Just Kids

von Patti Smith 
4,5 Sterne bei71 Bewertungen
Just Kids
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Eines meiner liebsten Bücher!

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Bewegend und wunderbar! Gehört ab sofort zu meinen Lieblingsbüchern.

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Inhaltsangabe zu "Just Kids"

Patti Smith und Robert Mapplethorpe waren noch 'Kids', als sie sich in New York schworen, Künstler zu werden. Ihre ekstatisch leuchtende und düster tragische Liebesgeschichte ist eine der größten Künstlerbiographien unserer Zeit.

Patti Smith hat ihr Leben selbst beschrieben. Poetisch und detailgenau entsteht vor dem Leser ein Liebesbrief an die Kunst und das Leben.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596188857
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:352 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:09.09.2011
Das aktuelle Hörbuch ist am 26.07.2011 bei Harperaudio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Tsubames avatar
    Tsubamevor 3 Monaten
    Geschichte einer Freundschaft

    "Just Kids" von Patti Smith stand schon längere Zeit ungelesen in meinem Regal und endlich habe ich es im Rahmen der Lovelybooks-Biographie-Challenge 2018 gelesen.

    Von Patti Smith habe ich eine CD, mich mit ihrem Leben bisher aber nicht weiter beschäftigt. In ihrer viel gelobten Autobiographie erfährt man als Leser wie sie auf Umwegen zur Musik kam und was ihre Begegnung mit Robert Mapplethorpe 1967 in New York für sie und ihr weiteres Leben bedeuten sollte.

    Es ist die Geschichte der Liebe und Freundschaft zweier junger Menschen, die es einst nach New York zog, um nach ihrer Berufung zu suchen. Beide strebten das freie Leben als Künstler an, mussten sich aber durch Gelegenheitsjobs lange Zeit über Wasser halten, bis sie schließlich Erfolg hatten. 
    Patti Smith, die auch malt und Gedichte schreibt, wird sich später als Musikerin einen Namen machen, Robert Mapplethorpe als  bildender Künstler und Fotograf.

    Man erfährt bei der Lektüre viel über die Suche nach den eigenen Möglichkeiten und Grenzen. Robert Mapplethorpe, zunächst Lebensgefährte Patti Smiths, entdeckt im Laufe der Beziehung seine Homosexualität und wird später an Aids sterben.
    Beide - Patti Smith und Robert Mapplethorpe - lieben es, sich sorgfältig zu kleiden und zurecht zu machen, ein paar Schwarzweißfotos dokumentieren ihren Hang zur Selbstinszenierung.

    Daneben erfährt man viel über das Leben im New York der 60er und 70er Jahre, von der Zeit im berühmten Chelsea Hotel und Begegnungen mit Größen wie Janis Joplin, Bob Dylan und Andy Warhol. 

    Fazit: eine lesenswerte Autobiographie, vor allem für Musik- und New York-Fans. 


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    vivreavecdeslivress avatar
    vivreavecdeslivresvor 8 Monaten
    Just Kids | Buchbesprechung


    Patti Smith entführt und in 'Just Kids' in eine ganz andere Welt, in eine Welt voller Kunst und Liebe, die aber dennoch nicht kitschig ist. Es ist New York, Anfang der 70er Jahre und Patti Smith trifft auf Robert Mapplethorpe. Ein Neuanfang scheint wie vorgegeben zu sein, Altlasten werden vergessen. Hier kann man sich erfinden, hier kann man sich ausprobieren. Und genau das machen die beiden gemeinsam. Sie stürzen sich ins gemeinsame Leben, ein Leben für die Kunst. Genau das macht den Charme dieses Buches aus. Die Liebe, die Kunst, das Leben. New York. Und Patti Smiths einzigartige Erzählstimme, deren Rauheit an ihre Songs erinnert. Es ist nicht immer so schön oder glatt, wie man es erwartet, wie es klingt. Zwischen manchen Häuserblocks von New York verbergen sich Chancen, hinter vielen aber auch Abgründe und Zwischenspalte.
    Das Buch entwickelt sich relativ schnell in eine gewisse Art von Name Dropping. Zumindest, wenn man sich weder für New York, das Chelsea Hotel oder die blühende Kunstszene interessiert. Ansonsten ergeben sich daraus einige spannende und schicksalhafte Begebenheiten und Begegnungen, die uns und vor allem Patti Smith noch lange verfolgen. Sie schildert diese, indem sie erzählt, was sie in ihr Tagebuch schrieb. Wie sie die Menschen wahrnahm, was sie in ihnen sah und was diese in ihr sahen. So entsteht eine Art einseitiger Austausch, der aber sehr intensiv und privat ist. Sie widmet das Buch nicht nur Robert Mapplethorpe, sondern allen, denen sie begegnet ist und die sie geformt haben. Das sind aber nicht nur Menschen, gerade Reisen ins regnerische Paris haben ihren Eindruck auf der jungen Patti Smith hinterlassen und tiefe Eindrücke geschaffen. 


    Schlussendlich ist es aber auch eine Liebensgeschichte. Die aussergewöhnlichste, die das Leben je schrieb - die zwischen Mapplethorpe und Smith, die vor Zuneigung und Zärtlichkeit erzitterte und die immer wieder vom Schleier, der aus Wahrheit und Lügen geknüpft ist, vernebelt wurde. Dennoch ist sie wunderschön und ein ganzes Buch wert, mindestens. Es sind die kleinen Dinge, die mich berührten, die Patti Smith so geschickt in ihren Roman einzubauen weiss. Aber es ist auch dieses grosse Ding, diese grosse Stadt, diese grosse Liebe - von der ein winziges, aber dennoch enorm grosses Stück in diesem Buch steckt.

    Ich möchte gerne noch eine kleine Anmerkung machen. Ich habe das Buch auf Deutsch gelesen, das Original erschien natürlich auf Englisch. Dort wird immer wieder der Ausdruck 'gypsy' verwendet, welcher im Deutschen als 'Hippie' übersetzt wird. Während Hippie ähnlich wie 'Bohemian' einen Lebensstil beschreiben kann, ist 'gypsy' die Bezeichnung für die nomadische Gruppe der Romani. Der Begriff wurde als Beleidigung verwendet, weswegen es politisch inkorrekt ist, ihn für eine einfache Bezeichnung eines etwas freien und wilden Lebensstils zu verwenden. Darauf aufmerksam gemacht hat mich Anna und ich bin ihr sehr dankbar dafür!


    https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/10/just-kids-patti-smith.html

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    wortkulisses avatar
    wortkulissevor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Eines meiner liebsten Bücher!
    DAS SIND KIDS WIE ALLE ANDEREN | „JUST KIDS“ VON PATTI SMITH

    Patti Smith hat mich schon immer fasziniert. Ihre wilden Haare, die tolle Musik, der stechende Blick und diese Aura von Kreativität und Freiheit, die sie auf jedem Bild zu umgeben scheint. Umso begeisterter war ich als ich in der Buchhandlung zufällig über ihre Autobiographie gestolpert bin. Es war klar, dass ich diese sofort mitnehmen musste. Das war eine meiner besten Entscheidungen des vergangenen Jahres!

    Patti Smith ist zwanzig als sie ihre Sachen packt und allein mit dem Bus nach New York fährt. Es ist das Jahr 1967. Eine faszinierende Zeit! Doch umso faszinierender ist der Mensch, dem sie auf der Suche nach einer Unterkunft für die Nacht über den Weg läuft: Robert Mapplethorpe. Die erste Begegnung ist flüchtig und alles, was Patti Smith bemerkt, sind seine leichten O-Beine und die Unmengen dunkler Locken. Doch dann laufen sie sich wieder über den Weg und es entwickelt sich eine Liebe und eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden großen Künstlern, die damals nur zwei Jugendliche auf der Suche nach sich selbst waren.

    ES WAR DER SOMMER, IN DEM COLTRANE STARB. DER SOMMER VON CRYSTAL SHIP. BLUMENKINDER ERHOBEN IHRE LEEREN ARME, UND CHINA ZÜNDETE DIE H-BOMBE. JIMI HENDRIX SETZTE IN MONTEREY SEINE GITARRE IN BRAND. ODE TO BILLIE JOE LIEF IM MAINSTREAM-RADIO. ES GAB UNRUHEN IN NEWARK, MILWAUKEE UND DETROIT. ES WAR DER SOMMER VON ELVIRA MADIGAN, DER SOMMER DER LIEBE. UND IN DIESER WECHSELHAFTEN, UNWIRTLICHEN ATMOSPHÄRE ÄNDERTE EINE ZUFALLSBEGEGNUNG DEN LAUF MEINES LEBENS.
    IN DIESEM SOMMER TRAF ICH ROBERT MAPPLETHORPE. – S. 45

    Sie lebten ohne Geld, ohne Job, ohne Bad und manchmal nur von Keksen. Aber sie hatten große Träume und arbeiteten hingebungsvoll an ihrer Kunst. Während Robert Mapplethorpe schon damals wusste, dass er Künstler ist, war sich Patti Smith lange Zeit nicht sicher, was sie aus ihrem Leben machen möchte. Doch sie unterstützten sich gegenseitig und kümmerten sich umeinander. Robert Mapplethorpe arbeitete hingebungsvoll an seinen Kunstwerken und schließlich an seinen Fotografien. Patti Smith probierte sich hingegen aus: Sie schrieb Gedichte, später Songtexte, zeichnete, schauspielerte, schrieb Plattenrezensionen und fand darüber schließlich zu sich selbst. Auf diesem Weg begegneten sie vielen einflussreichen Persönlichkeiten: Darunter Janis Joplin, Andy Warhol, Jim Morrison und Jimi Hendrix. Und auch wenn die Liebesbeziehung zwischen den beiden aufgrund Robert Mapplethorpes Homosexualität zum Scheitern verurteilt war, bleibt das Band, das sich aus einer zufälligen Begegnung heraus entwickelte, bis zu seinem Tod und darüber hinaus zwischen ihm und Patti Smith bestehen.

    MEIN ZIMMER SPIEGELTE DAS LEBHAFTE DURCHEINANDER MEINES INNENLEBENS WIDER, HALB GÜTERWAGEN, HALB MÄRCHENLAND. – S. 185

    Patti Smith erfüllt mit „Just Kids“ einen Wunsch, den Robert Mapplethorpe kurz vor seinem Tod 1989 äußerte: Sie sollte ihre außergewöhnliche Freundschaft festhalten. Patti Smiths Geschichte über ihre Freundschaft zu Robert Mapplethorpe hat nichts Reißerisches an sich. Es gibt keine Cliffhanger, keine überraschenden Wendungen, kein Feilschen nach Aufmerksamkeit. Sie erzählt sensibel von ihren Erinnerungen. Während Patti Smith zu Beginn des Buches über ihre Kindheit und Jugend schreibt, schiebt sie den Fokus ihrer Erzählungen in dem Moment, in dem sie Robert Mapplethorpe trifft, von sich weg und zu ihm hin. Tatsächlich hätte ich gern noch mehr über Patti Smith und ihren Werdegang als Künstlerin erfahren. Darüber, was sie antreibt und inspiriert, und wie sie an ihren künstlerischen Projekten arbeitet. Aber auch so konnte ich unendlich viel von ihr lernen. Sie ist für mich eine der inspirierendsten Frauen, die ich in meinem Leben bisher „kennenlernen“ durfte. Ihre künstlerische Arbeit, ihre Leidenschaft und ihre Vielseitigkeit motivieren mich, meinen Weg weiterzugehen. Als ich die letzte Seite umgeschlagen hatte, war ich traurig, weil es vorbei war – und im gleichen Moment wusste ich, dass ich das Buch noch einmal lesen werde.

    Patti Smith erzählt in „Just Kids“ sensibel und mit viel Respekt von ihrer Freundschaft mit Robert Mapplethorpe. Sie gibt einen tiefen Einblick in ihr gemeinsames Leben und ihre kreativen Arbeiten, die eng mit berühmten Persönlichkeiten und dem Leben im New York der 70er Jahre verbunden sind. Damit ist das Buch für mich zu einer Quelle der Inspiration geworden, das mir gezeigt hat, dass sich harte Arbeit und Leidenschaft auszahlen und man sich nicht zwangsläufig für eine Leidenschaft entscheiden muss.




    Weitere Rezensionen von mir findest du auf wortkulisse.net.

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    Himmelfarbs avatar
    Himmelfarbvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Bewegend und wunderbar! Gehört ab sofort zu meinen Lieblingsbüchern.
    Eine wunderbare Freundschaft

    Patti Smith hat es geschafft! Ich bin vollständig hingerissen von ihr! Als Mensch, als Frau, als Künstlerin! Ab sofort werde ich mich auch noch mal mit ihrer Musik beschäftigen, die ich bis dato eigentlich nie leiden konnte... "Just Kids" ist eines dieser raren autobiografischen Bücher, die vollkommen selbstlos und ohne Eitelkeit geschrieben sind. Das alleine wäre schön lesenswert, aber auch Patti Smiths einfacher aber unglaublich empathischer, literarischer Stil hat es mir angetan, ebenso, wie die tiefe Liebe zu den Menschen, ganz speziell natürlich zu Robert Mapplethorp. Freundschaft ist bei Smith nicht nur ein Wort, sie füllt es mit unendlich viel. Was es heißt, loyal zu sein, ehrlich zu sein, das kann man von ihr auch lernen. Ich habe mir sofort ihr Folgewerk "M Train" besorgt, und bin gespannt, ob sie auch in diesem zweiten Buch das hält, was das erste Buch verspricht.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: die kann schreiben
    muss man nicht haben, dachte ich zuerst

    denn ich hasse ihre Musik. Ich habe sie live in Bochum gesehen, sie war grausig, sie sieht aus wie ein Kerl, macht langweiligen Rock, alle Leute um mich herum, Fans in Cordsakkos, haben kaum gewagt zu atmen. Dann hat sie im Fernsehen irgendwas mal über Dylan gesagt, sah aus wie ein Indianer. Aber das Buch gab es im Shop des Rocknpopmuseums für unschlagbare 2 Euro (Geheimtipp für Musikbuchreste) und ich habe es geliebt, dieses Buch zu lesen. Diese wahnsinnige Liebe zu dem Maler, der immer schwuler und extremer wird, ihre Auseinandersetzung mit sich selbst, Malerin - Muse - Musikerin - Hausfrau? Und die Kraft dieser Liebe - prima übersetzt scheint es mir -und gut geschrieben. Ein Vergnügen trotz bitterem Ende und nicht die übliche Autobiografie entlang der eigenen Alben. Mag ich nun ihre Musik - geh weg, weißt du wie viele Mädchen damals diese schrecklichen Herrenhemden und Hosenträger hatten? Ja... nee... Aber vielleicht ein paar Andy Warhol-chucks...

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    D
    deraltenihremeinungvor 5 Jahren
    Lieblingsbuch

    Dieses Buch hat mich getragen und hat bei mir eine bedeutsame Position bekommen. Sehr interessant, schön und aufregend.
    Ein tolles Buch!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    Just Kids. Die Geschichte einer Freundschaft von Patti Smith

    Jeder fängt mal klein an, auch Patti Smith war nicht immer die Rockikone, als welche wir sie kennen. Mit kaum zwanzig flieht sie aus der Enge des Elternhauses und ihrem chancenlosen Job in einer Fabrik nach New York. Dort lernt sie den aufstrebenden Künstler Robert Mapplethorpe kennen und lieben. Sich gegenseitig inspirierend sollten sie die New Yorker Kunstszene revolutionieren, doch damals waren sie einfach nur ein paar Jugendliche auf der Suche nach sich selbst…

    Die Musik von Patti Smith kenne ich schon seit fast zehn Jahren und seitdem bin ich begeistert von der rauen Emotion, welche nicht nur in ihrer Stimme, sondern auch in ihren Texten mitschwingt. Daher kam ich nicht umhin diese Biografie zu lesen, versprach sie doch einen Einblick in Smiths Schaffen vor ihrem Durchbruch als Rockmusikerin. Und genau das lieferte sie auch, eine Zusammenfassung der harten Jahren voll brotloser Kunst und Jobs in der Buchbranche des Geldes wegen, aber auch einen Einblick in die Magie eines New Yorks in dem man durchaus mal auf einer Treppe zu sitzen kommt um dort mit Jimi Hendrix zu philosophieren.

    Diese Stadt und diese Künstler im allgemeinen, ihre Liebe und Freundschaft zueinander im besonderen, haben dieses Buch für mich zu einem Erlebnis gemacht. Vor der Lektüre wusste ich nur wenig über Patti Smith und ihre Jugendliebe Robert Mapplethorpe kannte ich gar nicht – trotz seiner späteren Berühmtheit. Nun bin ich um einiges schlauer und besonders begeistert davon, dass ich als Leserin die Anfänge Smiths miterleben durfte. Wie sie Muse war, schauspielerte, dichtete und was davon später im Debütalbum Horses auftauchte.

    Wer nicht durch die Musik zum Buch kam, wird vielleicht durch dieses Buch zur Musik kommen. Eines sei gesagt, diese Frau ist brillant, eine Künstlerin alter Garde und das spiegelt sich in ihrer Erzählstimme wieder, die mir durchweg sympathisch war. Mit etwas Nostalgie aber auch einem selbstironischen Schmunzeln blickt Patti Smith zurück und suggeriert dem Leser “Wir taten, was wir fühlten und dabei waren wir doch fast noch Kinder” – Just Kids, aber irgendwie schafften es diese Kids sich freizuschwimmen, durchzubeißen und diese Hartnäckigkeit mit der sie ihre Jugendjahre der Kunst widmeten, wird mit diesem Buch gefeiert. Ein Fest auf dem ich nur zu gerne getanzt habe.

    Eine beeindruckende Biografie über Liebe, Kunst und eine Musikerin, die jedem Vergleich trotzt.

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    Claris avatar
    Clarivor 7 Jahren
    Rezension zu "Just Kids" von Patti Smith

    Biographie einer ungewöhnlichen Freundschaft.

    Patti Smith ist eine der Größen der Punk - und Rockmusik, die in den sechziger und siebziger Jahren ihr Leben in vollen Zügen genießt. 1967 lernte sie Robert Mapplethorpe kennen. Beide sind gerade zwanzig Jahre alt und haben kein Geld sind aber voller Enthusiasmus der Kunst verfallen. Sie malen, dichten und fotografieren. Robert sollte später ein weltberühmter Fotograf werden.

    In rührender Anhänglichkeit gehen die beiden durch Dick und Dünn und halten sich an einander fest. Sie lieben sich und sind in inniger Freundschaft mit einander verbunden. Robert entdeckt seine Homosexualität, die ihn krank werden und verzweifeln lässt. Doch ihrer Freundschaft und tiefen Zuneigung tut diese Tatsache keinen Abbruch. Insgeheim fühlen sie sich seelenverwandt.

    Patti Smith setzt ihrem Freund mit diesem Buch ein Denkmal, das uns noch einmal in die sechziger und siebziger Jahre mit ihrer Aufbruchsstimmung der Flower - Powerbewegung zurückversetzt. Die tiefe Verehrung Robert Maplethorpes für Andy Warhol findet ebenso Ausdruck wie die Armut, das leichte und zugleich schwere Leben, mit dem sich Künstler in New York durchschlagen. Sie leben von der Hand in den Mund in ärmsten Verhältnissen immer wieder begünstigt von Bürgern, die ihnen wohl gesonnen sind.

    Spät erst gelangte Patti zu ihrem Sängerinnenruhm und galt fortan als
    „ Godmother of Punk“, wie man bei Wikipedia nachlesen kann.

    Sie hat ein wunderbares Zeitgemälde mit intimen Kenntnissen der New Yorker Künstlerszene in dieser Biographie verewigt. Die siebziger Jahre mit ihren wunderbar kreativen Elementen aus Mode-, Maler -, Musiker - und Dichtergenies bezaubert und besticht durch die echten und lebensnahen Berichte. Viele, viele Namen werden genannt, die zu den bekannten Künstlerkreisen ihrer Zeit in New York und zur Rock - und Punkszene gehörten.
    Beinahe möchte man sich mit der klugen, warmherzigen und toleranten Frau in der Hauptrolle ihres Lebens identifizieren. Die ungewöhnlich tiefe Zuneigung und Freundschaft zu Robert Maplethorpe lässt einen nicht los. Diese aus Liebe in Freundschaft verwandelte Beziehung ist tief beeindruckend.

    Eine wunderschöne Hommage an das Leben der Boheme, die Freiheit der Entwicklung und den Gehalt von echter Zuneigung, Freundschaft und Hilfsbereitschaft bleibt nach der Lektüre im Gedächtnis haften.

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    Ein LovelyBooks-Nutzers avatar
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren
    Rezension zu "Just Kids" von Patti Smith

    Sehr ansprechend wie unspektaktulär und unreisserisch Patti erzählt. Obwohl ihre Beziehung zu ihm doch mehr an Soap hergeben würde. Eben so wie ihr Leben. Sie hätte auch für immer in einem Buchladen hängenbleiben können. Was für ein Verlust wenn nie Songs wie Horses und Because the night veröffentlicht worden wären. Es kommt alles sehr ehrlich und authentisch herüber. Das macht mir Patti so sympathisch. Ich glaube ihr einfach. Das will viel heissen bei einem Charakter wie mir. Ich weiss, ich erlese in ihrem Buch, das ihr die Lüge nichts bedeutet. Wenn sie erzählt wie sie mehr oder weniger "einfach" so in die Rockszene, Kunstszene reingerutscht ist. Sie formulierte ihren Wunsch, und er wurde wahr. ---Die beiläufige Begegnung mit Jimi Hendrix auf der Treppe. Der Tag an dem Bob Dylan zu einem ihrer Konzerte kam. Die grossartige Liebe zwischen den Beiden. Das reisst einfach mit. Für alle die die Musik dieser Zeit mögen. Oder Patti und ihr Tun, ihre Musik. Ihr Anspruch, ihr Tun. Ein Muss. Ihr Leben und die Zeit in dem es passierte wird einem hier sehr nahe gebracht. Hat mir sehr gefallen. Ich mag die Art, wie sie die Welt begreift und interpretiert. Auf ihre Art.

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    lovely_anns avatar
    lovely_annvor 8 Jahren
    Rezension zu "Just Kids" von Patti Smith

    Patti Smith schreibt die autobiographische Geschichte ihrer Freundschaft mit Robert Mapplethorpe auf. Nach einer behüteten Kindheit in New Jersey zieht es sie - mit dem unbestimmten Ziel Künstlerin zu werden nach New York - und hier begegnet ihr Robert Mapplethorpe mit dem sie die ersten Jahre auf dem Weg zur Kunst teilt. Sie beschreibt die Zeit Ende der 60ger, Anfang der 70ger Jahre in New York, sie beschreibt den Weg der Selbstfindung, Begegnungen in der Kunst-, Literatur- und Musikszene der Zeit, das Leben im berühmten Hotel Chelsea - und sie beschreibt vor allem die Freunschaft, die die beiden bis zu seinem Tod Ende der 80ger Jahre verband.

    Diese Autobiographie ist keine Selbstbeweihräucherung, kein geschöntes Bild und keine kalte Aufzeichnung der Fakten, sondern die Geschichte einer Freundschaft, die mit viel Zuneigung und viel Gefühl geschrieben wird. Die kleinen alltäglichen Episoden haben in dem Buch den größten Anteil - nicht die großen Ausstellungen, Konzerte und ersten Hits.

    Die Geschiche ist unglaublich schön erzählt und so voller Ehrlichkeit und Authentizität, dass ich richtig eintauchen wollte in der New York dieser Zeit, in das Hotel Chelsea, in dieses Buch. Ich konnte das Buch nicht mehr beiseite legen, aber habe zum Schluß immer langsamer gelesen, weil ich einfach nicht wollte, dass es aufhört.

    Wer die Gelegenheit noch bis zum 15.8.2010 hat, dem möchte ich empfehlen, das Buch zu lesen und nach Düsseldorf zu fahren und im NRW Forum die Robert Mapplethorpe - Ausstellung zu besuchen. Auf der Fahrt dorthin vielleicht noch ein Patti Smith Album auflegen: ein multimediales Kunsterlebnis.

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