Patrick Modiano Ruinenblüten

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Inhaltsangabe zu „Ruinenblüten“ von Patrick Modiano

Eine Nacht im April 1933. Aus mysteriösen Gründen begehen zwei junge Eheleute in ihrer Pariser Wohnung Selbstmord. In dieser Nacht haben sie die Bekanntschaft zweier Frauen und zweier Männer gemacht, ein Tanzlokal und später ein Haus mit einem roten Aufzug besucht. Jahrzehnte später denkt der Erzähler über diese Geschichte nach, an der - so scheint es - auch Weggefährten seines Lebens beteiligt waren. Er begibt sich auf die Spur jener aus seinem Leben verschwundenen Gestalten, stößt auf unvermutete Zusammenhänge, vertauschte Realitäten.

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  • Melancholisch und wie immer gewöhnungsbedürftig...

    Ruinenblüten

    Creed

    10. June 2016 um 22:03

    Mein viertes gelesenes Buch des Literaturnobelpreisträgers von 2014...und auch dieser Roman kreist (wie das gesamte Werk Modianos) um die Themen Erinnerung, Verlust, Vergessen und Vergangenheit. Im April 1933 verübt ein junges Ehepaar Selbstmord, und Jahrzehnte später sitzt der Ich-Erzähler der Geschichte in einem Pariser Café, denkt über diese damalige tragische Begebenheit nach und Schritt für Schritt erfährt der Leser Zusammenhänge bezüglich des toten Ehepaars und der eigenen Bekanntschaften des Erzählers, die in der Erinnerung immer komplexer werden und weiter ausufern. Der sehr spezielle, collageartige Schreibstil Modianos kommt hier mehr denn je zum Tragen...Erinnerungsfetzen, Fragmente von Begebenheiten, alles das wird ohne wirkliche Reihenfolge erzählt...wie immer gewöhnungsbedürftig und extrem ruhig und sachlich geschildert. Modianos Technik besteht auch hier wieder darin, viele Orts- und Straßennamen zu nennen, bösartigerweise könnte man sagen, ein Modiano-Roman liest sich wie ein Stadtplan mit etwas Handlung drum herum. Ich persönlich mag seinen melancholischen, unaufgeregten Schreibstil sehr, allerdings verstehe ich auch vollkommen, dass Modiano polarisiert. Ist das Kunst? Wirkliche Literatur? Oder langweiliger, nichtssagender Schwund? Ich bin kein Experte, mir gefallen seine Bücher, auch wenn "Ruinenblüten" etwas schwächer ist als seine bisher von mir gelesenen Bücher, da der Plot hier etwas zu unstrukturiert wirkt und zuviele lose Enden besitzt. Zum Beispiel versandet der Selbstmord des Ehepaars, immerhin der Aufhänger des Romans, im Laufe des Buches völlig. Fazit: Ein sehr spezieller, melancholisch-ruhiger Schreibstil, der wie immer gewöhnungsbedürftig ist. Mir gefallen Modianos Werke sehr, aber ich gebe zu, dass ein Roman wie "Ruinenblüten" nicht geeignet ist für Leser, die klar und linear erzählte Romane bevorzugen oder die sich an offenen Enden stören. Und Freunde von Spannungsliteratur können das Buch ohnehin unter einen wackelnden Esstisch schieben.

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