Patrick Modiano Pariser Trilogie. Abendgesellschaft, Außenbezirke, Familienstammbuch

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Inhaltsangabe zu „Pariser Trilogie. Abendgesellschaft, Außenbezirke, Familienstammbuch“ von Patrick Modiano

Drei Bücher hat Patrick Modiano unter dem Titel Pariser Trilogie zusammengefaßt: Abendgesellschaft, Außenbezirke und Familienstammbaum. Wie wird man zum Verräter, wie läßt es sich verhindern? Diese Fragen stellt sich ein junger Franzose, der sich, für die Gestapo arbeitend, einer Résistance-Gruppe anschließt. In einer ebenso sanften wie unnachgiebigen Erzählung nähert sich Modiano einer Vergangenheit an, die er selbst nicht erlebt hat. Mit seiner unverwechselbaren Musikalität erweckt er Worte zum Leben und überführt sie in eine fantastisch anmutende Abendgesellschaft. In den Außenbezirken, außerhalb von Paris, sucht Serge Alexandre seinen Vater. Wieder befinden wir uns in der Zeit der Besatzung. Wer ist dieser Vater? Was macht er, als Jude unter all den zwielichtigen Gestalten? Warum erkennt er seinen Sohn nicht mehr? Bis zuletzt folgt der Erzähler den Spuren seines geisterhaften Vaters. »Ich war siebzehn, und es blieb mir nichts anderes übrig, als ein französischer Schriftsteller zu werden«, schreibt Modiano im Familienstammbuch und legt uns in 14 Erzählungen seine Jugenderinnerungen vor. Autobiographisches, aber auch Imaginiertes.

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  • Drei frühe Romane

    Pariser Trilogie. Abendgesellschaft, Außenbezirke, Familienstammbuch
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    14. January 2015 um 19:13

    Die Pariser Trilogie umfasst drei frühe Romane, von 1969 bis 1977 erschienen und vom Autor zusammengefasst. Sie spielen, wie der Name bereits verrät und wie so oft in Modianos späterem Werk alle drei in Paris. "Abendgesellschaft" erinnert noch stark an den Erstling "La Place de l´étoile". Es ist der am wenigsten zugängliche der drei Romane, obwohl nicht mehr ganz so wüst und anspielungsreich wie sein Vorgänger. Aber auch hier herrscht ein Milieu von "Hochstapelei mit dem Geruch von Verrat und Meuchelmord", es ist die Zeit der deutschen Besatzung Frankreichs während des Zweiten Weltkriegs, der Ich-Erzähler bewegt sich in zwielichtigen Kreisen, Kollaborateure und Widerständler, das traumhaft-fantastische Element ist noch stark ausgeprägt. "Außenbezirke" ist deutlich zugänglicher und hat mich sehr begeistert. Auch hier ist das Milieu noch sehr zwielichtig, auch hier die Besatzungszeit der Rahmen. Modiano wählt aber ein später oft verwendetes Stilmittel, ein altes Foto, um in diese Zeit und in den Personenreigen einzutauchen. Es ist der Vater, ein Jude, auf dessen Spuren sich der Ich-Erzähler begibt. Spannend und berührend. Im "Familienalbum" reiht Modiano schließlich mehr oder weniger autobiographische Miniaturen aneinander, aus seiner Jugend und über seine Familie, aber auch von der Geburt seiner Tochter und Reisen mit seiner Frau. Hübsche kleine Geschichten, die viele spätere Motive Modianos aufzeigen.

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  • Pariser Trilogie

    Pariser Trilogie. Abendgesellschaft, Außenbezirke, Familienstammbuch
    JoBerlin

    JoBerlin

    29. November 2014 um 08:05

    Die "Abendgesellschaft" , bestehend aus Schiebern, Denunzianten, Dieben im Paris zur Zeit der deutschen Besatzung, zeigt im Stil noch die Nähe zu "Place de L'Étole".  Die bedrohliche, durch und durch schreckliche Atmosphäre, das Lavieren des Protagonisten zwischen Profiteuren und Résistance wird meisterlich herausgeartbeitet. Die "Außenbezirke" beeindrucken mit der Story an sich (Vater-Sohn-Beziehung, setting ähnlich wie "Abendgesellschaft"), aber vor allem durch ihre stilistische Struktur. Durch die sehr genaue Schilderung einer Fotografie wird man gleich in den Roman gezogen, lernt die handelnden Personen kennen und will sofort mehr wissen. Der Vater - wer ist er? Der Sohn - warum gibt er sich nicht zu erkennen?  Ich kenne kein zweites Buch, das so geschickt und spannend mit einem Griff nach einer Fotografie beginnt.  Noch besser ist aber ein stilistischer Kniff zum Ende des Romans. Hier tritt Modiano aus der Rolle des Ich-Erzählers in die des Romanciers und sagt "Ich habe den Eindruck, einen schlechten Abenteuerromnan zu schreiben..." (nein, keineswegs, wir zittern und bangen alle dem weiteren Geschehen entgegen, so tief sind wir im Buch gefangen) - und dann zum Vater: "Ich bin bei dir, und werde bis zum Ende des Buches bei dir bleiben" (damit werden wir für einen Augenblick aus dem Romangeschehen geschoben und uns wird bewusst, das ist die Wirklichkeit, es ist ja ein Autor der hier schreibterzähltfabuliert). Ich liebe solche Wendungen und kenne sie - zur Perfektion gebracht - nur von Vladimir Nabokov. Der "Familienstammbaum" reiht schließlich eine literarische Perle nach der anderen für uns auf, die Vielfalt ist beeindrucken, die Geschichten haben mich sehr berührt. Sind sie wirklich so autobiografisch, wie der Autor uns weis machen will? Jedenfalls - der typische Modiano-Stil ist hier bereits deutlich spürbar.  Ich gebe der Trilogie insgesamt kappe 5 Punkte. Das Buch weckt ganz unbedingt Lust auf mehr und ich werde die  Lektüre mit "Ein so junger Hund" fortsetzen.

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