Paul Celan , Gisèle Celan-Lestrange Briefwechsel

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Inhaltsangabe zu „Briefwechsel“ von Paul Celan

<p>Die 677 Dokumente dieses Briefwechsels aus den Jahren 1951–1970 sind ein einzigartiges Zeugnis. Paul Celan, ein Dichter von großer Diskretion, öffnet sich hier in der privatesten seiner Beziehungen. <br />Anschaulich, wenn auch oft erst im Zusammenhang mit der Kommentierung, werden nicht nur Entstehung und Hintergrund vieler seiner Gedichte. Anschaulich wird sein Verhältnis zu Deutschland, diesem ihm auf seinen Reisen trotz der deutschen Muttersprache so fremd bleibenden Land. Zugleich dokumentieren diese Briefe auch den Lebensweg der Künstlerin Gisèle Celan-Lestrange; sie zeichnen ihre künstlerische Entwicklung von den Anfängen als Malerin bis hin zu ihren bedeutenden graphischen Werken und der Zusammenarbeit mit Paul Celan. Anschaulich werden aber auch die verzweifelten Phasen dieser Ehe, Celans Zusammenbrüche und Klinikeinweisungen, die sich erneuernden Hoffnungen und die bis zum Schluß trotz aller Trennungen gemeinsam getragene Sorge um den Sohn Eric.</p><p>Die Ausgabe enthält neben dem Briefwechsel eine Auswahl der Briefe Celans an seinen Sohn sowie ergänzende Dokumente. Den ersten Band mit den Brieftexten erschließt ein zweiter mit Nachworten, ausführlichen Anmerkungen, einer umfassenden Zeittafel, Werkverzeichnissen und Registern.<br /></p>

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    Briefwechsel
    jamal_tuschick

    jamal_tuschick

    08. March 2014 um 12:20

    Eine von Prüfungen erschütterte Liebe verband den Dichter der „Todesfuge“, Paul Celan  (1920 – 1970), mit der Künstlerin Gisèle Celan-Lestrange (1927 – 1991). Sie vollzog sich im Schatten der großen Nähe zwischen Celan und Ingeborg Bachmann. Sie wurde überschattet auch von der seelischen Zerrüttung des Lyrikers aus der Bukowina, der erst in den späten vierziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts in Paris einen Ort zum Leben fand. „Zu leben“ taucht als große Beschwörung immer wieder in den Briefen auf, die Celan an Gisèle Celan-Lestrange schrieb. Das Paar begegnete sich 1951 und heiratet drei Jahre später. Gisèle, eine Tochter aus gutem Haus, ist von dem Dichter, der sich als Lehrer an der Ecole Supérieur erhält, bis zur Selbstaufgabe eingenommen. Sie wähnt sich in einer Liebe „außerhalb jeder Logik“. Dem Angebeteten sichert sie zu: „Du hast schon eine Lebensblume für mich geschaffen“. Celan reagiert zunächst aus einer überlegenen Position. Weltmännisch führt er die Angst an, „die immer gegenwärtig ist, wenn sich das Herz gefährlich einmischt“. Bald nimmt Gisèle sich seiner mit fürsorglichen Absichten an: „Ich möchte dich gegen alle Boshaftigkeiten des Lebens verteidigen“. Sie teilt Celans Groll auf Claire Goll, die den Dichter des Plagiats bezichtigt und nach seiner Auffassung bei ihm in der Kreide steht. Sie kokettiert mit ihrer Unwissenheit und unterschreibt sich als kleine Pfirsichblüte. Man muss wenig über Dichter wissen, um schon zu wissen, dass diese Variante des Rollenspiels ihnen nicht liegt. Auch Celan strapaziert seine Gisèle mit Alltagsverweigerungen. Er stellt sich ihr anheim als „Dein kleiner Mann“ und als „Ihr kleiner Poet“. Er schreibt aus Deutschland, wo er Walter Höllerer, Heinrich Böll, Siegfried Unseld und mit den heikelsten Empfindungen Martin Heidegger trifft. Als „epochal“ überliefert er ein Gespräch mit dem Philosophen im Auto. Im Übrigen gibt Celan Deutschland nicht viel. Im Verlauf der Neunzehnhundertsechziger Jahre gerät sein Leben aus den Fugen. Er bedarf psychiatrischer Betreuung. 1965 versucht der Lyriker seine Frau zu töten, 1970 ertränkt er sich in der Seine. Das sind Eckdaten eines nur in der Kunst gelungenen Lebens.  

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  • Rezension zu "Briefwechsel" von Paul Celan

    Briefwechsel
    Clari

    Clari

    10. June 2010 um 19:54

    Der Dichter Paul Celan und Gisèle de Léstrange sind sich Ende 1951 zum ersten Mal in Paris begegnet. GL kam aus dem französischen Hochadel, hatte Malen und Zeichnen gelernt und sich später ganz der Radierung, dem Aquarell und der Pastellzechung gewidmet. Paul Celan war Jude, kam ursprünglich aus der Bukowina und hatte durch seine Mutter die deutsche Hochsprache erlernt. Er hat die Vernichtung durch die Deutschen überlebt, seine Mutter ist ermordet worden. Er sprach seit er in Frankreich lebte nur noch französisch, schrieb aber seine Gedichte immer in deutscher Sprache. Seine berühmte Todesfuge ist in allen bedeutenden Literaturlexika zu finden. Wer will ihm verdenken, dass er zu Deutschland Zeit seines Lebens keine normale Einstellung mehr finden konnte? Mit ihm tat sich GL zusammen. Nicht nur die Liebe sondern auch gemeinsame künstlerische Arbeit verbindet die beiden. Sie hat viele seiner Gedichte mit Radierungen und Zeichnungen illustriert. Celan litt unter dem Vorwurf der Witwe von Yvan Goll, die ihn des Plagiats bezichtigte. Dieser Vorwurf ist vorgeblich viele Male Auslöser psychischer Zusammenbrüche von Paul Celan gewesen. Er war ein Belasteter und der Briefwechsel zwischen beiden legt deutlich Zeugnis davon ab. Sie haben sich sehr geliebt und waren sich nah. Die Briefe sind von großer Zärtlichkeit, Wärme, gegenseitiger Anhänglichkeit und Hochachtung. GL hat mit ihm gelitten und gebangt; zugleich musste sie seine Untreue ertragen. Dass Celan ein getriebener Mensch war, dass er zwischen Hochgefühlen und Niedergeschlagenheit schwankte: es war für beide kein leichtes Leben. Mit den Briefen, die zart und einfühlsam geschrieben sind, kann man die Zeit nach dem Krieg in Frankreich, die Folgen eines durch Nazideutschland Geschädigten und eines außergewöhnlichen Dichters und seiner ebenso außergewöhnlichen Frau kennen lernen. Es handelt sich zwar um Liebesbriefe, die aber voll innerer Gedanken, Fragen, Zweifel und gegenseitiger Fürsorge stecken. Das Buch kommt gleichsam einer Biographie von PC und GCL gleich. Ein so eigenes, von vielen Schwierigkeiten gezeichnetes Leben wie das von Paul Celan, ist wohl kaum auf eine gleichermaßen feine, sensible und eindrucksvolle, ja sogar poetische Art in einem Briefwechsel wieder zu finden. Viele Gedichte werden in die Briefe eingeflochten, so dass man ein literarisches Werk vor sich zu haben glaubt. Der einzige Sohn Eric, der aus der Ehe hervorging, hat sich an der Herausgabe der Briefe beteiligt. Der Begleitband mit einer Zeittafel und genauen biographischen Erläuterungen ist unabdingbar. Durch ihn erst gelangt man zu einem abgerundeten Bild vom Leben dieser beiden sensiblen, feinfühligen und künstlerisch begabten Menschen.

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