Patrick Leigh Fermor Die Zeit der Gaben

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Inhaltsangabe zu „Die Zeit der Gaben“ von Patrick Leigh Fermor

Zu Fuß zum Meer, die Feder im Gepäck Eine der erstaunlichsten Reisen unserer Zeit! An einem verregneten Dezembertag macht sich der 18jährige Patrick Leigh Fermor zu Fuß, quer durch Europa, nach Konstantinopel auf. In dem Jahr, in dem Hitler an die Macht kommt, wandert der vielseitig interessierte junge Mann durch Wiesen und Wälder, verschneite Städte und die Salons der guten Gesellschaft. Er macht Bekanntschaft mit Handwerkern, Arbeitern und Direktoren, er nächtigt in ärmlichen Hospizen, Scheunen und auf märchenhaften Schlössern. Mit wachem Geist nimmt er nicht nur die Schönheit der Landschaften wahr, sondern erahnt das Heraufziehen des Sturms. In seiner poetischen und präzisen Sprache erzählt Patrick Leigh Fermor von Menschen und Begegnungen, Landschaften und Orten im Europa vor dem Krieg. Er läßt vor unserem inneren Auge noch einmal das alte Europa erstehen, das wenige Jahre später endgültig in Schutt und Asche versinkt.

Für Liebhaber von Reisebüchern, von "historischen" Erzählungen, von Jugendromanen, von Abenteuern ... Jeder kann und sollte das lesen.

— buecherblogdani
buecherblogdani

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  • Ein einschläferndes Buch voller Unbeständigkeiten und schöner Sprache

    Die Zeit der Gaben
    sternblut

    sternblut

    15. July 2017 um 21:11

    Nachdem Patrick Leigh Fermor die Schule verfrüht verlasse musste, kam ihm nach mehreren Ideen der Gedanke, dass er möglichst zu Fuß nach Konstantinopel reisen wolle. Es soll eine Reise werden, die ihn in seiner Einstellung verändern und vielen interessanten Personen näher bringen sollte. Daraus entstand ein zweiteiliges Werk, das diese Reise rückwirkend beschreibt.   Irgendwann hat meine Mutter mir das Buch mal (mit ein paar anderen) in die Hand gedrückt. So richtig damit anfangen konnte ich eigentlich nichts, las aber etwas von "Hitlers Machtergreifung" und konnte demnach nicht nein sagen. Also hab ich es auch gelesen, zumal ich es mir für dieses Jahr (nach Jahren des Stillliegens) vorgenommen habe. Die meiste Zeit, die ich in dem Buch gelesen habe, bin ich eigentlich beinahe beim Lesen eingeschlafen. Oder war zumindest kurz davor. Normalerweise passiert mir dass ja nur bei Uni-Lektüre. Deswegen habe ich mich auch wirklich schwer damit getan, das buch immer wieder in die Hand zu nehmen - die letzten 100 Seiten habe ich sogar nur noch soweit überflogen. Eigentlich schade! Weil ich glaube, dass man einiges aus dem "Stoff" hätte machen können - ist ja nicht der erste Reisebericht, den ich gelesen habe. Ein großes Problem des Buches ist, meiner Meinung nach, dass es in jeder Form sehr unbeständig ist - einzig die Sprache zeigt Beständigkeit, aber dazu später. Immer wieder gibt es Hinweise darauf, dass jetzt ein Exkurs zu etwas folgt, das mit der Reise nur bedingt etwas zu tun hatte, einfach nur, weil er sich darüber Gedanken gemacht hat. Zum Beispiel beim Exkurs darauf, sich selbst als Gesprächspartner zu beschreiben: "Ich will versuchen, das Ausmaß meiner Ahnungslosigkeit zu beschreiben, auch wenn es den Gang der Erzählung für ein paar Seiten aufhält." (S. 163) Die paar Seiten beliefen sich auf etwa sieben Seiten, die völlig aus dem Kontext gerissen sind. Einerseits ist es zwar schön, etwas von seinem Leben auch vor der Reise zu erfahren, allerdings geht es auch öfter in andere Richtungen. Er erklärt Adel und die Ausrichtung von verschiedenen Künstlern, die er mal kannte und mal nicht kannte. Das alles war mir irgendwie zu viel. Weil ich irgendwann nicht mehr den Eindruck hatte, dass es sich um einen Reisebericht handelt, sondern um ein Sammelsurium von Informationen, Personen, Orten und Gedanken, die mir zu durcheinander waren. Dazu sind die Beschreibungen sehr unverhältnismäßig, insbesondere was die Seitenzahlen anbelangt. Um einen Vergleich anzubringen: der Aufenthalt in Prag erhielt in seinem Buch 26 Seiten, der Aufenthalt in Wien 44 Seiten - seine Reise durch die Slowakei beinhaltet etwa 23 Seiten, durch die Niederlande nur 20. Am meisten Raum nimmt die Reise durch Deutschland ein (was auch verständlich ist, bedenkt man, dass Deutschland einen großen Teil der Reise bis Ungarn einnimmt). Aber wenn ein einzelner Ort teilweise doppelt so viele Seiten einnimmt wie beispielsweise die Reise quer durch ein ganzes Land... Immer wieder kommen Kommentare nach dem Prinzip "eigentlich erinnere ich mich nur dunkel an die Reise zwischen dem einen und dem anderen Ort, erst dort klart es wieder auf" - finde ich allerdings ein bisschen schwierig, wenn ich ein solches Buch schreibe. Der einzige Pluspunkt, den das Buch aufweisen konnte, ist der Stil. Die Sprache ist wunderschön und poetisch, auch wenn es so ein bisschen anstrengend zu lesen ist. Die Beschreibungen (wenn es genauere gibt) sind sehr bildhaft und damit greifbar. Mal ein Beispiel: "Wieder einmal waren die Berge zurückgewichen, und die Städtchen im Tal folgten einander in kürzeren Abständen. Am gegenüberliegenden Ufer glitten sie stillschweigend heran, standen feierlich und starr über ihren Spiegelbildern wie der Prospekt einer Bühne. Die bunten Giebel und Fassaden, mit schmiedeeisernen Gittern verziert, die Fensterläden wie Blattwerk an ihren Ranken, vereinigten sich zu einer einzigen langen Reihe, die das gesamte Ufer säumte." (S. 223 f.) Ich mochte die Sprache, auch wenn sie jetzt nicht viel dazu beigetragen hat, mich wachzuhalten. Es verleiht dem Buch einen besonderen Zug, der wesentlich ist. Einzig eine stilistische Feinheit hat mir nicht sonderlich gepasst: erst gegen Ende, also etwa im letzten Viertel beginnt er, Ausschnitte seines Tagebuchs einzubinden. Ich kann verstehen, dass er in der ersten Zeit nicht damit arbeiten kann, weil ihm das Buch bekanntlich abhanden gekommen ist - nicht verstehe ich jedoch, dass er erst am Ende auf die Idee gekommen ist, dass man das machen könnte. Hier hätte ich entweder einheitlich immer wieder eindrücke eingebaut oder es ganz gelassen. So wirkt es auch an dieser Stelle wieder - unbeständig. Doch trotz der vielen negativen Eindrücke musste ich doch an einer Stelle zumindest schmunzeln, nämlich als das Wallenstein-Palais in Prag Erwähnung findet. Hier findet sich eine Fußnote über die Geschichte Wallensteins und einigen weiteren Persönlichkeiten seines Stammbaumes. Darunter: ein Hinweis auf einen Nachkommen, der Casanova in seinem Schloss angestellt hatte. Mein Bachelorarbeitsthema verfolgt mich :'D . Die Hinweise auf den Nationalsozialismus in Deutschland, der in dieser Zeit gerade aufstrebend gewesen ist (Hitler war bereits eine Art "Heros", dessen Bilder überall aufgehängt wurden) waren die meiste Zeit eher wage, auch wenn hier der ein oder andere prägnante Eindruck wiedergegeben wird (immerhin ist der Autobiograph Engländer - also Ausländer und damit in manchen Augen problematisch). Fand ich etwas schade, weil ich gerade das immer besonders interessant finde.   Zusammenfassend muss ich sagen, dass das Buch mich eher nicht überzeugt hat. Also eigentlich gar nicht. Die Sprache fand ich schön, weil es mal etwas anderes ist, allerdings war es nicht möglich, das Buch für mich ausreichend spannend zu machen. Wer beim Lesen eines Buches fast einschläft, vor allem in Munterkeit, der hat das falsche Buch in der Hand. Schade, dass es so war - aber kann man nicht ändern. Vielleicht kann der ein oder andere was damit anfangen, für mich war es allerdings nichts.

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  • Eine wunderbar charmant beschriebene Reise quer durch Europa, zum Eintauchen in eine andere Zeit.

    Die Zeit der Gaben
    buecherblogdani

    buecherblogdani

    Tatsachenberichte sind ja eigentlich nicht so meins, aber hier mache ich eine ganz große Ausnahme. Denn die Reise von Patrick Leigh Fermor ist etwas besonderes. Wenn man sie liest, hat man das Gefühl aus seiner eigenen Zeit herauszufallen und plötzlich woanders zu sein. Oder seid Ihr schon mal durch deutsche Wälder gewandert und habt griechische Dramen rezitiert? Fermor tut (oder besser tat) genau das, man beobachtet als Leser staunend, wie sich Studenten Anfang 30er Jahren so die Zeit vertrieben. Das Buch lohnt sich allein schon der unglaublichen Strecke wegen, die Fermor zurücklegte. Von England aus mit der Fähre nach Holland und von dort zu Fuß (ich wiederhole: zu Fuß!) bis nach Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Dass man auf so einer Reise viel erlebt, versteht sich von selbst. Und doch klingen Fermors Erlebnisse unglaublich, vor allem durch die unterschiedlichen Situationen. Vom armen Schäfer bis zum Baron hat Fermor jeden getroffen, die dicken Bayern im Hofbräuhaus besoffen auf der Tischplatte einschlafen sehen, in Höhlen übernachtet, in Wiener Kaffeehäusern die Sonntage verbracht, sich versehentlich in einem Freudenhaus einquartiert, wäre fast erfroren ... Wenn man sich hundert verschiedene Filme ansieht, hat man immer noch weniger Handlung gehabt als nach den drei Bänden von Fermors Reise. Und dann ist da noch der Schreibstil. Der ist, ich wiederhole mich hier, charmant. Ein besseres Wort dafür fällt mir nicht ein. Fermor klingt die ganze Zeit warmherzig, erzählt die verblüffendsten Dinge völlig uneitel, beschreibt Leute und Landschaften so präzise, als ob man sie selber sehen würde. Immer merkt man ihm die Freude des Augenblicks an. Das ist umso erstaunlicher, als dass er die Bücher erst Jahrzehnte nach seiner Reise schrieb. Aufmerksame Leser können aus dem Buch auch viel über die Geschichte Europas lernen. Überall ist wissenswertes zur jeweiligen Region und Ihren Bewohnern eingestreut, zu Lebensweisen, traditioneller Kleidung, und vielem mehr. Gemerkt habe ich mir davon zwar kaum etwas (Schande über mich), aber angenehm zu lesen war es allemal. Ich habe die Bücher als eine Art Zeitreise betrachtet, da ich mir immer wie mitten im Geschehen vorkam. "Die Zeit der Gaben" ist der erste Band der Reise, gefolgt von "Zwischen Wäldern und Wasser" und zum Abschluss "Die unterbrochene Reise". Dieser dritte Band ist leider unvollendet, Fermor verstarb in hohem Alter, während er daran arbeitete. Allerdings fand man in seinem Nachlass das Manuskript zu einem weiteren Bericht. "Die Entführung des Generals" erscheint im April beim Dörlemann Verlag und ich freue mich schon sehr darauf. Ausstattung: Liebhaber schöner Bücher kommen am Dörlemann Verlag nicht vorbei. Ein großer Teil des Programms erscheint im Leineneinband, das MUSS man mal gefühlt haben. Außerdem haben alle Bücher Lesebändchen, Kapitalbänder (das sind diese hübschen Abschlüsse oben und unten am Buchblock), und sehr oft ungemein schöne Vorsatzpapiere. Natürlich sind die Bücher dann auch nicht billig, aber ihren Preis absolut wert. Meine liebste Stelle im Buch: Fermors Erlebnisse in Stuttgart. Nicht nur, weil sie in einer Stadt spielen, die ich kenne ^^. Er kommt dort bei zwei jungen Mädchen unter, deren Eltern verreist sind und die natürlich nicht herausbekommen dürfen, dass da ein Mann übernachtet. Die beiden schleppen ihn noch zu Geburtstagen und Feierlichkeiten und die ganze ungehörige Angelegenheit steht mehrmals kurz vor der Entdeckung, geht aber natürlich gut aus. Ich mag daran besonders, dass man Fermor den Übermut von damals noch anmerkt.

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    minori

    minori

    15. January 2015 um 20:31
  • Rezension zu "Die Zeit der Gaben" von Patrick Leigh Fermor

    Die Zeit der Gaben
    Liisa

    Liisa

    07. May 2007 um 21:14

    Ich hab ja eine Schwäche für Leute, die quer durch die Welt reisen oder Kontinente durchqueren oder sonst irgendwelche Wahnsinnsreisen machen bzw. gemacht haben. Einer davon ist der Engländer Patrick Leigh Fermor, der sich nachdem er endgültig von der Schule geflogen war mit gerade mal 18 Jahren zu Fuß auf den Weg nach Konstantinopel machte. Seine Reise begann im Dezember 1933 und »Die Zeit der Gaben« ist der erste Teil seines Reisetagebuchs. Die Reise begann in London, führte per Schiff in die Niederlande. Er durchquerte sie, reiste dann durch Deutschland und Österreich bis nach Ungarn. Auf einer Donaubrücke zwischen der Slowakei und Ungarn endet dieser erste Teil der Reise. Es ist schon faszinierend, was Patrick Leigh Fermor von dieser Reise zu berichten hat. Von seinen Begegnungen mit ganz unterschiedlichen Menschen, seine Begeisterung für Kunst und Kultur, seine Beobachtungen in Nazi-Deutschland, seine Vergleiche zwischen den Bewohnern der verschiedenen Ländern und Rückschläge, die er erlebt unerwartete Hindernisse und wie er sie überwindet. Ich muss gestehen, dass ich Patrick Leigh Fermor während der Lektüre fortwährend glühend um diese Reise beneide. Am liebsten würde ich einen Rucksack packen und auf seinen Spuren diese Reise nachvollziehen. Leider verfüge ich nicht über die vielen Kontakte, die er damals hatte und die ihm immer wieder weiter halfen, wenn er ein Dach über dem Kopf brauchte und leider bin ich keine 18 mehr. ;o)

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