Patrick McCabe Die heilige Stadt

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Inhaltsangabe zu „Die heilige Stadt“ von Patrick McCabe

Chris McCool ist siebenundsechzig Jahre alt und so richtig zufrieden. Seine Freunde sagen, er sehe aus wie Roger Moore, und seine halb so alte, attraktive Freundin liest ihm jeden Wunsch von den Lippen ab. Sicher, als verstoßener, unehelicher Bastard einer Protestantin aus besserem
Hause und einem katholischen Bauernlümmel war er für die Protestanten Katholik und für die Katholiken Protestant. Das ist durchaus ein Problem in Irland. Aber wenn er in seinem Ford Cortina durch die Straßen kreuzte, waren ihm alle Blicke sicher, die begehrlichen wie die neidischen. Doch dann waren da dieser Zwischenfall mit Ethel Baid, die geschändete
katholische Kirche, die Missverständnisse mit Marcus Otoyo und die unangenehmen
Geschichten aus der Irrenanstalt. In Die heilige Stadt präsentiert uns Patrick McCabe einen Erzähler, dessen Geschichte mit jeder Seite fadenscheiniger und löchriger wird. Es sind
wohl kultivierte Löcher in der Erinnerung eines Mannes, der gegen die Wut, die Trauer und den Wahn anredet.

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  • Rezension zu "Die heilige Stadt" von Patrick McCabe

    Die heilige Stadt

    Wolkenatlas

    12. September 2012 um 11:03

    Wer ich nicht alles war ... "Die heilige Stadt" ist Patrick McCabes neunter Roman, der McCabes besondere Kennzeichen unverblümt zur Schau stellt. Ein enttäuschter Ich-Erzähler, der, wie bald deutlich wird, eine unglückliche Kindheit hatte, die ihn zu einer Art Randexistenz gezwungen hat, Dorfleben in Irland und eine meisterhafte Verwendung makabrer Elemente. Ohne zu viel verraten zu wollen, kann man sagen, dass die Atmosphäre dieses Romans von Verbannung, Ausbruchsfantasien und mörderischen Tendenzen geprägt ist. Der Protagonist dieses Romans ist Chris McCool, der jetzt in seinen Sechzigern ist. Als Resultat eines einmaligen intimen Zusammenkommens seiner protestantischen Haushälterin und ihres katholischen Hausherren unehelich geboren, wächst Chris religionslos auf. Er zieht seine kindlichen Fantasien aus der Bibel, aus der Poesie, aus Popliedern und vor allem aus dem Roman "Der Künstler als junger Mann" von James Joyce, der seine persönliche Bibel wird. Alle anderen Geschichten entspringen seiner eklatanten Selbsttäuschung und Flucht in eine absurde Scheinwelt. Chris McCool sieht sich gerne als eleganten Dandy oder sakkotragenden Roger Moore, während er in Wahrheit beispielsweise Eier ausliefert. Seine Erinnerung an die "Swinging Sixties" kontrahiert mit seiner Mitgliedschaft im "The Happy Club", wo er mit seiner kroatischen Freundin der Musik der "Carpenters" lauscht. Seine private Kim Novak, wie er sie nennt, aufgetakelt wie eine echte Puppe, ist sie eine schwache Kopie seiner Jugendliebe Dolores McCausland. In abstruse Gegenden führt der Roman, als McCool sich obsessiv an einen nigerianischen Jungen erinnert, der Szenen aus dem Leben verschiedener Heiliger wiedergegeben und McCool Wände der Kathedrale mit rassistischen Obszönitäten beschmiert hatte. Aber hier franst die Geschichte ganz seltsam aus. Während frühere Protagonisten (Francie Brady aus "Der Schlächterbursche" und Patrick Braden aus "Breakfast on Pluto") den Leser mit ihrem Charme auf den Weg in ihre irren Verstrickungen mitgeschleppt hatten, ist Chris McCool eher der Typ, dem man so schnell wie möglich entkommen wollen würde, wenn man von ihm in einer schmuddeligen Bar angesprochen werden würde. Obschon dahinter viel Absicht steckt, ist viel an Chris McCool nicht überzeugend genug. Anno 2007 erschien McCabes wunderbarer Roman "Winterwald", der, ähnlich wie jetzt "Die heilige Stadt", ein Roman über den Stand der Dinge in Irland ist. Chris McCools Wahn geht, auch wenn nicht gleich erkenntlich ist, weit über die Sechziger hinaus. Das Dorf ist zum Vorort geworden, und Apartmentblocks säumen die Gegend. Ein resignierendes "Alles ist vorbei" schwingt überall in McCools mäandernden Ergüssen mit, genauso wie eine ganz klare und plausible Botschaft, die der Roman mitteilen will: "Indifferenz ist der wahre Horror", die jedoch seltsam steril vermittelt wird. Die Manierismen McCools sowie die unzähligen Plattitüden, denen man sich hier nicht entziehen kann, ziehen dem prinzipiell möglichen Biss jedoch die Zähne, bevor zugebissen werden könnte. So geht leider viel zu viel Substanz verloren. McCabe ist in "Die heilige Stadt" nicht ganz auf seinem üblichen Niveau, auch wenn es immer wieder durchaus erfreuliche und überzeugende Passagen gibt, was möglicherweise daher kommt, dass er, vielleicht aus Mangel an wirklich neuen und zündenden Ideen, etwas zu lange auf den gleichen, längst bekannten Akkorden herumklimpert ... (Erstveröffentlicht auf www.sandammeer.at)

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