Paul Auster 4 3 2 1

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Inhaltsangabe zu „4 3 2 1“ von Paul Auster

Paul Auster, der bekannte amerikanische Bestsellerautor, legt in Gestalt eines Rätselspiels sein bisher umfangreichstes Werk und Opus magnum vor: die vierfach unterschiedlich erzählte Geschichte eines jungen Amerikaners in den fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts – ein Epos voll mit Politik, Zeitgeschichte, Liebe, Leidenschaft und dem wechselvollen Spiel des Zufalls.

'4 3 2 1' – das sind vier Variationen eines Lebens: Archibald Ferguson, von allen nur Archie genannt, wächst im Newark der fünfziger Jahre auf. "Was für ein interessanter Gedanke", sagt er sich als kleiner Junge, "sich vorzustellen, wie für ihn alles anders sein könnte, auch wenn er selbst immer derselbe bliebe. Ja, alles war möglich, und nur weil etwas auf eine bestimmte Weise geschah, hieß das noch lange nicht, dass es nicht auch auf eine andere Weise geschehen konnte."
Im Verein mit der höheren Macht einer von Paul Auster raffiniert dirigierten literarischen Vorsehung entspinnen sich nun vier unterschiedliche Versionen von Archies Leben: provinziell und bescheiden; kämpferisch, aber vom Unglück verfolgt; betroffen und besessen von den Ereignissen der Zeit; künstlerisch genial begabt und nach den Sternen greifend. Und alle vier sind vollgepackt mit Abenteuern, Liebe, Lebenskämpfen und den Schlägen eines unberechenbaren Schicksals …
'4 3 2 1' ist ein faszinierendes Gedankenspiel und ein Höhepunkt in Austers Schaffen. Seine großen Themen, das Streben nach Glück, die Rolle des Zufalls, Politik und Zeitgeschichte von Hiroshima bis Vietnam – alle sind hier versammelt und verdichtet in den hoffnungsvollen Lebenswegen eines jungen Mannes, der sein Glück in der Welt zu finden sucht.

Großartiger Roman über das Leben und über das Schreiben selbst.

— thelauraverse

Kann man lesen, muss man nicht. Schöne Idee, aber teilweise etwas zäh.

— Lovely90

Ein grandioser Wälzer den ich uneingeschränkt jedem Leser empfehlen kann. 4 Leben = 4 unterschiedliche Lesevergnügen. STARK!

— Binea_Literatwo

Eine sehr tiefe Chrackterstudie bei der man konzentriert lesen muss um nicht den Faden zu verlieren -

— Buchenrauch

Vier mal ein Leben sind drei zu viel, auch wenn die Idee spannend ist.

— LolitaBuettner

Einer der besten Auster, wenn nicht sogar das Beste vom großen Paul

— Bietzer

Der Junge kann einfach alles, ist aalglatt. Was interessiert mich dessen Leben, wenn eh alles glatt laufen wird?

— Jari

Wenn Bücher mit Büchern sprechen... ist eine dieser speziellen Wahrnehmungen des Archibald Ferguson, die mir so gut gefallen haben.

— GillGartenstadt

Eine Parabel über das Leben und die Entscheidungen, die wir treffen – meisterlich ausgeführt.

— killmonotony

Beglückend - ich gäbe 6 Sterne, wenn das möglich wäre!

— Lysander

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  • Die LovelyBooks Themenchallenge 2018

    LovelyBooks Spezial

    Daniliesing

    Herzlich Willkommen bei der Themen-Challenge 2018! Ich freue mich auf ein neues Jahr voller spannender Leseherausforderungen mit euch und natürlich auf viele tolle Gespräche rund um Bücher und Co. Jeder darf bei dieser Challenge das ganze Jahr über einsteigen und wir freuen uns über jeden Teilnehmer. Lasst euch von der nun kommenden langen Beschreibung nicht abschrecken. Der Ablauf ist ganz einfach:Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 40 vorgegebenen Themen mindestens 20 Bücher aus den 40 unterschiedlichen Themen zu lesen. Ihr könnt euch selbst zum Start ein Ziel stecken, wie viele Bücher aus unterschiedlichen Themen ihr mindestens schaffen wollt, wobei 20 das Minimum und 40 das Maximum ist. Bitte gebt dieses Ziel bei der Anmeldung mit an. Wichtig ist, dass ihr euer Ziel am Ende des Jahres nur dann erreicht habt, wenn ihr wirklich Bücher zu unterschiedlichen Themen gelesen habt. Wenn ihr euch auf Instagram, Twitter und Co. über die Themenchallenge austauscht, verwendet gern den Hastag #themenchallenge2018. Bitte nutzt euren Anmeldebeitrag auch gleich als Leseübersicht aller eurer gelesenen Bücher mit den passenden Themen, den ich (Dani) oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt in diesem Übersichtsbeitrag, mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite und teilt dann den Link zur Lesestatus-Seite, auf der auch die Kurzmeinung zu finden ist, mit uns. Diese Challenge läuft vom 1.1.2018 bis 31.12.2018. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man schon vor der Anmeldung zur Challenge im Jahr 2018 gelesen hat.Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen:Für jedes Thema wird es noch ein extra Unterthema geben, in dem ihr euch über eure gelesenen oder eventuell dazu geplanten Bücher austauschen könnt.Hier findet ihr eine Themen-Übersicht zum Ausdrucken :) Ein Buch, auf dessen Cover ein roter Gegestand abgebildet ist (kein Lebewesen). Ein Buch, auf dem eine Gruppe von Personen abgebildet ist (mindestens 3). Ein Buch, das keine Erzählung ist, sondern z.B. ein Drama, eine Gedichtsammlung, ein Sachbuch oder ähnliches. Ein Buch, das den Leserpreis gewonnen oder zumindest die Shortlist erreicht hat. Es dürfen Bücher aus allen Jahren gewählt werden, in denen der Leserpreis stattfand. (2009-2017) Ein Buch, das weder in Westeuropa / Skandinavien noch den USA spielt. Ein Buch, in dem die Hauptfigur ein Kind im Schulalter hat. Ein Buch, das schon mindestens ein anderer Teilnehmer für die Themenchallenge gelesen hat. Ein Buch aus einem Genre, das ihr nie oder nur selten lest. Ein Buch, über einen Ort / ein Land, in dem ihr selbst schon Urlaub gemacht habt. (Nicht euer Heimatland) Ein Buch, das mit dem Meer zu tun hat (Handlung, Cover ...). Ein Buch, das zu eurer derzeitigen Lebenssituation passt (z.B. kleines Kind, Hausbau, Studium, Job). Das Lieblingsbuch eines Freundes aus dem echten Leben oder eines LB-Freundes. Ein Buch, zu dem es auf LovelyBooks noch keine Rezension gibt, wenn ihr damit beginnt. Ein Buch, das 2018 erstmalig erschienen ist. Ein Buch, das schon lange ungelesen in eurem Regal steht. Bitte gebt mit an, wie lange ihr es etwa schon besitzt. Ein Buch, das zwischen 400 und 500 Seiten lang ist. Ein Buch mit einem langen Buchtitel von mindestens 6 Wörtern. Ein Buch, bei dem die Anfangsbuchstaben des Vor- und Nachnamens des Autors im Alphabet aufeinander folgen. Die Reihenfolge ist dabei egal. Ein Buch, dessen Titel nicht waagerecht auf dem Buchcover abgedruckt ist. Ein Buch, bei dem eine Tierart im Buchtitel vorkommt. Ein Buch von einem Autor, von dem ihr schon mindestens 1 anderes Buch gelesen habt. Ein Buch, das ihr geschenkt bekommen habt. Ein Buch, in dem eine Reise im Mittelpunkt steht. Ein Buch aus einem Verlag, aus dem ihr bisher noch nichts gelesen habt. Ein Buch, das es sowohl als Hardcover als auch als Taschenbuch gibt. Ein Buch, auf dem ein Baum abgebildet ist. Ein Buch, dessen Cover euch optisch nicht anspricht, das ihr aber trotzdem gekauft habt. Ein Buch mit zwei oder mehr Adjektiven (alternativ: Verben) im Titel Ein Buch, in dem Bücher eine zentrale Rolle spielen. Ein Buch, dessen Titel aus einer anderen Sprache stammt als der gesamte Text. Ein Buch von einem Autor, das dieser unter Pseudonym geschrieben hat. Ein Buch, bei dem der Autorenname auf dem Cover in größerer Schriftgröße abgedruckt ist, als der Buchtitel. Ein Buch, bei dem etwas Essbares auf dem Cover abgebildet ist, das ihr selbst gerne esst. und zwei Bücher mit offensichtlich ähnlichem Titel, Thema oder Cover. Ein Buch, in dem eine Figur euren eigenen Vornamen, den eurer Mutter, eures Vaters, eures Kindes oder eines eurer Gechwister trägt. (Die Schreibweise muss nicht identisch sein.) Ein Buch, auf dessen Cover Nacht ist. Ein Buch, das rund um euren Geburtstag herum erschienen ist. Das Jahr ist dabei egal, es sollte aber maximal 5 Tage vor, nach oder direkt an eurem Geburtstag erschienen sein. Es gilt die Angabe auf der Buchseite bei LovelyBooks. Ein Buch, das inhaltlich einen Zeitraum von maximal einem Jahr umfasst. Ein Buch eines Autors, der mindestens 3 Kinder hat. JokerIhr dürft eines der 40 Themen bei Bedarf durch dieses hier ersetzen: Lest ein Buch bewusst mit einem anderen Teilnehmer dieser Challenge zusammen. Verabredet euch zum gemeinsamen Lesen dieses Buches, tauscht euch darüber aus und bewertet es später gemeinsam. Ich hoffe, die Themen gefallen euch und sind teils zwar kniffelig aber nicht unlösbar! Ich wünsche euch ganz viel Spaß! Wer ist dabei? Ein paar zusätzliche Informationen:* Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt!* Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung* Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, also auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen.* Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden.* Wichtig ist, dass man das Buch 2018 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal.* Falls Bücher, die eine ISBN haben, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com* Jedes Buch kann nur bei einem Thema genutzt werden Wer sein Jahresziel erreicht hat, schreibt bitte kurz eine persönliche Nachricht dazu an mich und gibt auch die Anzahl der geschafften Themen mit an. Teilnehmer: AAdelheidSAdina13AdujaAglayaAkantha (20/20)AlaisAlchemillaAleidaAlexlauraAlexRalupusAmaraSummerAmeLieAmilynAmmerbucherAndieandymichihelliAnjacyAnnaBoleynAnna-Klaireanna_mAnna_ResslerAnne_MAnneMayaJannikaArachn0phobiAAriettaAuroraAydaAzaleeBbabsSBambisusuuban-aislingeachbanditsandraBarbara62BeaSurbeckBecky_BloomwoodBelichaBella233bellast01Bellis-Perennis (40+1/40+1)beltanibeneaboutbooksBeustBiancaWoeBiest-Bitterblue-black_horseBluelyBookdogBookfantasyXYbookgirlBookofsunshineBookRoseBook-wormBosnibuchfeemelanieBuchgespenstBuchperlenblogBuchraettinBuchverrueggtbuecherfee_ella__buecherliebe__BuechermomenteCCaillean79carathisCaro_Lesemauschaos-deluxeChattysBuecherblogchrikriChrischiDChristinaBCode-between-linesConnyKathsBooksCorinaPfCosmoKramercrimarestriCWPunktDdaneegoldDaniliesingDarcydieAngiediebuchrezensiondieschmittDionDirk1974dreamily1EEldfaxiElenaBachmannEliza_Elkeel_loreneEmotionenEngelchen07EnysBookserazer68ErbsenundKarottenEveniaBlackTearEwynnexnfxchnxrixhFfaanieFantasia08Fauchi2206FeniFinchen411 (25/25)FornikaFranzip86franzziFrau-AragornGGelisGermaniaGiulilovesbooksglanzenteGrOtEsQuEgstHHaithabuhannelore259happy_blueHelenaRebeccahisterikerHortensia13IIgelmanu66ika17iMelodyInkenIbsenIsadorisipisilz94Jjackiherzijala68janakaJanina84Jaq82JashrinJassi1993JayTiJeamijenvo82Jess_NeJezebelleJohanna_TorteJokersLaughJuleeesjulezzz96juli.buecherJulie209JustMeKkalligraphinKarin_Kehrerkassandra1010katrin297KeksisbabyKelo24KerstinTh (30/30)Kleine1984kleinechaotinkleine_welleKnigaljubKnorkekn-quietscheentchenKodabaerKristjakruemelmonster798Kuhni77KuhtippKurousagiLLadyIceTeaLadyOfTheBooksLadySamira091062LaLectureLaMenschLarii-MausiLavendel3007la_vielesebiene27Lese-Krissilesenbirgitlesululeyaxlieberlesen21LilawandelLilli33linda2271lLissylittlebansheelittlesparrowLiz_MacSharyLostHope2000Lovely90LrvtcbLuilineLupina15Luthien_TinuvielMmabuereleMali133mareike91Marina_Nordbrezemartina400MarveyMary2Meeko81melanie1984Merijanmia0503miau0815MichicornMira20MiracleDaymisanthropymisery3103MissDarkAngelMissStrawberryMissSweety86mistellormondyMoWilliamsmrs-brMrs_Nanny_OggMsChilimusicamericangirlMusikpferdmyfantasticfantasyworldNNaddlDaddlnaninkaNapallynatti_ LesemausNelebooksNelingNenef2000Nicoletta_WeberettaniknakninchenpinchennordfrauOObsidiarkOliverBaieronce-upon-a-timeoztrailPPachi10paevalillPagina86pamNPaperLoverpeedeePhiniPiaDisPiipinucchiaPK2510PMelittaMPucki60QQueenelyzaQueenSizeRRaJaJeRajetRealMajoreneeRo_KeR_MarieRoni88RosenmadlRoseWilliamsrosinchen_RubineSSaintGermainsajo1606SakukoSali118SamthasansolSassyEssieschafswolkeScheckTinaSchlehenfeeSchluesselblumeschnaeppchenjaegerinSchneeeule129schokokaramellsechmetsecretworldofbooksSeelensplitterSeitenHiebeseschat (20/20)ShineOnSikalSiouxSnordbruchSognantesolveigSomeBodysommerlese (40/40)speyrerhexcheStefanieFreigerichtSteffi_2511SteffiZisteinchen80sternblutSternenguckerinStinsomesunlightsursulapitschiSuskasweetjennnSynapse11TTalathielTallianeaTaluziTamiraSTanjaMaFiTatsuThaliomeeTheBookWormTheCoonthelauraverseTine13tintenblautlowtragalibrosTraumTantetypisch-monaUulrikerabeulrikeuunfabulousVvalenvalle87vanessaaaxxvanystefVolponaVuchaWWalli_Gabswanderlust26WaschbaerinWedmaWeltensucherinweltentzuecktwidder1987WollyWuestentraumWuschelXX-tineYYaBiaLinaYolandeYvetteHZzessi79zhera

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    Kleine8310

    07. January 2018 um 04:28

    Lesegrund:  Ich habe schon viel Gutes über die Werke von Paul Auster gehört und gelesen, sodass ich mir, als ein neues Buch von ihm erschien, gerne meinen eigenen Eindruck verschaffen wollte. Handlung:  In dieser Geschichte findet der Leser/die Leserin gleich vier Geschichten in eine einzige verpackt. In den Geschichten geht es um den Protagonisten Archibald, genannt Archie, Ferguson. Archie ist ein aufmerksamer Junge und er hinterfragt auch schon sehr früh verschiedenste Dinge, was es den Erwachsenen nicht immer nur leicht macht. Eines Tages macht sich Archie Gedanken darüber was geschehen würde, wenn manche Dinge ganz anders geschehen würden, als zunächst gedacht und wenn dadurch alles andere in seinem Leben einen anderen Verlauf nehmen würde. Durch diese Überlegungen entstehen schon bald vier Möglichkeiten seines Lebens, in der auf einmal eine der kleinsten Entscheidungen zu einer völlig veränderten Lebensrichtung führt ...   Schreibstil:  Der Schreibstil von Paul Auster hat mir gut gefallen. Der Autor schreibt sehr detailliert und manchmal auch ausschweifend. Letzteres machte manche Passagen, für mich ziemlich langatmig, was etwas schade war. Die langen, verschachtelten Sätze erforderten ab und an etwas mehr Konzentration, aber dennoch hatten die Inhalte weitestgehend ein gutes Tempo. Charaktere:  Die Ausarbeitung der Charaktere hat mir gut gefallen. Ich mochte Archie und seine Art Dinge und Verläufe zu hinterfragen sehr gerne und ich fand auch die Buchidee ansich richtig gelungen. Neben dem Protagonisten kamen aber auch die anderen Charaktere nicht zu kurz, die vom Autor ebenfalls gut beschrieben worden sind. Spannung:  Die Spannung kam, in meinen Augen, manchmal etwas zu kurz. Das lag, meiner Meinung nach, aber nicht an der, durchaus interessanten Handlung, sondern an einigen ausschweifenden Beschreibungen, die, für meinen Geschmack, oftmals zu langatmig geworden sind. Emotionen:  Die Emotionen hat Paul Auster gut rübergebracht. Ich habe nicht nur die Entwicklungen interessiert mitverfolgt, sondern fand auch die emotionalen Anteile glaubhaft. Hier kamen auch die liebevollen und detaillierten Beschreibungen richtig gut zur Geltung und sie waren in diesem Punkt ein großes Plus.  "4321" punktete bei mir mit einer tollen Idee und gut ausgearbeiteten Charakteren. Leider waren einige Abschnitte ziemlich langatmig gestaltet und dämpften meine Lesefreude dadurch ein wenig. Insgesamt gebe ich diesem Buch 3,4 Rosen, abgerundet auf 3.

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    Kleine8310

    07. January 2018 um 04:28

    Lesegrund:  Ich habe schon viel Gutes über die Werke von Paul Auster gehört und gelesen, sodass ich mir, als ein neues Buch von ihm erschien, gerne meinen eigenen Eindruck verschaffen wollte. Handlung:  In dieser Geschichte findet der Leser/die Leserin gleich vier Geschichten in eine einzige verpackt. In den Geschichten geht es um den Protagonisten Archibald, genannt Archie, Ferguson. Archie ist ein aufmerksamer Junge und er hinterfragt auch schon sehr früh verschiedenste Dinge, was es den Erwachsenen nicht immer nur leicht macht. Eines Tages macht sich Archie Gedanken darüber was geschehen würde, wenn manche Dinge ganz anders geschehen würden, als zunächst gedacht und wenn dadurch alles andere in seinem Leben einen anderen Verlauf nehmen würde. Durch diese Überlegungen entstehen schon bald vier Möglichkeiten seines Lebens, in der auf einmal eine der kleinsten Entscheidungen zu einer völlig veränderten Lebensrichtung führt ...   Schreibstil:  Der Schreibstil von Paul Auster hat mir gut gefallen. Der Autor schreibt sehr detailliert und manchmal auch ausschweifend. Letzteres machte manche Passagen, für mich ziemlich langatmig, was etwas schade war. Die langen, verschachtelten Sätze erforderten ab und an etwas mehr Konzentration, aber dennoch hatten die Inhalte weitestgehend ein gutes Tempo. Charaktere:  Die Ausarbeitung der Charaktere hat mir gut gefallen. Ich mochte Archie und seine Art Dinge und Verläufe zu hinterfragen sehr gerne und ich fand auch die Buchidee ansich richtig gelungen. Neben dem Protagonisten kamen aber auch die anderen Charaktere nicht zu kurz, die vom Autor ebenfalls gut beschrieben worden sind. Spannung:  Die Spannung kam, in meinen Augen, manchmal etwas zu kurz. Das lag, meiner Meinung nach, aber nicht an der, durchaus interessanten Handlung, sondern an einigen ausschweifenden Beschreibungen, die, für meinen Geschmack, oftmals zu langatmig geworden sind. Emotionen:  Die Emotionen hat Paul Auster gut rübergebracht. Ich habe nicht nur die Entwicklungen interessiert mitverfolgt, sondern fand auch die emotionalen Anteile glaubhaft. Hier kamen auch die liebevollen und detaillierten Beschreibungen richtig gut zur Geltung und sie waren in diesem Punkt ein großes Plus.  "4321" punktete bei mir mit einer tollen Idee und gut ausgearbeiteten Charakteren. Leider waren einige Abschnitte ziemlich langatmig gestaltet und dämpften meine Lesefreude dadurch ein wenig. Insgesamt gebe ich diesem Buch 3,4 Rosen, abgerundet auf 3.

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  • Brillant geschrieben, aber etwas zu lang...

    4 3 2 1

    Creed

    27. December 2017 um 11:15

    Dieser aktuelle Roman meines Lieblingsschriftstellers wird als sein "Opus magnum", sein Lebenswerk bezeichnet, und dies vermutlich aus zwei Gründen: Erstens ist da die schiere Länge des Romans, ein für Auster-Verhältnisse exorbitant dickes Werk, ziegelsteinschwer, seitenstark, einfach übermäßig umfangreich. Zweitens hat Auster in diesem Roman mehr autobiographische Details eingebaut als jemals zuvor. Der Inhalt ist bekannt, es werden vier Lebensalternativen eines Jungen namens Archibald Ferguson geschildert, gegliedert in komplexe, große Romanabschnitte, die jeweils den Werdegang des Protagonisten von der Kindheit und der gesamten Adoleszenz hindurch bis zum Eintritt ins Erwachsenenalter beschreiben, verbunden mit allen Höhen und Tiefen (inklusive frühem Tod), die ein Leben für einen jungen Menschen bereithalten kann. Der Roman ist unheimlich detailreich, gespickt mit vielen Haupt- und Nebencharakteren und ständigen Verknüpfungen von fiktiven Handlungen und realen Ereignissen der jüngeren amerikanischen Geschichte. Faszinierend zu lesen, jedoch nimmt dieses Werk Austers bei mir persönlich nur einen Platz im Mittelfeld seines Schaffens ein. Dies hat mehrere Gründe: Das Hauptproblem ist die bereits angesprochene Länge des Buches. Es ist mir schlichtweg zu umfangreich, daher trat während meiner mehrmonatigen Lektüre immer wieder die eine oder andere Ermüdungserscheinung auf, und nur weil es ein Buch von Paul Auster ist, zwang ich mich zum Weiterlesen. Letztendlich hat sich das Durchhalten gelohnt, das Werk ist in seiner Gesamtkonzeption faszinierend, aber dies wäre es auch gewesen, wenn es statt rund 1250 nur 600 Seiten gehabt hätte. Durch die ausufernde Länge schleichen sich immer wieder redundante Erzählstränge ein; die einzelnen Leben Fergusons gleichen sich oftmals zu sehr, vieles ist handlungstechnisch zu ähnlich. Ein weiterer persönlicher Kritikpunkt ist die Tatsache, dass Auster bei der Kreation der einzelnen Fergusons zu gleichförmig vorgegangen ist: Alle vier Versionen sind sportliche Asse, alle vier sind literaturbegeistert und lesen ständig tonnenweise Bücher, die Normalsterbliche nicht mal aussprechen können, alle vier sind überdurchschnittlich intelligent, politisch interessiert und überhaupt durch die Bank nette Kerle. Hier war Auster zu wenig experimentierfreudig; natürlich wollte er in die Figuren viel von seinem eigenen Leben einfließen lassen, aber das hätte ja auch bei zwei Ferguson-Versionen gereicht. Warum ist z.B. eine der Versionen nicht strohdoof, vielleicht aufgrund einer genetischen Fehlfunktion? Es wäre doch interessant gewesen, wie sich ein Ferguson durchs Leben schlägt, der keinen Schulabschluß hat und dementsprechend auch kein College in Sicht ist. Da gäbe es Dutzende Möglichkeiten, aber Auster wählt stets die gleiche Grundsituation und variiert dann den weiteren Verlauf mal mehr, mal weniger stark. Unabhängig davon geht es auch in diesem Buch um Austers bevorzugte (und faszinierende) Themen, dem Zufall und dem Schicksal. Letztendlich bleibt trotz allem ein Werk von beachtlichem sprachlichen Glanz, Auster verwendet hier erstmals ellenlange Sätze, die wie bei Thomas Mann oftmals fast eine Seite umfassen, jedoch durch Austers brillant fließende Sprache stets verständlich sind. Neben den vielen eingebauten Details aus Austers eigener Biographie findet man auch immer wieder schöne Anspielungen auf frühere Werke des Autors (z.B. das Auftreten der Charaktere David Zimmer und Marco Stanley Fogg aus "Mond über Manhattan" und "Das Buch der Illusionen"). Diese Anspielungen machen sehr viel Spaß und wenn man schließlich das riesige Werk beendet hat, weiß man trotz einiger Bemängelungen doch, dass man etwas Großes, Bleibendes gelesen hat. Ein Lob auch an die vier Übersetzer, denen es gelungen ist, so zu klingen wie Austers Stammeindeutscher Werner Schmitz (der einer die vier ist). Die Übertragung in unsere Sprache wirkt wie aus einem Guss. Fazit: Ein wahres Opus, sprachlich (wie immer bei Auster) brillant, mit vielen hervorragenden, zu Herzen gehenden Szenen. Leider aber auch viel zu lang und oftmals zu gleichförmig. Für Bewunderer des Autors natürlich eine Pflichtlektüre, auch wenn mich im Vergleich zu diesem Buch Austers Meisterwerke "Mond über Manhattan", "Die Brooklyn-Revue", Das Buch der Illusionen", "Unsichtbar" oder "Nacht des Orakels" um Längen mehr fasziniert haben.

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  • Die vier Leben des Archibalds

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    YukBook

    17. December 2017 um 13:09

    Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Roman lese. Ich bin zwar ein großer Fan des amerikanischen Schriftstellers, doch seine letzten Bücher haben mich nicht so überzeugt. Ich war auch nicht sicher, ob ich mir die Geschichte von Archibald Ferguson in vier Varianten auf 1.000 Seiten wirklich antun will. Das englischsprachige eBook war allerdings so günstig, dass ich doch zuschlug. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich herausstellte!Archibalds Eltern, Rosie und Stanley, spielen in dieser Geschichte eine wichtige Rolle, so dass ihnen viel Platz eingeräumt wird. Rosie überlegt seitenweise Argumente für und gegen eine Heirat mit Stanley und gibt damit schon einen Vorgeschmack auf Austers Hauptthema: die vielzähligen Optionen, die ein Mensch in seinem Leben hat, und die gravierenden Folgen einer einzelnen Entscheidung.„Was wäre wenn?“ Diese Frage taucht erneut auf, als der junge Archibald mit gebrochenem Bein im Bett liegt und darüber sinniert, was alles hätte passieren können, wenn er nicht auf den Baum geklettert wäre. Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich verstanden habe, dass die vier Lebenswege nicht nacheinander erzählt werden – was zwar anstrengender, doch reizvoller ist, da es den direkten Vergleich der Lebensabschnitte ermöglicht.Als Archibald seine unglückliche Liebe zu Amy Schneidermann schildert, dachte ich schon „Werde ich das nun in vier Variationen lesen?“ Tatsächlich wiederholen sich bestimmte Themen wie seine Liebe zum Lesen, Schreiben, zu Baseball, zu Paris und zu besagter Amy. Wie unterschiedlich Archibald Nummer eins bis vier eine Paris-Reise oder die Beziehung zu Amy erleben, macht gerade die Spannung aus. Es kommt auch vor, dass die Figuren ganz andere Wege gehen und sich schließlich doch in einer ähnlichen Situation wiederfinden.Faszinierend sind auch die Geschichten in der Geschichte und die eingestreuten philosophischen Gedanken, zum Beispiel darüber wie viele Dinge gleichzeitig passieren. Jede der vier Erzählungen übt eine eigene Sogwirkung aus, weil es Paul Auster versteht, Gefühlsleben und Atmosphäre plastisch zu schildern und sogar mit dem Weltgeschehen zu verquicken. Das Durcheinander im Inneren und Äußeren wird fantastisch verwoben, als Archibald und Amy das lang ersehnte Wochenende in Zweisamkeit verbringen, während auf Kennedy das Attentat verübt wird.Dieser Roman ist ein nicht nur ein Geniestreich, sondern auch fesselnder Lesestoff, der um die großen Themen des Lebens kreist. Es hat mich sogar dazu inspiriert, aus Spaß meine eigenen vier möglichen Lebenswege zu skizzieren. Ob daraus mal ein 1.000 starker Roman wird, ist allerdings fraglich.

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  • Alle gegangenen Wege

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    The iron butterfly

    30. October 2017 um 15:54

    Ich werfe einen Blick in das Amerika der fünfziger Jahre und sehe den kleinen Archibald Ferguson, Sohn von Rose und Stanley Ferguson. Archie, wie ihn alle nennen, oder Ferguson, wie ihn Auster zu nennen pflegt. Dieser kleine Steppke entwickelt sich bereits früh zum Denker, denn ihn interessieren so sehr die Familiengeschichte, die Beziehungen und wechselhaften Stimmungen in seinem Umfeld. Als er eines Tages diesem Gedanken nachgibt, diesem interessanten Gedanken, was wohl aus ihm werden würde, wenn durch äußerliche Einflüsse, Entscheidungen oder Geschehnisse sein Leben komplett anders verlaufen würde, obwohl er, Archie, immer derselbe Mensch bliebe. Gedacht und sogleich in die Tat umgesetzt, spinnt Paul Auster in 4321 Fergusons Gedankenfaden weiter und ihm gelingt nicht nur, was sich manche von uns vorstellen, dieses „was wäre, wenn ich da anders abgebogen wäre…“ darzustellen; Auster gelingt auch eine Retrospektive in ein gewichtiges Stück amerikanischer Geschichte. Der Mord an Martin Luther King, der Vietnamkrieg, die Bürgerrechtsbewegung, der Rassenwahn, die Studentenbewegungen, die Emanzipation, aber auch kulturelle Aspekte, Schriftsteller oder Schauspieler, wie das Duo Laurel/Hardy. Der Leser begleitet Archie je nach Lebenslauf bis in seine Zwanziger und darf erleben, dass all diesen Ausprägungen der Fergusonschen Seele die Liebe zu Amy Schneiderman und der Literatur gemein ist. Interessant bleibt die unbeantwortete Frage, was den Menschen formt. Wie viel Schicksal trägt dazu bei, welches Gewicht haben die äußerlichen Umstände, wie Familie, Freunde oder das soziale Umfeld? Beantworten will Auster das aus meiner Sicht nicht, aber mit seinem Archie Ferguson zeigt er auf, dass er von der unbeugsamen Seele des Menschen überzeugt ist, einem Grundstein, auf dem wir uns aufbauen, je nach Wind- und Wetterverhältnissen, je nach Baumeister, Architekt und verfügbarem Baumaterial. Anfangs empfand ich die Erzählweise der vier unterschiedlichen Lebensläufe etwas holprig, aber mit je weiter ich voran kam, desto besser konnte ich umschalten und hatte den passenden Archie nach ein paar Sätzen parat. Mit 1264 Seiten eine Lektüre, auf die man sich einlassen muss. Für mich hat es sich gelohnt.

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  • Eine Gebrauchsanweisung für dieses Buch bitte

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    LolitaBuettner

    08. October 2017 um 10:53

    Ich weiß nicht so recht, was ich von Paul Austers Buch 4321 halten, geschweige denn darüber berichten soll. Kurz gesagt, der Roman hat mich enttäuscht, obwohl ich wusste, was auf mich zukommt. Es hatte mich interessiert, ob es möglich ist, in einem Roman, das Leben einer Figur mehrmals zu erzählen und dabei den Leser nicht zu langweilen oder zu überfordern. Meiner Meinung nach ist Paul Austers Experiment gescheitert. Auf mehr als 1000 Seiten wird das Leben von Archie Ferguson viermal erzählt. Wenn ich ehrlich bin, hätte mir eine Variante gereicht. Gleich die erste. Der Roman beginnt unterhaltsam, komisch und verrückt. Sobald ich begann, in die zweite und dritte Variante einzutauchen, verlor ich mich im Leben von Ferguson. Zuerst merkte ich nicht, dass ich mich bereits in mehreren Varianten bewegte. Aus irgendeinem Grund war es für mich nicht eindeutig. Ich hatte mich vorab in keinster Weise mit dem Aufbau des Buches beschäftigt. Als die ersten Unsicherheiten bei mir auftauchten, weil ich dachte, ich hätte eine Passage bereits gelesen, googelte ich nach einer Gebrauchsanweisung. Wie lese ich Paul Austers 4321? Eine richtige Antwort fand ich nicht. Wie sollte ich das Buch also lesen? Kapitel für Kapitel? Leben für Leben? Mein Lesevergnügen war dahin. Leider. Obwohl ich das Buch immer mehr ablehnte, las ich. Die Anforderungen waren hoch: Aufmerksamkeit, ein gutes Gedächtnis für Details, Durchhaltevermögen. An Letzterem bin ich gescheitert. Sprachlich ist 4321 wie gewohnt ganz im Stil von Paul Auster. Allerdings ermüdeten mich in diesem Fall die massiven Sätze, deren Punkte am Ende zahlloser Zeilen zu finden waren – einfach aufgrund der Kleinigkeiten, dem Strudel an Informationen, der Variationen. Das Leben und die Gedankenwelt von Ferguson sind umfangreich. Ich habe das Buch bis 6.1. gelesen. Dann war ich es leid und fand keinen Ansporn mehr. Andere Romane stapelten sich auf meinem Schreibtisch, flehten mich an, bettelten darum, gelesen zu werden. Trotzdem muss ich sagen, dass mich Austers Humor und Fantasie begeistert. Seine Schreibe. Seine Sprache. Sein Rhythmus. Ich bleibe dem Autor auch weiterhin treu, denn Bücher sind wie Geschmäcker, unterschiedlich und bunt. Ich habe die Hoffnung, dass für mich und diesen Roman einfach noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen war, einander zu begegnen. Ich probiere dich wieder, 4321. Versprochen!

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  • Austers Opus magnum

    4 3 2 1

    Duffy

    23. July 2017 um 17:02

    Paul Auster beliefert die Welt seit Jahrzehnten zuverlässig mit Werken, die qualitativ auf höchstem Niveau neben den Klassikern der Literatur stehen dürfen. In seinem neuen Buch erzählt er die Geschichte von Archibald Ferguson aus dem amerikanischen Newark. Doch nicht nur die Geschichte von Ferguson 1, wie ihn Auster am Ende des Buches nennt, sondern auch die Geschichte von Ferguson-Variationen, die der Ursprungsidee folgen, was passiert wäre, wenn derselben Person, also Ferguson 1, etwas passiert wäre, wenn es anders verlaufen, er aber dieselbe Person geblieben wäre. Was so kompliziert klingt, ist nichts weiter als die vierfache Geschichte derselben Person und wer nun befürchtet, dass beim Lesen einiges durcheinander gerät, der wird sich von Austers stilistischer Vielseitigkeit und der Gabe, selbst aus unkonventionellen Vorgaben ein mitreißendes Buch zu machen, überzeugen lassen müssen.Herausgekommen ist nämlich nicht nur eine um zusätzliche Varianten bereicherte Lebensgeschichte des Ferguson, die alles enthält, was einem Jugendlichen von 0 bis 25 Jahren widerfahren kann, sondern auch eine fast epische Geschichte von Amerika ab den 50ern bis Mitte der 70er, in denen sich prägnante Ereignisse der amerikanischen Geschichte ereignen sollten.Auster, der es schon immer verstand, Geschichten in der Geschichte zu erzählen, nimmt den Leser über die 1250 Seiten mit und lässt ihn keine Seite alleine. Alles, aber auch alles ist hier schon fast in vollendeter Meiterschaft zu finden, allen voran die unbändige Lust am Erzählen, die Nähe zu vereinfachenden Gedanken der Philosophie und Religion, die Verwertung und Einschätzung der amerikanischen Geschichte, es ist, als hätte sich jemand zur Aufgabe gemacht, alles Erwähnenswerte, was eine bestimmte Epoche ausmacht, aufzuschreiben und in eine filigrane und nie unrealistische Romanhandlung zu übernehmen.Wenn man vom "großen Alterswerk" des Paul Auster spricht, so ist das ganz sicher nicht zutreffend. Vielmehr findet man hier alles, was den Schriftsteller Auster und sein Werk schon so lange auszeichnet. Ganz sicher geholfen hat auch seine eigene Biographie, denn er kennt sich mit dem aus, was er erzählt. Er selbst hat in Paris gelebt, hat Übersetzungen gefertigt und selbst gedichtet. Den Uni-Circuit in den USA kennt er genauso gut, wie die Stadt New York, die immer wieder eine Hauptrolle in seinen Romanen spielt.So ist dieses Buch nicht nur eine konsequente Fortsetzung seiner hohen Schreibqualität, sondern ganz sicher auch eines der Werke, die für die Ewigkeit sein könnten.Wie so oft kann man sich bei Autoren wie Richard Ford, T.C.Boyle und eben Paul Auster die Frage stellen, wann denn endlich mal ein Nobelpreis an einen dieser wirklich Großen geht.Kurzer Hinweis für den Gebrauch des Buches: Seine ganze Kraft entfaltet es bei diesem Umfang natürlich, wenn man es möglichst in längeren Etappen liest. Der Zauber entfaltet sich nicht bei vier oder fünf Seiten Lektüre vor dem Einschlafen. Wer sich die zeit nimmt, dieses Buch mit wenigen Unterbrechungen hintereinander zu lesen, dem wird der volle Genuss zuteil. Kategorie: Meisterwerk.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

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    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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  • Langweilig, abschweifend, für mich ohne Mehrwert

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    Federfee

    14. June 2017 um 11:24

    Nennt mich 'Literaturbanausin', aber ich bin der Meinung, dass es bei Schriftstellern oft wie bei anderen Künstlern ist, Malern z.B. Einmal bekannt, einmal ein guter Name und schon wird alles Produzierte anders gesehen, durch einen Positiv-Filter. Anders kann ich mir die Begeisterung für 4-3-2-1 von Auster nicht erklären.Dabei ist die Idee genial, vier unterschiedliche Lebensentwürfe eines einzigen Menschen darzustellen und der Frage nachzugehen, ob und wie Zufälle das Leben von Menschen und ihre Entwicklung bestimmen, eine allgemein philosophische Frage, die sich vielleicht jeder mal selbst gestellt hat. Was wäre geworden, wenn damals …?Die Ausführung allerdings, nein, die gefällt mir ganz und gar nicht: zu viele Seiten (über tausend), zu viele Personen, was es schwierig macht, den Überblick zu behalten, zumal die vier Ferguson-Varianten chronologisch erzählt werden und man nur an den Kapitelzahlen sehen kann, von wem jeweils die Rede ist.Alles erscheint mir viel zu ausführlich, z.B. das Baseballspiel, das sich über mehrere öde langweilige Seiten hinzieht. So kommt man natürlich leicht auf ein paar Pfund Buch ;-)Die Sprache finde ich anspruchslos, wohl leicht zu lesen, obwohl Auster oft statt Punkten Kommata setzt und so manch atemlos klingender Satz über eine halbe Seite geht. Zum Glück sind sie nicht verschachtelt. Ich frage mich, wie wohl folgende Textstelle bei einem Debut-Autor beurteilt würde:"Lustig, wie lustig das war, und sein Vater ließ ihn gewähren, weil auch sein Vater es lustig fand." (47 eBook)Kurz und gut: nachdem ich auch nach ungefähr 150 bis 200 Seiten nichts gelesen habe, was mich anspricht, weder Gedanken, die mich zum Nachdenken bringen, noch eine schöne Sprache, habe ich das Buch abgebrochen.

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  • Die Enttäuschung des Jahres 2017

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    Jari

    11. June 2017 um 15:51

    Als ich erfuhr, dass ein neues Werk von Paul Auster erscheinen soll, habe ich mir das Buch sofort vorbestellt. Zu keiner Zeit zweifelte ich daran, dass mir "4321" gefallen wird. Damit, dass ich es abbrechen werde, nein, damit habe ich nie und nimmer gerechnet. Ich kam bis etwa Seite 400, aber da war der Frust bereits riesig. Dieser hatte sich bereits bei ca. Seite 200 eingestellt. Irgendwie kam mir alles so... banal vor. An keiner Stelle geschah irgendetwas, das mich wirklich mitgerissen oder begeistert odert entsetzt hätte. Die Fergusons leben ihre Leben, aber andere Rezensionen bestätigten, was ich bereits gefürchtet hatte: die Lebensstränge unterscheiden sich kaum. Bereits nach 400 Seiten kann ich die einzelnen Abschnitte nicht mehr richtig unterscheiden, da die Ähnlichkeiten zu frappierend sind. Ausserdem kann ich leider mit der Hauptperson und mit seiner gesamten Familie auf keinem Lebensstrang etwas anfangen. Ferguson ist langweilig. Seine Familie ist langweilig. Der Junge kann einfach alles, ist aalglatt. Was interessiert mich dessen Leben, wenn eh alles glatt laufen wird? Ich mag Charaktere mit Ecken und Kanten. Solche, die direkt aus dem Leben gegriffen sind. Solche Helden wie Ferguson gibt es höchstens in Hollywoodstreifen. Aber in diesen geschieht immerhin ab und zu etwas Spannendes. Zusätzlich zu seinem Hauptcharakter portraitiert Auster auch die Geschichte Amerikas und jene der Stadt New York. Mag spannend sein, ist es hier aber für mich nicht. Zu oft wird man unterdessen mit der Geschichte Amerikas konfrontiert. Wahrscheinlich wissen wir Europäer mehr über die Geschichte Amerikas als umgekehrt. Kürzlich erst habe ich mich durch Amos Oz' "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" gequält. Ja, gequält, weil Familiengeschichten definitiv nichts für mich sind. Aber bei Oz lernt man zumindest noch etwas über das Land Israel, von dem ich um einiges weniger weiss als von den USA, die uns beständig mit ihrer Anwesenheit beglücken. Nein, der Frust war nach 400 öden Seiten so hoch und mein Glauben an einen (ehemaligen?) Lieblingsautoren so gesunken, dass ich keine Seite weiter in "4321" lesen will. Wo ist der Autor von "Man in the Dark" geblieben? Das Magische im Magischen Realismus? Im Gegensatz zu erwähntem Buch ist "4321" einfach ein Werk von Vielen. Jeder, der einen Kurs in kreativem Schreiben besucht hat, kann so etwas produzieren. Während frühere Werke Austers tatsächlich noch Kreativität und Originalität in sich trugen. Schweren Herzen verabschiede ich mich von Paul Auster als einem meiner Lieblingsautoren. Ich werde mich an die älteren Titel halten, aber die Enttäuschung und der Frust haben sich in mir festgefressen...

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  • 4321…meins!

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    GillGartenstadt

    19. May 2017 um 11:04

    Wenn Bücher mit Büchern sprechen... ist eine dieser speziellen Wahrnehmungen des Archibald Ferguson, die mir so gut gefallen haben. Bücher unterhalten sich in seinem Kopf mit Büchern. Er hat diese Empfindung zum ersten Mal beim Lesen der ersten Seite von »Der Fänger im Roggen« von J. D. Salinger. Allerdings kann ich nun nicht mehr sagen, welcher der vier Fergusons darüber nachgedacht hat, denn ich habe es leider vergessen. Und kann es auch nichtmehr nachschlagen. Es wäre purer Zufall, wenn ich genau diese Stelle zwischen all den Seiten wiederfinden würde.Beim Lesen von Paul Austers Opus magnum, von dem er sagt, er habe sein ganzes Leben darauf gewartet, dieses Buch zu schreiben, habe ich ein tiefes Glück empfunden, mitzuerleben, wie wundervoll dieses außergewöhnliche und originelle Buchkonzept aufgeht. Anfangs hat es mich ein wenig an »Die Möglichkeit einer Insel« von Michel Houellebecq erinnert, in dem sich die Perspektiven zweier Protagonisten abwechseln: Daniel 24 ist ein Klon des Daniel 1, und es liegen 2000 Jahre zwischen ihnen, wenn Daniel 24 das Tagebuch von Daniel 1 liest.Hier nun ein Roman, der viermal das Leben des Archibald Ferguson erzählt. Er liest sich wie ein Musikstück, das viermal die tragende Melodie in anderer Tonart variiert. Die Lebensmelodie des Archibald Ferguson klingt viermal überraschend anders. Dennoch fügen sich alle vier Teile zu einem fulminanten Gesamtwerk zusammen, da in allen Variationen die prägnantesten Motive wiederkehren, in diesem Fall also Orte, Menschen, Geschehnisse und Charaktereigenschaften, die immer wieder aufs Neue miteinander kunstvoll variiert und verwoben sind. Als spielte der Schriftsteller an einer Hammond Orgel und modulierte behutsam seine Komposition, damit sich mal der eine dann der andere Charakterzug von Archibald ausbildet, zum klingen kommt, um mit seinem Umfeld immer ein wenig anders zu interagieren.So liest man also viermal die Kleinkindzeit, dann viermal in Folge die ersten Schuljahre und so weiter, und jedesmal erfährt man eine kleine, manchmal große Abwandlung von Archibald Fergusons Leben. Mal ziehen die Eltern in die eine Kleinstadt, dann in eine andere, mal fällt der kleine Archibald vom Baum, bricht sich das Bein, und während er den ganzen Sommer liegen muss, denkt er darüber nach, was passiert wäre, wenn seine Eltern in eine andere Kleinstadt, in ein anderes Haus gezogen wären, in dessen Garten eben kein Baum gestanden hätte von dem er hätte fallen und sich das Bein brechen können... Dann rennt ein fast jugendlicher Archibald im Ferienlager übermütig kreischend durch den Regen in den Sturm hinaus, fühlt sich frei und glücklich, so glücklich, sein Leben noch vor sich zu haben, als der Blitz in eine Baumgruppe fährt und er von einem Ast erschlagen wird. Dann läuft der Roman nur noch mit drei Fergusons weiter.Zunächst hatte ich befürchtet, beim Eintauchen in die vier verschiedenen Lebensmöglichkeiten den jeweiligen Faden zu verlieren und vielleicht nicht mehr in der Lage zu sein, genau zuzuordnen, was welchem Ferguson im vorherigen Lebensabschnitt passiert ist, aber dem war nicht so. Ich habe mich in diesen Roman wunderbar fallen lassen können und wurde immer wieder durch kleinere, geschickt gestreute Erinnerungen in der Erzählung sanft aufgefangen, sodass mir schnell wieder einfiel, mit welchem der vier ich die Ehre hatte. Mal stirbt der Vater und Ferguson und seine Mutter ziehen nach New York, mal lassen sich die Eltern scheiden und der Vater entfernt sich aus ihrem Leben und sie bilden eine neue Patchworkfamilie. So wird Amy mal Fergusons Stiefschwester, mal seine Freundin, mal bleibt sie seine unerfüllte Liebe. Dass die Menschen, die um Archibald einen Personenkreis bilden, bis auf wenige Ausnahmen in fast jeder Biografievariation anwesend sind, aber nur eben verschieden starke Verbindungen zu ihm aufbauen und auch untereinander entwickeln, hat einen überaus großen Unterhaltungswert, wie auch das Glück und manchmal auch das Pech der anderen Figuren mitzuverfolgen. Mal geht der Vater pleite, mal wird er steinreich, mal wird die Mutter eine bekannte Fotografin, mal gibt sie ihr kleines Fotostudio auf...In Austers Roman scheint es mir jedoch nicht nur um den viel zitierten Zufall zu gehen, sondern auch um das Vergessen. In der Eingangsszene wird von Archibalds Großvater erzählt, der als russischer Jude nach Amerika kommt und ihm ein Mitreisender rät, sich Rockefeller zu nennen, wenn er gefragt würde. Und als er dann an der Reihe ist, ist ihm der Name schon entfallen, und er schlägt sich auf die Stirn und stammelt »I hob vargessen!« So bekommt er den Namen Ferguson, der das Vergessen schon in sich birgt.Wie auch in diesem Roman, verlieren einzelne Ereignisse durch das Vergessen an Relevanz, in der Erinnerung verschwimmt ein Leben zusammen mit all den Möglichkeiten, die es hätte haben können, zu einem einzigen. So werden ja auch wir auf unserem Schicksalsweg immer auch ein wenig von unseren anderen Ichs begleitet, die wir hätten sein können, wenn wir uns irgendwann anders entschieden hätten. Aber das wirklich Schöne ist doch die Erkenntnis, dass wir, egal was uns zustößt, im Kern immer dieselben bleiben.Wenn Bücher mit Büchern sprechen... Natürlich ist die Literatur das zentrale Thema von 4321, Archibald Ferguson ist introvertiert, liebt das Alleinsein und denkt sehr viel über das Leben nach. Mit all seinen Facetten ist er mir schnell ans Herz gewachsen, und besonders der adoleszente Archibald hat mich immer wieder an Marcel, den Protagonisten von Prousts »Auf der Suche nach der verlorenen Zeit« denken lassen. Und Archi liest sich durch den Kanon der Weltliteratur und entwickelt eine Schwäche für französische Literaten. Er liest sie alle – außer Proust und wird Journalist oder Lyriker und eine Ausgabe von ihm darf sogar in Paris bei einer Freundin seiner berühmten Fotografenmutter leben und einen Roman schreiben. Für seine Gedichte, die er aus dem Französischen übersetzt, findet er – der Lyriker – durch Freunde in New York einen kleinen Verlag, und für den Einband wählt er die Farbe Mauve. Mauve? Ist das nicht die Lieblingsfarbe von Marcel? Allerdings ist in Prousts Roman das zentrale Thema das Erinnern, nicht das Vergessen.4321 muss man als literarisches Gesamtkunstwerk begreifen, das einen absichtlich verwirren möchte, sodass man tatsächlich vergisst, welcher Ferguson welcher ist. Aber dafür sieht man den einen: Paul Auster hat sich in diesem geistreichen Gedankenspiel viermal selbst reproduziert, denn ist es nicht so, dass sich in den Romanfiguren das Ich eines Schriftstellers viel deutlicher zeigt und schöner zum Klingen kommt als in der Realität?Auf den letzten Seiten angelangt, las ich mit Gänsehaut, wie die Idee für den Roman nun wirklich zustande gekommen ist; sie basiert auf einen alten jüdischen Witz. Und die Geschichte findet wieder zum Anfang, wenn Archibald Ferguson beschließt, nach Paris zu reisen und genau diesen Roman über vier Fergusons zu schreiben.»Und als er am 25. August 1975 das letzte Wort schrieb, hatte das Manuskript einen Umfang von eintausendeinhundertdreiunddreißig Seiten mit doppeltem Zeilenabstand.«Da bekommt man direkt Lust, das Buch noch einmal von vorne zu lesen!

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    • 5
  • Rezension: 4 3 2 1

    4 3 2 1

    killmonotony

    06. May 2017 um 14:33

    Was für ein Koloss! Von vielen wurde „4 3 2 1“ als Opus Magnum Austers bezeichnet, und ich denke, das trifft durchaus zu! Zunächst eingeschüchtert von der Größe (1200 Seiten! Mein dickstes Buch bisher!), habe ich mich doch nicht direkt ran getraut. Doch einmal angefangen, flogen die Seiten nur so dahin. Es geht also um Archie Ferguson, nein, gleich vier Archies, die im Amerika der 50er/60er Jahre aufwachsen und erwachsen werden. Paul Auster erzählt die Lebensgeschichten von gleich vier Archie Fergusons, die „identisch, aber verschieden“ sind und durch anders verlaufende Ereignisse, anders getroffene Entscheidungen etc. jeweils ein völlig anderes Leben führen. Archie, der immer von der Liebe gebeutelt zu sein scheint, durchlebt die Zeit des Aufschwungs, des Krieges und der Revolution, und das an der Seite von Familie und Freunden (die sich natürlich auch unterscheiden, obwohl es gewisse Konstanten gibt). In der einen „Welt“ noch geliebt und glücklich mit seinem Traumjob, verfällt er doch bei der nächsten Version seiner Selbst in leichten Alkoholismus, ist immer auf der Suche nach der großen Liebe oder zumindest nach Sex, vom Unglück gejagt oder doch von Freunden umringt: Die vier Leben des Archibald Ferguson unterscheiden sich teilweise in seinen Eigenschaften und Charakterzügen, beispielsweise seinem Interesse an Politik, seinem Berufswunsch oder aber seinen Hobbys; andererseits gibt es auch äußere Faktoren, die sich in jeder Version unterscheiden: Archies familiäres Umfeld, sein Liebesleben, seine Verwandtschaft. Sein Leben fing gerade erst an, sagte Ferguson sich, sein Leben hatte noch nicht einmal begonnen, doch der wesentliche Teil von ihm war schon tot. Nach meinem zuletzt gelesenen Auster, „Travels in the Scriptorium“, der unter 200 Seiten füllt, ist „4 3 2 1“ natürlich das krasse Gegenteil mit seinen 1250 Seiten. Doch nachdem man einige Kapitel geschafft hat, bekommt man einen richtigen Lesefluss und die doch sehr langen Formulierungen werden immer angenehmer zu lesen. Am Anfang dachte ich allerdings, das gesamte erste Kapitel (1.0-1.4) sei eine Einleitung, bis ich dann in 1.4 erst mal gemerkt habe, dass die Überlegung Archies in einem der ersten Unterkapitel, wie es wäre, ein anderes Leben zu führen, direkt schon umgesetzt wurde! Völlig durcheinander musste ich die ersten Seiten erneut lesen. Dann haben mich anfangs diese Bandwurmsätze, die sich oft über ganze Seiten strecken, immer wieder dermaßen eingeschläfert, dass ich nicht so recht voran kam; vor allem schwierig, wenn man abends im Bett „nur noch bis zum Absatz“ lesen möchte, dieser aber nicht vorhanden ist.  Spätestens aber nach 300 Seiten ist man drin und der Schreibstil fesselt einen richtig. Zu Beginn des Buches bin ich auch mit der Annahme gestartet, dass doch bestimmt jedes der Kapitel zehn Jahre von Archies Leben erzählt, so dick, wie das Buch ist – doch weit gefehlt! „4 3 2 1“ berichtet von vier Leben Archies, jedoch nicht über seine 20er hinaus. Das mag jetzt ein wenig erschreckend klingen, ist auch so: Jedes kleine Detail seiner jungen Jahre wird detailgetreu wiedergegeben, alle Personen, die mit ihm verwandt oder befreundet sind, werden mit einer Lebensgeschichte bestückt, und diese „Tour de Force“ durch Archies Leben und sein Umfeld beschreibt auch jede Menge politische Ereignisse, was mich etwas gestört hat. Natürlich gehört es zum Leben eines Jeden, dass die Politik gewisse Entscheidungen oder Erlebnisse beeinflusst, aber da mich „so etwas“ nicht so sehr fesselt, war ich dann doch etwas genervt über die Detailtreue, die Auster jedem Ereignis betreibt. Ich finde Details und Vorgeschichten und das ganze Drum und Dran bei Charakteren sehr interessant und auch wichtig für die Geschichte, aber Auster berichtet viele, viele Seiten lang von politischen Ereignissen, die ich storytechnisch doch eher uninteressant fand. Durch die Detailtreue Austers sind allerdings alle größeren Charaktere (und sogar viele Nebencharaktere, selbst die kleinen Liebschaften Archies etc.) dermaßen ausgefleischt, es ist Wahnsinn! Auster hat es geschafft, dass man bei dem ganzen Verwandtschafts- und Freundesgewusel nicht durcheinander kommt und immer ein bisschen (oder ein bisschen mehr, je nach Person) Background hat. Ich mag den Erzählstil sehr; Es gibt einen omnipotenten 3. Person-Erzähler, der auch gerne mal Geschehnisse kommentiert oder mit seinem Wissen vorgreift und uns teast, was noch kommt. Das hat mir richtig gut gefallen, ich mag Erzähler, die in Erscheinung treten und z.B. auch gerne mal mit dem Leser kommunizieren. Die komplette Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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  • Variationen eines Lebens

    4 3 2 1

    UteSeiberth

    27. April 2017 um 08:58

    Im Mittelpunkt des Romans steht Archibald Ferguson,genannt Archie, der in Newark lebt und in den 50-ger Jahren dort aufwächst.Es sind 4 Versionen vom Leben des jungen Archie,einmal provinziell und bescheiden, dann kämpferisch und verwegen.Alle vier sind vollgepackt mit Abenteuern,Liebe und Lebenskämpfen eines unberechenbaren Schicksals.Manchmal etwas mühsam zu lesen sind die ausufernden Sätze,aber das scheint Austers Stilmittel zu sein in diesem Roman.Das Buch ist sehr lesenswert,aber man braucht einen langen Atemum es zu bewältigen.Es ist gleichzeitig ein episches Porträt der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Amerika,das finde ich besonders interessant an diesem Buch.

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  • Ein Meisterwerk!

    4 3 2 1

    Lysander

    24. April 2017 um 18:48

    „4 3 2 1“ ist nach längerer Zeit mal wieder ein Buch, das es in mein Bibliotheksregal der Allzeitfavoriten geschafft hat. Mir fällt für diese Leseerfahrung kein anderer Begriff ein als: beglückend! Warum gefällt mir dieser Roman so gut? (1)    „4 3 2 1“ ist Gesellschaftsroman, Familienroman, Campus-Roman, New-York-Roman, Bildungsroman, Entwicklungsroman in einem: Er ist für mich das, was ich als die „Great American Novel“ bezeichnen würde und angesichts der Vielschichtigkeit des Inhalts eine intellektuell wie emotional unglaublich bereichernde Leseerfahrung. (2)    Die Sprache Austers ist sehr flüssig, und obwohl die Sätze manchmal lang sind, ist der Text sehr einfach zu lesen. Die Sprache ist ausgesprochen virtuos, das ist auch eine große Leistung der Übersetzer. (3)    Der Roman spricht mich persönlich-biographisch sehr an. Zwar war ich noch ein kleines Kind zu der Zeit, in dem er hauptsächlich spielt (in den sechziger Jahren), aber einiges, was ich sehr diffus in Erinnerung habe (z. B. Ermordung Kennedys, Vietnam-Krieg, Blackpower-Bewegung) sehe ich nun klarer. (4)    Als ich im vergangenen Jahr in New York war, habe ich mich auch im Bezirk der Columbia University / Morningside Heights aufgehalten. Da viele Szenen dort spielen, konnte ich mir diese sehr gut bildlich vorstellen. (5)    Austers Roman ist in dem, was er an menschlicher Erfahrung transportiert so universell, dass ich fest davon überzeugt bin, hier Literatur zu lesen, die bleibt und so, wie wir heute noch Balzac oder Zola oder Fontane oder Henry James oder Tolstoi u. v. m. mit großem Gewinn lesen können, werden auch die verbleibenden Leserinnen und Leser der Zukunft dieses Werk wertschätzen. Ich möchte noch zwei Anregungen geben: In einigen Kommentaren hier habe ich gelesen, dass der Umfang des Romans abschreckend sei. Das kann ich gut verstehen und empfehle daher, sich dieses Buch vorzunehmen, wenn man mehrere Lesetage am Stück hat. Es ist schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Des Weiteren empfehle ich, sich einige kurze Notizen zu den 4 Fergusons zu machen, dann findet man sich wunderbar zurecht. Ich gäbe 6 Sterne, wenn das möglich wäre und hoffe, dass viele, viele sich diese Leseerfahrung nicht entgehen lassen.

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