Patrick Modiano

 3,7 Sterne bei 518 Bewertungen
Autor von Im Café der verlorenen Jugend, Ein so junger Hund und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Patrick Modiano

Literaturnobelpreisträger- von der Pflicht, sich zu erinnern: Patrick Modiano gehört zu den erfolgreichsten französischen Autoren der Gegenwart und wird aufgrund seiner sprachlichen Ausdruckskraft gerne als der Marcel Proust des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Er wurde 1945 im Pariser Vorort Boulogne-Billancourt geboren und verbrachte seine Jugend in Internaten. Schicksalhaft wurde 1960 die Begegnung mit dem Schriftsteller Raymond Queneau, der ihm eigentlich Geometrie beibringen sollte und ihn stattdessen in die Welt der Literatur einführte. 1968 veröffentliche Patrick Modiano seinen ersten Roman „La Place d´Étoile“ (dt.: „La Place d´Étoile“, 2010), für den er sogleich mit Preisen ausgezeichnet wurde. In Deutschland wurde er jedoch erst 1985 bekannt, als sein Buch „Une Jeunesse“ (1981) in deutscher Übersetzung („Eine Jugend“) erschien. In vielen seiner Werke befasst sich Patrick Modiano mit der jüdischen Identität, dem Versagen der Vichy-Regierung während der deutschen Besatzungszeit und der menschlichen Fehlbarkeit im Allgemeinen. Zu seinen größten Erfolgen gehören „Les Boulevards de Ceinture“ (großer Romanpreis der Académie française 1972; dt.: „Außenbezirke“, 1981) und „Rue des Boutiques Obscures“ (Prix Goncourt 1978; dt.: „Die Gasse der dunklen Läden“, 1979). 2014 erhielt er für sein Lebenswerk, das er noch immer erweitert, den Nobelpreis für Literatur: So erschien sein erstes Theaterstück, „Unsere Anfänge im Leben“, im Jahr 2018.

Alle Bücher von Patrick Modiano

Cover des Buches Im Café der verlorenen Jugend (ISBN: 9783423142748)

Im Café der verlorenen Jugend

 (136)
Erschienen am 01.12.2013
Cover des Buches Ein so junger Hund (ISBN: 9783351036096)

Ein so junger Hund

 (34)
Erschienen am 29.10.2014
Cover des Buches Der Horizont (ISBN: 9783423144056)

Der Horizont

 (33)
Erschienen am 01.05.2015
Cover des Buches Gräser der Nacht (ISBN: 9783423144940)

Gräser der Nacht

 (30)
Erschienen am 22.04.2016
Cover des Buches Die Kleine Bijou (ISBN: 9783446248762)

Die Kleine Bijou

 (25)
Erschienen am 03.11.2014
Cover des Buches Eine Jugend (ISBN: 9783518466155)

Eine Jugend

 (27)
Erschienen am 04.11.2014
Cover des Buches Damit du dich im Viertel nicht verirrst (ISBN: 9783423145404)

Damit du dich im Viertel nicht verirrst

 (18)
Erschienen am 09.12.2016
Cover des Buches Unsichtbare Tinte (ISBN: 9783446269187)

Unsichtbare Tinte

 (17)
Erschienen am 15.02.2021

Neue Rezensionen zu Patrick Modiano

Cover des Buches Im Café der verlorenen Jugend (ISBN: 9783423142748)janaobrists avatar

Rezension zu "Im Café der verlorenen Jugend" von Patrick Modiano

Im Café der verlorenen Jugend
janaobristvor 3 Tagen

Zum Inhalt des Buches will ich nicht viel sagen, weil dass ist erstens schwierig zu erklären und ich will euch nicht die Magie dieses Buches wegnehmen. Denn das hatte es wirklich, eine ganz eigene Atmosphäre, man ist wirklich in Paris förmlich eingetaucht und dass war mega schön. Doch es ist schon recht anspruchsvoll zu lesen finde ich. In jedem Kapitel oder Teil erzählt eine neue Person und da muss man erstmal checken wer das nochmal ist. Es war so schwierig weil wirklich 30 Namen oder so vorkamen und habe die wirklich immer ein wenig verwechselt. Aber an sich muss man das Buch glaube ich einfach mal gelesen haben und irgendwie hat es mich schon noch mitgenommen, vorallem der Schluss war echt krass, aber er war auch perfekt er hätte nicht anders sein dürfen.

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Cover des Buches Unsichtbare Tinte (ISBN: 9783446269187)angiolettas avatar

Rezension zu "Unsichtbare Tinte" von Patrick Modiano

The (wo)man who wasn't there
angiolettavor einem Monat

Mit diesem Buch fühlte ich mich in einen Film noir versetzt: eine zwar nicht sehr düstere, aber freudlose, abwartende Grundstimmung, ein ruhiger Erzählton, interessante Charaktere, außergewöhnliche Kameraeinstellungen, langsame Schnitte, durchkomponierte Schwarz-Weiß-Bilder. Die Hauptperson, Jean Eyben, ist eine Stimme aus dem Off (oder, hier, in diesem Buch, der Verfasser eines Berichtes in Romanform): man hört, wie sie erzählt – aber ist der Mann, zu dem sie gehört, groß, klein, dünn, dick, Bart- oder Brillenträger? Unwichtig. Und doch sehr bemerkenswert, dass eine Figur, von der man so wenig weiß, trotzdem eine persönliche Geschichte zu erzählen vermag.

Wie der Klappentext schon verrät, geht es darum, dass Jean Eyben während eines Praktikums in einer Detektei den Auftrag erhält, Nachforschungen zu einer verschwundenen Frau, Noëlle Lefebvre, anzustellen. Der (scheinbar unwichtige) Fall wird bald ungelöst zu den Akten gelegt, einem dünnen Dossier, das Jean nach seinem Praktikum mitlaufen lässt. Punktuell beschäftigt ihn der Fall in seinem weiteren Leben (was tut er beruflich? Ist er verheiratet, hat er Kinder? – unwichtig) weiterhin. Meist zufällig stößt er auf Hinweise, betreibt weitere Nachforschungen, die Spur verliert sich wieder – um Jahre später wieder auf irgendeine Weise aufzuploppen. „Diese Nachforschungen könnten den Eindruck erwecken, ich hätte ihnen viel Zeit gewidmet – schon über hundert Seiten -, aber das stimmt nicht. Zählt man die Augenblicke zusammen, die ich bisher in einer gewissen Unordnung erwähnt habe, dann kommt ein knapper Tag heraus.“ (S. 104)

„Unsichtbare Tinte“ ist jedoch kein Detektivroman: obwohl die Nachforschungen zum Fall Noëlle Lefebvre im Mittelpunkt stehen, fungieren sie als Aufhänger zu philosophischen Überlegungen über das Erinnern und das Vergessen. „Vielleicht zeigt sich irgendwo auf einer Seite allmählich das, was mit unsichtbarer Tinte aufgezeichnet ist, und die Fragen, die ich mir seit langem stelle über Noelle Lefebvres Verschwinden, und der Grund, warum ich mir diese Fragen stelle, das alles wird gelöst mit der Klarheit und Genauigkeit von Polizeiberichten.“ (S. 93)

Modiano findet wunderschöne Formulierungen und eine ganz eigene, faszinierende Sprache. (Gekonnt übersetzt von Elisabeth Edl.) Sie trägt einen locker-leicht durch dieses relative schmale und handlungsarme Büchlein. Doch den Charakteren komme ich durch die fehlende emotionale Ebene nicht nahe. Es sind einige verschrobene Typen dabei, ausdrucksstark und lebensnah gezeichnet, aber wirklich Freude macht es nicht, ihnen zu folgen. Von Humor – und sei er noch so fein und hintersinnig gezeichnet – ist noch weniger zu spüren als von der verschwundenen Noëlle Lefebvre. So plätschert „Unsichtbare Tinte“ auf weite Strecken relativ lustlos vor sich hin, die philosophischen Ansichten bleiben, so wie die beschriebenen Erlebnisse, sehr vage.

Nur das Ende sticht wie ein Sahnetupfer aus dieser grautönigen Masse positiv heraus, es gibt Antworten, ohne den geheimnisvollen Grundton zu ändern und bringt die angestimmten philosophischen Fragen zu einer zarten Melodie zum Erklingen. „Er lächelte. Man hätte meinen können, er habe ihr das Ende eines Gedichts aufgesagt, ein bisschen wie der Refrain, den Sancho Lefebvre immer wiederholte…“ (S. 138)

Womöglich muss man dieses Buch mehrmals lesen, um die richtungsweisenden Details in ihrer Gänze zu erschließen.
Mir persönlich war es - trotz des geschickten Aufbaus – einfach zu lustlos für das ganz große Lesevergnügen.
(Abgerundete 3,5 Sterne)

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Cover des Buches Unsichtbare Tinte (ISBN: 9783446269187)pardens avatar

Rezension zu "Unsichtbare Tinte" von Patrick Modiano

Trügerische Erinnerungen...
pardenvor 2 Monaten

TRÜGERISCHE ERINNERUNGEN...

Wer ist Noëlle Lefebvre? Warum verlor sich Mitte der 60er Jahre ihre Spur? Jean Eyben ist knapp zwanzig, als er in einer Pariser Detektei anheuert und auf die verschwundene Noëlle Lefebvre angesetzt wird. Alle Hinweise führen ins Leere, doch das Rätsel lässt Jean auch Jahre später nicht los. Da sind die Namen von Noëlles Kontakten, das schmale, damals heimlich entwendete Dossier und ihr sporadisch geführter Kalender mit dem geheimnisvollen Satz „Wenn ich gewusst hätte…“. Als Jean einen Jugendfreund trifft, erscheint ihm ein Detail plötzlich von Bedeutung: Noëlle Lefebvre stammt aus „einem Dorf in der Umgebung von Annecy“. So wie er selbst.


Erster Satz: "Es gibt Leerstellen in diesem Leben."


Der zu Beginn der Handlung etwa zwanzigjährige Jean Eyben arbeitet in den 1960er Jahren für einige Monate in der Pariser Detektei Hutte und wird in diesem Rahmen mit dem mysteriösen Verschwinden der Noëlle Lefebvre beauftragt. Die Hinweise sind mehr als dürftig, und der schüchterne Jean ist kaum geeignet, etwaigen Zeugen die passenden Fragen zu stellen. Dennoch begibt er sich auf die Suche und streift durch die Gassen des 15. Arrondissements von Paris. Dabei stößt er zuletzt auch auf ein Notizbuch der verschwundenen Noëlle, in dem es allerdings nur wenige Einträge gibt.


"Ich hatte gedacht, diese zeitweilige Arbeit würde mir einen Haufen Material liefern, das mich später einmal inspirieren könnte, falls ich mich der Literatur widmete." 


Letztendlich bleibt die Suche vergeblich, doch als Jean die Detektei verlässt, nimmt er das spärliche Dossier mit und widmet sich einige Jahre später rein aus privatem Interesse erneut der Suche, indem er versucht, strukturierter an die Sache heranzugehen. Doch er scheitert auch diesmal. Als gealterter Mann schließlich hat ihn der Fall der veschwundenen Noëlle Lefebvre immer noch nicht losgelassen, und Jeans Gedankengänge und Erinnerungen zu dem Fall sind das, was den Leser in diesem schmalen Roman erwartet.

Was als Suche nach der unbekannten Frau beginnt, entpuppt sich hier nach und nach als Vexierspiel mit trügerischen Erinnerungen und den unumgänglichen Leerstellen im Leben. Sowohl die Erinnerungen der von Jean befragten Personen als auch seine eigenen erweisen sich häufig genug als unzuverlässig, und selbst der Name der Noëlle Lefebvre scheint nicht in Stein gemeißelt zu sein. 


"Diese Nachforschungen könnten den Eindruck erwecken, ich hätte ihnen viel Zeit gewidmet – schon über hundert Seiten, aber das stimmt nicht. Zählt man die Augenblicke zusammen, die ich bisher in einer gewissen Unordnung erwähnt habe, dann kommt ein knapper Tag heraus. Was ist ein Tag in einem Zeitraum von dreißig Jahren?" 


Leider konnte mich der Roman mit dem fortlaufend mäandernden Gedankenfluss des Ich-Erzählers Jean Eyben nicht erreichen. Trotz der geringen Seitenzahl trieb ich nur langsam durch die Erzählung und hatte oft genug Mühe, bei den häufig springenen Zeitebenen noch mitzubekommen, wo ich mich gerade befand. Auch wenn sich der Verdacht aufdrängt, dass Jean womöglich das Alter Ego des Literaturnobelpreisträgers ist, wurde es für mich dadurch nicht spannender.

Ein Alterswerk, in dem der Schriftsteller sicher auch auf sein eigenes Leben zurückblickt. Ein anspruchsvoll zu lesendes Werk, das mich thematisch diesmal leider nicht ansprach.


© Parden

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Gespräche aus der Community

Entdeckt mit uns den Nobelpreisträger Patrick Modiano!

Zur Frankfurter Buchmesse wurde der französische Schriftsteller Patrick Modiano mit dem Literaturnobelpreis geehrt. Wir möchten euch einladen, diesen Autor von Weltrang gemeinsam mit uns zu entdecken, denn nun ist einer seiner interessantesten Romane endlich wieder erhältlich: »Ein so junger Hund«

Das Buch
Paris im Frühling 1992: Ein Mann stößt auf ein altes Foto, und die Erinnerung setzt sich in Gang. Das Bild stammt von Francis Jansen, dem Fotografen mit der Rolleiflex. Er war in dessen Atelier mitgegangen, das nicht viel mehr enthielt als  drei Koffer voller Fotos und zu jedem gehörte eine Geschichte. Kurz darauf verschwand der Fotograf für immer. Es war 1964, es war Frühling in Paris, und der Erzähler ein so junger Hund.

»Mit unendlicher Sensibilität spinnt Patrick Modiano seinen Faden des Erzählens und legt in die Geschichte einer nur kurzen Begegnung die ganze Tragweite zweier Leben und zweier Zeiten. Sein kleines Buch wiegt kaum mehr als eine Tüte mit  Fotos von Jansen oder von Robert Capa, aber es besitzt dieselbe existentielle Tiefe.« L’HUMANITÉ








Hier könnt ihr die ersten Seiten des Romans lesen: Zur Leseprobe.

Über den Autor
Patrick Modiano wurde 1945 in dem Pariser Vorort Boulogne-Billancourt geboren und hat einmal von sich gesagt: »Ich war siebzehn, und es blieb mir nichts anderes übrig, als ein französischer Schriftsteller zu werden«. Diesem doch verwegenen Anspruch ist er nichts schuldig geblieben, legte er doch mit 21 Jahren seinen ersten Roman vor. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen bis er schließlich in diesem Jahr mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde. Modiano beherrsche die Kunst der Erinnerung, mit der er die unbegreiflichsten menschlichen Schicksale wachgerufen habe, schrieb die Nobelpreis-Jury.

Möchtet ihr mit uns den diesjährigen Nobelpreisträger Patrick Modiano kennenlernen? Dann seid dabei und bewerbt euch bis einschließlich 20. November für die Leserunde zu »Ein so junger Hund«! Wir verlosen 20 Leseexemplare von Modianos eindrücklichem Roman! Solltet Ihr zu den Mitlesenden zählen, setzen wir eine Teilnahme am Austausch in den Leseabschnitten und eine abschließende Rezension voraus.

274 BeiträgeVerlosung beendet
alascas avatar
Letzter Beitrag von  alascavor 7 Jahren
Ich musste das Buch ein zweites Mal lesen, bevor ich mir dazu eine Meinung bilden konnte; selten ist mir das so schwer gefallen. Aber hier ist nun meine Rezension: http://www.lovelybooks.de/autor/Patrick-Modiano/Ein-so-junger-Hund-1121389090-w/rezension/1130650094/ Danke für´s Mitlesendürfen; es war ein besonderes Leseerlebnis und sicher nicht mein letzter Mediano. In meinem Literaturkreis werden wir als nächstes "Das Café der verlorenen Jugend" lesen.

Zusätzliche Informationen

Patrick Modiano wurde am 30. Juli 1945 in Paris (Frankreich) geboren.

Patrick Modiano im Netz:

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