Patrick Leigh Fermor

 4 Sterne bei 31 Bewertungen
Autor von Die Zeit der Gaben, Die Violinen von Saint-Jacques und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Patrick Leigh Fermor

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Die Zeit der Gaben

Die Zeit der Gaben

 (13)
Erschienen am 24.06.2011
Die Violinen von Saint-Jacques

Die Violinen von Saint-Jacques

 (6)
Erschienen am 01.06.2006
Zwischen Wäldern und Wasser

Zwischen Wäldern und Wasser

 (4)
Erschienen am 01.12.2008
Der Baum des Reisenden

Der Baum des Reisenden

 (2)
Erschienen am 23.02.2012
Reise in die Stille

Reise in die Stille

 (2)
Erschienen am 01.03.2010
Mani

Mani

 (1)
Erschienen am 01.07.2011
Drei Briefe aus den Anden

Drei Briefe aus den Anden

 (1)
Erschienen am 15.02.2007

Neue Rezensionen zu Patrick Leigh Fermor

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Rezension zu "Die Zeit der Gaben" von Patrick Leigh Fermor

Ein einschläferndes Buch voller Unbeständigkeiten und schöner Sprache
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

Nachdem Patrick Leigh Fermor die Schule verfrüht verlasse musste, kam ihm nach mehreren Ideen der Gedanke, dass er möglichst zu Fuß nach Konstantinopel reisen wolle. Es soll eine Reise werden, die ihn in seiner Einstellung verändern und vielen interessanten Personen näher bringen sollte. Daraus entstand ein zweiteiliges Werk, das diese Reise rückwirkend beschreibt.

 

Irgendwann hat meine Mutter mir das Buch mal (mit ein paar anderen) in die Hand gedrückt. So richtig damit anfangen konnte ich eigentlich nichts, las aber etwas von "Hitlers Machtergreifung" und konnte demnach nicht nein sagen. Also hab ich es auch gelesen, zumal ich es mir für dieses Jahr (nach Jahren des Stillliegens) vorgenommen habe.

Die meiste Zeit, die ich in dem Buch gelesen habe, bin ich eigentlich beinahe beim Lesen eingeschlafen. Oder war zumindest kurz davor. Normalerweise passiert mir dass ja nur bei Uni-Lektüre. Deswegen habe ich mich auch wirklich schwer damit getan, das buch immer wieder in die Hand zu nehmen - die letzten 100 Seiten habe ich sogar nur noch soweit überflogen. Eigentlich schade! Weil ich glaube, dass man einiges aus dem "Stoff" hätte machen können - ist ja nicht der erste Reisebericht, den ich gelesen habe.

Ein großes Problem des Buches ist, meiner Meinung nach, dass es in jeder Form sehr unbeständig ist - einzig die Sprache zeigt Beständigkeit, aber dazu später. Immer wieder gibt es Hinweise darauf, dass jetzt ein Exkurs zu etwas folgt, das mit der Reise nur bedingt etwas zu tun hatte, einfach nur, weil er sich darüber Gedanken gemacht hat. Zum Beispiel beim Exkurs darauf, sich selbst als Gesprächspartner zu beschreiben:

"Ich will versuchen, das Ausmaß meiner Ahnungslosigkeit zu beschreiben, auch wenn es den Gang der Erzählung für ein paar Seiten aufhält." (S. 163)

Die paar Seiten beliefen sich auf etwa sieben Seiten, die völlig aus dem Kontext gerissen sind. Einerseits ist es zwar schön, etwas von seinem Leben auch vor der Reise zu erfahren, allerdings geht es auch öfter in andere Richtungen. Er erklärt Adel und die Ausrichtung von verschiedenen Künstlern, die er mal kannte und mal nicht kannte. Das alles war mir irgendwie zu viel. Weil ich irgendwann nicht mehr den Eindruck hatte, dass es sich um einen Reisebericht handelt, sondern um ein Sammelsurium von Informationen, Personen, Orten und Gedanken, die mir zu durcheinander waren.

Dazu sind die Beschreibungen sehr unverhältnismäßig, insbesondere was die Seitenzahlen anbelangt. Um einen Vergleich anzubringen: der Aufenthalt in Prag erhielt in seinem Buch 26 Seiten, der Aufenthalt in Wien 44 Seiten - seine Reise durch die Slowakei beinhaltet etwa 23 Seiten, durch die Niederlande nur 20. Am meisten Raum nimmt die Reise durch Deutschland ein (was auch verständlich ist, bedenkt man, dass Deutschland einen großen Teil der Reise bis Ungarn einnimmt). Aber wenn ein einzelner Ort teilweise doppelt so viele Seiten einnimmt wie beispielsweise die Reise quer durch ein ganzes Land... Immer wieder kommen Kommentare nach dem Prinzip "eigentlich erinnere ich mich nur dunkel an die Reise zwischen dem einen und dem anderen Ort, erst dort klart es wieder auf" - finde ich allerdings ein bisschen schwierig, wenn ich ein solches Buch schreibe.

Der einzige Pluspunkt, den das Buch aufweisen konnte, ist der Stil. Die Sprache ist wunderschön und poetisch, auch wenn es so ein bisschen anstrengend zu lesen ist. Die Beschreibungen (wenn es genauere gibt) sind sehr bildhaft und damit greifbar. Mal ein Beispiel:

"Wieder einmal waren die Berge zurückgewichen, und die Städtchen im Tal folgten einander in kürzeren Abständen. Am gegenüberliegenden Ufer glitten sie stillschweigend heran, standen feierlich und starr über ihren Spiegelbildern wie der Prospekt einer Bühne. Die bunten Giebel und Fassaden, mit schmiedeeisernen Gittern verziert, die Fensterläden wie Blattwerk an ihren Ranken, vereinigten sich zu einer einzigen langen Reihe, die das gesamte Ufer säumte." (S. 223 f.)

Ich mochte die Sprache, auch wenn sie jetzt nicht viel dazu beigetragen hat, mich wachzuhalten. Es verleiht dem Buch einen besonderen Zug, der wesentlich ist. Einzig eine stilistische Feinheit hat mir nicht sonderlich gepasst: erst gegen Ende, also etwa im letzten Viertel beginnt er, Ausschnitte seines Tagebuchs einzubinden. Ich kann verstehen, dass er in der ersten Zeit nicht damit arbeiten kann, weil ihm das Buch bekanntlich abhanden gekommen ist - nicht verstehe ich jedoch, dass er erst am Ende auf die Idee gekommen ist, dass man das machen könnte. Hier hätte ich entweder einheitlich immer wieder eindrücke eingebaut oder es ganz gelassen. So wirkt es auch an dieser Stelle wieder - unbeständig.

Doch trotz der vielen negativen Eindrücke musste ich doch an einer Stelle zumindest schmunzeln, nämlich als das Wallenstein-Palais in Prag Erwähnung findet. Hier findet sich eine Fußnote über die Geschichte Wallensteins und einigen weiteren Persönlichkeiten seines Stammbaumes. Darunter: ein Hinweis auf einen Nachkommen, der Casanova in seinem Schloss angestellt hatte. Mein Bachelorarbeitsthema verfolgt mich :'D .

Die Hinweise auf den Nationalsozialismus in Deutschland, der in dieser Zeit gerade aufstrebend gewesen ist (Hitler war bereits eine Art "Heros", dessen Bilder überall aufgehängt wurden) waren die meiste Zeit eher wage, auch wenn hier der ein oder andere prägnante Eindruck wiedergegeben wird (immerhin ist der Autobiograph Engländer - also Ausländer und damit in manchen Augen problematisch). Fand ich etwas schade, weil ich gerade das immer besonders interessant finde.

 

Zusammenfassend muss ich sagen, dass das Buch mich eher nicht überzeugt hat. Also eigentlich gar nicht. Die Sprache fand ich schön, weil es mal etwas anderes ist, allerdings war es nicht möglich, das Buch für mich ausreichend spannend zu machen. Wer beim Lesen eines Buches fast einschläft, vor allem in Munterkeit, der hat das falsche Buch in der Hand. Schade, dass es so war - aber kann man nicht ändern. Vielleicht kann der ein oder andere was damit anfangen, für mich war es allerdings nichts.

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buecherblogdanis avatar

Rezension zu "Die Zeit der Gaben" von Patrick Leigh Fermor

Eine wunderbar charmant beschriebene Reise quer durch Europa, zum Eintauchen in eine andere Zeit.
buecherblogdanivor 4 Jahren

Tatsachenberichte sind ja eigentlich nicht so meins, aber hier mache
ich eine ganz große Ausnahme. Denn die Reise von Patrick Leigh Fermor
ist etwas besonderes. Wenn man sie liest, hat man das Gefühl aus seiner
eigenen Zeit herauszufallen und plötzlich woanders zu sein. Oder seid
Ihr schon mal durch deutsche Wälder gewandert und habt griechische
Dramen rezitiert? Fermor tut (oder besser tat) genau das, man beobachtet
als Leser staunend, wie sich Studenten Anfang 30er Jahren so die Zeit
vertrieben.

Das Buch lohnt sich allein schon der unglaublichen
Strecke wegen, die Fermor zurücklegte. Von England aus mit der Fähre
nach Holland und von dort zu Fuß (ich wiederhole: zu Fuß!) bis nach
Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Dass man auf so einer Reise viel
erlebt, versteht sich von selbst. Und doch klingen Fermors Erlebnisse
unglaublich, vor allem durch die unterschiedlichen Situationen. Vom
armen Schäfer bis zum Baron hat Fermor jeden getroffen, die dicken
Bayern im Hofbräuhaus besoffen auf der Tischplatte einschlafen sehen, in
Höhlen übernachtet, in Wiener Kaffeehäusern die Sonntage verbracht,
sich versehentlich in einem Freudenhaus einquartiert, wäre fast
erfroren ... Wenn man sich hundert verschiedene Filme ansieht, hat man
immer noch weniger Handlung gehabt als nach den drei Bänden von Fermors
Reise.

Und
dann ist da noch der Schreibstil. Der ist, ich wiederhole mich hier,
charmant. Ein besseres Wort dafür fällt mir nicht ein. Fermor klingt die
ganze Zeit warmherzig, erzählt die verblüffendsten Dinge völlig
uneitel, beschreibt Leute und Landschaften so präzise, als ob man sie
selber sehen würde. Immer merkt man ihm die Freude des Augenblicks an.
Das ist umso erstaunlicher, als dass er die Bücher erst Jahrzehnte nach
seiner Reise schrieb. Aufmerksame Leser können aus dem Buch auch viel
über die Geschichte Europas lernen. Überall ist wissenswertes zur
jeweiligen Region und Ihren Bewohnern eingestreut, zu Lebensweisen,
traditioneller Kleidung, und vielem mehr. Gemerkt habe ich mir davon
zwar kaum etwas (Schande über mich), aber angenehm zu lesen war es
allemal. Ich habe die Bücher als eine Art Zeitreise betrachtet, da ich
mir immer wie mitten im Geschehen vorkam.

"Die Zeit der Gaben" ist
der erste Band der Reise, gefolgt von "Zwischen Wäldern und Wasser" und
zum Abschluss "Die unterbrochene Reise". Dieser dritte Band ist
leider unvollendet, Fermor verstarb in hohem Alter, während er daran
arbeitete. Allerdings fand man in seinem Nachlass das Manuskript zu
einem weiteren Bericht. "Die Entführung des Generals" erscheint im April
beim Dörlemann Verlag und ich freue mich schon sehr darauf. 

Ausstattung:
Liebhaber schöner Bücher kommen am Dörlemann Verlag nicht vorbei. Ein
großer Teil des Programms erscheint im Leineneinband, das MUSS man mal
gefühlt haben. Außerdem haben alle Bücher Lesebändchen, Kapitalbänder
(das sind diese hübschen Abschlüsse oben und unten am Buchblock), und
sehr oft ungemein schöne Vorsatzpapiere. Natürlich sind die Bücher dann
auch nicht billig, aber ihren Preis absolut wert.

Meine liebste Stelle im Buch:
Fermors Erlebnisse in Stuttgart. Nicht nur, weil sie in einer Stadt
spielen, die ich kenne ^^. Er kommt dort bei zwei jungen Mädchen unter,
deren Eltern verreist sind und die natürlich nicht herausbekommen
dürfen, dass da ein Mann übernachtet. Die beiden schleppen ihn noch zu
Geburtstagen und Feierlichkeiten und die ganze ungehörige Angelegenheit
steht mehrmals kurz vor der Entdeckung, geht aber natürlich gut aus. Ich
mag daran besonders, dass man Fermor den Übermut von damals noch
anmerkt.

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Rezension zu "Der Baum des Reisenden" von Patrick Leigh Fermor

Rezension zu "Der Baum des Reisenden" von Patrick Leigh Fermor
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

1947 ist Patrick Leigh Fermor mit zwei Freunden in die Karibik gereist und hat dabei Reisenotizen angelegt, die zum vorliegenden Buch geworden sind. Ob in Martinique, Dominica, Guadeloupe, Trinidad, Tobago, Grenada, Barbados, St. Kitts, Puerto Rico, Kuba, Jamaika oder auf Haiti, es entstanden vielseitige und vielschichtige Bilder, dieser vielseitigen Inselstaaten in der Karibik. Mit einem offenen Ohr und Blick, mit einem historisch interessierten Forschergeist ausgestattet, reiste Fermor von Insel zu Insel, von Staatsoberhaupt zu ehemaligem Häuptling, von Historiker zu umfangreicher Bibliothek oder zur halb zerfallenen historischen Stätte, damit er uns danach die verschiedenen Welten so unglaublich spannend und detailreich nahebringen konnte, dass wir zwischenzeitlich uns beim Lesen umblicken, ob da nicht hinter uns eventuell soeben ein spanischer Grande, ein englischer Kapitän, ein französischer Zuckerrohrplantagenbesitzer oder gar ein wild aussehender Pirat aus Tortuga steht, der uns über die Schulter guckt. Eine Freude ist es zu lesen, wie Fermor auf Haiti an diversen Voodoo-Ritualen teilgenommen hat, und diese eindrücklichst und vor allem unvoreingenommenst schildert. Alle, die noch nie etwas von Patrick Leigh Fermor gelesen haben, dürfen sich freuen, noch so viel vor sich zu haben. Ich habe mir bereits das nächste gekauft, das vorläufig letzte, das bei Dörlemann erschienen ist, doch das spar ich mir noch etwas auf. 22.8.10

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