Paul Auer

 4.5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von Kärntner Ecke Ring, PILUM LITERARICUM 7 / 2016 und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Paul Auer

Paul AuerKärntner Ecke Ring
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Kärntner Ecke Ring
Kärntner Ecke Ring
 (2)
Erschienen am 17.04.2017
Paul AuerPILUM LITERARICUM 7 / 2016
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PILUM LITERARICUM 7 / 2016
PILUM LITERARICUM 7 / 2016
 (0)
Erschienen am 22.04.2016
Paul AuerStimmen in Dur und Moll
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Stimmen in Dur und Moll
Stimmen in Dur und Moll
 (0)
Erschienen am 01.10.2014

Neue Rezensionen zu Paul Auer

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Luis_Stabauers avatar

Rezension zu "Kärntner Ecke Ring" von Paul Auer

Kärntner Ecke Ring, ein Leseerlebnis und ein schönes Buch.
Luis_Stabauervor 4 Monaten

Erst auf Seite 84 bemerkte ich das schwarze Lesebändchen, war gut versteckt, fiel nicht heraus, vielleicht hatte ich das Buch zu fest in meinen Händen gehalten. Das Bändchen hätte auch braun sein, oder aus zwei zusammengelegten Achtern zwischen den Blättern hervorlugen können.

Jedenfalls ließen mich Norbert, Tamara und Bilinski nicht los, nahmen mich mit in die Tiefen eines vaterlosen Wiens. Paul Auer fordert mit Zeitsprüngen, mit kräftigen Ausdrücken, schafft mit unterschiedlichen, zu den Figuren passenden Schreibstilen, Bilder, die wieder Bilder erzeugen, schafft ein Schreibwerk, schafft Kunst.

Kärntner Ecke Ring kommt nicht einbeinig daher, wie eine weitere Figur vermuten lassen könnte, viele Beinen tragen den Text und immer wieder vergnügen sie sich in Wiens bekanntester Toilette in der Opernpassage. Manchmal gehen sie fremd.

Monologe entpuppen sich als Dialoge, Familiendramen brechen los, Mütter spielen ihre Hauptrollen aus dem Hintergrund. Die Spannung explodiert im letzten Drittel, ein Krimi wird es trotzdem nicht.

Zu Ostern gelesen, tauchen versteckte Eier auf: Glorioses Wien, alle können dich sehen, trotz deiner Verstecke. Die Doppelacht tritt wieder auf.

Franz Bierheben, die mindestens doppelte Persönlichkeit, erhebt seinen Stab(erl) nicht nur in der Opern Toilette, richtet Schaden an, erntet Applaus, lässt den Kaiser tanzen.

Ein Satz hat sich eingeprägt: „Die Leute im Waggon zeigten keine Reaktion, nicht, weil sie tolerant, sondern weil sie feige und ratlos waren, was sie durch Ignoranz zu kaschieren versuchten.“

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aus-erlesens avatar

Rezension zu "Kärntner Ecke Ring" von Paul Auer

Die Apokalypse kommt auf leisen Pfoten
aus-erlesenvor 5 Monaten

Der Zweck heiligt die Mittel. Die große Sache steht über dem Schicksal des einzelnen. Das Ziel ist wichtiger als der Weg. Ludwig Bilinski ist von einer gnadenlosen Idee beseelt. Wien muss wieder erblühen. Weg mit dem gentrifizierten Mist. Weg mit dem Schutt des Alltags. Weg mit der Apathie des Hinnehmens. Es ist Zeit zu Handeln. 
Große Worte, großes Gedankengut. Norbert und Tamara Bauer sind hierfür wie gemacht. Mit der Mutter bändelt Ludwig an, mit dem Sohn verschlägt es ihn in die Opera Toilet Vienna. Norbert ist vom Leben nicht nur enttäuscht, es kotzt ihn an. Den Vater hat er früh verloren – wenn er wüsste, dass der erst vor Kurzem ins Gras gebissen hat und als Poet und Sänger in Wien so manchen neuen Gassenhauer ersonnen hat. Die Mutter verbot ihm strengstens eine Gitarre in die Hand zu nehmen. Als Steppke hat er eine Gitarre mal in der Abstellkammer entdeckt und ein wenig darauf rumgeklimpert. Patsch, peng, Erst ins Gesicht, seines, dann gegen den Türrahmen, die Gitarre. 
Jetzt schlägt sich Norbert mehr schlecht als recht durchs Leben. Ein Blowjob da, ein Joint hier. Der Einbeinige, bei dem er lebt, ist auch nicht gerade das Paradies. Doch weniger ist besser als gar nichts.
Man liest sich fasziniert vom Wortschwall des Autors Paul Auer (der Name erscheint nicht nur auf dem Cover, sondern am Anfang und am Ende des Buches als Doktor – auf die Idee muss man erst mal kommen) und merkt gar nicht wie tief man in den Strudel der kommenden Ereignisse hineingezogen wird. Es ist ein Labyrinth. Eines aus dem nur der Leser entkommen kann. Aber warum sollte er? Es ist doch grad so schön!
Ludwig sieht das anders. Nichts ist schön. Alles ist verkommen. Er selbst steckt in einem perfiden Spiel fest. Die Spielregeln kennt er allerdings noch nicht. Nicht mal die Spielanleitung wurde ihm angeboten. Die liegt irgendwo im kranken Hirn von Ludwig Bilinski rum.
Wer Wien besucht, kommt automatisch irgendwann an der Kärntner Ecke Ring vorbei. An der Oper, und der Toilette. Eine Querstraße weiter ist das Sacher. Die Häuserfassaden verschwimmen im Meer der neuen Architektur. Und hier soll das neue Wien erstehen. Aus Ruinen. Doch die müssen erst einmal geschaffen werden. Paul Auer geht mit dem Leser auf einen Trip, von dem man verändert wieder zurückkehren wird. Das monarchische Ambiente reizt immer noch, doch ein Beigeschmack wird immer am Leser hängenbleiben. Viel Spaß beim nächsten Wien-Besuch! Und nicht vergessen: Hinterher immer brav die Hände waschen!

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