Paul Glaser Die Tänzerin von Auschwitz

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Inhaltsangabe zu „Die Tänzerin von Auschwitz“ von Paul Glaser

»Eines der außergewöhnlichsten Leben des 20. Jahrhunderts.« The Washington Times.

Während eines Besuchs im Vernichtungslager Auschwitz entdeckt Paul Glaser einen Koffer – beschriftet mit seinem Familiennamen. Es beginnt die zaghafte Entdeckung der verdrängten jüdischen Wurzeln seiner Familie und der unglaublichen Überlebensgeschichte seiner Tante Rosie, einer temperamentvollen und emanzipierten Tanzlehrerin aus Amsterdam, die ihren Lebensmut gegen den nationalsozialistischen Terror verteidigt. Aus Rosies Tagebüchern und Briefen setzt Glaser ihre Biographie zusammen – ein authentischer und emotionaler Überlebensbericht, der zugleich vom Kampf zwischen Erinnern und Vergessen in einer Familie erzählt.

Viele Holländer verfolgten jüdische Landsleute. Wegen bürokratischer Hürden bekamen viele Ueberlebende keine Entschädigung.

— Buchperlentaucher

Ehrlich erzählt, nicht durch Gefühlsduseleien aufgebauscht und doch erschütternd und fesselnd... - Geschichte im Kleinen.

— TanteGhost

Eindrucksvoll und aufmunternd: nie aufgeben im Leben, immer das Beste draus machen ... das kann man von Rosie lernen!

— angi_stumpf

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  • Das Schicksal einer niederländischen Jüdin

    Die Tänzerin von Auschwitz

    Pongokater

    03. May 2018 um 18:44

    Das Schicksal einer niederländischen Jüdin ist das Thema dieses Buches. Genau genommen ist es die Tante des Autors, eines bedeutenden Arztes, von der er erst zufällig spät im Leben erfahren hat. Sein Vater hatte ihm in dem Glauben leben lassen, seine Vorfahren wären ausschließlich niederländische Katholiken. Auf eigene Faust nimmt er Kontakt zu seiner Tante Rosie auf und entdeckt die Geschichte einer Frau, die das Glück hatte, als Künstlerin des Tanzens und des Flirtens der Vernichtung zu entrinnen. Paul Glaser entdeckt auch, dass sehr viele Niederländer alles andere als Widerstandskämpfer waren, gerade in Bezug auf Juden. Seine Tante hatte alles unternommen, um nach dem Krieg nicht in den Niederlanden, sondern in Schweden leben zu dürfen. Und so streut er die Asche seiner verstorbenen Tante auf deren Wunsch auch in den schwedischen Mälar-See.Eine bewegende Geschichte, die leider durch das -man muss es so hart sagen- schriftstellerische Unvermögen des Autors deutlich beeinträchtigt wird.

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  • Zeitgeschichte, wie sie interessanter nicht sein kann!!!

    Die Tänzerin von Auschwitz

    TanteGhost

    19. December 2017 um 10:10

    Ehrlich erzählt, nicht durch Gefühlsduseleien aufgebauscht und doch erschütternd und fesselnd... - Geschichte im Kleinen.Inhalt:Die Frau ist in der war einfach nur stark! - Sie erzählt in ihrem Buch ihre Geschichte, wie sie es erlebt hat, als Juden noch normal leben konnten, wie der Antisemitismus und die Verfolgung begann, und wie sie sich lange Zeit widersetzte. Auch die Menschen in ihrer Umgebung machten eine schleichende und doch merkliche Veränderung durch.Gnadenlos erzählt sie von dem Versteckspiel, dem Kampf ums Überleben und den Kampf um ein klein wenig Recht.Zu schade, dass ihre restliche Familie am Ende mit ihr gebrochen hat und es am Ende ein Neffe ist, der sich ihr wieder anzunähern versucht und dabei auch wieder auf Schweigen stößt.Der erste Satz:"Im Jahr 2002 nahm ich an einer Tagung von Klinikchefs in Krakau teil."Der letzte Satz:"Rosen für Roosje. Schweigen."Fazit:Von Anfang an war da eine gewisse Spannung da. Die Geschichte hat sich von Anfang an einfach weiter entwickelt. Das drohende Unheil war förmlich mit den Händen zu greifen. Sowohl bei der aktuellen Geschichte, als auch bei der Geschichte der Tante. Dabei hat man bei beiden Handlungssträngen eine Entwicklung mit gemacht. Von dem kleinen naiven Menschlein, hin zu dem, was sie eben geworden sind, nachdem sie die Erkenntnisse hatten, die sie dann eben hatten. - Das allein hat mich an das Buch gefesselt.Die Kapitelaufteilung war ziemlich vorteilhaft. Zwar hat die Tante Rosje mehr zu erzählen gehabt, als der Neffe, der die Geschichte quasi aufgedeckt hat, aber trotzdem waren beide Handlungsstränge sehr interessant. Die Kapitelaufteilung war in sofern gut gemacht, dass immer ein "Sachverhalt" abgearbeitet wurde und es dann zum nächsten über ging. So war das bei Rosje zum Beispiel die Ehemänner und Partner, berufliche Stationen, die sie gerade so durchlief oder eben die verschiedenen Lager und Transporte auf denen sie war.Alles war in einem realistischen, ja fast neutralen Tonfall erzählt. Da wurde nichts dramatisiert, kein Hass geschürt oder sonstwie hoch gebauscht. Das war einfach alles ehrlich so beschrieben, wie es Rosje eben gesehen hat. Also konnte es durchaus sein, dass ein Aufseher direkt auch mal ein guter Mensch wurde, wenn gerade kein Vorgesetzter in der Nähe war. Und genau das hat mich so fasziniert. Die Ehrlichkeit, die trotz allem gefesselt hat, obwohl sie eben nicht hochdramatisch ausgeschmückt war. Das war gar nicht nötig!Dann war auch alles so beschrieben, dass noch genügend Platz für meine eigene Fantasie geblieben ist. Ich hatte ein Kopfkino vor Augen, dass so schnell nicht getoppt werden wird, denn so einen Film hat man einfach nicht alle Tage. Einzig fasziniert hat mich die Tatsache, dass ich Rosje nie als abgemagerte Gestalt gesehen habe. Für mich war sie die ganze Zeit über die lebenslustige Frau, die sie eben auch am Anfang des Buches war.Alles in allem ein sehr gelungenes Buch. Ein Zeugnis deutscher Geschichte, wie es ehrlicher nicht hätte sein können. Ohne groß aufgebauscht zu werden kann auch dieser Teil der Geschichte sehr aufschlussreich sein.Ich habe es äußerst gern gelesen und habe es auch recht schnell durch gehabt. Entgegen meiner Gewohnheiten habe ich auch den Anhang gelesen, was ich sonst selten bis gar nicht mache. So hat der Leser noch erfahren, was aus den verschiedenen Personen geworden ist und was mit ihnen nach Abschluss der Geschichte geschehen ist. Ein zwar sachlicher, aber auch nicht weniger interessanter Teil des Buches, da man wirklich auch mal erfahren hat, wie in Einzelfällen zum einen mit Opfern, zum anderen aber auch mit Tätern umgegangen worden ist.Dann gab es noch einen Teil mit Fotos. Eben jenen Fotos, die Rosje auf ihre Art innerhalb der Handlung gerettet hat. - Nicht alle, das hätte wohl zu weit geführt, aber doch ein ganzer Teil davon, der mir Rosje noch einmal gezeigt hat, wie sie wirklich war. Und ich musste feststellen, dass ich gar kein so falsches Bild von ihr hatte.Ich kann hier wirklich nur eine Leseempfehlung aussprechen. Zum einen, weil es einfach nur ehrlich erzählt und absolut fesselnd ist, und zum anderen auch, weil es einfach nur kurz und knackig und nicht unnötig aufgebauscht wurde. - Ehrliche Geschichte eben. Genau so, wie sie wirklich war, von einem erzählt, der es wirklich selber erlebt hat.(Auszüge des Textes sind auch auf meiner Website und in meinem Blog zu finden.)

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 06.01.2018: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   294 Punkte Astell                                           ---    20 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  893 Punkte Beust                                          ---   424 Punkte Bibliomania                               ---   285 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  515 Punkte ChattysBuecherblog                --- 316 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   192 Punkte Code-between-lines                ---  199 Punkte DieBerta                                    ---   88  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    • 2656

    lisam

    25. November 2017 um 22:59
  • ‚Man muss erst ausgestoßen werden, bevor man auserwählt sein kann.‘

    Die Tänzerin von Auschwitz

    sabatayn76

    22. December 2016 um 23:46

    Inhalt: Als Paul Glaser - eher widerwillig - Auschwitz besucht, entdeckt er auf einem Koffer seinen Familiennamen, der in den Niederlanden eher selten ist. Daraufhin beginnt er, sich intensiv mit der Vergangenheit seiner Familie zu beschäftigen, findet jüdische Wurzeln und stößt auf die Geschichte seiner Tante Rosie/Roosje, die Tänzerin war und nach Auschwitz deportiert wurde. Basierend auf Rosies Tagebuchaufzeichnungen, Fotos, Briefen, Notizen aus der Zeit des Krieges, persönlichen Gesprächen und Archivmaterial erzählt er in ‚Die Tänzerin von Auschwitz‘ vom Leben seiner Tante und ihrer Zeit in verschiedenen Konzentrationslagern. Mein Eindruck: Ich habe schon sehr viel über die Shoa gelesen und interessiere mich sehr für das Dritte Reich. Aus diesem Grunde war ich gespannt auf die Lektüre von Paul Glasers Buch, muss nach dem Lesen aber sagen, dass ich nicht vollends begeistert vom Buch bin. Dies liegt zum größten Teil sicherlich daran, dass ich Rosie mit ihren Lügen, dem Fremdgehen, ihrer Naivität und gleichzeitig ihrer Abgebrühtheit, ihren Manipulationen und ihrer Berechnung sehr unsympathisch fand. Ich empfand die Schilderungen vor ihrer Zeit in Auschwitz durchweg eher negativ und voller Selbstmitleid. Die Zeit in Auschwitz empfand ich als differenzierter ausgearbeitet und fesselnder, zuvor wies das Buch meiner Meinung nach ein paar Längen auf und war zudem sprachlich eher hölzern. Mein Resümee: Eine Shoa-Geschichte ist nicht automatisch eine fesselnde und berührende Geschichte, wie das Buch von Paul Glaser zeigt. Kann man lesen, aber ich würde andere Bücher zum Thema empfehlen, z.B. ‚Roman eines Schicksallosen‘ von Imre Kertész, ‚Die schönen Tage meiner Jugend‘ von Ana Novac oder ‚Und du bist nicht zurückgekommen‘ von Marceline Loridan-Ivens.

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  • Die Tänzerin von Auschwitz

    Die Tänzerin von Auschwitz

    -sabine-

    02. December 2016 um 08:38

    Mich hat dieser Erfahrungsbericht sehr aufgewühlt und das, obwohl ich schon vieles aus dieser Zeit gelesen habe. Er ist tragisch, sehr offen und ehrlich und gibt dem Leser auch noch Einblicke in die Zeit nach der Befreiung – und das hat mir – zumindest was die Niederlande angeht – nochmal ganz neue Aspekte und Informationen geliefert.Das Buch wird aus zweierlei Sicht erzählt – einmal aus Sicht des Autors Paul Glaser, der mehr zufällig anfängt, in seiner Familiengeschichte zu stöbern und den man bei seinen Recherchen begleitet. Die andere Sicht ist die seiner Tante Roosje, die aus ihrem Leben erzählt, wie sie eine Tanzschule eröffnet, wie es zunehmend schwieriger wird als Jüdin in den Niederlanden, was sie dann in Auschwitz erlebt und wie sie schließlich befreit wird und dann ein neues Leben in Schweden beginnt.Das Buch liest sich sehr flüssig, sicherlich auch der eingehenden und einfachen Sprache wegen, die aber authentisch klingt und den Leser mitten ins Geschehen entführt. Mich hat aber vor allem die Geschichte Roosjes sehr gefesselt. Sie beschreibt ihre verschiedenen Etappen sehr lebhaft und lebendig und bewahrt sich trotz aller schrecklicher Erlebnisse immer noch ihren Optimismus. Wahrscheinlich hat dieser ihr auch das Leben gerettet, denn ein „ich kann nicht mehr“ gab es für Roosje nicht, egal, was passierte, hat sie für sich immer nach Lösungen gesucht – und auch gefunden, egal wie widrig die Umstände auch waren. Mich hat diese Willenskraft und Stärke sehr beeindruckt, mir nochmal aufgezeigt, was Menschen aushalten können, aber auch, was sie am Leben hält. Interessant waren aber auch die Erfahrungen, die Paul Glaser im Rahmen seiner Recherchen macht. Zunächst stößt er auf ein großes Schweigen, kaum einer weiß genaueres oder die, die etwas wissen, wollen nicht reden. Es ist schon interessant, wie unterschiedlich Menschen mit dem Thema Holocaust umgehen – die einen verschweigen und wollen gar nichts mehr davon hören, die anderen wollen genau das nicht – schweigen, sondern gegen das Vergessen reden. Bemerkenswert finde ich auch, was diese Erfahrung dann mit einer Familie machen kann – wie sie das Zusammenleben beeinflusst und auch den Umgang mit anderen schwierigen Themen – wird eher geredet oder doch eher geschwiegen. Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt – nicht der schrecklichen Erlebnisse wegen, die Roosje zur Zeit des Holocaust durchmachte (und auch später noch, als sie wirklich unangenehme Erfahrungen mit ihrem Geburtsland machte), sondern vor allem wegen ihrer Stärke und ihrem Optimismus, den sie ausgestrahlt und nie verloren hat. Ich finde es faszinierend, wie Menschen sich in Ausnahmesituationen verhalten und was sie am Leben erhält – Roosje ist da ein tolles Beispiel, eine starke Frau, die sich nicht hat unterkriegen lassen und so auch das schlimmste Kapitel deutscher Geschichte überlebte.Mein FazitEin beeindruckender Erfahrungsbericht einer jungen Holländerin, die sicher vor allem durch ihre Stärke und ihren Optimismus den Holocaust überlebte. Obwohl Schreckliches beschrieben wird, sprüht das Buch doch voller Optimismus, eine Einstellung, die der Protagonistin Roosje das Leben rettete und mich sehr fasziniert hat. Wer sich für diese Zeit interessiert, dem kann ich diese Biographie sehr ans Herz legen – sie rückt noch mal andere Gesichtspunkte in den Vordergrund, und ich bin sehr froh, sie gelesen zu haben.

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  • Eindrucksvoll und aufmunternd ...

    Die Tänzerin von Auschwitz

    angi_stumpf

    27. November 2016 um 01:12

    Die Geschichte: Paul Glaser wächst als Katholik in Maastricht auf und erst später in seinem Leben beginnt er, sich über seine Familiengeschichte Gedanken zu machen: er hat jüdische Wurzeln, über die sein Vater allerdings beharrlich schweigt. Durch Kontakte mit anderen Verwandten gelingt es ihm schließlich, vieles aus der Vergangenheit zu rekonstruieren und den Verbleib einiger Angehöriger während des Zweiten Weltkriegs zu klären. Die herausragendste Persönlichkeit ist dabei seine Tante Roosje, eine Frau mit unheimlich viel Mut, Tatkraft, Optimismus und einer bewegenden Geschichte … Meine Meinung: Vor solchen Büchern habe ich immer sehr viel Respekt, denn man erlebt als Leser emotional meist recht hautnah, aber doch aus sicherer Entfernung die echte Geschichte eines realen Menschen. In “Die Tänzerin von Auschwitz” erzählt uns Paul Glaser nicht nur aus seinem eigenen Leben, sondern vor allem hat er aus Gesprächen mit Zeitzeugen, alten Briefen und anderen Dokumenten ein Porträt seiner Tante Roosje geschaffen, das tief bewegt. Er hat sie sogar noch einmal selbst kennenlernen dürfen, aber leider blieb es bei einem kurzen Besuch. Roosje wurde 1914 in den Niederlanden geboren und wuchs nicht nur dort, sondern auch einige Jahre in Deutschland auf. Ihr Vater war ein erfolgreicher Unternehmer, Roosje selbst gründete später mit ihrem Partner eine beliebte Tanzschule. Musik, Poesie und vor allem Tanz waren Rosies Leben, sie hat – egal in welcher schlimmen Situation auch immer sie sich befand – Gedichte verfasst, Lieder komponiert, Choreografien kreiert und ihre eigene Geschichte zu Papier gebracht. Dass von allen im Zweiten Weltkrieg besetzten Ländern in den Niederlanden der prozentual höchste Anteil der jüdischen Bevölkerung getötet wurde, war mir neu. Erschreckende 72 Prozent (die Dunkelziffer liegt noch höher), die wohl auch aufgrund tatkräftiger Mithilfe eifriger Bürger durch Verrat an ihren jüdischen Nachbarn, Kollegen, ja sogar Partnern begünstigt wurden. Rosie konnte da gut mitfühlen, denn auch sie wurde mehrfach verraten. Sie war von ihrem Land, der Königsfamilie und den Behörden zutiefst enttäuscht, denn sie hatte nie den Eindruck, dass von dieser Seite große Hilfe zu erwarten gewesen wäre, eher im Gegenteil. Sogar nach dem Krieg wurden ihr nur Steine in den Weg gelegt, von Wiedergutmachung keine Spur. Umso besser war ihre Entscheidung, nach Schweden auszuwandern. Das Eindrucksvolle an Rosie ist wirklich, dass sie sich immer an die unterschiedlichsten Situationen in ihrem Leben angepasst hat, wie ein Chamäleon, das immer die Farbe seiner Umgebung annimmt, um sich zu tarnen und dadurch zu überleben. Und Rosie hat vieles überlebt: grausame medizinische Versuche im Konzentrationslager, die Arbeit in der Gaskammer und in verschiedenen Rüstungsbetrieben, Hunger, Krankheiten, unsagbares Leid und den Tod zahlreicher liebgewonnener Freunde und Familienangehöriger. Rosie lehrt uns, das Leben zu lieben und immer das Beste draus zu machen. Und vor allem zeigt sie uns, dass – nicht nur im Krieg – hinter der Fassade eines Feindes ein echter Freund stecken kann … und leider auch umgekehrt. Man sollte ohne Vorurteile an die Menschen herangehen, denn oft liegt man mit dem ersten Eindruck doch falsch. Und sie hat sich auch niemals gescheut, alle Chancen, die sich ihr geboten haben, zu ergreifen. Manchmal muss man die Rücksichtnahme und Zurückhaltung eben vergessen, wenn es ums eigene Überleben geht. Das Buch habe ich in einem Rutsch gelesen, denn es hat mich sehr gefesselt und bewegt. Ganz toll sind auch die vielen Fotos im Mittelteil, die ein lebendiges Bild von Rosie und einigen anderen Personen ermöglichen. Fazit: Ein aufmunterndes Zeitzeugnis, das uns zeigt, dass man nie aufgeben sollte im Leben.

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  • Die Tänzerin von Auschwitz

    Die Tänzerin von Auschwitz

    FabAusten

    Paul Glaser besucht mit seiner Frau und einigen Kollegen Krakau. Am dritten Tag wollen sie gemeinsam das ehemalige KZ Auschwitz besichtigen. Doch plötzlich spürt er eine Beklemmung, möchte eigentlich nicht mehr mitgehen. Seine Frau und die Freunde überreden ihn und schließlich steht er vor einem Schaukasten mit unendlich vielen Koffern. Da fällt sein Blick auf einen weit vorne liegenden, der den Namen „Glaser“ trägt. Paul Glaser ist in einer katholischen Familie aufgewachsen, die wenig Kontakt zu den Verwandten väterlicherseits hat. Nach seinem Erlebnis in Auschwitz begibt er sich auf die Spuren seiner Vorfahren und findet schließlich jüdische Wurzeln sowie die tragische Lebensgeschichte seiner Tante Roosje. Roosje und ihr Bruder John, Pauls Vater, wuchsen ohne starke Bindung an die jüdische Religion auf. Sie war eine junge, lebenslustige Frau, die als Tanzlehrerin eine eigene Schule betrieb, als die Nationalsozialisten in den Niederlanden einfielen. Und sie beschloss, einfach mit ihrem Leben fortzufahren, sich nicht an die strikten und sinnlosen Vorschriften für Juden zu halten, die von den Deutschen erlassen wurden. Doch schnell musste sie feststellen, dass viele Niederländer nur allzu bereit waren, die Gesetze für sich zu nutzen. Mehrfach wurde sie aus Rache oder Geldgier verraten. Sie musste sich in verschiedenen Lagern durchschlagen und schließlich in Auschwitz ums Überleben kämpfen. Dennoch verlor sie nie den Lebensmut, den Glauben an sich selbst und eine Zukunft. Das Buch springt zwischen zwei Erzählsträngen und Perspektiven. Zum einen berichtet Paul Glaser über seine Spurensuche. Darüber wie seine Familie darauf reagiert, wie er Informationen über seine Tante erhält und wie er selbst mit den neugewonnenen Erkenntnissen umgeht. Immerhin dachte er bisher, seine Familie sei katholisch und nun wird ihm klar, dass sie unmittelbar vom Holocaust betroffen ist. Außerdem erkennt er, dass die Niederlande im Gegensatz zur offiziellen Version, nicht nur die überrannten und unterdrückten Opfer der Nationalsozialisten waren. Vielmehr haben die Menschen vielfach ihren Nutzen aus den neuen Verhältnissen gezogen und waren auch nach dem Krieg keineswegs daran interessiert, den Überlebenden ihr Hab und Gut wiederzugeben. Besonders hier findet sich die Stärke des Buches. Es ist spannend, welche Auswirkungen die Geschichte noch viele Jahrzehnte später hat. Wie sie immer noch Menschen und ihre Familien beeinflusst. Wie sein Vater und seine Tante Roosje zwar überlebt haben, sich aber nicht verstehen und keinen Kontakt mehr miteinander haben. Im zweiten Erzählstrang berichtet Roosje über ihr Leben. Hier lernt der Leser eine unabhängige, optimistische Frau kennen, die ihren Willen durchzusetzen weiß. Seine Tante selbst berichten zu lassen, ist einerseits naheliegend, da sie ihre Memoiren aufgezeichnet hat und der Autor somit Quellen aus erster Hand nutzen konnte. Allerdings hält er den Stil nicht stringent durch. So lässt er sie Inhalte von Briefen hochrangiger Nazis zitieren, die sie zumindest zum Zeitpunkt ihrer Erwähnung nicht gekannt haben kann. Andererseits schafft der Autor es bedauerlicherweise nicht gänzlich, dem Charakter seiner Tante und ihrem Leben gerecht zu werden und Tiefe zu verleihen. Umso mehr erwartet der Leser dies aber, wenn aus Roosjes Perspektive erzählt wird.Die Welt besteht aus ambivalenten Charakteren, die Sympathie oder Antipathie wecken. Das trifft auch auf Menschen zu, die den Holocaust überlebt haben. Selbstverständlich steht es niemandem zu, ein Urteil darüber zu fällen, wie jemand Verfolgung und Todesgefahr gegenübertritt. Schon gar nicht, wenn er das in Auschwitz tun musste. Bestimmt war Roosjes Charakter mitverantwortlich, dass sie diese Zeit überstehen konnte. Und um zu überleben, mussten sicher Dinge getan werden, die im Nachhinein befremdlich wirken können. Wie gesagt, die damaligen Umstände folgten ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten und ein Urteil steht niemandem zu. Aber es ist die Aufgabe eines Autors, seinen Lesern den Charakter seiner Figuren, ihre Beweggründe und Handlungsweisen zu erklären. Leider schafft Paul Glaser dies nicht immer. So ist es eben irritierend, wenn Roosje beispielsweise den deutschen Bewachern in den Lagern offenkundig vorurteilsfrei begegnet. Mit ihnen umgeht und sogar flirtet, als wären nicht genau diese Menschen für Tod und Elend in den Lagern verantwortlich. Teilweise lässt es sich vielleicht mit Roosjes Aufenthalt in Klewe erklären, teilweise geschah es sicherlich aus Berechnung, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Aber dass es mit so wenig Skrupel und Selbstzweifeln stattgefunden hat, mutet genauso unwahrscheinlich an wie der Umstand, dass Roosjes Psyche durch die Erlebnisse in Auschwitz relativ wenig Schaden genommen haben soll. Deshalb muss es Paul Glaser zugeschrieben, wenn er es nicht schafft, dies alles zu erklären oder zumindest nachvollziehbar zu machen. Verhaltensweisen und Entscheidungen werden verkürzt und etwas banal dargestellt und wirken dadurch selbst oberflächlich. Sie ist unbestritten eine starke Persönlichkeit, aber dass Roosje ihre Erlebnisse vielleicht doch nicht so auf die leichte Schulter genommen hat, lassen höchstens kurze Passagen erahnen. Den Eindruck einer verkürzten, etwas oberflächlichen Darstellung wird durch die doch geringe Seitenzahl und den Sprachstil gestützt. Letzterer führt zu einem flotten Lesetempo und einer lebendigen Vorstellung der Personen und Geschehnisse. Andererseits wirkt die Sprache zu simpel für die komplexen äußeren als auch psychischen Abläufe. Die Tänzerin von Auschwitz ist ein interessantes und vor allem wichtiges Buch. Es zeigt, dass sich die damaligen Geschehnisse auch nach Jahrzehnten noch auf die Beteiligten und nachfolgende Generationen auswirken. Es ist wichtig, Roosjes Schicksal und ihrer unerschütterlichen Frohnatur, die vielleicht manchmal befremdlich ist, aber dennoch Respekt abverlangt, ein Denkmal zu setzen. Aus diesem Grund erhält das Buch einen Stern mehr als es wahrscheinlich sonst bekommen hätte.

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    • 5

    ChristineJaeggi

    26. May 2015 um 20:13
  • Warum? Fragt sich die junge jüdische emanzipierte Frau Roosje. Eine mitreißende Geschichte

    Die Tänzerin von Auschwitz

    colleke

    21. February 2015 um 16:40

    Ich habe das Buch sowohl in der niederländischen als auch in der deutschen Sprache gelesen.  Es ist eine mitreißende Lebensgeschichte  einer jungen jüdischen Frau während des Krieges.  Sie war damals schon sehr emanzipiert und erfolgreich als Tanzlehrerin. Man könnte sich heutzutage leicht mit ihr identifizieren.  Damals war es aber nicht so üblich, dass die Frauen erfolgreicher waren als die Männer.  Ihr Mann ist begeistert von den Nazis es gibt oft Streit zwischen die Beiden und Roosje reicht die Scheidung ein.  Letztendlich verrät ihr Exmann sie. Er zeigt sie an, weil sie nicht die antijüdischen Verordnungen befolgt.  Roosje betrieb nämlich (illegal) aber erfolgreich verschiedene Tanzschulen  aber auch ihr Exmann hatte eine weniger erfolgreiche Tanzschule. Roosje war eine unbeugsame Frau die nicht verstehen konnte, wieso sie in ihrer Bewegungsfreiheit eingeengt wurde, nur weil sie eine Jüdin war. Wahrscheinlich hat ihr Exmann sie aus Neid verraten. Sie wurde festgenommen und es folgte eine schreckliche Zeit in verschiedenen Konzentrationslagern. Was ich so schön finde an diesem Buch, sind die persönlichen und rührenden Anekdoten.  Die Tränen liefen mir über das Gesicht, als Roosje sich während des Todesmarsches von ihrer Freundin verabschieden musste, weil ihre verletzte Freundin nicht mehr mitkommen konnte. Roosje läuft weg und hört in der Ferne den Schuss.  So kurz vor der Befreiung .  Genauso ergreifend ist die persönliche Geschichte des Autors. Er findet erst im späteren Alter heraus, dass er Jude ist. Sein Vater, Roosjes Bruder, hatte es immer verschwiegen. Erst als Paul Glaser in Auschwitz einen Koffer beschriftet mit seinem Familiennamen entdeckt, zweifelt er an seiner Herkunft. Es folgt eine Spurensuche. Er findet heraus das er tatsächlich jüdische Wurzeln hat. Sein Vater aber schweigt,  aus Angst vielleicht?  Seine ganze Familie ist ermordet worden, außer seinem Vater und seiner Tante Roosje. Paul Glaser besucht deshalb seine Tante die in Stockholm wohnt.  Sie fängt zögernd an aber dann erzählt sie plötzlich die ganze Geschichte.  Diese Geschichte ist so ergreifend, dass Paul Glaser ein Buch über ihre Lebensgeschichte und seine Spurensuche geschrieben hat.  Diese Geschichte ist eine ganz andere Kriegsgeschichte ohne grausame Einzelheiten. Aber trotzdem, der Krieg war grausam, insbesondere für die Juden.

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  • Sehr emotional, sehr aufwühlend

    Die Tänzerin von Auschwitz

    Monika58097

    11. February 2015 um 17:41

    Als der Autor Paul Glaser das Vernichtungslager Auschwitz besucht, entdeckt er eher durch Zufall seine jüdischen Wurzeln. Als er seinen Vater auf die Geschichte seiner Familie anspricht, schweigt dieser jedoch. Seine Tante Roosje jedoch beginnt zu erzählen. Anhand ihrer Erzählungen und ihrer Tagebücher, kann Paul Glaser die Geschichte seiner Tante rekonstruieren, die auch seine eigene Geschichte ist, die Geschichte seiner Familie. Roosje ist eine lebenshungrige junge Frau, als die Deutschen die Niederlande besetzen. Verraten von ihrem eigenen Ehemann wird sie gezwungen, ihre Tanzschule zu schließen. Unterdrückung, Verfolgung, Leid und Elend stehen von Stund an auf dem Programm. Ihre Eltern werden ermordet. Sie selbst überlebt, was dem Leser wie ein Wunder erscheint. Roosje hat einen enormen Lebenswillen. Immer wieder hat sie Vorstellungen und Ideen, die sie versucht in die Tat umzusetzen. Nur durch ihren Mut und ihre ungewöhnliche Art die Dinge anzupacken, konnte sie mehrere Lager überleben. "Die Tänzerin von Auschwitz" - es ist ein sehr emotionales Buch, eine wahre Geschichte, die erschüttert. Die Geschichte über ein Familiengeheimnis, das nur durch Zufall entdeckt wurde. Es ist aber nicht nur die Geschichte von der jungen Roosje, es ist auch die Geschichte der Juden, die ebenso überlebt haben, die jedoch bitter erfahren mussten, dass sie in ihrer niederländischen Heimat nicht erwünscht waren. Sie, die unter widrigsten Umständen das Vernichtungslager überlebt haben, wurden diskriminiert und aufgefordert, sich nicht zu beklagen. Der Leser erfährt, dass der Antisemitismus in den Niederlanden nach dem Krieg ausgeprägter war als zuvor. Tatsachen werden geschildert, die der Leser nur schwer nachvollziehen kann, so unfassbar erscheinen sie einem. "Die Tänzerin von Auschwitz" - tragisch, aufwühlend.

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