Paul Collins Der Mord des Jahrhunderts

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Inhaltsangabe zu „Der Mord des Jahrhunderts“ von Paul Collins

Eine spannende und lebendige Geschichtsstunde mit faszinierenden Porträts der Zeitungsmogule Joseph Pulitzer und William Randolph Hearst Über ganz New York verteilt werden die ordentlich abgetrennten Körperteile eines Mannes gefunden. Die Polizei tappt im Dunkeln. Weder Zeugen noch Motive noch Verdächtige bieten Anhaltspunkte. Diese grausigen Funde im Juni 1897 sind der Beginn eines der mysteriösesten Mordfälle des 19. Jahrhunderts. Der Fall löst einen noch nie da gewesenen Medienzirkus aus, der die Geburtsstunde des Boulevardjournalismus ist. Die Spuren führen Reporter und Polizisten in das deutsche Immigrantenmilieu und zu einer verhängnisvollen Dreiecksbeziehung. Doch handelt es sich bei der kopflosen Leiche wirklich um William Guldensuppe? Bis zum Schluss hält der historische Fall mit seinen überraschenden Wendungen die damalige Bevölkerung wie den heutigen Leser in Atem.

John Collins hat ein kleines Meisterwerk geschaffen. Man wirft einen Blick auf die Boulevardpresse und die Macht der Medienmogule.

— kassandra1010
kassandra1010

Eine halb dokumentarische Gesellschaftsstudie mit Hauptaugenmerk auf dem Polizei- und Zeitungswesen Ende des 19. Jahrhunderts in New York.

— Arun
Arun

Ein großartiges Sachbuch, das wie ein fiktionaler Krimi fesselt und dessen historischer Hintergrund heute nichts an Aktualität verloren hat!

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ferkel

Eine Zeitreise zur Entstehung des Journalismus, Presseschlachten, Zeitungskrieg und Meinungsmachern. Eingebettet in einen Kriminalfall.

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  • Die Geburt der Sensationspresse!

    Der Mord des Jahrhunderts
    kassandra1010

    kassandra1010

    19. September 2017 um 19:40

    Eine kopflose Leiche im Jahr 1897 lässt New York nicht los und die Ermittlungen der Polizei verlaufen im Sand. Die Journalisten hingegen haben Lunte gerochen und schlachten den Fall bis ins letzte Detail.Die Sensationslust kennt keine Grenzen. Ein paar Journalisten machen sich selbst auf die Suche nach dem Killer. Diese Hetzjagd wird mehr und mehr eine medialen Schlammschlacht.Diese „Show“ gipfelt im Konkurrenzkampf zwischen Joseph Pulitzer und William Randolph Hearst.Es tauchen erstmals Groupies auf, Medien stapel sich und als es um das Identifizieren des Leichnams geht, beschäftigt sich die Jury insbesondere um dessen „eigentümliches“ Gemächt.Thorne, der vermeintliche Mörder, wartet derweil auf seine Vollstreckung in Sing Sing.Der eigentliche Mord tritt ein wenig in den Hintergrund und wird zur Geburtsstunde der Boulevardpresse.Der brodelnde Machtkampf der damaligen Zeitungsmogule ist derart spannend, das man nur so über die Geschichte hinwegfegt.John Collins hat ein kleines Meisterwerk geschaffen. Man wirft einen Blick auf die Boulevardpresse, die Macht der Medienmogule und eine völlig hilflose Polizei und muss feststellen, das sich seit 1897 nichts geändert hat.Mit Anhängen und diversen Quellenverzeichnissen ausgestattet weckt das Buch natürlich die Neugierde und man recherchiert fleißig nach.Im Jahr 2012 wahr ich selbst in Californien und habe mir Hearst Castle angesehen. Das seit dem Tod von Hearst im Jahr 1951 zu einem „kleinen“ Museum erwachte Castle ist die reinste Augenweide. In jeder Ecke endeckt man die Verrücktheit Hearsts und versteht dessen Lebenslust und Streitbarkeit.

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  • Der Mord des Jahrhunderts

    Der Mord des Jahrhunderts
    Themistokeles

    Themistokeles

    29. February 2016 um 10:12

    Wer bei diesem Titel einen wirklichen Krimi erwartet, dem kann ich jetzt schon sagen, auch wenn der Titel sehr nach Krimi klingt, ist der Roman trotzdem kein Krimi im üblichen Sinn, auch wenn er sich sehr intensiv mit einer Kriminalgeschichte beschäftigt. Was ihm jedoch auf gewisse Weise fehlt, ist die Spannung, die eigentlich einen Krimi ausmachen würde, denn die ist aufgrund seines Aufbaus, der einfach auf etwas anderes hinaus will, nicht wirklich vorhanden. Der Roman behandelt nämlich einen sehr spektakulären Kriminalfall, der sich in New York abgespielt hat und bei dem eine zerstückelte Kopflose Leiche gefunden wurde. Betrachtet wird das Ganze jedoch eher stark aus der Ecke der Berichterstattung der Zeitungen und liest sich daher auch sehr wie ein Tatsachen bzw. Polizeibericht aus der Zeit. Spannung wird daher gar keine Aufgebaut, sondern einem die Fakten nach und nach dargelegt und auch, wie die Ermittlungen aufgebaut waren, warum sie so liefen, wie sie liefen und wieso sie unterschiedlichste Richtungen einschlugen, um am Ende wieder auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Für mich sehr interessant daran war vor allen Dingen auch, wie sehr die Zeitungen in den ganzen Ermittlungen mit drin steckten und wie stark ehrlich damals alles davon beeinflusst wurde was in diesen drin stand, was von den Zeitungen behauptet wurde etc. Wenn man sich den ganzen Roman so anguckt, dann hat man wirklich so ziemlich das Gefühl, dass, wären die Zeitungen nicht gewesen und hätten sich verhalten, wie sie es taten, der ganze Fall nie gelöst worden wäre. Zudem ist es ehrlich auch interessant zu sehen, wie damals dann der Prozess geführt wurde, der den Mord an, vermutlich einem Herrn Guldensuppe, denn wirklich identifiziert werden, konnte die Leiche aufgrund des fehlenden Kopfes nie sicher, aufklären sollte. Gerade das die ganzen Einzelheiten, von denen der Roman berichtet, wirklich auf Tatsachen beruhen und man vieles wohl auch aus alten Zeitungen von damals wieder nachstellen könnte, macht einfach den Charme dieses Buches aus. Was auf jeden Fall auch richtig klasse gemacht ist, auch wenn es weniger mit dem Inhalt zu tun hat, ist der Einband des Romans, der unter dem Schutzumschlag mit den unterschiedlichsten Ausschnitten aus den Zeitungen von damals verziert ist und was einfach nur genial aussieht und natürlich zu diesem Buch auch einfach grandios passt. Ein mal vollkommen anderes Buch, mit verdammt vielen Tatsachen, die einem zwar nicht unbedingt auf eine spannende, aber auch in keine Fall auf eine trockene Weise präsentiert werden, der einfach auf seine besondere Art interessant ist und zudem noch ein mächtiges Verzeichnis im Anhang aufweisen kann, woher die ganzen in im verarbeiteten Informationen stammen. Von daher sicherlich kein Buch, wenn man wirklich einen spannenden Krimi lesen möchte, wenn man aber ein grundsätzliches Interesse an Kriminalfällen hegt aber ein sehr interessantes Buch.

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  • Leserunde zu "Der Teufel von New York" von Lyndsay Faye

    Der Teufel von New York
    Daniliesing

    Daniliesing

    Macht euch bereit für Lyndsay Faye und ihren packenden historischen Thriller "Der Teufel von New York", der euch garantiert das Blut in den Adern gefrieren lässt! In diesem Auftakt ihrer Serie um Timothy Wilde geht es um einen wahrlich teuflischen Mordfall! Mehr zum Inhalt: New York 1845. Die gerade gegründete Polizei der Stadt ist ein zusammengewürfelter Haufen von Schlägertypen und seltsamen Vögeln. Auch Timothy Wilde gehört dazu – gegen seinen Willen. Bei einem Brand wurden seine Zukunftspläne zerstört, sodass er jetzt jede Arbeit annehmen muss, die sich bietet. Eines Tages läuft ihm ein völlig verstörtes kleines Mädchen in die Arme, bekleidet mit einem blutdurchtränkten Nachthemd. Sie will oder kann nicht sagen, wer sie ist. Da sie selbst körperlich unverletzt ist, muss das Blut von einer anderen Person stammen. Kurz darauf findet Tim auf einem entlegenen Gelände neunzehn Kinderleichen. Es kursieren die wildesten Gerüchte, und die politische Situation ist bis zum Zerreißen angespannt … Leseprobe | Special zum Buch Möchtet ihr euch ins New York des 19. Jahrhunderts begeben und euch von diesem spannenden Thriller gefangen nehmen lassen? Dann werdet Testleser von "Der Teufel von New York" und gewinnt eins von 25 Exemplaren des Buches!* Beantwortet hierfür bis zum 2. März 2014 die folgende Frage: Worauf seid ihr besonders gespannt bei diesem Roman, wenn ihr euch die kurze Inhaltsbeschreibung durchlest? Was erwartet ihr vom Buch? * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten und zum Schreiben einer abschließenden Rezension.

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  • Rezension zu "Der Mord des Jahrhunderts" von Paul Collins

    Der Mord des Jahrhunderts
    dingsbaer

    dingsbaer

    16. November 2012 um 14:46

    Als im Sommer 1897 ein paar Kinder im East River in New York ein Päckchen finden, in dem sich der Oberkörper eines Mannes befindet, geht man zuerst von einem der üblichen Streiche der Medizinstudenten aus. Im Leichenschauhaus findet man aber Spuren eines Kampfes an der Leiche, die auf Mord hindeuten. Einen Tag später wird ein weiteres Paket gefunden und dessen Inhalt passt wie ein Puzzlestück an den ersten Fund. Außerdem wurden beide Bündel in einem Wachstuch der gleichen Art verpackt. Bevor die Polizei überhaupt die erste Spur verfolgt, sind die Reporter bereits unterwegs. Sie machen den Fall öffentlich und es beginnt der erste große Zeitungskrieg, angeführt durch die Verleger Hearst des Journals und Pulitzer der World. Dies allerdings behindert zunächst die Ermittlungen der Polizei, denn immer mehr falsche Zeugen und Hinweise tauchen auf. Der Wettstreit bringt aber allerdings auch neue Erkenntnisse für die Ermittlung + 2 Tatverdächtige können verhaftet und verurteilt werden. Doch damit ist der Zeitungskrieg noch lange nicht beendet. Der Autor Paul Collins hat in seinem Buch den wahren "Fall Guldensuppe" sehr ordentlich und ausführlich recherchiert, was durch die Quellenangaben am Ende des Buches belegt wird. Er schafft es sehr nachvollziehbar, uns die damaligen Polizei- und Zeitungsarbeit näher zu bringen. Aber auch der Kampf der Zeitungen um die höchste Auflage und der Weg dorthin wird uns sehr gut vermittelt. Beide Seiten hatten mit den damaligen Gegebenheiten zu kämpfen und man lernte aus dem Fall und fand neue Lösungswege. Das Cover gefällt mir sehr gut, denn es ist passend gewählt und baut direkt eine Verbindung zur Geschichte auf. Aber auch ein Blick unter den Schutzumschlag ist zu empfehlen: Hier wurden weitere Schlagzeilen und Bilder von früher abgedruckt. Dies gefällt mir persönlich sogar besser als das eigentliche Cover! Insgesamt ist die Geschichte einfach und flüssig geschrieben. Leider erscheint sie mir stellenweise eher wie ein Sachbuch oder eine Zusammenfassung aus den damaligen Zeitungen; sie ist manchmal etwas zu langatmig und abschweifend. Vorteilhaft ist aber, dass die Geschichte in die Bereich Opfer, Verdächtige, Anklage, Prozess und Urteil unterteilt wurde. Dazu gibt es jedes Mal eine Zeichnung aus den damaligen Zeitungen, was ich sehr positiv finde. Durch die vielen falschen Spuren die von den Zeitungen gelegt wurden, fühlt man sich in die Geschichte hinein versetzt; man wird gezwungen, sich eine eigene Meinung zu bilden und mit zu rätseln. Man fühlt sich wie ein stiller Beobachter, nur mit dem heutigen Wissen um Themen wie z.B. die Spurensicherung. Interessant ist zu erfahren, wie das Vorgehen der Polizei oder vor Gericht damals war: Zeugen wurden unter Anwesenheit der Presse befragt, Gefangene konnten (fast) jederzeit besucht werden oder Verhandlungen wurden mal eben unterbrochen, weil es im Gerichtssaal roch oder die Geschworenen sich den Tatort anschauen sollten. Erschreckend fand ich aber, wie man mit den Fehlern des elektrischen Stuhles umgegangen ist und die Hingerichteten noch für wissenschaftliche Zwecke nutzte. Ich finde das Buch ist für jeden, aber besonders für Leser geeignet, die sich für die Geschichte der Presse oder der Kriminalität interessieren.

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  • Rezension zu "Der Mord des Jahrhunderts" von Paul Collins

    Der Mord des Jahrhunderts
    MickeyK

    MickeyK

    21. October 2012 um 16:30

    Mörderjagd und Journalismus am Ende des 19. Jahrhunderts Im New York des Jahres 1897 werden mehrere, in verschiedenen Päckchen verpackte, Leichenteile eines Mannes gefunden. Schnell werden mehrere Verdächtige ausgemacht, u.a. ein getrennt lebendes Ehepaar und der Geliebte der Ehefrau. Da die New Yorker Polizei überfordert wirkt, schaltet sich die Presse ein und ermittelt, mit teilweise großem Erfolg. Die Drahtzieher werden zwar gefasst, aber wer den Mord nun wirklich begangen hat, bleibt im Dunkeln. Paul Collins verschafft den Lesern mit seinem Roman "Der Mord des Jahrhunderts" einen Einblick in das New York am Ende des 19. Jahrhunderts. Nicht nur eine spannende Kriminalgeschichte hält das Buch für seine Leserschaft bereit sondern auch die Entstehung des Boulevardjournalismus. Es ist höchst interessant zu erfahren, mit welchen Methoden damals um die Vormacht in der Zeitungswelt gekämpft wurde. Positiv hervorzuheben ist hier auch die Darstellung der Nachteil, die der Journalismus mit sich bringt. Selbst nach abgesessener Strafe wird die gerade aus der Haft entlassene Mörderin immer wieder von Presseleuten gejagt und mehrere Male um ihre Existenz gebracht. Auch das Inkaufnehmen von falschen Schlagzeilen ("Die Menschen wollen unterhalten werden!") schockiert ein wenig, obwohl dies heute an der Tagesordnung ist. Der Blick auf das amerikanische Gerichtsverfahren gelingt, was für mich höchst interessant war. Alles in allem ein gelungerner Roman, der sich dank der flüssigen Schreibweise des Autors und der gelungenen Übersetzung schnell und leicht lesen lässt.

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  • Rezension zu "Der Mord des Jahrhunderts" von Paul Collins

    Der Mord des Jahrhunderts
    Karr

    Karr

    18. September 2012 um 18:11

    New York 1897 - aus dem Hudson wird ein männlicher Torso geborgen. Andere Teile der Leiche tauchen ebenfalls am Fluss auf. Die Polizei geht zuerst vom Scherz einiger Medzinstudenten aus. Wer allerdings sofort auf den Fall einsteigt,ist die Presse - die zeitungen New York. Allen voran die beiden Tabloid-Flagschifff - die World von John Pulitzer und das Journal von Randolph Hearst. Die Namen der beiden wird später jeder kennen, der sich mit Publizistik befasst - in dieser Geschichte, einem dokumentarischen Roman, sind die am Beginn ihrer Karriere als Zeitungsmacher. Wie sich die Reporter der Boulevardpresse in die Ermittlungen einmischen, wie sie sie vorantreiben, das hat Paul Collins offenbar akribisch recherchiert - denn wer die Anmerkungen Ende des Buches liegt, der findet viele Quellen und Nachweise. Die Reporter der beiden Sensationszeitungen belauern Zeugen, man setzt hohe Belohnungen aus - zeurst für die Identifizierung des Toten, später für die Ergreifung eines Mordverdächtigen. Der Toten ist John Guldensuppe, ein deutscher Einwanderer, und in das Mileu der deutschen Einwanderer führen sie Spuren des Mordverdächtigen - eines deutschstämmigen Friseurs, der bald verhaftet und vor Gericht geetellt wird. Der Roman liefert nicht nur eine spannende. Mordgeschichte, die Geschichte eines echten Falles, verbunden mit viel Atmospähre aus dem vorletzten Jahrhundert. Er erzählt auch von der Geburtsstunde des Boulevardjournalismus, indem er die Arbeit der Sensationsreporter der damaligen Zeit zeigt.

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  • Rezension zu "Der Mord des Jahrhunderts" von Paul Collins

    Der Mord des Jahrhunderts
    justitia

    justitia

    05. September 2012 um 15:34

    Im Sommer 1897 finden ein paar Jungen ein seltsames Paket im Fluss mitten in New York. Der Inhalt des Pakets lässt ganz New York den Atem stocken: Ein menschliches Körperteil. Zunächst hat man die Medizinstudenten der hiesigen Universität im Verdacht, sich einen Scherz erlaubt zu haben. Doch als kurze Zeit später ein weiteres Körperteil auftaucht, wird allen Beteiligten klar: Das ist kein Studentenscherz, sondern Mord. Dafür spricht weiterhin, die Art und Weise wie die Körperteile abgetrennt worden sind. Daraufhin entbrennt innerhalb der Stadt ein regelrechter Hype, um diesen grausamen Mord: Sowohl die Zeitungen als auch die Polizisten arbeiten eifrig an der Aufklärung. Doch zunächst gilt es zu klären: Wer ist überhaupt das Opfer??? Ohne Kopf - schwer zu sagen. Zunächst habe ich hier einen ganz normalen und üblichen Kriminalroman erwartet. Doch dies war nicht der Fall. Vielmehr ähnelt das Buch einer sachlichen Aufarbeitung der damaligen Ereignisse um 1897. Dies wird vor allem daran deutlich, dass der Autor häufig Originalquellen heranzieht (insb. aus den damaligen Zeitungen). Dabei geht er sehr detailliert und präzise vor. Die Zitate erfolgen an den richtigen Stellen und sind in sich schlüssig in die Rahmenhandlung eingebaut. So ist diese Art der "Erzählung" für den Leser in keiner Weise störend, eher im Gegenteil eher bereichernd. Ich fand es sehr spannend die Entwicklung der Ereignisse genau verfolgen zu können. Man erfährt sehr viel über die Umstände der damaligen Zeit. Für mein Empfinden sind die Hintergründe der polizeilichen Ermittlungen und kriminaltechnischen Analysen etwas zu kurz geraten. Da hätte ich mir noch einige Details mehr gewünscht. Umso mehr beeindruckt hat mich als Rechtswissenschaftlerin allerdings die Darstellung des Mordprozesses. Die Aufarbeitung der Ereignisse war lebhaft gestaltet und man fühlte sich, als würde man selbt im Gerichtssaal sitzen. Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen - da es zum einen sachlich, aber trotzdem von der ersten bis zur letzten Seite spannend geschrieben war. Zudem hob es sich deutlich von den mir bisher bekannten, typischen Kriminalromanen ab. Ein wirklicher Lesegenuss - spannend, fesselnd und vor allem real!!

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  • Rezension zu "Der Mord des Jahrhunderts" von Paul Collins

    Der Mord des Jahrhunderts
    Lerchie

    Lerchie

    05. August 2012 um 13:17

    Drei Jungen entdecken beim Sonnenbaden am alten Pier von Brooklyn ein Paket im Wasser. Schnell herausgeholt mussten sie zu ihrem Entsetzen feststellen, dass der Oberkörper einer männlichen Leiche – jedoch ohne Kopf – darin eingepackt war. Wenig später fand ein kleiner Junge an einer entlegenen Stelle ebenfalls einen Teil – diesmal den Unterkörper ab Taille bis ca. 10 cm unter der Hüfte. Die Teile passten zusammen. Das war natürlich ein gefundenes Fressen für die Boulevard-Presse. Ein Zeitungsverlag versuchte den anderen mit der Berichterstattung über den Fund und die Recherchen zu übertrumpfen. Zu nennen wäre hier Joseph Pulitzer und Randolph W. Hearst, sprich die World und das Journal. Aber auch andere Zeitungsverlag mischen noch mit, u. a. die Herald, die seriösere Times und, und, und. Über das rote Wachstuch, in das die Leichenteile eingewickelt waren, und über die feinen Hände des Ermordeten fand man heraus, und die Polizei war sich ziemlich sicher auch ohne den Kopf, dass es sich um William Guldensuppe handelte, der als Masseur gearbeitet hatte. Der Fall Guldensuppe hielt alle in Atem und es gab immer wieder neue Schlagzeilen. In Verdacht gerieten die Hebamme Augusta Nack, die mit Guldensuppe zusammengelebt hatte und Martin Thorn. Thorn war Augustas neuester Freund, und als Guldensuppe die beiden erwischte, hatte er Thorn verprügelt. Martin Thorn wurde schließlich des Mordes angeklagt – der Kopf der Leiche war immer noch nicht gefunden… Wer wissen will, ob es wirklich Thorn war, der Guldensuppe umbrachte, oder vielleicht doch Augusta Nack, oder evtl. jemand ganz anderes, der sollte dieses Buch lesen. Das Buch ist ein Sachbuch, und Sachbücher sind eigentlich nicht so mein Fall. Wenn ich das Ende so betrachte, dann bin ich mir nicht so ganz sicher, ob hier der tatsächliche Mörder verurteilt worden ist. Vielleicht waren es ja zwei. Manchmal konnte man meinen, es ginge gar nicht um den Mord des Jahrhunderts, sondern um die höchste Auflage, die höchsten Belohnungen, um den Krieg zwischen den Zeitungsverlagen eben. Nichtdestotrotz hat es mir, unter der Berücksichtigung, dass es eben ein Sachbuch ist, sehr gut gefallen, und bekommt deshalb auch vier Sterne von mir

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  • Rezension zu "Der Mord des Jahrhunderts" von Paul Collins

    Der Mord des Jahrhunderts
    c-bird

    c-bird

    18. July 2012 um 08:39

    Im Sommer des Jahres 1897 werden in New York diverse Leichenteile gefunden, die zueinander passen zu scheinen. Lediglich der fehlende Kopf macht eine Identifizierung äußerst schwierig und so stehen die Menschen Schlange, die glauben, in den Leichenteilen ihre Vermissten wieder zu erkennen. Schließlich stellt sich heraus, dass es sich bei dem Toten um Guldensuppe, einen deutschen Migranten handelt. Doch wer ist der Mörder? Dieser wahre Kriminalfall beschäftigte monatelang die Presse und bildet den Hintergrund zu der Entstehungsgeschichte des Boulevardjournalismus. Eine gigantische Schlacht zwischen den beiden Mogulen William Randolph Hearst , dem Herausgeber des „Journal“ und Joseph Pulitzer, dem Herausgeber der „World“. Nicht nur die Polizei, sondern auch die Presse macht Jagd auf den Mörder. Dabei sind oftmals die Reporter schneller, wenn auch die Art und Weise der Ermittlungsarbeit jenseits der Legalität liegt. Jedes Mittel ist Recht, gefälschte Beweise, gekaufte Zeugenaussagen: Hauptsache, die Auflage der Zeitung steigt. Die Polizei selbst wirkt manchmal etwas planlos, doch schließlich stecken heute probate Mittel wie Fingerabdrücke und chemische Analyse noch in den Kinderschuhen. Der Autor erzählt auf sehr spannende Weise den gesamten Fall Guldensuppe. Dementsprechend ist das Buch auch gegliedert in fünf Teile, beginnend mit dem „Opfer“ über „Verdächtige“, „Anklage“, „Prozess“ bis hin zum „Urteil“. Dabei schmückt Paul Collins die Geschichte mit vielen kleinen Anekdoten aus, die den Leser oft zum Schmunzeln bringen. Das Bild eines New Yorks zum Ende des 19. Jahrhunderts wird sehr gut vermittelt, man befindet sich auf einer kleinen Zeitreise. Eine äußerst intensive Recherche belegt der sehr umfangreiche Anfang, in dem Hunderte von Quellen angegeben sind. Der Autor hat sich sehr viel Mühe gegeben und herausgekommen ist ein sehr schönes Buch über ein Stück Zeitgeschichte. Für Freunde historischer Kriminalromane ein absolutes Muss, mit gleichzeitig großem Unterhaltungswert.

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  • Rezension zu "Der Mord des Jahrhunderts" von Paul Collins

    Der Mord des Jahrhunderts
    nasa

    nasa

    21. June 2012 um 11:44

    der mord des jahrhunderts paul collins hat mit diesem buch etwas geschaffen was nicht vielen autoren gelingt. er hat ein historisches buch geschrieben was auf tatsachen beruht und ende des 19 jahrhunderts passiert ist. zudem behandelt er nicht nur einen schweren morfall und dessen lösung sondern auch wie die boulevardpresse geschaffen wurde. da sich mehrere zeitungen gegenseitig austechen wollen und immer mehr ihre nase in den fall guldensuppe stecken als die eigentlichen ermittler. im jahr 1897 wird in new york mehrere leichentele gefunde. die identifizierung des toten gestalltet sich allerdings schwierig da man seinen kopf nie gefunden hat. doch schon schnell kommt die presse dahinter wer es ist. und obwohl die polizei lange im dunkeln tappt, sind es journalisten die die ersten hinweise auf die vermeindlichen mörder finden. durch ihre verschiedenen artikel und ansichten über den fall entfacht in new york ganz schnell ein zeitungskrieg. collins hat dieses buch sehr gut recherchiert. auch wenn der mord zum teil in den hintergrund gerät und der krieg zwischen den zeitungen und journalisten im mittelpunkt steht hat collins einen tollen mittelweg gefunden um beide brisante themen aufzunehmen und umzusetzten. streckenweise war das buch dann doch etwas schwer zu lesen aber man wird am ende nicht enttäuscht. alles in allem ein tolles buch aus dem man noch was lernen kann.

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  • Leserunde zu "Nordhörn" von Jürgen Rath

    Nordhörn
    JuergenRath

    JuergenRath

    Hallo Lesefreunde! Ich möchte Euch entführen. In die Nordsee. Auf eine Insel. In die Vergangenheit, in das Jahr 1959. Viele von Euch werden sich das nicht so richtig vorstellen können: Es ist die Zeit der kleinen Autos, der Motorräder mit Beiwagen, der Elvis-Frisuren, der Petticoats, des Rock’n Roll, der James Dean-Generation und dieser schrecklich spießigen Eltern. Es ist kalt und nass und unfreundlich in Norddeutschland und Steffen Stephan hat überhaupt keine Lust, die nächsten drei Monate auf der Insel Nordhörn zu arbeiten. Aber er muss hin, das gehört zu seinem Job. Er sitzt auf dem Gemeindeamt und sortiert die Akten im Keller. Und am Abend freut er sich, wieder einen Tag hinter sich gebracht zu haben. Euch würde es sicherlich ebenso wie Steffen ergehen. Meine Lektorin hat die weitere Entwicklung der Geschichte auf der Buchrückseite von „Nordhörn. Ein Nordsee-Krimi“ mit kurzen, aber treffenden Worten charakterisiert: „Wenn wenigstens die Einheimischen etwas zugänglicher wären. Aber nein, irgendwie scheint sich jeder davor zu fürchten, dass Steffen im Archiv etwas Belastendes entdeckt. Als er erfährt, dass sein Vorgänger unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist, wird ihm langsam mulmig. Doch als pflichtbewusster Beamter macht Steffen unbeirrt weiter. Bis die Verbindung zum Festland vom Eisgang unterbrochen wird und die Feindseligkeit in offene Gewalt umschlägt. Steffen wird gejagt. Auf einer Insel!“ Anscheinend kann er den Männern auf der Insel nicht trauen. Doch es gibt zwei Frauen – na gut, drei Frauen, wenn man die Witwe Krüger mitzählt – die Steffen helfen. Der wäre doch total aufgeschmissen ohne sie, er kennt sich ja nicht sehr gut aus auf der Insel. Aber in welche von diesen Frauen verliebt er sich? Ach ja, da ist noch dieses merkwürdige, alte Segelschiff, das immer wieder zwischen den Kapiteln auftaucht. Nein, es ist nicht der Fliegende Holländer, aber sein Reiseverlauf ist ähnlich dramatisch. Habe ich jetzt genügend Angelschnüre mit leckeren Ködern ausgelegt …? Der Verlag stellt 20 Exemplare für die Leserunde zur Verfügung. Ihr könnt Euch dafür bis einschließlich 17.05. bewerben. Die Leserunde beginnt am 26.05. Ich bin wirklich gespannt, wer sich von euch als Insel-, Nordsee- und natürlich Krimi-Fan outet.

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  • Rezension zu "Der Mord des Jahrhunderts" von Paul Collins

    Der Mord des Jahrhunderts
    smayrhofer

    smayrhofer

    11. May 2012 um 09:39

    Das aufstrebende New York im Juni 1897: Ein paar Jungen entdecken am Ufer des East River ein rotes Stoffbündel. Doch statt des erhofften Schatzes beinhaltet das Bündel ein Leichenteil – Teil eines männlichen Oberkörpers, mit Armen, aber ohne Kopf. Nur Stunden später wird in der Bronx, das Ende des 19. Jahrhunderts noch eine verschlafene Gegend ist, ein zweites Leichenteil entdeckt: ein männlicher Unterleib ohne Beine. Schnell stellt man fest, dass die beiden Leichenteile zusammenpassen und dass es sich um einen Mord handelt. Während eine ganze Reihe von Leuten den Toten zu Unrecht als einen ihrer vermissten Angehörigen identifiziert, ist die reißerische New Yorker Presse, die in einem erbarmungslosen Konkurrenzkampf steht, bereits mitten im Geschehen und mit ihren „Bluthunden“ und rasenden Reportern der Polizei immer einen Schritt voraus. Und schon bald werden die ersten Verdächtigen verhaftet… Dieses Buch kommt etwas ungewöhnlich daher, denn man hat eher das Gefühl, eine niedergeschriebene TV-Dokumentation als einen Krimi vor sich zu haben. Aber dass hat mich beim Lesen nicht gestört, im Gegenteil, Michael Collins hat mit dem „Mord des Jahrhunderts“ ein Stück Zeitgeschichte festgehalten, dass nicht nur die Geschichte um den Mord an sich, sondern auch die Entwicklung der Kriminaltechnik, der Stadt New York und vor allen Dingen der Pressearbeit und des Journalismus Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts behandelt. Dabei nimmt der „Zeitungskrieg“ zwischen den beiden mächtigen Verlegern Pulitzer und Hearst eine herausragende Stellung ein. Und obwohl das Buch eher als Dokumentation ausgelegt ist, liest sich das Buch streckenweise wie ein waschechter Krimi und wird eigentlich nie langweilig. Absoluter Lesetipp!

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  • Rezension zu "Der Mord des Jahrhunderts" von Paul Collins

    Der Mord des Jahrhunderts
    monja1995

    monja1995

    01. May 2012 um 15:17

    Klappentext: Im Sommer 1897 hält der Fall mit der kopflosen Leiche ganz New York in Atem. Die Polizei tappt zunächst im Dunkeln. So sind es Journalisten, die einer Spur ins deutsche Immigrantenmilieu des brodelnden Manhattan folgen und mit ihren Schlagzeilen einen wahren Zeitungskrieg entfachen. Handelt es sich bei der kopflosen Leiche wirklich um William Guldensuppe? Bis zum Schluss hält der historische Fall mit seinen überraschenden Wendungen die damalige Bevölkerung wie den heutigen Leser in Atem. Eine spannende Geschichtsstunde über einen der spektakulärsten Mordfälle, gewürzt mit kuriosen Details und interessanten Porträts der Zeitungsmogule Joseph Pulitzer und William Randolph Hearst. Mein Umriss: Ein Mord in New York – Das Opfer erstmal nicht zu identifizieren, da zerstückelt – Zur genauen Identifikation muss der Kopf vorhanden sein – Dieser ist jedoch unauffindbar…. Wäre der Mord in der heutigen Zeit geschehen, wäre die Identifizierung des Opfers aufgrund moderner DNA-Analysen, Fingerabdrücke usw. kein Problem. Der Mord geschah jedoch 1897, in einer Zeit, in der solche Methoden noch Zukunftsmusik waren. Die Leichenteile werden nach und nach von unterschiedlichen Personen aus dem Hudson River gefischt und der Polizei übergeben. Da diese erst vor einem Rätsel steht, schaltet sich die Presse und da an vorderster Front die Verlagshäuser Pulitzer und Hearst ein. Diese schicken ihre Reporter an die Front der Ermittlungen. Nicht zuletzt um die ersten mit der fettesten Schlagzeile in der nächsten Ausgabe zu sein und dadurch die höchste Auflage zu erreichen. Schnell werden zwei Verdächtige festgenommen, die jedoch nicht geständig sind, sondern sich gegenseitig beschuldigen. Das folgende Gerichtsverfahren beruht auf Indizien, in dem sich herauszustellen scheint, dass die Hebamme die die Geliebte des Opfers war, sich in den Mordverdächtigen verliebte, welcher den Mord auch mit ihrer Hilfe begangen haben soll. Somit wird der Geliebte wegen Mordes zum Tode verurteilt. Die Hebamme wird wegen Mithilfe zu 15 Jahren Haft verurteilt. Durch die große Anteilnahme der Presse, die auch zur Hinrichtung zugelassen war, wurde auch bekannt, dass der elektrische Stuhl nicht so sicher tötet, wie dem Volk vorgegaukelt. Somit starb der Mörder von Guldensuppe ebenso wie dieser. Er wurde bei lebendigem Leib gevierteilt. Wobei sich im Laufe des Geschehens Zweifel regen, ob Thorn wirklich der Mörder war, oder ob er nicht doch durch die Hebamme Nack verübt wurde…. Mein Eindruck: In dem gesamten Geschehen steht der Mord ebenso wie der Konkurrenzkampf der Zeitungsverlage im Hauptaugenmerk des Geschehens, aus dem am Ende höchstens zwei Gewinner hervorgehen konnten, die den hart umkämpften Markt unter sich aufteilten. Eine hervorragende Recherche durch Paul Collins bescherte dem Leser ein Buch, das einen von der ersten bis zur letzten Seite fesselt und nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Nachhaltigen Eindruck in dem Sinne, indem man überlegt, wie schwer es zur Zeit des ausklingenden 19. Jahrhunderts war, Verbrechen mit einfachsten Mitteln aufzuklären. Hier hebt Collins hervor, dass die Polizei mitunter auch auf die Presseermittlungen angewiesen war, um kleine Fortschritte zu machen. Er stellt heraus, dass im Vergleich zu heute eine Arbeitsweise bei der Polizei üblich war, die aus der heutigen Sicht die Verbrechensaufklärung eigentlich unmöglich macht. Wie jedoch hier an zitierten historischen Dokumenten ersichtlich ist, war dies sehr wohl möglich, wenn auch um einiges schwieriger. Paul Collins bedient sich einer relativ einfachen und daher leicht verständlichen Schreibweise, er verliert sich nicht in irgendwelchem Fachchinesisch, sondern schreibt Klartext. Obwohl er hier über einen tatsächlich stattgefundenen Kriminalfall schrieb, schaffte er es doch, das ganze Geschehen wie einen spannenden, fiktiven Roman erscheinen zu lassen. Dass es sich nicht um eine erfundene Geschichte handelt, beweist er am Ende durch die Auflistung seiner seriösen Informationsquellen. Mein Fazit: Wer einen reisserischen Thriller erwartet, sollte das Buch besser im Laden stehen lassen. Wer jedoch Einblick in einen wahren Kriminalfall, die Pannen bei den Ermittlungen, die Zusammenarbeit der Presse mit der Polizei im ausklingenden 19. Jahrhundert erhalten und letztlich die anfangs unmögliche Lösung des Falles erfahren will, ist mit diesem Buch bestens bedient, denn Spannung kommt auch hier nicht zu kurz.

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  • Rezension zu "Der Mord des Jahrhunderts" von Paul Collins

    Der Mord des Jahrhunderts
    hanniball

    hanniball

    23. April 2012 um 11:12

    *Spannendes Sachbuch* Mit Der Mord des Jahrhunderts ist Paul Collins ein seltener Volltreffer gelungen. In einem sehr sachlichen, dokumentarischen Stil erzählt er die Geschichte eines Mordes im New York des Jahres 1897 und seine Aufklärung. Diese Erzählung nutzt er aber nicht nur zur Schilderung der Mord-bezüglichen Fakten, sondern er gibt eine narrative Darstellung der Geschichte der (amerikanischen) Boulevard-Presse, des Kampfes der Pulitzer-Presse mit der New York World als Flaggschiff und der gerade aufstrebenden Hearst-Presse. Anhand der Schilderung, wie die Zeitungen aus Konkurrenz und Machtinteresse nicht nur über den Mord und seine Aufklärung berichtet haben, sondern die Ermittlungen auch behindert, manipuliert aber auch massiv vorangetrieben haben, gelingt Paul Collins ein sehr interessantes Zeitbild. Insgesamt fasziniert dieses Buch irgendwo in einem Spannungsfeld zwischen Sachbuch und Dokumentation auf der einen Seite und (historischen) Krimi auf der anderen Seite, ohne dabei allerdings je die dokumentarische Sachlichkeit zu verlassen. Ein ungewöhnliches, aber schönes Buch.

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  • Rezension zu "Der Mord des Jahrhunderts" von Paul Collins

    Der Mord des Jahrhunderts
    28horseshoe

    28horseshoe

    21. April 2012 um 22:11

    Zeitreise „Der Mord des Jahrhunderts“ liest sich wie ein extrem spannender Krimi, obwohl es sich eigentlich (auch) um ein Sachbuch handelt. Ich hatte sehr hohe Erwartungen an dieses Buch, die alle locker übertroffen wurden. Inhalt New York, 1897: es werden an verschiedenen Orten Teile einer zerstückelten Leiche gefunden. Zunächst beginnt die Suche nach dem Opfer, dann die Suche nach dem Täter. Die Ermittlungen werden vorangetrieben vom Wettstreit der Zeitungen um besonders sensationelle Schlagzeilen, nicht so sehr von der Polizei. Gegliedert ist das Buch in die Abschnitte: das Opfer, die Verdächtigen, die Anklage, der Prozess und das Urteil. Besonderheiten Der Autor hat es mühelos geschafft, dass ich immer das Gefühl hatte direkt vor Ort zu sein – wirklich eine Zeitreise zu machen. Und das obwohl es nicht die eine oder mehrere Personen gab, mit denen ich mich hätte identifizieren können. Außerdem fehlte die Möglichkeit sich zu sagen „Ist ja nur ein Buch (= Fiktion)“, wenn es mal besonders grausig wurde – der umfangreiche Anhang und die Quellangaben sprechen dafür, dass die Fakten sehr gründlich recherchiert wurden. Und genau darum ist es so faszinierend, weil man jede Menge historische Details erfährt: über New York, die Presse, die Polizei, Einwanderer und vieles mehr. Eine Geschichtsstunde, die wirklich Spaß macht. Kritikpunkte Anfangs habe ich mich über zwei Kleinigkeiten geärgert, die die Übersetzung betreffen. Der lange und beschreibende Untertitel im Original („ The Gilded Age Crime That Scandalized a City & Sparked the Tabloid Wars ) gefällt mir weitaus besser als „Der Fall Guldensuppe“. Außerdem ist gleich zu Beginn eine Zeitungsanzeige auf Englisch abgedruckt, die nicht komplett übersetzt wird. Insgesamt gesehen fällt das aber nicht weiter ins Gewicht, dies Buch verdient auf jeden Fall die höchste Punktzahl. Cover/ Einband An ganz besonderes Lob verdient auch die Gestaltung des Buchs: wunderschön, sehr passend zum Thema und mit vielen liebevollen Details. Der Schutzumschlag ist schon eine echte Augenweide, und wenn man ihn abnimmt kommt eine Überraschung: der Bucheinband selbst ist noch viel schöner! Das Buch ist ein Schmuckstück im Regal, egal ob mit oder ohne Schutzumschlag. Empfehlung Ganz vielen Leuten möchte ich raten, dieses Buch unbedingt zu lesen: allen Krimifans, die Lust auf ein wenig Abwechslung haben und ganz besonders jedem, der sich für die Geschichte von New York interessiert, oder für die Geschichte der Boulevardpresse, oder für die NYPD, oder für deutsche Einwanderer oder generell für historische Kriminalfälle oder historische Ereignisse. Mein Gesamteindruck: ungewöhnlich, sehr gut umgesetzt und dadurch außergewöhnlich gut.

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