Paul Christoph Maria Theresia und Marie Antoinette

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Inhaltsangabe zu „Maria Theresia und Marie Antoinette“ von Paul Christoph

Maria Theresia, Erzherzogin von Österreich und Königin von Ungarn und Böhmen, zählt zu den prägenden Monarchen der Ära des aufgeklärten Absolutismus. Ihr Mann Franz I. Stephan war ab 1745 römisch-deutscher Kaiser. Die Regierungsgeschäfte der Habsburgermonarchie führte seine Frau allerdings allein. Und brachte dazu 16 Kinder zur Welt, Marie Antoinette war das Nesthäkchen. 1770, mit nicht einmal 15 Jahren, wurde sie mit dem ein Jahr älteren Dauphin von Frankreich, dem späteren König Ludwig XVI., vermählt. Maria Theresias erster Brief an die Tochter – eine »Verhaltungsvorschrift – jeden Monat zu lesen« – datiert auf den Tag der Abreise Marie Antoinettes. Über zehn Jahre, bis zum Tod Maria Theresias 1780, entspann sich ein regelmäßiger Briefwechsel zwischen Mutter und Tochter, der nicht nur das Verhältnis zwischen beiden, ganz private Erlebnisse, Sorgen und Nöte, sondern auch die politischen Verhältnisse erhellt. Ein außergewöhnliches Zeitzeugnis, vollständig in deutscher Übersetzung.

Von der Dominanz einer Mutter- der intime und zugleich sehr interessante Briefwechsel zwischen Mutter und Tochter

— Esse74
Esse74

Keine einfache Mutter-Tochter Beziehung. Sehr spannend und absolut lesenswert!

— Wedma
Wedma

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    Maria Theresia und Marie Antoinette
    Esse74

    Esse74

    11. June 2017 um 20:28

    Marie Antoinette ist gerade einmal 14 Jahre alt, als ihre Mutter, Kaiserin Maria Theresia von Österreich beschließt sie mit dem ein Jahr älteren Dauphin von Frankreich Louis Auguste zu vermählen. Das junge Mädchen muss vor dem Übertritt nach Frankreich all ihre österreichischen Dinge ablegen, wie Kleider, Schmuck etc. und so zur Französin werden. Wie schwer muss es dem Kind gefallen sein sich der Heiratspolitik der Mutter zu fügen? Sie soll sogar die Mutter gebeten haben Einsicht zu zeigen, aber diese liebte ihre Kinder wohl sehr, doch sah sich in erster Linie als Kaiserin. Da darf man nicht weichlich sein, wie schon Queen Victoria anmerkte und genau wie diese mit ihren Töchtern führt auch Maria Theresia einen häufigen, teils auch zu häufigen, der den Töchtern vorgibt, wie sie sich zu verhalten haben. Das ist gerade für die Person Marie Antoinettes interessant, da sie im Zuge der Französischen Revolution ihr Leben lassen musste. Und hier folgt ein kleiner geschichtlicher Hinweis- es gibt Dinge, die man historischen Figuren andichtet- Marie Antoinette hat nie den Ausspruch getan, daß die Menschen Brioche (Kuchen) essen sollten, wenn sie kein Brot hätten. Das belegen Quellen. Als das Volk Versailles erstürmen wollte, trat sie im Nachthemd auf den Balkon und verbeugte sich tiefer als üblich, in Demut. Sie wurde von der Geschichte zu einer verschwenderischen Person gemacht, die Luxus liebte und daran zugrunde ging. Ebenso wie man auch die letzte Zarin verteufelte. Marie Antoinette heiratete hinein in den Luxus und ihr Ehemann war kein besonders guter oder gar strenger Herrscher. Er liebte das Sammeln von Pflanzen, handwerkliche Dinge und wollte wie die meisten Herrscher keiner sein. Er musste für die finanziellen Sünden seines Großvaters, des Sonnenkönigs, büßen. Als er Regent wurde, war Frankreich bereits hoch verschuldet. Und, wenn man dies weiß und bedenkt, dann sieht man das alles sicher im anderen Licht. Auch ich habe in der Schule noch die Geschichtslügen dargestellt bekommen- leider, mir aber später die Wahrheit angeeignet. Die historische aufgrund von Quellen etc.Maria Theresia gibt brieflich Hinweise an die Tochter, wie diese sich zu verhalten hat und ist dabei nicht zimperlich. Als sich kein Thronfolger einstellt- man stelle sich zwei unerfahrene Teenager in jener Zeit vor, die beide nicht groß aufgeklärt wurden- da entsteht noch keine sexuelle Begierde oder der Wunsch ein Kind zu zeugen. Der Körper einer Frau war dem introvertierten Louis Auguste ebenso unvertraut, wie Marie Antoinette der männliche. Zumal ich einmal in einer antiken Inkunabel um 1800 noch den HInweis für junge Frauen fand, daß der Mann sich ihrer schon annehmen würde und alles wisse. Heute würde man darüber lachen, aber Marie Antoinette muss einen Thronfolger gebären, dafür ist sie am Hof, das ist ihre Hauptaufgabe. Wie sehr belastet es da, wenn die Mutter Hinweise gibt und der Mann einen nicht anfasst? Man sehe immer das Leid einer Person im Vordergrund, bevor man über sie urteilt und Mütter können Fluch und Segen sein. Auch Queen Victoria machte besonders ihrer ältesten Tochter brieflich das Leben schwer, eben, weil sie alles besser wusste. Und Maria Theresia steht ihr in nichts nach. Es ist interessant zu lesen, wie sich ihren Einfluß auf das Mädchen und die spätere junge Frau bewahrt, die in der Mutter eine Respektsperson sieht und alles tut, um zu gefallen. Erwähnenswert sei hierbei, daß die Mutter einen Spion bei Hofe hatte, der ihr jeden Faux Pas der Tochter berichtete. Sie war also stets im Bilde und das liest sich spannender als jeder Krimi. Für historisch Interessierte ein absolutes Must have, ebenso für Leser, die mehr über Marie Antoinette wissen möchten. Wer das wirklich wahre Leben von Marie Antoinette und Louis Auguste ohne geschichtliche Verfälschung erfahren möchte, der sei an das Buch

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  • LovelyBooks Challenge Sachbücher und Ratgeber

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    Wedma

    Wedma

       LovelyBooks Challenge 2017 Sachbücher und Ratgeber Liebe Leserinnen und Leser, LovelyBooks lädt im neuen Jahr zu einer neuen, spannenden Challenge ein: „Sachbücher und Ratgeber“. Liest du gerne Sachbücher und Ratgeber? Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich. Jetzt gibt es die Möglichkeit, sich auf Lovelybooks darüber auszutauschen! 12    Bücher (6 Sachbücher und 6 Ratgeber) möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen und rezensieren. Es gelten alle Bücher in deutscher oder englischer Sprache, die als Sachbücher oder Ratgeber bezeichnet werden können. Ausschlaggebend sind hier die Angaben der Verlage. Auch andere Formate wie E-books, Hörbücher sind willkommen. Die Regeln: Melde dich mit einem Beitrag hier im Thread an. Hier kannst du aus den aufgeführten Bereichen deine Leseliste festlegen. Diese kannst du jederzeit verändern. Die vordefinierten Bereiche sind lediglich als Gedankenstütze da. Wenn ein Bereich, aus dem du gerne lesen willst, nicht aufgeführt ist, wird er eingepflegt. Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Mitmachen, sich austauschen und Spaß dabei haben sind primären Ziele unserer Challenge. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks und verlinke diese in deinem einzigen Sammeleitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag wird unter deinem User-Namen zu der Teilnehmerliste verlinkt und gilt als dein Teilnahmeschein, eine wichtige Grundlage zur Ermittlung der Gewinner. Die Preise, die du gewinnen kannst. Ein Buchpaket von Lovelybooks wird unter allen Teilnehmern, die die Challenge geschafft haben, verlost. Ein weiteres Buchpaket wird an den fleißigsten Leser/ die fleißigste Leserin vergeben, der/die mengenmäßig am meisten an Sachbüchern und Ratgebern in 2017 gelesen hat. Ein tolles Buch, Neuerscheinung 2017, wartet auf den Teilnehmer/die Teilnehmerin, der/die die Challenge geschafft hat und dabei die schönste, i.e. aussagekräftigste Rezension in gutem Stil und nötiger Portion Begeisterung geschrieben hat. Entdeckerpreis (unter Neuerscheinungen 2017) gibt es ebenfalls. Im Anhang findest du die Liste der Neuerscheinungen 2017. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dient lediglich der Inspiration. Die Bereiche bei Sachbüchern und Ratgebern dienen ebenfalls der Inspiration und können ergänzt werden, wenn Bücher aus noch nicht aufgeführten Bereichen rezensiert werden. Anzahl der Bücher in den Buchpaketen kann erst zum Schluss ermittelt werden. Die oben genannte Zahl der zu verlosenden Bücher ist lediglich ein Richtwert und wird 5 Bücher übersteigen! Nimmst du die Herausforderung an? Ich freue mich auf Eure Anmeldungen!  Teilnehmerliste: aliinaa1309Ambermoon ban-aislingeach Bellis-Perennis Bücherwurm CelinaS Cornelia_Ruoff Digra ech fasersprosse Filzblume Ginevra gst Igelmanu66 kellerbandewordpresscom Kleine8310 Kopf-Kino leucoryx Mabuerele Mattder Mercado peedee Ratzifatz Schluesselblume Seschat Sikal StefanieFreigericht Talathiel Tallianna wandablue Wedma widder1987

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    • 1525
    • 01. January 2018 um 23:59
  • Spannend und informativ.

    Maria Theresia und Marie Antoinette
    Wedma

    Wedma

    Für diesen Briefwechsel zwischen Maria Theresia(1717-1780), der österreichischen Kaiserin, und ihrer Tochter Marie Antoinette(1755-1793), Königin von Frankreich, konnte ich mich restlos begeistern und kann ihn sehr gerne weiterempfehlen. Das Buch las sich wie ein spannender Gesellschaftsroman mit historischem Hintergrund, in dem zwei prominente Frauen die Hauptrollen spielen. Bloß alles war echt: Die Figuren haben wirklich gelebt, die Ereignisse waren tatsächlich geschehen, und der Gedankenaustausch war ihren Federn entsprungen. Der Briefwechsel fängt im April 1770 an, als Marie Antoinette (M.A.) nach Frankreich geht und endet 1780 mit dem Tod von Maria Theresia (M.T.). Eine Reihe von Aspekten des damaligen Lebens an den kaiserlichen Höfen kommt aus dem Briefwechsel zum Vorschein. Es fängt mit Benehmlehre für die Tochter an, denn M.A. war nicht mal volle fünfzehn, als sie mit dem franz. Dauphin vermählt wurde. M.T. musste sie mittels Briefe und Anweisungen durch ihre Vertraute erziehen. Kein leichtes Unterfangen, denn viele Werte, die M.T.  ihr zu vermitteln versuchte, wie Güte des Herzens, Liebenswürdigkeit, Loyalität, etc., hier ist übrigens auch interessant, welche Charakterzüge für eine zukünftige Kaiserin als unabdingbar angesehen wurden, konnte man einem jungen Wildfang, wie M.A. es gewesen war, wohl kaum per Fernsteuerung anerziehen. Aber M.T. hatte ihre Handlanger vor Ort, die sie rechtzeitig informierten und für die Durchführung der Anordnungen sorgten, und konnte auch sehr klare Worte finden, wenn etwas ihre nicht passte. Es war auch spannend zu sehen, wie sich M. A. im Laufe der Jahre veränderte: vom verschüchterten Mädchen, plötzlich der Heimat und allen Dingen geraubt, die ihr lieb und vertraut waren, zu einer jungen Königin. Auch ihre Schrift wurde anders: man hat einige Kopien ihrer Briefe im Buch. Erst war oft die Rede von Spielen und Bällen, Ausritten und Jagden, Fasching wurde jedes Jahr erwähnt. Später hatte die junge franz. Königin, sie wurde mit 19 gekrönt, ihr Mann war 20, andere Prioritäten. Das Kinderkriegen, zu einer politischen Angelegenheit erklärt, bekam einen sehr hohen Stellenwert. M. T. drängte auf einen männlichen Nachfolger, denn ein Dauphin würde die Macht festigen, für den Fortbestand der Dynastie sorgen und die Erwartungen diverser Interessengruppen wie das franz. Volk, der Hofstaat, die königliche Familie, etc. erfüllen. Auch M. A. sah es nicht anders. Bemerkenswert war die Schilderung der Geburt ihres ersten Kindes. Fast der ganze Hofstaat war dabei anwesend. Noch später dominierten das politische Geschehen und die in Europa damals grassierende Krankheiten die Themen in den Briefen der Mutter und Tochter. Auch das Verhältnis der M.A. zu ihrem Gemahl war oft thematisiert, denn der Dauphin musste her. An mehreren Stellen bezeichnete sich M. T. als Deutsche und ihr Volk die Deutschen, S. 42.53. Der Stil/Ausdruck ist für heutige Verhältnisse etwas blumig, aber nach einer kurzen Eingewöhnung ging es gut. Die Briefe wurden ins Deutsche übersetzt, Originale sind auf Französisch. Der Inhalt verleitete stets zum Mitdenken und warf oft Fragen auf: Waren all diese Liebesbekundungen der Mutter nur Worthülsen und es ging ihr primär um die Politik und ihren Einfluss? Wollte sie auf diese Weise das Geschehen mitgestalten und manipulierte bloß ihre Tochter? Denn sie sah die Kinder eher als Mittel zum Zweck des Machterhalts, das hat sie oft genug geschrieben, vom schlichten Mutterglück war kaum die Rede. Ich habe extra langsam gelesen: Zu schön war der Gedanke, abends zu den beiden zurückkehren zu können. So etwas eigenartig Echtes bekommt man selten in die Hände. Es ist viel Text auf jeder Seite, sodass man diese 330 Seiten des Briefwechsels mit über 500 Seiten eines belletristischen Romans gleichstellen kann. Es gibt oft Fussnoten, Kommentare des Herausgebers Paul Christoph, die in kleinerer Schrift die Hintergründe des Geschehens erörtern. Eine wahre Bereicherung. Ganz zum Schluss gibt es „Genealogische Übersicht“, die Maria Theresia, ihren Gemahl, ihre Kinder, sowie die franz. Seite kurz beschreibt. So fühlt man sich mit allen nötigen Informationen versorgt und kann das Lesen dieses ungewöhnlichen Buches genießen. Anfangs gibt es eine etwa sechsseitige Einleitung des Herausgebers, in der er erklärt, wie es sich mit dem Geheimnisvollen der Briefe verhält. Ein kurzes Literaturverzeichnis schließt das Buch ab. Das Cover ist eine geschickte Zusammensetzung zweier Bilder, das von Marie Antoinette von Élisabeth-Louise Vigée-Lebrun, Versailles, und das von Maria Theresia von Joseph Hickel, Wien. Im Buch gibt es zwei schwarz-weiß Fotos: von Marie Antoinette (1771) von Gemälde eines unbekannten Meisters und von Maria Theresia (1769) vom Gemälde von Joseph Decreux. Fazit: Ein tolles Buch, das den heutigen Lesern die damalige Zeit und ihre Besonderheiten in vielerlei Hinsicht näherbringt. Auch die Art der Beziehung zwischen Mutter und Tochter ist sehr spannend. Ich habe den Briefwechsel sehr gerne gelesen und kann es wärmstens weiterempfehlen. Fünf von fünf möglichen Sternen.

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