Patrick Tschan Keller fehlt ein Wort

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Inhaltsangabe zu „Keller fehlt ein Wort“ von Patrick Tschan

Ralph Keller, 46, Kommunikationsberater, humorvoll, sprachgewandt, mitten im Leben stehend, stellt eines Tages fest, dass er Wörter verliert. Ganz normale Wörter wie "Tasse", "Engländer" oder "Klemme" sind plötzlich nicht mehr da. Er weiß zwar um ihre Begrifflichkeit, aber dem aktiven Wortschatz sind sie entflohen. Wenig später verliert er die Gabe zu sprechen ganz. Die Diagnose: Aphasie, Sprachverlust; Krankheitsverlauf unklar, medikamentöse Behandlung wirkungslos, Therapieverlauf ohne feste Erfolgsaussichten. Verständigungsschwierigkeiten machen den Alltag für Keller zum Spießrutenlauf - Einsamkeit, Scham, Wut und Verzweiflung sind die Folge. Doch Keller wäre nicht Keller, würde er den Kampf nicht aufnehmen. wenn nötig, auch mit ungewöhnlichen Mitteln. Patrick Tschans sympathischer Protagonist verliert mit einem Schlag die bislang selbstverständliche Herrschaft über sein verbales Handwerkszeug und damit seine Lebensgrundlage. Das Buch ist die teils tragische, teils surreale, teils absurd komische Chronik eines Zurückkämpfens, wie sie in dieser Form noch nie zu lesen war. Das Wort Aphasie kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Sprachlosigkeit". Die meisten Menschen, die an Aphasie leiden, haben ihre Sprache aber nicht völlig verloren. Aphasie ist vielmehr eine Sprachstörung mit sehr unterschiedlichen Schweregraden: Einige PatientInnen zeigen nur leichte Unsicherheiten; andere haben die Fähigkeit, Sprache zu verstehen und / oder zu sprechen, praktisch völlig eingebüßt.

Eine faszinierende Geschichte, wunderbar erzählt! Jedoch teilweise etwas zäh und das Ende kam ziemlich plötzlich.

— Saari

Ein wunderschöner Roman mit einem sympathischen Protagonisten, der plötzlich Wörter verliert.

— kleinechaotin

Hier wird die Sprache zum Helden! Patrick Tschan liebt seine Helden!

— OelemannC

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  • Zuerst fehlt ein Wort, dann zwei.. und schlussendlich alle.

    Keller fehlt ein Wort

    kleinechaotin

    28. July 2014 um 13:40

    Das Buch "Keller fehlt ein Wort" von Patrick Tschan erzählt die Geschichte von Ralph Keller. Er steht mitten im Leben, doch eines Morgens beim Frühstück fehlt im das Wort "Tasse". Auch die Unterseite des Gefäßes, in dem sich sein Kaffee befindet, gibt keinen Aufschluss über die korrekte Bezeichnung. Er findet dort nur "German Bavaria" und es fällt ihm einfach nicht mehr ein, wie sich das Ding nennt.  Mit einem verlorenen Wort kann er sich noch abfinden, doch es werden immer mehr Wörter. Er beschließt seinen Hausarzt aufzusuchen - sein Arzt, reagiert merkwürdig und schickt ihm zu weiteren Untersuchungen. Es wird ein leichter Hirnschlag diagnostiziert..  Keller hat Angst noch mehr Wörter zu verlieren und sucht eine Buchhandlung auf. Er möchte sich mit vielen Büchern eindecken, unter anderem mit Kinderbüchern, die die Kleinen spielend an die Sprache heranführen. Mitten zwischen den Büchern kippt er um und als aus seinem Mund nur Gebrabbel kommt, fürchtet er, dass er den zweiten Hirnschlag hatte und nun gar nicht mehr kommunizieren kann. Seine Kommunikation erfolgt nur noch nonverbal - er schämt sich und hat niemanden, dem er soweit vertraut, dass er ihm sein Gebrabbel zutrauen möchte.  Sein Hausarzt glaubt an ihn und gibt ihm immer wieder Tipps, was er noch versuchen könnte. Doch niemand kann ihm versprechen, dass er sich völlig rehabilitieren wird..  Was wird dann mit seinem Sohn, der mit 16 Jahren in einer schlimmen Phase steckt und zu dem er sowieso ein angespanntes Verhältnis hat? Wie soll er so wieder eine Partnerin finden, die mit ihm durchs Leben geht? Wird die Logopädin, die ihm empfohlen worden ist, einen Durchbruch schaffen? Der Protagonist ist ein sympathischer Mann namens Ralph Keller, der aber von allen nur Keller genannt wird. Das Buch erzählt, wie er zuerst einzelne Worte verliert und wie sehr er sich an die verbleibenden Wörter klammert. Die Versuche, die verlorenen Wörter wieder zu finden, scheinen zuerst aussichtslos - die "German Bavaria" wird ihm des öfteren als Tasse vorgestellt, er kann es sich nicht merken. Mit der Zeit folgen der Tasse weitere Wörter - doch wie kann er dem Verlust entgegensteuern? Mir gefiel das Buch sehr gut. Ich mag den Schreibstil von Patrick Tschan sehr gerne. Für 5 Sterne reicht es trotzdem nicht - die letzten Seiten gefielen mir nicht zu 100% und es fehlte ab und zu ein Satzzeichen, was mich beim Lesen einfach irritiert hat. Ehrlicherweise muss ich auch dazusagen, dass mir "Polarrot" einfach viel besser gefallen. Trotzdem war auch "Keller fehlt ein Wort" ein wunderschönes Buch, das eine absolute Leseempfehlung von mir erhält.

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  • Rezension zu "Keller fehlt ein Wort" von Patrick Tschan

    Keller fehlt ein Wort

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    14. September 2011 um 14:38

    INHALT: Eines Tages, als Keller am Frühstückstisch sitzt, weiss er nicht mehr wie dieses Ding heisst, in welches man Kaffe oder auch Tee giessen kann. Als er nach und nach mehr Wörter verliert und es ihm nach einem zweiten Hirnschlag wortwörtlich die Sprache verschlägt, beginnt für Keller eine Reise hin zur Macht über die Sprache. Seine Wege führen ihn nicht nur zur Sprache, sondern auch zu ihm selbst. + Der SCHREIBSTIL Patrick Tschans nahm mich von der ersten Seite an sanft an der Hand und zog mich dann stetig, aber souverän in seinen Bann. So poetisch der Autor schreibt, so verständlich bleibt er auch dabei und man erlebt durch diese bildhafte Sprache und den subtilen Ideen das Schicksal der Hauptfigur Keller hautnah. Wie Patrick Tschan die Gedankengänge Kellers zu Papier bringt, ist schlicht und einfach phänomenal! + Den CHARAKTEREN im Roman ist man auf unerklärliche Weise gleichzeitig sehr nah und auch sehr fern. Manchmal hat man das Gefühl, sie persönlich und schon seit immer zu kennen, manchmal stellen sie einen vor Rätsel. Vor allem dem Charakter Keller sieht man, da seine Gedanken sehr ausführlich beschrieben werden, mitten in die Persönlichkeit. Andere Charaktere bleiben teilweise etwas stumpf, nicht aber ohne doch in der einen oder anderen Szene individuell aufzutreten. + Obwohl die GESCHICHTE von einem schweren Schicksalsschlag erzählt, bleibt ein gewisser Humor keineswegs auf der Strecke. Ich finde, Patrick Tschan hat eine gute Mischung zwischen tragisch und aberwitzig gefunden. Das Thema an sich ist sehr packend, wird aber von dem tollen Schreibstil unterstützt. - Das ENDE hat mir persönlich nicht so gefallen, wahrscheinlich, weil ich es einfach nicht richtig verstanden habe. Es mutet recht skurril an und bleibt doch recht offen. Wirklich wissen, wie Kellers Weg weitergeht, ob er der Sprache wieder Herr wird usw. erfährt der Leser nicht wirklich. Da mir die Geschichte auch so gut gefallen hat, wollte ich nicht, dass sie schon zu Ende geht. Das beeinflusst meine Meinung gegenüber des Schlusses natürlich auch. FAZIT: Vor allem der Schreibstil, diese poetische Art medizinische Fakten zu erklären, hat mir am Buch gefallen, ganz zu schweigen von der interessanten Geschichte. Eine ausführlichere Rezension und Rezensionen zu anderen Büchern findet ihr auf meinem Blog: http://kreativum.wordpress.com

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  • Rezension zu "Keller fehlt ein Wort" von Patrick Tschan

    Keller fehlt ein Wort

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    06. July 2011 um 16:37

    Stellt euch vor, ihr wacht eines Morgens auf, geht in die Küche, schenkt euch Kaffee in dieses Gefäss, woraus man trinkt, verflixt, wie heisst das denn gleich? Ja, Tasse wäre das gesuchte Wort, nur will euch das partout nicht mehr einfallen. Genau so ist es unserem Protagonisten, schlicht "Keller" genannt, eines Tages ergangen. Auch an anderen Tagen ist ihm "Tasse" nicht mehr eingefallen. Einfach vergessen. Und so kamen schleichend weitere Wörter hinzu. Keller, 45-jährig, Kommunikationsberater, geschieden, steht mit beiden Beinen auf dem Boden, als ihm dies mit den Wörtern passiert. Er sucht seinen Hausarzt auf, der eine Aphasie vermutet und Keller nach Symptomen fragt, die auf einen Hirnschlag hindeuten könnten. Der Arzt meldet Keller zu weiteren Untersuchungen im Spital an, wo sich die Vermutung des Hausarztes bestätigen. Als Keller wenig später einen zweiten Schlaganfall erleidet, ist seine Sprache ebenfalls weg. Die Therapie beginnt und seine Bezugspersonen sind einstweilen nur sein Hausarzt und die Logopädin. Von den Freunden zieht er sich zurück. Ausgerechnet die Sprachlosigkeit bringt ihm die Bekanntschaft einer Frau ein, als er, auf Empfehlung des Hausarztes, Kunstmuseen aufsucht, denn Farben sollen das Hirn stimulieren helfen. Zu seinem Sohn hat Keller, nach der Trennung von seiner Frau, keinen guten Draht mehr. Aber auch hier erweist sich die schwierige Lebenssituation eher als Verbindungsstück, denn als Abschreckung. Nach und nach kämpft sich Keller mit Hilfe seiner Therapeutin und seines Arztes und mit seiner neuen Liebe in die Welt der Wörter zurück. Dieser Debütroman ist für mich sprachlich fantastisch! Nachdem ich zuvor "Das Labyrinth der Wörter" gelesen habe, ist dies noch das Tüpfelchen auf dem i. Es wird einem durch das Buch wieder einmal bewusst, wie toll es ist, sprechen und schreiben zu können und wie reich an Worten die deutsche Sprache doch ist. Der Autor hat herrliche Sätze formuliert. "Keller setzte sich an den Küchentisch und stellte sich vor, wie ein gewaltiger Zug müder, abgekämpfter, durstiger Wörter sich durch die Windungen seines Gehirns schleppte" oder "...., mit einem Hirn, das eine Baustelle ist."

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