Es gibt unendliche Wiederholungen, es gibt insgesamt viel zu wenig Handlung auf den 400 Seiten. Für mich war es nichts, vermutlich auch, weil ich  den Professor nicht sympathisch fand.

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