Paul Auster Mann im Dunkel

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Inhaltsangabe zu „Mann im Dunkel“ von Paul Auster

In meinem Kopf: Die Welt! Der 72-jährige August Brill, ehemals Literatur-kritiker und Lebemann, liegt morgens um drei in einem dunklen Zimmer. Schlaflos, von seinen Erinnerungen und Phantasien getrieben, spinnt er sich eine Geschichte zusammen: Ein junger Mann erwacht in einem tiefen Erdloch. Schließlich befreit ihn ein Uniformierter und gibt ihm nebst einer geladenen Pistole den Auftrag, jenen alten Mann zu erschießen, dessen Kopf diese wundersam verkehrte Welt entspringt: ein Amerika im Krieg gegen sich selbst, ein Land, in dem der 11. September ein Tag ist wie jeder andere. 'Ein kleines, turbulentes, erotisches Meisterwerk' DIE ZEIT

Ich mag Auster sehr. Dieses Buch aber habe ich in seiner Intension nicht verstanden. Meiner Meinung nach, keine Glanzleistung.

— Kerstin_Westerbeck
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skurriles, humorvolles und literarisches Meisterwerk, ich kann es nur weiterempfehlen.

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  • Gutes Buch, aber kein Meisterwerk!

    Mann im Dunkel
    Toxicity74

    Toxicity74

    In Paul Austers 219 Seiten umfassenden Buch „Mann im Dunkel“ liegt der 72jährige ehemalige Literaturkritiker August Brill morgens um drei in seinem dunklen Zimmer und kämpft gegen die Schlaflosigkeit und die Gedanken an die Vergangenheit, die ihn quälen. Im Kampf gegen die Erinnerungen beginnt er eine Geschichte zusammenzuspinnen. Ein junger Mann erwacht in einem Amerika einer anderen Zeit. Er findet sich mitten in einem Krieg von Föderalisten wieder und bekommt den Auftrag August Brill, den Verfasser der Geschichte, zu töten. Wenn Brill nicht seine Geschichte weiter sinniert, denkt er über seine Tochter Miriam, in deren Haus er mitlebt, seit er nach einem schweren Unfall in seiner Mobilität eingeschränkt wurde und deren Tocher Katya nach. Seine Enkelin Katya trauert schon viel zu lange um ihren Lebensgefährten, der bei einem zivilen Einsatz im Irakkrieg entführt und getötet wurde. Sie lebt seitdem ebenfalls im Haus ihrer Mutter und Brill und sie haben es sich zur Gewohnheit gemacht, gemeinsam Filme zu schauen. Brill selber trauert ebenfalls und zwar um seine Frau Sonia, die vor einigen Monaten verstorben ist. Wie so oft, macht es Paul Auster einem nicht immer leicht, auf Anhieb hinter seine Geschichten zu blicken. Allerdings hatte ich bei diesem Buch zu sehr das Gefühl, dass es das Produkt einer Phase im Autorenleben war, in dem konkrete Ideen fehlten. Es gab verschiedene Erzählebenen und man könnte zumindest die Erinnerungen an August Brills Frau Sonia als einen roten Faden der Erzählung ausfindig machen. Allerdings ist auch das Amerika, dass sich im Irakkrieg befindet sowie wie daraus resultierende individuelle Betroffenheit dieses Krieges thematisiert. Alles in allem ist es sicherlich keine vergeudete Zeit, sich dieses Buch von Paul Auster vorzunehmen. Trotzdem gibt es ganz bestimmt bessere und nachhaltigere Werke von ihm. Auf dem Buchrücken wird ein Satz aus der Zeit über das Buch zitiert „ein kleines, turbulentes, erotisches Meisterwerk“. Das erotische in dem Buch hab ich tatsächlich nich ausfindig machen können, die anderen Attribute würde ich dagegen generell unterstreichen. Aber auch das Prädikat „Meisterwerk“ möchte ich in Frage stellen. Mein Urteil sind drei Sterne: ***

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  • 220 Seiten vollgepackt mit Geschichten

    Mann im Dunkel
    Xirxe

    Xirxe

    08. April 2014 um 12:18

    Nur eine Nacht umfasst die Rahmenhandlung dieses Buches, doch die Geschichten die darin erzählt werden, würden locker für eine ganze Woche ausreichen. August Brill, 72jähriger verwitweter Literaturkritiker, lebt seit einem Unfall der ihn zum Krüppel machte, bei seiner geschiedenen Tochter Miriam, die ebenso unglücklich ist wie er. Zu den Beiden gesellt sich noch Augusts Enkelin Katya, Miriams Tochter, die sich die Schuld am Tod ihres Ex-Freundes gibt und deren Lebensenergie gerade noch dazu ausreicht, sich gemeinsam mit ihrem Großvater Filme anzuschauen. Wie in fast jeder Nacht kann Brill nicht schlafen und so beginnt er, sich eine Geschichte auszudenken um möglichen Erinnerungen (und ganz besonders einer bestimmten) aus dem Weg zu gehen. Owen Brick lebt mit seiner Frau ein normales kleines Leben bis er sich eines Morgens in einer Grube wiederfindet, gekleidet in eine Soldatenuniform. Nach und nach wird ihm klar, dass er sich in einer Parallelwelt befindet - aber noch immer in der gleichen Zeit und im gleichen Land. Dort herrscht ein Sezessionskrieg, der schon Tausende Menschen das Leben gekostet hat. Und Owen wurde dazu ausgewählt, diese Barbarei zu beenden. Doch dafür muss er einen Menschen töten... Wie schon erwähnt, ist dies nicht die einzige Geschichte des Buches. Brill schreckt immer wieder aus seiner Phantasie auf und verliert sich dann in Erinnerungen, in denen ebenfalls wieder Geschichten erzählt werden, die ohne weiteres die Grundlage für ein eigenes Buch sein könnten. Es sind traurige Erzählungen, die aber zumindest ein kleines bisschen Trost enthalten: die Frau deren Mann verschwand, sie aber immer liebte; der SS-Offizier der das junge Mädchen hoffnungslos liebte und ihr und ihrer Familie zur Flucht verhalf; Owen Brick, der ein Land von einem Krieg befreien soll - doch um welchen Preis? Und Brills Leben selbst, der sich nie verzeihen kann, was er seiner geliebten Sonja antat... Es ist das erste Buch von Auster, das ich gelesen habe und ich bin hin und weg. Nicht nur dass er gut erzählen kann, er ist auch in der Lage diesen an sich schon packenden Geschichten so viel Hintergründiges mitzugeben, dass man ständig zum Weiterdenken angeregt wird. Da führen die USA mal keinen Krieg gegen Dritte - und schon erheben sie die Waffen gegeneinander. Oder welche Aussagekraft Gegenstände in Filmen entwickeln können - beeindruckend. Soll ein Mensch einen anderen töten, um das Leben vieler anderer zu retten? Suchte ich nach einem Motto für dieses Buch, wäre es 'Das Leben ist enttäuschend...' - ein Satz der in einem der beschriebenen Filme fällt und vermutlich jeder der Personen in diesem Haus zugeschrieben werden könnte. Doch 'Und die wunderliche Welt dreht sich weiter' - ein Zitat von Rose Hawthorne, das am Ende des Buches auftaucht und (irgendwie allen) wieder Mut macht.

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  • Rezension zu "Mann im Dunkel" von Paul Auster

    Mann im Dunkel
    Beagle

    Beagle

    14. December 2012 um 14:08

    August Brill ist verbittert. Nach dem Tod seiner Frau und einem schweren Unfall kurz darauf, scheint sein Leben ohne Sinn zu sein. Nachts liegt er schlaflos in seinem Bett und, um nicht an die Realität denken zu müssen, denkt er sich Geschichten aus. Der junge Owen Brick wacht in einem Erdloch auf. Um ihn herum herrscht Finsternis und seine verzweifelten Versuche, sich aus der misslichen Lage zu befreien, scheitern an den glatten Wänden seines Gefängnisses. Er trägt eine Uniform, doch kann er sich nicht daran erinnern, jemals in der Army gewesen zu sein. Und auch der Mann, der ihn schließlich aus dem Loch befreit, ist Sergant und scheint ihn zu kennen. Er erzählt ihm die unglaubliche Geschichte vom 2. Bürgerkrieg in den USA, dass manche Staaten sich loslösten, um separate Länder zu bilden. Dies alles spielt sich in einer Art Paralellwelt ab, die sich ein alter Mann aus Langeweile in seinen schlaflosen Nächten ausdenkt. Owen soll nun diesen Mann töten, damit der Schrecken ein Ende hat. „Mann im Dunkel“ ist nicht eines der besten Bücher von Paul Auster. Dafür fehlt ihm die von ihm so brillant umgesetzte Undurchsichtigkeit. Dennoch ist der Roman schön zu lesen und erinnert in manchen Passagen sogar ein wenig an Philip Roth.

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  • Rezension zu "Mann im Dunkel" von Paul Auster

    Mann im Dunkel
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. November 2012 um 17:24

    Paul Austers "Mann im Dunkel" ist ein kleines Kabinettsstück, welches den Leser in die Vergangenheit, in die Gegenwart und in die Gedanken des ehemaligen Literaturkritikers August Brill, der krank im Rollstuhl sitzt und nachts nicht schlafen kann, bringt. Um den Gedanken an die schrecklichen Geschehnisse rund um seine Familie zu entfliehen, denkt er sich eine Geschichte aus. Ein Mann wacht in einer Grube auf und weiß nicht, wie er hineingekommen ist. Er befreit sich, macht sich auf die Suche und erfährt, dass er sich zwar im Jahre 2007, aber in einem Bürgerkrieg befindet, die die Vereinigten Staaten untereinander führen. Um in sein altes Leben zurückzukehren, wird er beauftragt, einen Mann zu töten. Den Mann, dem der Bürgerkrieg zu verdanken ist - August Brill. Denn nur in dessen Gedanken existiert dieser Krieg, indem soviele Menschen sterben müssen. Soweit zum ersten Teil des Buches. Die Nacht schreitet voran und Brills Enkelin, die ein traumatisches Ereignis hinter sich hat und seitdem im Haus ihrer Mutter wohnt, in dem auch August Brill Zuflucht gesucht hat, klopft an dessen Tür. Sie reden über vieles, über Brills Vergangenheit, seine große Liebe Sonia, ihren Tod und über die Tragödie, die alle vereint und nicht schlafen läßt. Anfangs fand ich die Geschichte sehr skurril. Zunehmend nahm sie mich aber in den Bann. Die Idee, eine Geschichte in der Geschichte zu erzählen, gefiel mir, auch den Bogen, den diese zurück zu Brill bringt, hat etwas. Warum er diesen spannt, bleibt der Interpretation des Lesers überlassen: Selbstmordgedanken, moralische Verantwortung oder einfach nur Stilmittel? Man kann vieles daraus lesen. In der Mitte des Buches dann der Wechsel in die Gegenwart. Der Ausgangspunkt wird wieder hergestellt, wir erfahren, von welchen Gedanken sich die Familie ablenken will, warum Großvater und Enkelin nicht schlafen können. Eine Rückkehr in das Kopfkino erwarten wir vergeblich. Hochpolitisch ist das Buch, mit zahlreichen Anspielungen auf den Terror der Neuzeit, der auch anders hätte stattfinden können. 9/11, Irak oder Bürgerkrieg. Amerika als Ganzes ist traumatisiert. In der geschaffenen Parrallel-Traumwelt tobt sich Auster aus, um dann im Hier und Jetzt eine eigene Tragik zu erleben. Am Ende bleibt ein Satz: "Die wunderliche Welt dreht sich weiter" und dieser Satz läßt hoffen, dass die Familie ihren Frieden macht mit ihrer Vergangenheit und alle wieder schlafen können.

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  • Rezension zu "Mann im Dunkel" von Paul Auster

    Mann im Dunkel
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    08. August 2012 um 16:01

    "Jede Welt ist die Schöpfung eines Geistes" August Brill liegt in seinem Bett und erfindet die Geschichte eines Amerikas im Bürgerkrieg. Ein junger Mann erwacht plötzlich in dieser fremden Welt und erhält den Auftrag, Brill zu töten... Wieder ein Auster, der mich begeistern konnte! Über Giordano Brunos Viele- Welten Theorie konstruiert PA eine vielschichtige Diegese, die ständig auf einen narrativen Crash ihrer Fiktionsebenen zusteuert. Allein die Aussicht auf ein erzähltechnisches Feuerwerk dieser Art genügte, um mir den Puls dauerhaft hochzutreiben. Während man sich von der Geschichte um und von August Brill mitreißen lässt, bleibt nur gespanntes Warten auf den narrativen Knalleffekt und die Hoffnung, dass man sich in seiner Leseerwartung vom Autor nicht schon wieder auf eine falsche Fährte hat locken lassen... Handwerkliche Spitzenklasse spannend und einfach erzählt, dazu eine Geschichte, die einen nach dem Lesen noch wochenlang mit "Was - wäre- wenn" - Überlegungen beschäftigen kann. Herrlich!

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  • Rezension zu "Mann im Dunkel" von Paul Auster

    Mann im Dunkel
    Medienjournal

    Medienjournal

    26. May 2012 um 20:52

    Paul Auster ist ein meisterhafter Geschichtenerzähler, der mich jede Sekunde und jede Seite zu fesseln wusste. Das, in Verbindung mit der Viele-Welten-Theorie, macht Mann im Dunkel zu einem un- und außergewöhnlichen Leseerlebnis!

    Mehr gibt es unter:
    http://medienjournal-blog.de/2011/06/mann-im-dunkel-buch/

  • Rezension zu "Mann im Dunkel" von Paul Auster

    Mann im Dunkel
    Gruenente

    Gruenente

    03. July 2011 um 11:46

    Ein Mann liegt im Bett und kann nicht schlafen. Dast. gesamte Buch spielt eingetlich nur währden dieser einen Nach Er denkt sich eine Geschichte aus: ein Mann erwacht in einem tiefen Loch, wird von einem Soldaten herausgeholt und ist in einer anderen Welt. Die Geschichte hat irgendwann einen anderen Lauf genommen und jetzt herrscht Bürgerkrieg in den USA. Er soll den Urheber (ein alter Mann, der sich alles ausdenkt)) töten. Aber auch die Geschichte des Erzählers geht weiter. Er verlor selber vor kurzem seine Frau, hatte einen Unfall und lebt jetzt bei seiner Tochter, die eine schwierige Trennung hinter sich hat. Und die Enkelin lebt im Moment auch dort, schwer traumatisiert vom gewaltsamen Tod des Ex-Freundes, an dem sie sich die Schuld gibt. Die gesamten Lebensgeschichten werden aufgerollt. Alles in einer klaren, unprätentiösen Sprache. Die Schrecklichkeiten steigern sich immer, werden aber durch ein Ende, in dem es stark nach Aufbruch und Veränderung riecht wieder aufgehoben. "Und die wunderliche Welt dreht sich weiter"... Unbedingt lesenswert!

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  • Rezension zu "Mann im Dunkel" von Paul Auster

    Mann im Dunkel
    Duffy

    Duffy

    16. October 2010 um 10:42

    Keiner kann Geschichten in der Geschichte so gut erzählen und strukturieren wie Paul Auster. Auch mit diesem Roman ist ihm wieder ein Meisterwerk gelungen. Der ehemalige Literaturkritiker August Brill erlebt in einer schlaflosen Nacht nicht nur eine von ihm erdachte Geschichte von Amerika in einem fiktiven Bürgerkrieg der Neuzeit, sondern er lässt auch seine Ehe, deren Scheitern und die Versöhnung Revue passieren, verknüpft seine Geschichte mit der seiner Tochter und vor allem seiner Enkelin, die nach dem gewaltsamen Tod ihres Mannes im Irakkrieg einen neuen Halt sucht. Hinzu kommen im Laufe des Romans noch Episoden anderer Protagonisten, die sich mühelos einordnen und dem ganzen Werk zu einem in sich schlüssigen Abschluss verhelfen. Aus der Fülle des Materials würden andere Autoren drei bis vier Bücher machen. Auster schafft es, alles ohne eine Spur von Verwirrung zu hinterlassen, auf 200 Seiten. Es wäre lapidar, festzustellen, dass Auster mit jedem Buch besser wird, weil das schon fast nicht mehr möglich ist, aber verdammt noch mal, es ist nun mal so.

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  • Rezension zu "Mann im Dunkel" von Paul Auster

    Mann im Dunkel
    kleinfriedelchen

    kleinfriedelchen

    24. May 2010 um 10:44

    "Jede Welt ist die Schöpfung eines Geistes" Ein alter gehunfähiger Mann liegt des Nachts in seinem Bett. Er starrt an die dunkle Decke, der Schlaf will einfach nicht kommen. Um nicht von seinen quälenden Erinnerungen überfallen zu werden, erdenkt sich der alte Mann im Dunkel Geschichten. Er wohnt bei seiner Tochter, die nach Jahren der Ehe von ihrem Ehemann verlassen wurde und bei seiner Enkelin, deren Freund auf grausame Art ermordet wurde. Alle drei hadern sie mit ihrem Schicksal und versuchen jeder auf ihre Weise, der Realität zu entfliehen. Die Mutter in ihrer Arbeit an ihrem Buch, die Tochter im exzessiven Anschauen von Filmen und der Großvater in seinen selbst erdachten Geschichten. In eine davon nimmt er uns mit: Ein junger Mann namens Owen Brick erwacht, in die Uniform eines Soldaten von Rang gekleidet, in einem kreisrunden Loch. Als er daraus gerettet wird, muss er feststellen, dass es das Amerika, das er kannte, nicht mehr gibt. Kein 9/11, kein Krieg im Irak. Dafür aber einen Bürgerkrieg im eigenen Land. Diverse Staaten haben sich abgespalten und werden dafür von dem Präsidenten der Föderalisten, George W. Bush, angegriffen. Brick muss erfahren, dass es seine Aufgabe ist, diesen Krieg zu beenden. Dazu muss er nichts weiter tun, als die Person zu ermorden, die für all das verantwortlich ist und diese Welt erschaffen hat: den alten Mann im Dunkel… Es ist klar, Paul Auster rechnet in diesem Buch mit der kriegstreiberischen Amtszeit von George W. Bush ab. Er spielt an auf die Unrechtmäßigkeit dieser Regierung und auf die Sinnlosigkeit des Krieges und verleiht so seinen eigenen Zorn Ausdruck. Gleichzeitig spielt er mit den Realitäten und greift so die Idee des Philosophen Giordano Bruno auf, der glaubte, dass das Weltall unendlich ist und so auch die Anzahl der belebten Welten. Im Buch wechseln sich unsere Realität und die selbst erdachte Parallelwelt ab und lassen mich gebannt an den Seiten hängen. Verlust scheint in diesem Buch das Hauptthema zu sein: Verlust der Gesundheit, Verlust des Ehepartners, des Freundes, der Motivation, mit seinem Leben weiterzumachen. All das wird schnörkellos und mit klaren Worten beschrieben und lässt doch Raum für die Geschichte, engt sie nicht ein. „Mann im Dunkel“. Mein erster Kontakt mit dem Autor Paul Auster. Und sicherlich nicht das letzte Buch, das ich von ihm lesen werde. Eine klare Leseempfehlung!

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  • Rezension zu "Mann im Dunkel" von Paul Auster

    Mann im Dunkel
    rabaukin

    rabaukin

    07. December 2009 um 19:44

    Ich bin ein echter Paul Auster Fan, aber das Buch war nicht so meins. Es wirkt auf mich sehr am Reißbrett oder Flipchart konstruiert, unbeseelt. Ein alter Mann wartet jede Nacht im Bett liegend auf seinen Tod, imaginiert während der schlaflosen quälenden Nächte eine Person, die sich in Kriegsnöte verirrt mit Personen, denen sie nicht trauen kann an Orten, die sie nicht kennt und ist seltsam identitätslos und geworfen. Peng, da stirbt die Person mitten im Buch. Der alte, von seinen Träumen gequälte Mann bleibt am Leben und es findet ein Nachklang der Geschichte statt, die im letzten Drittel des Buches um das traurige Schicksal seiner Enkelin und ihres Freundes rankt und natürlich mit dem Vorhergehenden zu tun hat. Aber eben arg konstruiert. Ein Lesefluss hat sich nicht eingestellt, eher Anstrengung.

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  • Rezension zu "Mann im Dunkel" von Paul Auster

    Mann im Dunkel
    nickido

    nickido

    16. January 2009 um 18:58

    Auster at his best,eine faszinierende fiktive Geschichte Seitenweise fesselnd , Ende unvorhersehbar und unbestimmbar. Es liegt alles in der Hand des Meisters allles nochmal abzuwenden und der Geschichte unverhoffte Wege zu eröffnen.
    Schicksalhaft ist auch die Geschichte die sich nach der Hälfte auftut und die eine Menge realer Züge von Politik enthält.

  • Rezension zu "Mann im Dunkel" von Paul Auster

    Mann im Dunkel
    Oryx

    Oryx

    16. January 2009 um 12:01

    Und wieder ein gelungener Auster.
    Der Mann im Dunkel erzählt in einer einzigen Nacht so viel über das Leben, die Liebe und Beziehungen wie andere Bücher nicht auf 1000 Seiten.
    Absolut lesenswert!

  • Rezension zu "Mann im Dunkel" von Paul Auster

    Mann im Dunkel
    variety

    variety

    20. November 2008 um 10:31

    Reicht es, wenn ich schreibe "ein typischer Auster-Roman"? Ja und nein. Ja, weil August Brill, die Hauptperson im neuen Roman, Geschichten erlebt oder erfindet, die so eigentlich nur Auster beschreiben kann. Nein, weil diese allerdings nicht so versteckt oder leise angedeutet werden (bzw. verschachtelt sind) wie in anderen Büchern von ihm. Ich habe den Eindruck, dass das Alter immer mehr in seine Werke mit einfliesst, besonders gut zu spüren bei der Beziehung zwischen Vater und Tochter bzw. Enkelin. Aber das soll keine Kritik sein. Ich habe das Buch auf alle Fälle in einer Nacht und dem darauffolgenden Vormittag zu Ende gelesen.

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  • Rezension zu "Mann im Dunkel" von Paul Auster

    Mann im Dunkel
    Gracey_V

    Gracey_V

    12. November 2008 um 16:29

    August Brill ist ein alter Mann, der seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt und an Schlaflosigkeit leidet. So bringt er die Nächte damit zu, an die Decke zu starren und sich Geschichten auszudenken; es entsteht eine Geschichte in der Geschichte. Brills Protagonist heißt Owen Brick, ist von Beruf Zauberer und findet sich nach dem Aufwachen unerklärlicherweise in einem dunklen Loch wieder, in einer Welt, die dem wirklichen Amerika ähnlich zu sein scheint, dessen Geschichte aber ganz andere Wendungen genommen hat. Nach seiner Befreihung und einigen Gesprächen stellt sich heraus: Der um 1600 verbrannte Philosoph Giordano Bruno soll recht gehabt, Brick in einer Parallelwelt gelandet sein. In dieser Welt herrscht ein Bürgerkrieg, seit sich mehrere Staaten vom Rest des Landes unabhängig erklärt haben; Ereignisse wie der Krieg im Irak oder die Anschläge auf das World Trade Center sind dagegen nie passiert. Letztendlich bekommt Brick einen Auftrag: Er soll eine bestimmte Person töten, und zwar jene, die sich den Krieg im alternativen Amerika erdacht hat... Brills Geschichte wird zwischendurch immer wieder unterbrochen, sodass man Gelegenheit hat, etwas über Brill und seine Familie zu erfahren, die aus ihm selbst, seiner Tochter Miriam und deren Tochter Katya besteht. Das mag eine ungewohnte Konstellation sein, aber alle drei haben etwas gemeinsam: Sie alle haben eine ihnen nahestehende Person verloren und können die Gedanken an diese nicht abschütteln. Zwischendurch ziehen sich zudem immer wieder verschiedene Erinnerungen Brills durch das Buch. "Mann im Dunkel" ist ein interessantes Buch, denn Paul Auster schafft es auf ansprechende Weise, zwei eigentlich unabhängige Geschichten miteinander zu verstricken, erzählt sowohl eine spannende Sciene-Fiction-Story in einem alternativen Amerika ("Was wäre, wenn...?") und die Geschichte dreier Personen, die ihre Trauer zu bewältigen suchen. Das schafft teilweise Verwirrung, macht das Weiterlesen aber auch interessant. Die zwischendurch eingestreuten Erinnerungen Brills - die eigentlich schon als eigenständige Geschichten stehen könnten - sorgen für eine angenehme Abwechslung; man findet quasi mehrere Geschichten in einer Geschichte. Auch vom Stil her lässt sich das Buch gut lesen - Auster verzichtet nämlich auf zu komplexe Satzstrukturen, aber dass er bei gesprochener Rede auf die entsprechenden Satzzeichen verzichtet, hat mich dann doch ein wenig überrascht. Soll das ein neues Stilmittel in moderner Literatur sein? Ich fand es jedenfalls stören, da ich manchmal nicht direkt wusste, wer spricht. Während das Buch vielversprechend anfängt, lässt die Handlung zum Ende hin leider nach und auch das plötzliche Ende der Brick-Geschichte hat mich ziemlich ratlos zurückgelassen, sodass ich vermute, dass der Leser sich sicher irgendetwas hineininterpretieren soll. Dazu bin ich nicht der Typ, also lasse ich es sein. Schade, wenn der Autor seinem anfänglichen Erzählstil treu geblieben wäre, hätte mir das Buch wohl besser gefallen, denn den Anfang finde ich sogar ziemlich gut. Wirklich schade.

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  • Rezension zu "Mann im Dunkel" von Paul Auster

    Mann im Dunkel
    Mondfrau

    Mondfrau

    19. October 2008 um 00:23

    Vom Thema her ist das Buch eigentlich nicht so meins, aber weil es von Paul Auster ist, habe ich es doch gelesen. Und ich fand es toll! Zwar habe ich nicht alle Zusammenhänge gleich erfasst, aber durch die Lesung mit dem Autor vieles besser verstanden. Daher werde ich es sicherlich nochmals lesen, am liebsten im Original!

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