Vor 15 Jahren wurde Caleb Coles Familie ausgelöscht und nun ist er zurück, um endlich für Gerechtigkeit zu sorgen. Dafür lädt er in den Schlachthof ein, des Haus des Todes, wo alles angefangen hat.
Gleichzeitig versucht Theodore Tate sich seinen Job als Cop zurück zu erobern. Ihm hat das Leben ähnlich schwer mitgespielt und es gibt starke Parallelen zu Calebs Verlauf. Als Cop hat er bereits die unkonventionellen Methoden genommen und genau dieser Ansatz kann nun helfen, um Caleb aufzuhalten.
Ich habe länger keinen Paul Cleave Thriller mehr gelesen, da ich von seinen Büchern etwas übersättigt war. Aber jetzt fand ich, dass die Zeit gekommen ist, wieder zu einem seiner Thriller zu greifen.
Am Anfang war ich etwas verwirrt. Es war sehr dynamisch, denn Caleb hat wie ein verrückter Attentäter angefangen. Aber die Hintergründe, warum er so handelt oder warum Theodor so abgestürzt ist, waren sehr verworren. Mir hätte es geholfen, wenn man etwas früher erfahren hätte, warum Caleb so handelt, was diese ganzen Personen und die Tode, die er verursacht zu bedeuten haben. Denn, obwohl die Handlung recht rasant war, wenn man die langwierige Ermittlungsarbeit ausschließt, hat es sich dennoch für mich gezogen, weil ich nicht richtig in die Geschichte hineinkam. Als für mich schließlich langsam klar wurde, um was es hier geht, fand ich die Geschichte auch wesentlich spannender.
Ich hatte wirklich eine Zeitlang die Befürchtung, dass das Buch wie „Zerschnitten“ wird, wo ich dauerhaft verwirrt habe. Aber das lag am Protagonisten, der an Alzheimer litt und es dadurch wirr wurde. Zum Glück hat sich das nach einer Weile gebessert.
Typisch für Paul Cleave wurde die Geschichte wieder aus zwei Perspektiven beschrieben. Aus der personellen Sicht vom Täter Caleb Cole und aus der Ich-Perspektive von Theodore Tate. Beides sind ungewöhnliche Figuren, die auch, wie schon beschrieben, Parallelen in ihrem Leben aufweisen. Bis zu einem gewissen Punkt sind sie sogar gleich mit ihrem Schmerz umgegangen, aber Tate hat an einem gewissen Punkt innegehalten, während Caleb nicht loslassen konnte und er einen Racheplan geschmiedet hat.
An Cleaves Figuren schätze ich schon immer, dass sie nicht Schwarz und Weiß gezeichnet sind, sondern viele Grautöne haben. Deshalb schafft er es immer wieder, dass ich mit dem Täter mitfühlen kann und sein Handeln auf eine gewisse Weise verstehen kann, mich aber gleichzeitig schlecht deswegen fühle. Caleb hatte so viel Schmerz und Wut in sich, dass es einfach schon beim Lesen wehgetan hat.
Von Theodore Tate weiß ich nicht so recht, was ich von ihm halten soll. Er war schon sehr unkonventionell für einen Cop, was ihn interessant gemacht hat. Aber in manchen Situationen war er dann doch so eigen, dass ich ihn gerne geschüttelt hätte, weil er dadurch die Ermittlungen auf eine ungewollte Art verlängert hat.
Es gab auch noch einige interessante Nebenfiguren und man ist selbst ins Grübeln gekommen, was ich über die Todesstrafe denke, was ich mir über Täter denke, die eine zweite Chance bekommen bzw. wenn diese nicht genug abgestraft werden, sondern wieder viel zu früh auf freien Fuß gesetzt werden.
Das Ende war sehr packend und dramatisch. Paul Cleave neigt dazu, es zu übertreiben. Doch hier fand ich es gut. Es wurde auf einen logischen Schluss hingearbeitet, der dann doch ganz anders war als gedacht.
Das Buch gehört zur Christchurch-Reihe. Man kann die Teile unabhängig voneinander lesen. Ich lese die auch recht durcheinander, aber gerade im diesen Buch hat man gemerkt, dass es doch ein paar Verweise zu den vorherigen Bänden gibt. Gerade bei den Ermittlern, die ja doch häufiger in den Büchern auftauchen.
Fazit: Mir hat das Buch recht gut gefallen. Der erste Teil war aber sehr anstrengend und erst ab der Mitte wurde es für mich richtig spannend und hat das Buch deutlich aufgewertet. Die Figuren fand ich spannend, wenn auch nicht unbedingt sympathisch. Ich vergebe den Buch 3,5 Sterne.