Paul Beatty

 3.8 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von Der Verräter, Slumberland und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Paul Beatty

Paul Beatty wurde 1962 in Los Angeles geboren, absolvierte dort die High School und zog anschließend an die Ostküste der USA, um dort kreatives Schreiben am Brooklyn College zu studieren. Außerdem erlangte an der Boston University einen Master in Psychologie. Bevor er sich als Schriftsteller selbstständig machte, trat er als Poetry-Slammer auf. Sein zweiter Roman "Slumberland" spielt in Berlin und handelt von einem amerikanischen DJ. Sein neuester Roman "The Sellout" ist ein satirisches Werk über die Beziehungen von Schwarzen und Weißen in den USA, für das Beatty 2015 den National Book Critics Circle Award sowie 2016 den Man Booker Prize erhielt. Er ist somit auch der erste US-amerikanische Autor, der den britischen Literaturpreis gewonnen hat. Paul Beatty lebt zur Zeit in New York City.

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Schlechter tanzen

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Neu erschienen am 12.11.2018 als Taschenbuch bei btb.

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Der Verräter

Der Verräter

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Erschienen am 15.10.2018
Slumberland

Slumberland

 (3)
Erschienen am 05.12.2011
Schlechter tanzen

Schlechter tanzen

 (1)
Erschienen am 12.11.2018
Slumberland

Slumberland

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Erschienen am 10.06.2019
Der Sklavenmessias

Der Sklavenmessias

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Erschienen am 01.01.1999
The Sellout

The Sellout

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Erschienen am 05.05.2016
The Sellout: A Novel

The Sellout: A Novel

 (1)
Erschienen am 01.03.2016
Heron Fleet

Heron Fleet

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Erschienen am 07.02.2013

Neue Rezensionen zu Paul Beatty

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Rezension zu "Der Verräter" von Paul Beatty

Eine gute Idee, mir zu sperrig umgesetzt
leserattebremenvor 4 Stunden

Die Hauptfigur des Romans und gleichzeitig der Erzähler nehmen uns mit auf eine turbulente Reise in das Städtchen Dickens, eine Stadt im Untergang. Als sein Vaters stirbt, entwickelt er einen Plan, um seine Stadt vor Gentrifizierung und einer regelrechten Auslöschung von der Karte zu schützen. Es geht um Rassentrennung, vermeintliche Gleichheit, die sich aber eher durch Unterschiede auszeichnet und eine verrückte Idee: Die Wiedereinführung der Rassentrennung zur Aufwertung der Stadt.
Ich habe vorher sehr viel gutes von dem Buch gehört und Paul Beatty nimmt seine Leserinnen und Leser wirklich mit auf einen wilden Ritt, er führt ihnen ihre verkrusteten Denkmodelle genauso vor wie die Tatsache, dass ein schwarzer Präsident noch lange keine Diskriminierung verhindert oder ein Garant für Gleichheit ist. Für mich ist es einfach eine verrückte Geschichte, unterhaltsam aber auch mit ein paar schwächeren Stellen. Das großartige Lob, das dieses Buch erhalten hat, kann ich leider nicht ganz nachvollziehen. Mir ist die Geschichte einfach zu zerfasert und nicht klar genug erzählt, um wirklich reinzukommen und als Leser auch mitgenommen zu werden. Die Idee hinter der Geschichte hat mir sehr gut gefallen, ich hätte mir nur eine etwas klarere Umsetzung gewünscht.
Paul Beattys Roman „Der Verräter“ wurde von der Literaturkritik bejubelt, mir hat der Roman gut gefallen, überragend fand ich ihn jedoch nicht, auch wenn die Idee sehr gelungen ist.  

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Rezension zu "Der Verräter" von Paul Beatty

Eine bitterböse Fiktion, die den Vereinigten Staaten unter Trump den Spiegel vorhält
Haversvor 5 Tagen

Ein kühnes Gedankenexperiment, das sich der Autor und ehemalige Poetryslammer Paul Beatty in seinem 2016 mit dem Man Booker Prize ausgezeichneten Roman „Der Verräter“ (The Sellout, 2015) erlaubt. Es ist eine, im besten Sinne, respektlose Abrechnung mit der amerikanischen Gesellschaft, die sich auf Rassismus und Diskriminierung gründet und dies auch während der achtjährigen Amtszeit Obamas nicht überwunden hat. Im Gegenteil, dessen Nachfolger ist redlich bemüht, zugeschüttete Gräben wieder aufzureißen bzw. neue auszuheben und die gesellschaftliche Spaltung weiter voranzutreiben.

Beatty nutzt das literarische Mittel der Satire. Inhaltlich unterfüttert er diese mit zahlreichen Rassismen, nicht nur aus Alltag sondern auch aus Wissenschaft, Film und Literatur. Das beginnt schon bei dem Namen des fiktiven Handlungsorts: Dickens (!), ein heruntergekommener Vorort von Los Angeles. Den Stadtvätern ein Dorn im Auge, für die Immobilienhaie nach entsprechenden Investitionen ein äußerst lohnendes Objekt. Aber auch Heimat für die dort seit Generationen lebenden Afroamerikaner, die stolz auf ihr Viertel sind. So auch der Ich-Erzähler, dessen Vater (Sozialwissenschaftler) sein Leben lang die Bürgerrechte hochgehalten und besänftigend auf seinen Sohn und die zornigen jungen Männer eingeredet hat. Immer hoffend, mit gefälligem Verhalten die Akzeptanz der (weißen) Öffentlichkeit zu erlangen. Doch dann wird er erschossen, und der Sohn verliert nicht nur den Vater sondern auch seinen moralischen Kompass. Anpassung ist das Wort der Stunde für ihn, und so kommt er zu dem irrigen Schluss, dass nur Segregation Erfolg garantiert und der Schlüssel zur Lösung aller Probleme ist. Sein Konzept zur Rassentrennung kommt an, bei Schwarz und Weiß. Endlich weiß jeder wieder, wo sein Platz ist. Und so mutiert der Ich-Erzähler zum Sklavenhalter. Einen willigen Gefolgsmann findet er auch. Ein alter Schauspieler, einst zum Cast der „Kleinen Strolche“ gehöhrend, lässt sich bereitwillig von ihm zum Sklaven machen. Und schon bald übernehmen auch öffentliche Institutionen in Dickens dieses „Erfolgsmodell“…

Sprachlich auf höchstem Niveau (dem Übersetzer Henning Ahrens sei Dank), bitterböse und entlarvend, jenseits aller „political correctness“. Ein Roman, der mit Vorurteilen spielt, sie auf Gag-Niveau bringt, das aber so raffiniert bewerkstelligt, dass einem das Lachen schon im Ansatz im Halse steckenbleibt. Eine Fiktion, die den Vereinigten Staaten unter Trump den Spiegel vorhält. Hoffnungslos überzeichnet – oder etwa doch nicht?


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Rezension zu "Der Verräter" von Paul Beatty

Ein sehr wichtiges Thema
NeriFeevor 14 Tagen

Paul Beatty schreibt in seinem Buch "Der Verräter" auf kluge, sarkastische und auch bittere Weise, wie gespalten die Menschheit bezüglich Ethnie noch immer ist. Das Buch erschien 2018 im Luchterhand Verlag.

Darum gehts

Der Erzähler lebt in Dickens, einem Vorort von Los Angeles, welches einen Brennpunkt darstellt. Die fast ausnahmslos schwarzen Bewohner von Dickens sind stolz auf ihre Herkunft und auf Dickens. Sie zelebrieren ihr Leben dort und sehen sich als einheitliche Macht gegen die Weißen. Der Erzähler lebt ein friedliches Leben, bis sein Vater, ein Bürgerrechtler durch Polizeigewalt stirbt. Plötzlich ändert sich alles.

Die Grundidee des Buches ist ohne Frage genial. Den deutschen Titel finde ich wenig gelungen, was mir leider häufig so geht. Ich muss sagen, dass mir der Anfang gut gefiel, ich dann aber immer mehr Schwierigkeiten hatte, mich dem Buch zu widmen. Es wird immer anstrengender und die gut konzipierte Story verliert an Reiz. Der Erzählstil ist angenehm und verständlich, der Inhalt durchaus anspruchsvoll (was die Thematik vorgibt). Beatty schreibt rau und launisch, erbarmungslos und sarkastisch.

Die vielen Details und die Fülle an Ereignissen führten dazu, dass ich immer wieder aus dem Konzept gebracht wurde und es einem Kampf glich, beim Lesen alles immer wieder von Neuem aufzuarbeiten. Dennoch wollte ich die Geschichte unbedingt zu Ende lesen und wissen, was mich noch erwartet. Der sarakstische Unterton war für meinen Geschmack hier und da überflüssig, bisweilen nicht angebracht.

Ungeschönt und ehrlich beschreibt Beatty die Lücke, die noch heute zwischen Schwarz und Weiß klafft. Ein zuweilen axnstrengendes aber ein sehr wichtiges Buch!

Ich danke dem Luchterhand-Verlag!

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Zusätzliche Informationen

Paul Beatty wurde am 01. Januar 1962 in Los Angeles (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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von 1 Lesern aktuell gelesen

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