Paul Celan

 4.5 Sterne bei 133 Bewertungen
Autor von Die Gedichte, »Todesfuge« und andere Gedichte und weiteren Büchern.
Paul Celan

Lebenslauf von Paul Celan

Musikalität und Formklang: Der deutschsprachige und jüdische Lyriker Paul Celan wurde 1920 unter dem Namen Paul Antschel in Czernowitz, ehem. Rumänien, geboren. Der Name Celan ist ein Anagramm der rumänisierten Namen Ancel. Seine Eltern starben beide in Konzentrationslagern. Celan selbst musste ebenfalls in Arbeitslagern Zwangsarbeit leisten und kam nie über den Tod seiner Eltern hinweg. In vielen seiner Werken kann man sein Trauma nachempfinden. Nachdem er über Ungarn und Wien nach Paris flüchtete, lebte er fortan dort und begann zu publizieren.Dort arbeitete er als Lektor und veröffentlichte seine ersten Gedichte. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Mohn und Gedächtnis", "Von Schwelle zu Schwelle", "Sprachgitter" und "Atemwende". Celan starb am 20. April 1970 in Paris, wo er seine letzten Jahrzente verbracht hatte.

Neue Bücher

»Mikrolithen sinds, Steinchen«

Neu erschienen am 11.12.2018 als Taschenbuch bei Suhrkamp.

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Die Gedichte

Die Gedichte

 (35)
Erschienen am 31.01.2005
»Todesfuge« und andere Gedichte

»Todesfuge« und andere Gedichte

 (9)
Erschienen am 23.09.2009
Die Niemandsrose / Sprachgitter

Die Niemandsrose / Sprachgitter

 (7)
Erschienen am 26.10.2017
Gedichte in zwei Bänden

Gedichte in zwei Bänden

 (7)
Erschienen am 09.09.1975
Liebesgedichte

Liebesgedichte

 (7)
Erschienen am 25.08.2003
Briefwechsel

Briefwechsel

 (6)
Erschienen am 21.09.2009
Mohn und Gedächtnis

Mohn und Gedächtnis

 (6)
Erschienen am 26.03.2012
Die Hand voller Stunden

Die Hand voller Stunden

 (5)
Erschienen am 01.01.1999

Neue Rezensionen zu Paul Celan

Neu

Rezension zu "Die Gedichte" von Paul Celan

Wörter, die die Sinne schärfen
leseflussvor 5 Monaten

Seine Gedichte werfen Bilder in die Augen. Seine neuen Wörter scheinen aus einer fremden Welt zu kommen, sind vielzählig und unverkennbar einprägsam. Schöpfungen wie "Lichtzwang", "Sehstein", "Herzschall-Fibeln", "Finsterzwille", "Abgrundvers", "Schlaffarbe", "Freiaugen", "wildernde Überzeugung", "abweltweiß", "durchvatert" oder "geursprungt" zeigen, dass er ein bildersüchtiger Lyriker war. "Die Schwüle sprachloser Lieder", "meiner Verzweiflung lautlose Geduld" - mittels Sprache schuf Paul Celan eine "entdinglichte Welt". Er war ein Philosoph und Mystiker, immer auf der Suche nach dem Absoluten, sah die Lyrik selbst als Mystik an und chiffrierte daher seine Gedichte. So blieben die meisten Worte rätselhafte Gedankenbilder, auch wenn er seinen Lesern empfahl: "Lesen Sie! Immerzu nur lesen, das Verständnis kommt von selbst".

 

Wiedemanns nüchterner, auf Deutung verzichtender Kommentar

Barbara Wiedemann hat sich an die Schwierigkeiten und grundlegenden Widersprüche des  lyrischen Werkes von Paul Celan gewagt und 2003 eine fundierte kommentierte Gesamtausgabe herausgegeben. Dazu wählte sie "eine bewusst nüchterne, auf Deutung im eigentlichen Sinne verzichtende Form", wie es im Vorwort heißt, denn "mit der Kenntnis bestimmter Hintergründe, Wortbedeutungen oder Quellen ist ein Gedicht keineswegs 'verstanden'". Was der Leser des umfangreichen Bandes findet ist keine festgelegte Interpretation des Celanschen Werkes, sondern sind ausführliche Informationen zu jedem einzelnen Gedicht. Widmungen und Namen werden erklärt, biografische Anspielungen erläutert und durch bisher nicht bekannte Entwürfe von Texten ergänzt. Erst durch die vielen Querverweise und hergestellten Verbindungen zwischen Celans Gedichten machte Barbara Wiedemann ein tieferes Textverständnis seiner Lyrik möglich.

 

Beachtliche Edition

Die Autorin hat eine beachtliche Edition zusammengestellt, die jedoch "dem Leser eine intensive Auseinandersetzung mit dem Gedichttext nicht abnehmen kann", wie sie im Vorwort bemerkt. Der Band besteht aus fünf Abschnitten. Die Gedichte teilen sich auf circa 500 Seiten in die Bereiche "I Von Paul Celan zu Lebzeiten publizierte Gedichte" und "II Aus dem Nachlaß publizierte Gedichte". Danach folgt der mehr als 400-seitige Kommentar Wiedemanns, dann ein Verzeichnis der Gedichte in alphabetischer Form und zuletzt ein vollständiges Inhaltsverzeichnis.

 

Paul Celan und der Leser

Mit Paul Celans Werk vollzog sich ein Neubeginn in der deutschen Nachkriegsliteratur. Niemand schrieb präziser und ausführlicher als er. Seine Sätze schärfen noch heute die Sinne. Celan lag viel am jüdischen seiner Gedichte, wie er immer betonte. Das jüdische Schicksal setzte er gleich mit dem Menschenschicksal überhaupt. Dadurch wird der Leser, egal welcher Religion er zugehört, direkt angesprochen. Es geht um ihn, den Leser.

 

Das "hellgeatmete Nein"

Beim und durch das Entschlüsseln seiner Worte wird deutlich, dass Celan ein Zweifler war, ein Skeptiker, der Angst hatte und der es "schwer und schwer und schwer" hatte. Er war ein Heimatloser, "heimgeschmerzt" von der Suche eines Ortes, den er sein zu Hause nennen konnte. Doch der, der durch Flucht dem Holocaust entkommen ist, blieb ein lebenslanger Flüchtling. Weder in Paris noch in Israel oder Deutschland fand er, was er herbeisehnte. Das "hellgeatmete Nein" muss wohl allgegenwärtig gewesen sein in seinen Gedanken an einen geografischen Lebensmittelpunkt.

 

Paul Celan wurde 1920 als Paul Antschel in Czernowitz -ehemals Rumänien, heute Ukraine- in einer deutschsprachigen, jüdischen Familie geboren. Er "zackerte", will heißen: Er arbeitete unentwegt und datierte seine Texte oft bis auf die Minuten genau. Er war ein engagierter Lyriker und Übersetzer und erhielt unter anderem den Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung im Jahr 1960. Mit noch nicht ganz 50 Jahren resignierte er jedoch, sagte "Nein" zum Leben und beging im April 1970 Selbstmord.

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J

Rezension zu "Briefwechsel" von Paul Celan

Nur in der Kunst gelungen
jamal_tuschickvor 5 Jahren


Eine von Prüfungen erschütterte Liebe verband den Dichter der „Todesfuge“, Paul Celan  (1920 – 1970), mit der Künstlerin Gisèle Celan-Lestrange (1927 – 1991). Sie vollzog sich im Schatten der großen Nähe zwischen Celan und Ingeborg Bachmann. Sie wurde überschattet auch von der seelischen Zerrüttung des Lyrikers aus der Bukowina, der erst in den späten vierziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts in Paris einen Ort zum Leben fand. „Zu leben“ taucht als große Beschwörung immer wieder in den Briefen auf, die Celan an Gisèle Celan-Lestrange schrieb.

Das Paar begegnete sich 1951 und heiratet drei Jahre später. Gisèle, eine Tochter aus gutem Haus, ist von dem Dichter, der sich als Lehrer an der Ecole Supérieur erhält, bis zur Selbstaufgabe eingenommen. Sie wähnt sich in einer Liebe „außerhalb jeder Logik“. Dem Angebeteten sichert sie zu: „Du hast schon eine Lebensblume für mich geschaffen“. Celan reagiert zunächst aus einer überlegenen Position. Weltmännisch führt er die Angst an, „die immer gegenwärtig ist, wenn sich das Herz gefährlich einmischt“. Bald nimmt Gisèle sich seiner mit fürsorglichen Absichten an: „Ich möchte dich gegen alle Boshaftigkeiten des Lebens verteidigen“. Sie teilt Celans Groll auf Claire Goll, die den Dichter des Plagiats bezichtigt und nach seiner Auffassung bei ihm in der Kreide steht. Sie kokettiert mit ihrer Unwissenheit und unterschreibt sich als kleine Pfirsichblüte. Man muss wenig über Dichter wissen, um schon zu wissen, dass diese Variante des Rollenspiels ihnen nicht liegt. Auch Celan strapaziert seine Gisèle mit Alltagsverweigerungen. Er stellt sich ihr anheim als „Dein kleiner Mann“ und als „Ihr kleiner Poet“. Er schreibt aus Deutschland, wo er Walter Höllerer, Heinrich Böll, Siegfried Unseld und mit den heikelsten Empfindungen Martin Heidegger trifft. Als „epochal“ überliefert er ein Gespräch mit dem Philosophen im Auto. Im Übrigen gibt Celan Deutschland nicht viel. Im Verlauf der Neunzehnhundertsechziger Jahre gerät sein Leben aus den Fugen. Er bedarf psychiatrischer Betreuung. 1965 versucht der Lyriker seine Frau zu töten, 1970 ertränkt er sich in der Seine. Das sind Eckdaten eines nur in der Kunst gelungenen Lebens.

 

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Rezension zu "»Die Jahre von dir zu mir«" von Paul Celan

Wenn einer auszieht um Neues zu entdecken
The iron butterflyvor 5 Jahren

Ben Becker erhielt als Geschenk von seiner Mutter den Paul Celan Gedichtband "Mohn und Gedächtnis". Wie so vielen erging es auch Becker, der bereits von der Schwere, gar der Unverständlichkeit der Celanschen Lyrik gehört hatte, er zögerte. Und doch wollte er das Geschenk nicht ungelesen beiseite legen. Einmal begonnen ließ ihn Celan dann auch nicht mehr los, Becker las das Buch an einem Abend, in einer Nacht...es sollten noch weitere Werke folgen. Der Gedanke an ein Bühnenprojekt war geboren. Zusammen mit Giora Feidman wurden Paul Celans Gedichte unters Volk gebracht werden. Da ich das Bühnenprogramm nicht live erleben durfte, werde ich nach der CD Ausschau halten.
Wie Becker im Nachwort schreibt unterliegt seine Auswahl keiner Systematik und doch hat er für mich mit seinem Lesebuch ein gutes Händchen bewiesen. Versammelt sind viele meiner eigenen Favoriten, so auch "Schreib dich nicht" oder "Augenblicke" und "Meine".

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Paul Celan wurde am 23. November 1920 in Czernowitz (Ukraine) geboren.

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