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von Paul Auster 
4,1 Sterne bei60 Bewertungen
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (43):
Bibliomanias avatar

Grandios! Ein Leben in vier Varianten, wirklich große Literatur!

Kritisch (6):
steffischultzzzs avatar

Abgebrochen. Nichts für mich. Es hat mir eindeutig zu viele Längen und leider komme ich mit den einzelnen Geschichten nur durcheinander.

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Inhaltsangabe zu "4 3 2 1"

Paul Auster, der bekannte amerikanische Bestsellerautor, legt in Gestalt eines Rätselspiels sein bisher umfangreichstes Werk und Opus magnum vor: die vierfach unterschiedlich erzählte Geschichte eines jungen Amerikaners in den fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts – ein Epos voll mit Politik, Zeitgeschichte, Liebe, Leidenschaft und dem wechselvollen Spiel des Zufalls.

'4 3 2 1' – das sind vier Variationen eines Lebens: Archibald Ferguson, von allen nur Archie genannt, wächst im Newark der fünfziger Jahre auf. "Was für ein interessanter Gedanke", sagt er sich als kleiner Junge, "sich vorzustellen, wie für ihn alles anders sein könnte, auch wenn er selbst immer derselbe bliebe. Ja, alles war möglich, und nur weil etwas auf eine bestimmte Weise geschah, hieß das noch lange nicht, dass es nicht auch auf eine andere Weise geschehen konnte."
Im Verein mit der höheren Macht einer von Paul Auster raffiniert dirigierten literarischen Vorsehung entspinnen sich nun vier unterschiedliche Versionen von Archies Leben: provinziell und bescheiden; kämpferisch, aber vom Unglück verfolgt; betroffen und besessen von den Ereignissen der Zeit; künstlerisch genial begabt und nach den Sternen greifend. Und alle vier sind vollgepackt mit Abenteuern, Liebe, Lebenskämpfen und den Schlägen eines unberechenbaren Schicksals …
'4 3 2 1' ist ein faszinierendes Gedankenspiel und ein Höhepunkt in Austers Schaffen. Seine großen Themen, das Streben nach Glück, die Rolle des Zufalls, Politik und Zeitgeschichte von Hiroshima bis Vietnam – alle sind hier versammelt und verdichtet in den hoffnungsvollen Lebenswegen eines jungen Mannes, der sein Glück in der Welt zu finden sucht.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783498000974
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:1264 Seiten
Verlag:Rowohlt
Erscheinungsdatum:31.01.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 31.01.2017 bei Macmillan Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    black_horses avatar
    black_horsevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Die vier Leben des Archie Ferguson - ein interessantes Konzept mit ganz viel Hintergrundwissen zum Amerika der 1950/60er.
    Die vier Leben des Archie Ferguson

    Was wäre wenn ...

    Autor Paul Auster geht mit diesem Buch einen besonderen Weg. Er erzählt aus dem Leben des Archibald Ferguson. Aber nicht nur einmal, nein er erzählt vier Versionen der Kindheit/Jugend von Archie. Ganz unterschiedliche Lebenswege, je nachdem, wohin das Schicksal ihn führt.

    Dabei entsteht neben der sehr anschaulichen, gefühlsbetonten Entwicklung des Protagonisten auch ein umfassendes Bild der politischen, cineastischen und literarischen Strömungen in New York in den 1950/60er Jahren. Mal mehr, mal weniger politisch interessiert, begeistert  sich Ferguson doch immer für Bücher und Filme.

    Die Sprache ist locker, leicht, die Seiten fliegen nur so dahin.
    Manchmal ist es etwas schwierig, sich zu erinnern, wie genau die Vorgeschichte des gerade "aktuellen" Ferguson ist, weil die 4 Lebensgeschichten sich immer wieder abwechseln, so dass man schon mal durcheinanderkommen kann, da auch viele Personen aus Fergusons Umkreis in mehreren/allen Versionen vorkommen.
    Einiges wiederholt sich zwangsläufig auch.

    Besonders interessant war für mich das politische Stimmungsbild im Angesicht des Vietmankrieges, der Rassenunruhen und Studentenrevolten.

    Insgesamt ein wirklich gelungener Roman mit einem besonderen Konzept, der ein interessantes Bild des New York der 1950/60er zeichnet.

    Kommentare: 1
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    zukunftskinds avatar
    zukunftskindvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Schönes Buch, sehr empfehelnswert. Oft etwas zu wortreich. Ich mag die Idee der Zufälle und wie sie sich auf unser Leben auswirken.
    Spannende Idee, gut geschrieben, virtuos erzählt - aber etwas zu lang.

    Das Buch und die Geschichte sind wunderschön. Die Idee, wie sich Zufälle und kleine Entscheidungen auf unser Leben auswirken, fand ich originell und anziehend. Allerdings verfällt der Autor oft in wortreiche Becshreibungen von Baseball oder Basketball, die ich überspringen musste. Ein weiterer sehr positivr Aspekt des Buches war die Verwicklung der Geschichte mit der amerikanischen Geschichte der 1960er Jahre. Auch sind die Charaktere komplex und sehr liebevoll beschrieben. Man hat durchaus das Gefühl, dass es sich um ein autobiografisches Buch handelt.

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    Kleine8310s avatar
    Kleine8310vor 8 Monaten
    4 3 2 1

    Lesegrund: 

    Ich habe schon viel Gutes über die Werke von Paul Auster gehört und gelesen, sodass ich mir, als ein neues Buch von ihm erschien, gerne meinen eigenen Eindruck verschaffen wollte.


    Handlung: 

    In dieser Geschichte findet der Leser/die Leserin gleich vier Geschichten in eine einzige verpackt. In den Geschichten geht es um den Protagonisten Archibald, genannt Archie, Ferguson. Archie ist ein aufmerksamer Junge und er hinterfragt auch schon sehr früh verschiedenste Dinge, was es den Erwachsenen nicht immer nur leicht macht. Eines Tages macht sich Archie Gedanken darüber was geschehen würde, wenn manche Dinge ganz anders geschehen würden, als zunächst gedacht und wenn dadurch alles andere in seinem Leben einen anderen Verlauf nehmen würde. Durch diese Überlegungen entstehen schon bald vier Möglichkeiten seines Lebens, in der auf einmal eine der kleinsten Entscheidungen zu einer völlig veränderten Lebensrichtung führt ...

     

    Schreibstil: 

    Der Schreibstil von Paul Auster hat mir gut gefallen. Der Autor schreibt sehr detailliert und manchmal auch ausschweifend. Letzteres machte manche Passagen, für mich ziemlich langatmig, was etwas schade war. Die langen, verschachtelten Sätze erforderten ab und an etwas mehr Konzentration, aber dennoch hatten die Inhalte weitestgehend ein gutes Tempo.

    Charaktere: 

    Die Ausarbeitung der Charaktere hat mir gut gefallen. Ich mochte Archie und seine Art Dinge und Verläufe zu hinterfragen sehr gerne und ich fand auch die Buchidee ansich richtig gelungen. Neben dem Protagonisten kamen aber auch die anderen Charaktere nicht zu kurz, die vom Autor ebenfalls gut beschrieben worden sind.


    Spannung: 

    Die Spannung kam, in meinen Augen, manchmal etwas zu kurz. Das lag, meiner Meinung nach, aber nicht an der, durchaus interessanten Handlung, sondern an einigen ausschweifenden Beschreibungen, die, für meinen Geschmack, oftmals zu langatmig geworden sind.


    Emotionen: 

    Die Emotionen hat Paul Auster gut rübergebracht. Ich habe nicht nur die Entwicklungen interessiert mitverfolgt, sondern fand auch die emotionalen Anteile glaubhaft. Hier kamen auch die liebevollen und detaillierten Beschreibungen richtig gut zur Geltung und sie waren in diesem Punkt ein großes Plus. 


    "4321" punktete bei mir mit einer tollen Idee und gut ausgearbeiteten Charakteren. Leider waren einige Abschnitte ziemlich langatmig gestaltet und dämpften meine Lesefreude dadurch ein wenig. Insgesamt gebe ich diesem Buch 3,4 Rosen, abgerundet auf 3.

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    Kleine8310s avatar
    Kleine8310vor 8 Monaten
    4 3 2 1

    Lesegrund: 

    Ich habe schon viel Gutes über die Werke von Paul Auster gehört und gelesen, sodass ich mir, als ein neues Buch von ihm erschien, gerne meinen eigenen Eindruck verschaffen wollte.


    Handlung: 

    In dieser Geschichte findet der Leser/die Leserin gleich vier Geschichten in eine einzige verpackt. In den Geschichten geht es um den Protagonisten Archibald, genannt Archie, Ferguson. Archie ist ein aufmerksamer Junge und er hinterfragt auch schon sehr früh verschiedenste Dinge, was es den Erwachsenen nicht immer nur leicht macht. Eines Tages macht sich Archie Gedanken darüber was geschehen würde, wenn manche Dinge ganz anders geschehen würden, als zunächst gedacht und wenn dadurch alles andere in seinem Leben einen anderen Verlauf nehmen würde. Durch diese Überlegungen entstehen schon bald vier Möglichkeiten seines Lebens, in der auf einmal eine der kleinsten Entscheidungen zu einer völlig veränderten Lebensrichtung führt ...

     

    Schreibstil: 

    Der Schreibstil von Paul Auster hat mir gut gefallen. Der Autor schreibt sehr detailliert und manchmal auch ausschweifend. Letzteres machte manche Passagen, für mich ziemlich langatmig, was etwas schade war. Die langen, verschachtelten Sätze erforderten ab und an etwas mehr Konzentration, aber dennoch hatten die Inhalte weitestgehend ein gutes Tempo.

    Charaktere: 

    Die Ausarbeitung der Charaktere hat mir gut gefallen. Ich mochte Archie und seine Art Dinge und Verläufe zu hinterfragen sehr gerne und ich fand auch die Buchidee ansich richtig gelungen. Neben dem Protagonisten kamen aber auch die anderen Charaktere nicht zu kurz, die vom Autor ebenfalls gut beschrieben worden sind.


    Spannung: 

    Die Spannung kam, in meinen Augen, manchmal etwas zu kurz. Das lag, meiner Meinung nach, aber nicht an der, durchaus interessanten Handlung, sondern an einigen ausschweifenden Beschreibungen, die, für meinen Geschmack, oftmals zu langatmig geworden sind.


    Emotionen: 

    Die Emotionen hat Paul Auster gut rübergebracht. Ich habe nicht nur die Entwicklungen interessiert mitverfolgt, sondern fand auch die emotionalen Anteile glaubhaft. Hier kamen auch die liebevollen und detaillierten Beschreibungen richtig gut zur Geltung und sie waren in diesem Punkt ein großes Plus. 


    "4321" punktete bei mir mit einer tollen Idee und gut ausgearbeiteten Charakteren. Leider waren einige Abschnitte ziemlich langatmig gestaltet und dämpften meine Lesefreude dadurch ein wenig. Insgesamt gebe ich diesem Buch 3,4 Rosen, abgerundet auf 3.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Monaten
    Brillant geschrieben, aber etwas zu lang...

    Dieser aktuelle Roman meines Lieblingsschriftstellers wird als sein "Opus magnum", sein Lebenswerk bezeichnet, und dies vermutlich aus zwei Gründen: Erstens ist da die schiere Länge des Romans, ein für Auster-Verhältnisse exorbitant dickes Werk, ziegelsteinschwer, seitenstark, einfach übermäßig umfangreich. Zweitens hat Auster in diesem Roman mehr autobiographische Details eingebaut als jemals zuvor.
    Der Inhalt ist bekannt, es werden vier Lebensalternativen eines Jungen namens Archibald Ferguson geschildert, gegliedert in komplexe, große Romanabschnitte, die jeweils den Werdegang des Protagonisten von der Kindheit und der gesamten Adoleszenz hindurch bis zum Eintritt ins Erwachsenenalter beschreiben, verbunden mit allen Höhen und Tiefen (inklusive frühem Tod), die ein Leben für einen jungen Menschen bereithalten kann. Der Roman ist unheimlich detailreich, gespickt mit vielen Haupt- und Nebencharakteren und ständigen Verknüpfungen von fiktiven Handlungen und realen Ereignissen der jüngeren amerikanischen Geschichte.

    Faszinierend zu lesen, jedoch nimmt dieses Werk Austers bei mir persönlich nur einen Platz im Mittelfeld seines Schaffens ein. Dies hat mehrere Gründe: Das Hauptproblem ist die bereits angesprochene Länge des Buches. Es ist mir schlichtweg zu umfangreich, daher trat während meiner mehrmonatigen Lektüre immer wieder die eine oder andere Ermüdungserscheinung auf, und nur weil es ein Buch von Paul Auster ist, zwang ich mich zum Weiterlesen. Letztendlich hat sich das Durchhalten gelohnt, das Werk ist in seiner Gesamtkonzeption faszinierend, aber dies wäre es auch gewesen, wenn es statt rund 1250 nur 600 Seiten gehabt hätte. Durch die ausufernde Länge schleichen sich immer wieder redundante Erzählstränge ein; die einzelnen Leben Fergusons gleichen sich oftmals zu sehr, vieles ist handlungstechnisch zu ähnlich.
    Ein weiterer persönlicher Kritikpunkt ist die Tatsache, dass Auster bei der Kreation der einzelnen Fergusons zu gleichförmig vorgegangen ist: Alle vier Versionen sind sportliche Asse, alle vier sind literaturbegeistert und lesen ständig tonnenweise Bücher, die Normalsterbliche nicht mal aussprechen können, alle vier sind überdurchschnittlich intelligent, politisch interessiert und überhaupt durch die Bank nette Kerle. Hier war Auster zu wenig experimentierfreudig; natürlich wollte er in die Figuren viel von seinem eigenen Leben einfließen lassen, aber das hätte ja auch bei zwei Ferguson-Versionen gereicht. Warum ist z.B. eine der Versionen nicht strohdoof, vielleicht aufgrund einer genetischen Fehlfunktion? Es wäre doch interessant gewesen, wie sich ein Ferguson durchs Leben schlägt, der keinen Schulabschluß hat und dementsprechend auch kein College in Sicht ist. Da gäbe es Dutzende Möglichkeiten, aber Auster wählt stets die gleiche Grundsituation und variiert dann den weiteren Verlauf mal mehr, mal weniger stark.
    Unabhängig davon geht es auch in diesem Buch um Austers bevorzugte (und faszinierende) Themen, dem Zufall und dem Schicksal.

    Letztendlich bleibt trotz allem ein Werk von beachtlichem sprachlichen Glanz, Auster verwendet hier erstmals ellenlange Sätze, die wie bei Thomas Mann oftmals fast eine Seite umfassen, jedoch durch Austers brillant fließende Sprache stets verständlich sind. Neben den vielen eingebauten Details aus Austers eigener Biographie findet man auch immer wieder schöne Anspielungen auf frühere Werke des Autors (z.B. das Auftreten der Charaktere David Zimmer und Marco Stanley Fogg aus "Mond über Manhattan" und "Das Buch der Illusionen"). Diese Anspielungen machen sehr viel Spaß und wenn man schließlich das riesige Werk beendet hat, weiß man trotz einiger Bemängelungen doch, dass man etwas Großes, Bleibendes gelesen hat.
    Ein Lob auch an die vier Übersetzer, denen es gelungen ist, so zu klingen wie Austers Stammeindeutscher Werner Schmitz (der einer die vier ist). Die Übertragung in unsere Sprache wirkt wie aus einem Guss.

    Fazit: Ein wahres Opus, sprachlich (wie immer bei Auster) brillant, mit vielen hervorragenden, zu Herzen gehenden Szenen. Leider aber auch viel zu lang und oftmals zu gleichförmig. Für Bewunderer des Autors natürlich eine Pflichtlektüre, auch wenn mich im Vergleich zu diesem Buch Austers Meisterwerke "Mond über Manhattan", "Die Brooklyn-Revue", Das Buch der Illusionen", "Unsichtbar" oder "Nacht des Orakels" um Längen mehr fasziniert haben.

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    YukBookvor 9 Monaten
    Die vier Leben des Archibalds

    Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Roman lese. Ich bin zwar ein großer Fan des amerikanischen Schriftstellers, doch seine letzten Bücher haben mich nicht so überzeugt. Ich war auch nicht sicher, ob ich mir die Geschichte von Archibald Ferguson in vier Varianten auf 1.000 Seiten wirklich antun will. Das englischsprachige eBook war allerdings so günstig, dass ich doch zuschlug. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich herausstellte!

    Archibalds Eltern, Rosie und Stanley, spielen in dieser Geschichte eine wichtige Rolle, so dass ihnen viel Platz eingeräumt wird. Rosie überlegt seitenweise Argumente für und gegen eine Heirat mit Stanley und gibt damit schon einen Vorgeschmack auf Austers Hauptthema: die vielzähligen Optionen, die ein Mensch in seinem Leben hat, und die gravierenden Folgen einer einzelnen Entscheidung.

    „Was wäre wenn?“ Diese Frage taucht erneut auf, als der junge Archibald mit gebrochenem Bein im Bett liegt und darüber sinniert, was alles hätte passieren können, wenn er nicht auf den Baum geklettert wäre. Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich verstanden habe, dass die vier Lebenswege nicht nacheinander erzählt werden – was zwar anstrengender, doch reizvoller ist, da es den direkten Vergleich der Lebensabschnitte ermöglicht.

    Als Archibald seine unglückliche Liebe zu Amy Schneidermann schildert, dachte ich schon „Werde ich das nun in vier Variationen lesen?“ Tatsächlich wiederholen sich bestimmte Themen wie seine Liebe zum Lesen, Schreiben, zu Baseball, zu Paris und zu besagter Amy. Wie unterschiedlich Archibald Nummer eins bis vier eine Paris-Reise oder die Beziehung zu Amy erleben, macht gerade die Spannung aus. Es kommt auch vor, dass die Figuren ganz andere Wege gehen und sich schließlich doch in einer ähnlichen Situation wiederfinden.

    Faszinierend sind auch die Geschichten in der Geschichte und die eingestreuten philosophischen Gedanken, zum Beispiel darüber wie viele Dinge gleichzeitig passieren. Jede der vier Erzählungen übt eine eigene Sogwirkung aus, weil es Paul Auster versteht, Gefühlsleben und Atmosphäre plastisch zu schildern und sogar mit dem Weltgeschehen zu verquicken. Das Durcheinander im Inneren und Äußeren wird fantastisch verwoben, als Archibald und Amy das lang ersehnte Wochenende in Zweisamkeit verbringen, während auf Kennedy das Attentat verübt wird.

    Dieser Roman ist ein nicht nur ein Geniestreich, sondern auch fesselnder Lesestoff, der um die großen Themen des Lebens kreist. Es hat mich sogar dazu inspiriert, aus Spaß meine eigenen vier möglichen Lebenswege zu skizzieren. Ob daraus mal ein 1.000 starker Roman wird, ist allerdings fraglich.

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    The iron butterflys avatar
    The iron butterflyvor einem Jahr
    Alle gegangenen Wege

    Ich werfe einen Blick in das Amerika der fünfziger Jahre und sehe den kleinen Archibald Ferguson, Sohn von Rose und Stanley Ferguson. Archie, wie ihn alle nennen, oder Ferguson, wie ihn Auster zu nennen pflegt. Dieser kleine Steppke entwickelt sich bereits früh zum Denker, denn ihn interessieren so sehr die Familiengeschichte, die Beziehungen und wechselhaften Stimmungen in seinem Umfeld. Als er eines Tages diesem Gedanken nachgibt, diesem interessanten Gedanken, was wohl aus ihm werden würde, wenn durch äußerliche Einflüsse, Entscheidungen oder Geschehnisse sein Leben komplett anders verlaufen würde, obwohl er, Archie, immer derselbe Mensch bliebe.

    Gedacht und sogleich in die Tat umgesetzt, spinnt Paul Auster in 4321 Fergusons Gedankenfaden weiter und ihm gelingt nicht nur, was sich manche von uns vorstellen, dieses „was wäre, wenn ich da anders abgebogen wäre…“ darzustellen; Auster gelingt auch eine Retrospektive in ein gewichtiges Stück amerikanischer Geschichte. Der Mord an Martin Luther King, der Vietnamkrieg, die Bürgerrechtsbewegung, der Rassenwahn, die Studentenbewegungen, die Emanzipation, aber auch kulturelle Aspekte, Schriftsteller oder Schauspieler, wie das Duo Laurel/Hardy. Der Leser begleitet Archie je nach Lebenslauf bis in seine Zwanziger und darf erleben, dass all diesen Ausprägungen der Fergusonschen Seele die Liebe zu Amy Schneiderman und der Literatur gemein ist. Interessant bleibt die unbeantwortete Frage, was den Menschen formt. Wie viel Schicksal trägt dazu bei, welches Gewicht haben die äußerlichen Umstände, wie Familie, Freunde oder das soziale Umfeld? Beantworten will Auster das aus meiner Sicht nicht, aber mit seinem Archie Ferguson zeigt er auf, dass er von der unbeugsamen Seele des Menschen überzeugt ist, einem Grundstein, auf dem wir uns aufbauen, je nach Wind- und Wetterverhältnissen, je nach Baumeister, Architekt und verfügbarem Baumaterial.

    Anfangs empfand ich die Erzählweise der vier unterschiedlichen Lebensläufe etwas holprig, aber mit je weiter ich voran kam, desto besser konnte ich umschalten und hatte den passenden Archie nach ein paar Sätzen parat. Mit 1264 Seiten eine Lektüre, auf die man sich einlassen muss. Für mich hat es sich gelohnt.

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    LolitaBuettners avatar
    LolitaBuettnervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Vier mal ein Leben sind drei zu viel, auch wenn die Idee spannend ist.
    Eine Gebrauchsanweisung für dieses Buch bitte

    Ich weiß nicht so recht, was ich von Paul Austers Buch 4321 halten, geschweige denn darüber berichten soll. Kurz gesagt, der Roman hat mich enttäuscht, obwohl ich wusste, was auf mich zukommt. Es hatte mich interessiert, ob es möglich ist, in einem Roman, das Leben einer Figur mehrmals zu erzählen und dabei den Leser nicht zu langweilen oder zu überfordern. Meiner Meinung nach ist Paul Austers Experiment gescheitert. Auf mehr als 1000 Seiten wird das Leben von Archie Ferguson viermal erzählt. Wenn ich ehrlich bin, hätte mir eine Variante gereicht. Gleich die erste. Der Roman beginnt unterhaltsam, komisch und verrückt. Sobald ich begann, in die zweite und dritte Variante einzutauchen, verlor ich mich im Leben von Ferguson. Zuerst merkte ich nicht, dass ich mich bereits in mehreren Varianten bewegte. Aus irgendeinem Grund war es für mich nicht eindeutig. Ich hatte mich vorab in keinster Weise mit dem Aufbau des Buches beschäftigt. Als die ersten Unsicherheiten bei mir auftauchten, weil ich dachte, ich hätte eine Passage bereits gelesen, googelte ich nach einer Gebrauchsanweisung. Wie lese ich Paul Austers 4321? Eine richtige Antwort fand ich nicht. Wie sollte ich das Buch also lesen? Kapitel für Kapitel? Leben für Leben? Mein Lesevergnügen war dahin. Leider. Obwohl ich das Buch immer mehr ablehnte, las ich. Die Anforderungen waren hoch: Aufmerksamkeit, ein gutes Gedächtnis für Details, Durchhaltevermögen. An Letzterem bin ich gescheitert. Sprachlich ist 4321 wie gewohnt ganz im Stil von Paul Auster. Allerdings ermüdeten mich in diesem Fall die massiven Sätze, deren Punkte am Ende zahlloser Zeilen zu finden waren – einfach aufgrund der Kleinigkeiten, dem Strudel an Informationen, der Variationen. Das Leben und die Gedankenwelt von Ferguson sind umfangreich. Ich habe das Buch bis 6.1. gelesen. Dann war ich es leid und fand keinen Ansporn mehr. Andere Romane stapelten sich auf meinem Schreibtisch, flehten mich an, bettelten darum, gelesen zu werden. Trotzdem muss ich sagen, dass mich Austers Humor und Fantasie begeistert. Seine Schreibe. Seine Sprache. Sein Rhythmus. Ich bleibe dem Autor auch weiterhin treu, denn Bücher sind wie Geschmäcker, unterschiedlich und bunt. Ich habe die Hoffnung, dass für mich und diesen Roman einfach noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen war, einander zu begegnen. Ich probiere dich wieder, 4321. Versprochen!

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    Duffys avatar
    Duffyvor einem Jahr
    Austers Opus magnum

    Paul Auster beliefert die Welt seit Jahrzehnten zuverlässig mit Werken, die qualitativ auf höchstem Niveau neben den Klassikern der Literatur stehen dürfen. In seinem neuen Buch erzählt er die Geschichte von Archibald Ferguson aus dem amerikanischen Newark. Doch nicht nur die Geschichte von Ferguson 1, wie ihn Auster am Ende des Buches nennt, sondern auch die Geschichte von Ferguson-Variationen, die der Ursprungsidee folgen, was passiert wäre, wenn derselben Person, also Ferguson 1, etwas passiert wäre, wenn es anders verlaufen, er aber dieselbe Person geblieben wäre. Was so kompliziert klingt, ist nichts weiter als die vierfache Geschichte derselben Person und wer nun befürchtet, dass beim Lesen einiges durcheinander gerät, der wird sich von Austers stilistischer Vielseitigkeit und der Gabe, selbst aus unkonventionellen Vorgaben ein mitreißendes Buch zu machen, überzeugen lassen müssen.
    Herausgekommen ist nämlich nicht nur eine um zusätzliche Varianten bereicherte Lebensgeschichte des Ferguson, die alles enthält, was einem Jugendlichen von 0 bis 25 Jahren widerfahren kann, sondern auch eine fast epische Geschichte von Amerika ab den 50ern bis Mitte der 70er, in denen sich prägnante Ereignisse der amerikanischen Geschichte ereignen sollten.
    Auster, der es schon immer verstand, Geschichten in der Geschichte zu erzählen, nimmt den Leser über die 1250 Seiten mit und lässt ihn keine Seite alleine. Alles, aber auch alles ist hier schon fast in vollendeter Meiterschaft zu finden, allen voran die unbändige Lust am Erzählen, die Nähe zu vereinfachenden Gedanken der Philosophie und Religion, die Verwertung und Einschätzung der amerikanischen Geschichte, es ist, als hätte sich jemand zur Aufgabe gemacht, alles Erwähnenswerte, was eine bestimmte Epoche ausmacht, aufzuschreiben und in eine filigrane und nie unrealistische Romanhandlung zu übernehmen.
    Wenn man vom "großen Alterswerk" des Paul Auster spricht, so ist das ganz sicher nicht zutreffend. Vielmehr findet man hier alles, was den Schriftsteller Auster und sein Werk schon so lange auszeichnet. Ganz sicher geholfen hat auch seine eigene Biographie, denn er kennt sich mit dem aus, was er erzählt. Er selbst hat in Paris gelebt, hat Übersetzungen gefertigt und selbst gedichtet. Den Uni-Circuit in den USA kennt er genauso gut, wie die Stadt New York, die immer wieder eine Hauptrolle in seinen Romanen spielt.
    So ist dieses Buch nicht nur eine konsequente Fortsetzung seiner hohen Schreibqualität, sondern ganz sicher auch eines der Werke, die für die Ewigkeit sein könnten.
    Wie so oft kann man sich bei Autoren wie Richard Ford, T.C.Boyle und eben Paul Auster die Frage stellen, wann denn endlich mal ein Nobelpreis an einen dieser wirklich Großen geht.
    Kurzer Hinweis für den Gebrauch des Buches: Seine ganze Kraft entfaltet es bei diesem Umfang natürlich, wenn man es möglichst in längeren Etappen liest. Der Zauber entfaltet sich nicht bei vier oder fünf Seiten Lektüre vor dem Einschlafen. Wer sich die zeit nimmt, dieses Buch mit wenigen Unterbrechungen hintereinander zu lesen, dem wird der volle Genuss zuteil. Kategorie: Meisterwerk.

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    Federfees avatar
    Federfeevor einem Jahr
    Langweilig, abschweifend, für mich ohne Mehrwert

    Nennt mich 'Literaturbanausin', aber ich bin der Meinung, dass es bei Schriftstellern oft wie bei anderen Künstlern ist, Malern z.B. Einmal bekannt, einmal ein guter Name und schon wird alles Produzierte anders gesehen, durch einen Positiv-Filter. Anders kann ich mir die Begeisterung für 4-3-2-1 von Auster nicht erklären.

    Dabei ist die Idee genial, vier unterschiedliche Lebensentwürfe eines einzigen Menschen darzustellen und der Frage nachzugehen, ob und wie Zufälle das Leben von Menschen und ihre Entwicklung bestimmen, eine allgemein philosophische Frage, die sich vielleicht jeder mal selbst gestellt hat. Was wäre geworden, wenn damals …?

    Die Ausführung allerdings, nein, die gefällt mir ganz und gar nicht: zu viele Seiten (über tausend), zu viele Personen, was es schwierig macht, den Überblick zu behalten, zumal die vier Ferguson-Varianten chronologisch erzählt werden und man nur an den Kapitelzahlen sehen kann, von wem jeweils die Rede ist.

    Alles erscheint mir viel zu ausführlich, z.B. das Baseballspiel, das sich über mehrere öde langweilige Seiten hinzieht. So kommt man natürlich leicht auf ein paar Pfund Buch ;-)

    Die Sprache finde ich anspruchslos, wohl leicht zu lesen, obwohl Auster oft statt Punkten Kommata setzt und so manch atemlos klingender Satz über eine halbe Seite geht. Zum Glück sind sie nicht verschachtelt. Ich frage mich, wie wohl folgende Textstelle bei einem Debut-Autor beurteilt würde:

    "Lustig, wie lustig das war, und sein Vater ließ ihn gewähren, weil auch sein Vater es lustig fand." (47 eBook)

    Kurz und gut: nachdem ich auch nach ungefähr 150 bis 200 Seiten nichts gelesen habe, was mich anspricht, weder Gedanken, die mich zum Nachdenken bringen, noch eine schöne Sprache, habe ich das Buch abgebrochen.

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