Paul Celan

 4.5 Sterne bei 134 Bewertungen
Autor von Die Gedichte, »Todesfuge« und andere Gedichte und weiteren Büchern.
Paul Celan

Lebenslauf von Paul Celan

Musikalität und Formklang: Der deutschsprachige und jüdische Lyriker Paul Celan wurde 1920 unter dem Namen Paul Antschel in Czernowitz, ehem. Rumänien, geboren. Der Name Celan ist ein Anagramm der rumänisierten Namen Ancel. Seine Eltern starben beide in Konzentrationslagern. Celan selbst musste ebenfalls in Arbeitslagern Zwangsarbeit leisten und kam nie über den Tod seiner Eltern hinweg. In vielen seiner Werken kann man sein Trauma nachempfinden. Nachdem er über Ungarn und Wien nach Paris flüchtete, lebte er fortan dort und begann zu publizieren.Dort arbeitete er als Lektor und veröffentlichte seine ersten Gedichte. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Mohn und Gedächtnis", "Von Schwelle zu Schwelle", "Sprachgitter" und "Atemwende". Celan starb am 20. April 1970 in Paris, wo er seine letzten Jahrzente verbracht hatte.

Alle Bücher von Paul Celan

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Die Gedichte

Die Gedichte

 (35)
Erschienen am 31.01.2005
»Todesfuge« und andere Gedichte

»Todesfuge« und andere Gedichte

 (9)
Erschienen am 23.09.2009
Die Niemandsrose / Sprachgitter

Die Niemandsrose / Sprachgitter

 (7)
Erschienen am 26.10.2017
Gedichte in zwei Bänden

Gedichte in zwei Bänden

 (7)
Erschienen am 09.09.1975
Liebesgedichte

Liebesgedichte

 (7)
Erschienen am 25.08.2003
Mohn und Gedächtnis

Mohn und Gedächtnis

 (6)
Erschienen am 26.03.2012
Die Hand voller Stunden

Die Hand voller Stunden

 (5)
Erschienen am 01.01.1999
Werke. Tübinger Ausgabe

Werke. Tübinger Ausgabe

 (5)
Erschienen am 12.12.2004

Neue Rezensionen zu Paul Celan

Neu

Rezension zu "Die Gedichte" von Paul Celan

Wörter, die die Sinne schärfen
leseflussvor einem Jahr

Seine Gedichte werfen Bilder in die Augen. Seine neuen Wörter scheinen aus einer fremden Welt zu kommen, sind vielzählig und unverkennbar einprägsam. Schöpfungen wie "Lichtzwang", "Sehstein", "Herzschall-Fibeln", "Finsterzwille", "Abgrundvers", "Schlaffarbe", "Freiaugen", "wildernde Überzeugung", "abweltweiß", "durchvatert" oder "geursprungt" zeigen, dass er ein bildersüchtiger Lyriker war. "Die Schwüle sprachloser Lieder", "meiner Verzweiflung lautlose Geduld" - mittels Sprache schuf Paul Celan eine "entdinglichte Welt". Er war ein Philosoph und Mystiker, immer auf der Suche nach dem Absoluten, sah die Lyrik selbst als Mystik an und chiffrierte daher seine Gedichte. So blieben die meisten Worte rätselhafte Gedankenbilder, auch wenn er seinen Lesern empfahl: "Lesen Sie! Immerzu nur lesen, das Verständnis kommt von selbst".

 

Wiedemanns nüchterner, auf Deutung verzichtender Kommentar

Barbara Wiedemann hat sich an die Schwierigkeiten und grundlegenden Widersprüche des  lyrischen Werkes von Paul Celan gewagt und 2003 eine fundierte kommentierte Gesamtausgabe herausgegeben. Dazu wählte sie "eine bewusst nüchterne, auf Deutung im eigentlichen Sinne verzichtende Form", wie es im Vorwort heißt, denn "mit der Kenntnis bestimmter Hintergründe, Wortbedeutungen oder Quellen ist ein Gedicht keineswegs 'verstanden'". Was der Leser des umfangreichen Bandes findet ist keine festgelegte Interpretation des Celanschen Werkes, sondern sind ausführliche Informationen zu jedem einzelnen Gedicht. Widmungen und Namen werden erklärt, biografische Anspielungen erläutert und durch bisher nicht bekannte Entwürfe von Texten ergänzt. Erst durch die vielen Querverweise und hergestellten Verbindungen zwischen Celans Gedichten machte Barbara Wiedemann ein tieferes Textverständnis seiner Lyrik möglich.

 

Beachtliche Edition

Die Autorin hat eine beachtliche Edition zusammengestellt, die jedoch "dem Leser eine intensive Auseinandersetzung mit dem Gedichttext nicht abnehmen kann", wie sie im Vorwort bemerkt. Der Band besteht aus fünf Abschnitten. Die Gedichte teilen sich auf circa 500 Seiten in die Bereiche "I Von Paul Celan zu Lebzeiten publizierte Gedichte" und "II Aus dem Nachlaß publizierte Gedichte". Danach folgt der mehr als 400-seitige Kommentar Wiedemanns, dann ein Verzeichnis der Gedichte in alphabetischer Form und zuletzt ein vollständiges Inhaltsverzeichnis.

 

Paul Celan und der Leser

Mit Paul Celans Werk vollzog sich ein Neubeginn in der deutschen Nachkriegsliteratur. Niemand schrieb präziser und ausführlicher als er. Seine Sätze schärfen noch heute die Sinne. Celan lag viel am jüdischen seiner Gedichte, wie er immer betonte. Das jüdische Schicksal setzte er gleich mit dem Menschenschicksal überhaupt. Dadurch wird der Leser, egal welcher Religion er zugehört, direkt angesprochen. Es geht um ihn, den Leser.

 

Das "hellgeatmete Nein"

Beim und durch das Entschlüsseln seiner Worte wird deutlich, dass Celan ein Zweifler war, ein Skeptiker, der Angst hatte und der es "schwer und schwer und schwer" hatte. Er war ein Heimatloser, "heimgeschmerzt" von der Suche eines Ortes, den er sein zu Hause nennen konnte. Doch der, der durch Flucht dem Holocaust entkommen ist, blieb ein lebenslanger Flüchtling. Weder in Paris noch in Israel oder Deutschland fand er, was er herbeisehnte. Das "hellgeatmete Nein" muss wohl allgegenwärtig gewesen sein in seinen Gedanken an einen geografischen Lebensmittelpunkt.

 

Paul Celan wurde 1920 als Paul Antschel in Czernowitz -ehemals Rumänien, heute Ukraine- in einer deutschsprachigen, jüdischen Familie geboren. Er "zackerte", will heißen: Er arbeitete unentwegt und datierte seine Texte oft bis auf die Minuten genau. Er war ein engagierter Lyriker und Übersetzer und erhielt unter anderem den Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung im Jahr 1960. Mit noch nicht ganz 50 Jahren resignierte er jedoch, sagte "Nein" zum Leben und beging im April 1970 Selbstmord.

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Rezension zu "»Die Jahre von dir zu mir«" von Paul Celan

Wenn einer auszieht um Neues zu entdecken
The iron butterflyvor 6 Jahren

Ben Becker erhielt als Geschenk von seiner Mutter den Paul Celan Gedichtband "Mohn und Gedächtnis". Wie so vielen erging es auch Becker, der bereits von der Schwere, gar der Unverständlichkeit der Celanschen Lyrik gehört hatte, er zögerte. Und doch wollte er das Geschenk nicht ungelesen beiseite legen. Einmal begonnen ließ ihn Celan dann auch nicht mehr los, Becker las das Buch an einem Abend, in einer Nacht...es sollten noch weitere Werke folgen. Der Gedanke an ein Bühnenprojekt war geboren. Zusammen mit Giora Feidman wurden Paul Celans Gedichte unters Volk gebracht werden. Da ich das Bühnenprogramm nicht live erleben durfte, werde ich nach der CD Ausschau halten.
Wie Becker im Nachwort schreibt unterliegt seine Auswahl keiner Systematik und doch hat er für mich mit seinem Lesebuch ein gutes Händchen bewiesen. Versammelt sind viele meiner eigenen Favoriten, so auch "Schreib dich nicht" oder "Augenblicke" und "Meine".

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Rezension zu "Ausgewählte Gedichte" von Paul Celan

"Gib deinem Spruch auch den Sinn: gib ihm den Schatten."
The iron butterflyvor 6 Jahren

Eine Auswahl der Gedichte von Paul Celan aus "Mohn und Gedächtnis", "Von Schwelle zu Schwelle", "Sprachgitter", "Die Niemandsrose" und "Atemwende". In dieser Ausgabe sind ebenfalls zwei Reden Celans sowie ein Nachwort von Beda Allemann enthalten.
Der surreale Charakter Celans Lyrik begeistert mich immer wieder neu, auch wenn ich nicht den Anspruch erheben, jedes Detail bereits entschlüsselt zu haben, so meine ich seine eigentümlich lyrisch umschriebenen "Botschaften" oftmals zu deuten. Außergewöhnlich sein charaktervoller Einsatz von Sprache, die zu denken geben will. Diese Lyrik will nicht Wort für Wort ins Verständnis einfließen oder gar unterhalten, sie will entfleuchen, will flüchtig sein und eingefangen werden, um sich dann festzusetzen, um zu bleiben.

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Paul Celan wurde am 23. November 1920 in Czernowitz (Ukraine) geboren.

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