Paul Auster

 4 Sterne bei 2.753 Bewertungen
Autor von Die New-York-Trilogie, Paul Austers Stadt aus Glas und weiteren Büchern.
Paul Auster

Lebenslauf von Paul Auster

Paul Auster und das Spiel mit Identitäten: Den im Jahr 1947 in Newark in New Jersey geborenen, US-amerikanischen Schriftsteller Paul Auster zieht es nach seinem Studium der vergleichenden Literaturwissenschaften und der Anglistik in den frühen 70er-Jahren für drei Jahre nach Frankreich. Anschließend lehrt er an der Columbia University. Mit der Veröffentlichung des Romans „Stadt aus Glas“, einem Teil seiner „New-York-Trilogie“, gelingt ihm 1987 der große Durchbruch als Schriftsteller. Alle drei Erzählungen dieses Werkes beginnen als klassische Detektivgeschichten, entwickeln sich aber später zu einem Experiment mit verschiedenen Identitäten. Zu den zentralen Themen des Schaffens von Paul Auster zählt neben den Fragen zur Identität der Zufall. Wiederholt greift er ebenfalls das Schreiben als Motiv auf. Bekanntheit erlangt er unter anderem mit seinen Romanen „Das Buch der Illusionen“ von 2002, „Sunset Park“ von 2010 und „4 3 2 1“ von 2017, einem im Stil einer Autobiografie gehaltenen Werk. Die Arbeiten von Samuel Beckett, Miguel de Cervantes und Jorge Luis Borges üben einen starken Einfluss auf Auster‘s Schreibweise aus. Der zusätzlich als Übersetzer, Herausgeber und Regisseur tätige Autor ist seit 1982 mit der Schriftstellerin Siri Hustvedt verheiratet.

Alle Bücher von Paul Auster

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Die New-York-Trilogie

Die New-York-Trilogie

 (221)
Erschienen am 02.01.2012
Mond über Manhattan

Mond über Manhattan

 (179)
Erschienen am 02.01.2012
Paul Austers Stadt aus Glas

Paul Austers Stadt aus Glas

 (193)
Erschienen am 01.08.2005
Unsichtbar

Unsichtbar

 (154)
Erschienen am 02.01.2012
Die Brooklyn-Revue

Die Brooklyn-Revue

 (133)
Erschienen am 02.01.2012
Nacht des Orakels

Nacht des Orakels

 (135)
Erschienen am 01.09.2005
Das Buch der Illusionen

Das Buch der Illusionen

 (134)
Erschienen am 02.01.2012
Mann im Dunkel

Mann im Dunkel

 (108)
Erschienen am 01.04.2010

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Neue Rezensionen zu Paul Auster

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Rezension zu "4 3 2 1" von Paul Auster

Ein Leben in vier Variationen - zu lang
wbetty77vor 4 Monaten

Archibald Fergusen ist in dem über 1.000 Seiten starken Roman „4321“ von Paul Auster der Protagonist und zwar gleich 4 Mal. Denn Auster geht der Frage nach, wie kleinste Entscheidungen ein ganzes Leben beeinflussen.

Zu Beginn des Romans lernt der Leser etwas über die Familiengeschichte. Der Großvater verlässt 1900 seine Heimatstadt Minsk und wandert in die USA aus. Dort gründet er eine Familie. Ende der 20iger Jahre wird er erschossen. Zurück bleibt seine dominante Frau mit den drei Söhnen. Stanley ist der ehrgeizigste von den dreien und macht sich mit einem Geschäft für Haushaltswaren selbstständig. Er lernt Rose kennen und lieben und die beiden heiraten. Die beiden sind die Eltern von Archibald Ferguson, dessen Leben der Leser nun in vier unterschiedlichen Varianten verfolgt.
Archi ist in jedem Leben ein aufgeweckter, kluger Junge, der einen Faible für das geschriebene Wort hat. Als Leser begleiten wir ihm viermal beim Aufwachsen, durch seine Schul- und auch Collegezeit.

Archi wächst in einer Vorstadt unweit von New York in einer bewegten Zeit auf. Die amerikanische Gesellschaft befindet sich im Umbruch. Die dunkelhäutige Bevölkerung beginnt sich gegen die Diskriminierung zu wehren. J. F. Kennedy wird erschossen, der erste Mann landet auf dem Mond, der Vietnamkrieg beginnt und die Proteste in der Heimat werden lauter. Das Buch enthält viele spannende Details zur amerikanische Geschichte und gibt Einblicke in die zwiegespaltene Gesellschaft.

Die philosophische Grundidee des Romans ist zwar nicht neu, dennoch durchaus interessant. Es sind vier Romane in einem. In jeder Version verläuft Archis Leben anders. Doch nicht nur seines, sondern auch das seiner Eltern, Großeltern, Tanten, Onkeln, Freunde etc. Alles greift ineinander.
Bis zum ersten Drittel war ich begeistert von diesem Roman. Leider ebbte diese Begeisterung stetig ab, da nach meinem Empfinden kein Ende in Sicht war. Die Erzählung ufert meines Erachtens viel zu sehr aus. Auch wenn die beschriebenen Umstände interessant sind, zieht es sich zu oft unverhältnismäßig in die Länge, so dass ich gestehen muss, einige Seiten nur überflogen zu haben. Trotz des Vorblätterns habe ich nichts wesentliches verpasst.

Es sind vier gutgeschriebene Versionen von ein und demselben Leben. Doch in Anbetracht dieser Idee, hätten die einzelnen Erzählungen knapper ausfallen können, um für den Leser den Spannungsbogen zu erhalten. Ich war auf alle Fälle froh, als ich das Buch endlich zuklappen konnte. Es ist ein gutes Buch und ich habe einiges für mich mitgenommen. Bedauerlicherweise begann es mich aufgrund der Länge irgendwann zu nerven. Ich wollte es einfach nur noch beenden.


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Rezension zu "4 3 2 1" von Paul Auster

Die vier Leben des Archibald Fergusons
leseleavor 4 Monaten

Was für ein interessanter Gedanke, dachte Ferguson: sich vorzustellen, wie für ihn alles anders sein könnte, auch wenn er selbst immer derselbe bliebe. Ja, alles war möglich, und nur weil etwas auf eine bestimmte Weise geschah, hieß das noch lange nicht, dass es nicht auf eine andere Weise geschehen könnte. Alles könnte anders sein. (S. 86)

Es gibt Bücher, die möchte ich unbedingt lesen – und zwar nicht, weil mich der Inhalt des Buches so anspricht oder ich generell Fan des Autors/der Autorin bin, sondern weil mir die Erzählstruktur so innovativ, gewagt, radikal oder anspruchsvoll vorkommt, dass ich erfahren muss, ob es wirklich eine gute Idee ist, eine Geschichte auf diese Weise zu erzählen. Bei Paul Austers Roman 4 3 2 1 war meine Neugier so groß, dass ich mich nicht von den über 1250 Seiten des Buches habe abschrecken lassen. Und nach dreiwöchiger Lektüre dieses monumentalen Werkes muss ich sagen, dass es insgesamt eine geniale Art ist, eine Lebensgeschichte zu erzählen.

Im Mittelpunkt von 4 3 2 1 steht der junge Archibald Ferguson, Nachfahre jüdischer Einwanderer, Sohn von Rose Adler und Stanley Ferguson, geboren am 3. März 1947 in den Vereinigten Staaten von Amerika. In allen vier Lebensentwürfen ist die Vorgeschichte von Großeltern und Eltern dieselbe, in allen vier Variationen erweist sich Archie als kluger, kreativer, sportbegeisterter junger Mann mit einem weitgehend durchschnittlichen Leben. Auch das Amerika ist in allen vier Szenarien unverändert: Präsident Kennedy und sein tragischer Tod, die Bürgerrechtsbewegungen um Martin Luther King, der Vietnamkrieg, die Studentenbewegungen etc. sind zentrale historische Anker der vier Geschichten und setzen den Zeitrahmen, in denen sich die Fiktionen bewegen.

Doch jedes der vier Leben folgt einem eigenen Weg und es ist das reizvolle an Austers Geschichte, dass es eigentlich die kleinen Details, die geringfügigen Änderungen im Familienleben und im Freundeskreis sind, die den jeweiligen Archie auf bestimmte Weise prägen und den eigentlich im Kern gleichen Jungen zu vier verschiedenen Figuren macht. Es ist gleichzeitig auch der Kniff, der dieses Buch, das in vier Einzelromane zu zerfallen erscheint, zu einem runden Ganzen macht, indem sich die einzelnen Geschichten gegenseitig erhellen und im Grunde dann doch eine Lebensgeschichte erzählen – was wiederum vom Text selber auf intelligente Art und Weise reflektiert wird.

Man selbst zu sein war schon merkwürdig, fand Ferguson, noch merkwürdiger aber war, dass es mehrere von ihm zu geben schien, dass er nicht nur der eine war, sondern eine Ansammlung widersprüchlicher Personen... (S. 357)

Meine Erwartungen an das Buch, die sich ja tatsächlich ganz auf die Erzählstruktur stürzten, wurden daher voll und ganz erfüllt und ich kann 4 3 2 1 in dieser Hinsicht nur weiterempfehlen. Doch ein Roman ist eben mehr als seine Struktur, es zählen auch Sprache und Inhalt. Erstere kann als klar, ausdrucksstark und – was für ein Glück bei dieser Anzahl an Seiten – als sehr gut lesbar beschrieben werden, auch wenn Auster durchaus zu hypotaktischem Satzbau und intellektuellen Einsprengseln neigt. Auch der Inhalt ist durchaus ansprechend, beschäftigt er sich doch intensiv mit Politik und Kultur Amerikas in den 1950ern und 1960ern Jahren und kann in dieser Hinsicht fast als Zeitzeugnis (Auster ist wie seit Protagonistin 1947 geboren und auch sonst gibt es wohl Überschneidungen zwischen Autor und Figur). Dennoch muss ich sagen, dass mich keine der vier Geschichten, wären sie nicht in dieser Zusammenschau präsentiert worden, angesprochen oder begeistert hätte. Zu durchschnittlich, zu alltäglich, ja beinahe zu belanglos ist das Leben von Archie in allen vier Fällen – zumindest für mich als Europäerin in ihren Zwanzigern. So reizvoll die Form ist, so reizlos ist bei genauerer Betrachtung der Inhalt – der zudem nicht davon verschont bleibt, sich in Geschwafel und erzählerischen Längen zu verlieren –, sodass ich mich nach der Lektüre doch ein wenig fragte, ob es das alles wert war…

Letztendlich kann ich diese Frage für mich persönlich mit Ja beantworten, da es für mich durchaus wichtiger sein kann, wie ein Buch erzählt wird. Für Leser, deren Schwerpunkt eindeutig darauf liegt, was ein Buch erzählt, ist 4 3 2 1 wohlmöglich eher nichts. Hier empfehle ich dringend einen Blick in die Leseprobe, bevor man sich unbedacht durch die unzähligen Seiten quält. Arbeit bleibt der Roman so oder so, doch auch darin kann der Reiz einer Lektüre liegen. Insgesamt 4 Sterne!

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Rezension zu "4 3 2 1" von Paul Auster

Durchkommen
walli007vor 4 Monaten

Archie Ferguson ist der Enkel eines Einwanderers, der Anfang des 20. Jahrhunderts an der Freiheitsstatur ankommt. Er wird im Jahr 1947 geboren. Sein Vater ist Sam Ferguson, einer von drei Brüdern. Rose, seine Mutter, ist Fotografin. Archie selbst ist ein gewitzter Junge, der in Schule und Ausbildung überzeugt.


Mit diesen trockenen Worten kann man den Rahmen umschreiben, der den Hintergrund dieses Romans bildet. Eigentlich geht es um vier mögliche Leben, von denen eines dem echten am nächsten kommt. Vier Archies, deren Familien an gewissen Wendepunkten in unterschiedliche Bahnen gelenkt werden. Mal gerät die Familie fast in Armut, mal hat der Vater eine glückliche Hand. Mal wird Archie, der in jedem Fall interessiert ist auch ein guter Sportler, mal wird die sportliche Laufbahn jäh gestoppt. Mal zieht es Archie mehr zum Journalismus, mal eher zur künstlerischeren Art des Schreibens. Mal wird steht sein Leben auf dem Spiel, mal ist es ihm vergönnt, ein Buch gedruckt zu sehen. Mal wird aus der Freundin eine Stiefschwester, mal wird aus der Jugendfreundin eine erste Freundin. Vier unterschiedliche Lebenswege in den ersten Kinder-, Jugend- und Erwachsenenjahren. 


Diese Idee ausgehend von der Geburt des Archie Ferguson vier unterschiedliche mögliche Lebenswege zu beschreiben ist schon genial. Der Witz des Anfangs ist der Witz am Ende und dazwischen liegt eine reiche Welt, in der man seine Sympathien verteilen kann. Jede Inkarnation eines Archie hat etwas, in teilweise sehr emotionalen Szenen taucht man in die verschiedenen Leben ein. Am herzzerreißensden sind dabei die freien Stellen, die Platz lassen für die Phantasie, aber auch das Bedauern, über das, was nicht geschrieben wurde. Vier Archies, von denen einer dem Schreibenden am nächsten kommt, vier Archies, die alle für sich einnehmen können. Leben mit Höhen und Tiefen, die abschrecken oder auch bezaubern können. 


Nicht immer ganz einfach zu lesen ist dieser für Ideen sprühende Roman, lässt man sich jedoch darauf ein, hat man ein Leseerlebnis, das man sicher in Erinnerung behalten wird.

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P
So, habe "UNSICHTBAR" von Paul Auster nun fertig gelesen; ich brauche das Buch für ein Referat. Ich habe nun ein paar Fragen: Wie alt ist Adam Walker? Spielt auch der 3. Teil von Adams Buch im Jahr '67? Warum nennt Auster das Buch Unsichtbar? Danke für eure Hilfe :)
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Paul Auster wurde am 03. Februar 1947 in New Jersey (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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