Patrick Spät Die Freiheit nehm ich dir

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Inhaltsangabe zu „Die Freiheit nehm ich dir“ von Patrick Spät

»Es ist inzwischen einfacher, sich das Ende der Welt vorzustellen als das Ende des Kapitalismus«, stellte der amerikanische Kulturtheoretiker Fredric Jameson mit einigem Bedauern fest. Nun, vielleicht beflügelt es unsere Vorstellungskraft, wenn wir den Mythen des Kapitalismus einmal gründlich auf den Zahn fühlen. Der Kapitalismus bringt Wohlstand und Freiheit für alle? Der Kapitalismus verbreitet die Menschenrechte? Kauf einen Kasten Bier und rette damit die Welt (oder wenigstens den Regenwald)? Patrick Spät knöpft sich die kapitalistischen Lebenslügen vor und entzaubert sie eine nach der anderen. Seine Utopie: Der Kapitalismus ist von Menschen gemacht, und deshalb kann er auch von Menschen überwunden werden. Doch zunächst muss man die Maschine verstehen, um ihren Fehler zu beheben – oder eine bessere zu entwerfen. Dieses Büchlein liefert den Bauplan.

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    Die Freiheit nehm ich dir
    Sommerregen

    Sommerregen

    24. September 2016 um 18:44

    In "Die Freiheit nehm ich dir" befasst sich der Journalist und Autor Patrick Spät kritisch mit dem Kapitalismus. Dabei geht er sowohl auf seine Entstehung durch den Allmende-Raub, den Grund für sein Weiterbestehen, als auch auf seine Entwicklung und verschiedene Arten wie den klassischen Industriekapitalismus, den Neoliberalismus oder den Kulturkapitalismus ein. Ebenso werden die Probleme, welche der Kapitalismus mit sich bringt, beleuchtet und erläutert.So ist der keinesfalls friedlich entstandene Kapitalismus ein System, das durch seine Kritiker noch an Stärke zuzunehmen und weiteres Kapital aus der hervorgebrachten Kritik zu ziehen vermag. Schließlich ist es einzig und allein auf die Generierung von Gewinnen ausgelegt und gleicht so einer Hydra, welcher beim Abschlagen eines gleich zwei neue Köpfe nachwachsen. So hat sich der Kapitalismus verselbstständig und die ihn vorantreibenden Menschen sind austauschbar aber nicht weniger Machtvoll geworden.Betrachtet man die zahlreichen Nachteile, die sich aus diesem menschverachtendem System ergeben, so wird es nur allzu schmerzhaft deutlich: Weitergehen kann es so nicht...Viele um vom Kapitalismus zu überzeugen verbreiteten Lügen deckt Spät mit spürbar großem Sachverständnis auf und vermag es dabei, Probleme und Erklärungen präzise auf den Punkt zu bringen - beispielsweise wird das Märchen der Überbevölkerung als solches entlarvt. 11 Kehrseiten des Kapitalismus zeigen das wahre Gesicht des ja ach so viel Freiheit und Wohlstand bringenden Systems, welches vielmehr den Großteil der Bevölkerung ausbeutet, indem es ihn zwingt, zu geringen Preisen seine Arbeitskraft zu verkaufen, während ein paar wenige ihren Reichtum wie Dagobert stets zu mehren in der Lage sind. Eben aufgrund der Ausbeutung Anderer.Dabei behandelt Spät auch immer wieder Themen, über die ich mir persönlich noch nie Gedanken gemacht habe. Zum Beispiel habe ich noch nie darüber nachgedacht, dass Computer, Roborter und andere Maschinen nicht nur viele Menschen in ihre Arbeitslosigkeit befördern, sondern auch gewissermaßen Schwarzarbeit betreiben, da sie keine Steuern zahlen, obwohl diese dringend benötigt werden.Sehr eindrucksvoll war für mich beim Lesen auf wie viele Fakten sich Spät stützt und wie umfassend er sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben muss. Gekonnt führt er zahlreiche Philosophen, Politiker, und und und an, um einen tiefen Einblick geben und dem Leser auf anschauliche und sehr verständliche Art und Weisedie vielen Aspekte erklären zu können.Ausgesprochen bemerkenswert waren für mich ebenso die vielen Zitate - ob zu Beginn eines neuen Kapitels oder bei den Ausführungen an sich - da man auf diese Art einen noch besseren Eindruck vermittelt und viele Erkenntnisse noch einprägsamer erklärt bekommt. "Wenn irgendeiner meiner Konkurrenten am Ertrinken wäre, dann würde ich ihm einen Schlauch in den Mund stecken und das Wasser aufdrehen. Das ist ein Kampf jeder gegen jeden." - Ray Kroc (Gründer von MCDonald's)Begeistern konnt mich darüberhinaus die Wortgewandtheit, mit welcher Patrick Spät dieses Buch zu schreiben vermochte. Die Formulierungen wirken schlicht und ergreifend mit besonderer Sorgfalt gewählt zu sein. Außerdem zeigen die zahlreichen Quellenangaben das Ausmaß Spät's Nachforschungen. Des Weiteren spricht es mich sehr an, wie viele Aussagen und Theorien er aufgreift, da er verschiedenste Bereiche bestens verknüpft.Beim Lesen dieses Buches habe ich ausgesprochen viel dazugelernt, zahlreiche für mich neue Begriffe kennengelernt und von einigen Personen und Ereignissen erfahren, um die ich auch noch nicht wusste.Glücklicherweise listet Spät nicht nur die Nachteile beziehungsweise Folgen des Kapitalismus auf, sondern gibt auch Wege aus dieser ebenso gefährlichen wie auch prekären Lage zu finden, sodass man selbst tätig werden kann.Insgesamt bin ich von diesem Werk schwer beeindruckt: So viel Wissen ist in dieses Buch geflossen, es ist derart gut formuliert und bringt berechtigte Kritik genauestens auf den Punkt ohne dabei einfach eine Anti-Haltung zum Ausdruck zu bringen. Auch auf Ansätze zur Lösung des Problems verzichtet der Autor nicht.

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    • 7
  • Ein außergewöhnliches Buch, das jeder gelesen haben sollte

    Die Freiheit nehm ich dir
    katze102

    katze102

    21. August 2016 um 12:31

    Patrick Spät stellt in elf Kapiteln Kehrseiten des Kapitalismus vor, beginnend mit dem Allmende-Raub im 13. Jahrhundert, der vielen das Land nahm und nur die Möglichkeit gab, die eigene Arbeitskraft zu verkaufen.Entlang der Geschichte zeigt Spät auf, dass Kapitalismus nur befristet funktionieren kann, wenn Zustände geschaffen werden, dass Freie sich in Lohn verdingen müssen und er immer soziale Ungerechtigkeit mit sich bringt. Beleuchtet wird der Aspekt der taktischen Kriegsführung um leicht bestechbare Diktatoren ins Amt zu setzen und gegen Bakschisch Land und Leute auszubeuten. Ganz klar ist, dass wir die Sklaverei nicht abgeschafft, sondern nur outgesourct haben. „Der Kapitalismus sägt den Ast ab, auf dem er sitzt, indem er seinen eigenen Markt zerstört.“; die Ressourcen sind halt endlich und das Wachstum auch.Spät erörtert viele Aspekte, seien es Zockereien durch Banker und Finanzieren der Verluste durch die Steuerzahler, weltweite Überproduktion von Gütern, die Privatisierung öffentlicher Bereiche, Lobbyarbeit und im Vorstand sitzende „unabhängige“ Politiker samt ihren Nebeneinkünften, Landraub, Steuern, Reichensteuern und Steuervermeidung, Subventionen für Millionäre oder Massenentlassungen, neudeutsch „Arbeitsintensivierung“ genannt, Marketing, das den Verbraucher für sein Gewissen bezahlen läßt, Schuldenschnitt und auch, warum diesem System kaum Einhalt zu gebieten ist – so vielseitig, dass es gar nicht möglich ist, sie aufzuzählen.Außerdem werden viele Bestrebungen der Vergangenheit oder z. Zt. erfolgreiche selbstverwaltete „Aussteigermodelle“ kurz benannt, die aber keine wirklich globale Lösung darstellen. Hierfür gibt Spät Denkanstöße und Forderungen an die Hand, z.B. die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich; schwarzarbeitende Maschinen, die Arbeitnehmer ersetzen, sollen eine Abgabe an die Gemeinschaft zahlen; privatisierte Bereiche der öffentlichen Hand sollen zurückgeführt werden; der Mindestlohn soll deutlich über dem Existenzminimum liegen und auch für Lehrlinge, Praktikanten, arbeitende Gefängnisinsassen und Flüchtlinge gelten; Subventionen müssen gerechter verteilt und Lobbyarbeit vermieden werden; der Staat soll wieder die Verantwortung übernehmen und sich der Vermeidungsethik zuwenden. Vor allem sind die Bürger gefragt, die sich mittlerweile nicht mehr alles gefallen lassen und rebellieren...Geistreich, wortgewandt und pointiert veranschaulicht Spät das Problem des Kapitalismus, gibt Denkanstöße, Erklärungen und mögliche Strategien. Die einzelnen Kapitel werden mit Zitaten eingeleitet, von denen ich zwei zitieren möchte:„Reicher Mann und armer Mann / Standen da und sah'n sich an. / Und der Arme sagte bleich: /Wär ich nicht arm, wärst Du nicht reich.“Berthold Brecht„Wenn irgendwer meiner Konkurrenten am Ertrinken wäre, dann würde ich ihm einen Schlauch in den Mund stecken und das Wasser aufdrehen. Das ist ein Kampf jeder gegen jeden.“Ray Kroc ( Gründer von McDonalds)Fazit: Ein außergewöhnliches Buch, das jeder gelesen haben sollte.

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