Paul Beatty

 4 Sterne bei 24 Bewertungen
Autor von Der Verräter, The Sellout und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Paul Beatty

Paul Beatty wurde 1962 in Los Angeles geboren, absolvierte dort die High School und zog anschließend an die Ostküste der USA, um dort kreatives Schreiben am Brooklyn College zu studieren. Außerdem erlangte an der Boston University einen Master in Psychologie. Bevor er sich als Schriftsteller selbstständig machte, trat er als Poetry-Slammer auf. Sein zweiter Roman "Slumberland" spielt in Berlin und handelt von einem amerikanischen DJ. Sein neuester Roman "The Sellout" ist ein satirisches Werk über die Beziehungen von Schwarzen und Weißen in den USA, für das Beatty 2015 den National Book Critics Circle Award sowie 2016 den Man Booker Prize erhielt. Er ist somit auch der erste US-amerikanische Autor, der den britischen Literaturpreis gewonnen hat. Paul Beatty lebt zur Zeit in New York City.

Alle Bücher von Paul Beatty

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Cover des Buches Der Verräter (ISBN:9783630875750)

Der Verräter

 (14)
Erschienen am 15.10.2018
Cover des Buches Slumberland (ISBN:9783596186136)

Slumberland

 (4)
Erschienen am 05.12.2011
Cover des Buches Schlechter tanzen (ISBN:9783442716654)

Schlechter tanzen

 (2)
Erschienen am 12.11.2018
Cover des Buches Der Sklavenmessias (ISBN:9783871343032)

Der Sklavenmessias

 (0)
Erschienen am 01.01.1999
Cover des Buches Slumberland (ISBN:9783442716678)

Slumberland

 (0)
Erschienen am 10.06.2019
Cover des Buches The Sellout (ISBN:9780374260507)

The Sellout

 (4)
Erschienen am 03.03.2015
Cover des Buches Tuff (ISBN:9780099277057)

Tuff

 (0)
Erschienen am 04.10.2001
Cover des Buches Hokum (ISBN:1596911484)

Hokum

 (0)
Erschienen am 10.01.2006

Neue Rezensionen zu Paul Beatty

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Rezension zu "Slumberland" von Paul Beatty

Großartige Literatur für jeden mit Sinn für doppelte Böden
GAIAvor 5 Monaten

Von diesem Roman von Paul Beatty bin ich sehr begeistert. Erst vor kurzem habe ich diesen Autor durch seine aktuelle Veröffentlichung "Der Verräter" entdeckt, wofür er den Man Booker Prize erhielt. Dieses 10 Jahre jüngere Werk bleibt jedoch kaum hinter dem preisgekrönten Werk zurück.

Wir begleiten einen aus Los Angeles stammenden DJ Ende der Achtziger Jahre nach Westberlin auf die Suche nach einem verschollenen Jazzmusiker. Während der Suche findet der Protagonist viel mehr als nur diesen sondern auch noch viele abgefahrene Begegnungen und zwischendurch auch noch eine einstürzende Mauer. Das Buch fesselt von Beginn an und hält mit seiner abstrusen Handlung durchweg das Interesse des Lesers, auch wenn dieser kaum die Chance hat, alle doppelten Böden zu erkennen und verstehen, mit denen der Roman Beatty-typisch gepflastert ist.

Beatty beschreibt mithilfe seines Ich-Erzählers in seinem Roman durch eine selbstironischen Passage seine eigene Literatur am passendsten, sodass ich diese hier zitieren möchte, da ich keine besseren Worte finde:
"Ich liebe diese Sorte Bücher. Schwarze Tweedsakkohochkultur, kombiniert mit der Flapsigkeit der Straße, Ehrlichkeit im Umgang mit der Schande des Rassismus, gepaart mit Unehrlichkeit, was deren Ausdrucksformen angeht. Wie die Autoren sind die Protagonisten immer billante, unterschätzte Männer auf der Suche nach Anerkennung durch die Weißen, also Selbstbestätigung. Ich kenne diese Vögel.[...]"

In diesem Sinne, möchte ich dieses Buch allen ans Herz legen, die diese Beschreibung schon mal interessant finden. Viel Spaß dabei, denn es gibt viel zu lachen über den bitterbösen Witz des Paul Beatty.

p.s. Erwähnenswert finde ich, dass das hier abgebildete Cover vom S.Fischer Verlag nicht annähernd an die Blumenbar(Aufbau Verlag)-Ausgabe herankommt, die ich vor mir liegen habe!

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Rezension zu "Der Verräter" von Paul Beatty

Ein Buch, wie ich es noch nie gelesen habe. Großartig.
GAIAvor 8 Monaten

Paul Beatty öffnet in diesem Roman die Landkarte genau über dem Örtchen Dickens. Ein zu Los Angeles eingemeindeter Ort, der früher größenteils schwarz, nun mit anderen Minderheiten durchsetzt ist. Der Ich-Erzähler des Romans, welcher Der Verräter genannt wird, lässt nach und nach zu, dass ein alter Kautz aus der Nachbarschaft zu seinem Sklaven wird und arbeitet später aktiv daran durch subtile Aktionen die Rassentrennung wieder einzuführen, um die Lebensqualität der Bewohner wieder zu steigern. Erstaunlicherweise gelingt dies im Verlauf des Romans immer besser. 


Und dies ist auch die Stelle, an dem der Roman eins der vielen Tabus bricht. Nämlich die These aufzustellen, dass eine verbotene Rassentrennung nicht Gleichheit bedeuten muss und somit das erneute Ziehen von Grenzen auch Verbesserungen innerhalb einer Community bringen kann. 

Stilistisch vermittelt Beatty dies durch eine hervorragend präzise Sprache. Er erschafft ausufernde Sätze von bestechender Intelligenz und Schlagkraft. Man möchte jeden einzelnen Satz dreimal lesen, um auch wirklich jede darin liegende Bedeutung zu erfassen. Gefühlt ist jeder Satz in diesem Roman wichtig, nichts darf auch nur leicht unkonzentriert überflogen werden, sonst würde man einen wichtigen doppelten Boden vielleicht übersehen. Hier ist die deutsche Übersetzung von Henning Ahrens besonders hervorzuheben. Die Sprache wechselt von detaillierten wissenschaftlich-psychologischen Betrachtungen übergangslos zu grasverrauchtem Philosophieren. Wirklich großartig. 

Die Tatsache, dass der verstorbene Vater des Protagonisten wissenschaftlich arbeitender Psychologe gewesen ist, dessen obskuren Experimente wir in Rückblicken erzählt bekommen, ist ein toller Schachzug. So können intraindividuelle wie auch Inter/Intragruppen-Prozesse auf wissenschaftlich immer korrekte Weise verdeutlicht werden. Für den lesenden Psychologen sind auch immer mal wieder sehr gute Insiderwitze über z.B. die APA mit dabei.

Der Roman schafft es, dass sich der Leser Fragen stellt, die er sich aufgrund von häufig selbst auferlegter political correctness nicht zu fragen traute. Auch als weißer deutscher Leser werden mir so Themen und Standpunkte nahe gebracht, die wenig mit unserer Lebenswirklichkeit hier zu tun haben. 
Ich finde dieses Buch absolut empfehlenswert, weil man nicht nur eine Menge lernt, sondern auch eine Menge lacht. Gut unterhalten zu werden und gleichzeitig wichtige Denkanstöße bezüglich Rassismus etc. zu bekommen, passiert einem nicht häufig auf so unglaublich hohem Niveau. Paul Beatty hat hierfür vollkommen verdient als erster Amerikaner den britischen Man Booker Prize erhalten und ich habe mir gleich frühere Veröffentlichungen gesichert, um meine bisherige Unkenntnis dieses grandiosen Autors schnellstmöglich aus der Welt zu schaffen.

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Rezension zu "Der Verräter" von Paul Beatty

Eine gute Idee, mir zu sperrig umgesetzt
leserattebremenvor 9 Monaten

Die Hauptfigur des Romans und gleichzeitig der Erzähler nehmen uns mit auf eine turbulente Reise in das Städtchen Dickens, eine Stadt im Untergang. Als sein Vaters stirbt, entwickelt er einen Plan, um seine Stadt vor Gentrifizierung und einer regelrechten Auslöschung von der Karte zu schützen. Es geht um Rassentrennung, vermeintliche Gleichheit, die sich aber eher durch Unterschiede auszeichnet und eine verrückte Idee: Die Wiedereinführung der Rassentrennung zur Aufwertung der Stadt.
Ich habe vorher sehr viel gutes von dem Buch gehört und Paul Beatty nimmt seine Leserinnen und Leser wirklich mit auf einen wilden Ritt, er führt ihnen ihre verkrusteten Denkmodelle genauso vor wie die Tatsache, dass ein schwarzer Präsident noch lange keine Diskriminierung verhindert oder ein Garant für Gleichheit ist. Für mich ist es einfach eine verrückte Geschichte, unterhaltsam aber auch mit ein paar schwächeren Stellen. Das großartige Lob, das dieses Buch erhalten hat, kann ich leider nicht ganz nachvollziehen. Mir ist die Geschichte einfach zu zerfasert und nicht klar genug erzählt, um wirklich reinzukommen und als Leser auch mitgenommen zu werden. Die Idee hinter der Geschichte hat mir sehr gut gefallen, ich hätte mir nur eine etwas klarere Umsetzung gewünscht.
Paul Beattys Roman „Der Verräter“ wurde von der Literaturkritik bejubelt, mir hat der Roman gut gefallen, überragend fand ich ihn jedoch nicht, auch wenn die Idee sehr gelungen ist.  

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Paul Beatty wurde am 01. Januar 1962 in Los Angeles (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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