Paul Grossman Schlafwandler

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Inhaltsangabe zu „Schlafwandler“ von Paul Grossman

Mörderische Tage Berlin im Winter 1932. Inspektor Kraus ist bei der Berliner Polizei eine Legende. Im Weltkrieg war er ein Held, und nun hat er einen gefährlichen Kinderschänder gefasst. Doch als Jude sieht er die Entwicklung in Deutschland mit größter Besorgnis, zumal er Kontakte zu den höchsten Kreisen hat und weiß, was von Hitler zu erwarten ist. Als in der Spree eine Frauenleiche gefunden wird, ruft man Kraus. Die junge Frau ist schon länger tot. Auffällig sind die Wunden an ihren Beinen. Man hat ihr die Knochen unter dem Knie abgetrennt. Wenig später verschwindet die Prinzessin von Bulgarien aus dem Hotel Adlon, und Kraus erhält von Hindenburg persönlich den Auftrag, sie zu finden. Er glaubt an einen eher harmlosen Kriminalfall – doch er wird auf dramatische Weise eines Besseren belehrt. Ein spannender Kriminalroman voller Atmosphäre über das Deutschland der dreißiger Jahre.

Nicht ganz so gut wie Band 1. Kleine Schwächen.Trotzdem spannend.

— Bella5
Bella5

Hier wurde zu viel hineingepackt, historisch nicht immer korrekt. Die Klischees dagegen wurden gut bedient!

— Arun
Arun

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  • Rezension zu "Schlafwandler" von Paul Grossman

    Schlafwandler
    Matzbach

    Matzbach

    Ein Buch rezensieren, während es gelesen wird? Spannend ist der Fall vor dem Hintergrund der bevorstehenden Machterschleichung Hitlers allemal, aber das ist auch das einzig Positive, was ich bisher über das Buch berichten kann. Grossman trägt mehr als dick auf, wenn sein Protagonist Kommissar Kraus beim Betreten eines Cafes von Max Reinhardt, Bertolt Brecht, Thomas Mann und Albert Einstein persönlich begrüßt wird. Dann erlebt er zufällig einen Streit Hitlers mit Gregor Strasser mit, der, völlig unrealistisch, in aller Öffentlichkeit ausgetragen wird. Dass ein Polizist vom Reichspräsidenten Hindenburg persönlich beauftragt wird, fällt da schon gar nicht mehr ins Gewicht. Dazu kommen historische Fehler, der Berliner Breitscheidplatz etwa dürfte schwerlich Ende 1932 schon so geheißen haben, da er nach dem von den Nazis ermordeten SPD-Politiker benannt wurde. Aufdringlich wirkt die Darstellung der Nazis als tumbe Toren, wären sie das gewesen, hätten sie wohl kaum die Macht in Deutschland übernehmen können. Letzter Kritikpunkt: absolute Schwülstigkeit. Zitat: "In einer unwiderstehlichen Explosion sprang das libidinöse Tier in ihm aus seinem Winterschlaf auf, und mit einer primitiven Wildheit, die er an sich vollkommen vergessen hatte, fiel er über sie her , ohne auf irgendetwas zu achten als seine überwältigende Gier". Wow, da muss man erstmal drauf kommen. Okay, nachdem ich das Buch nun zuende gelesen habe: hanebüchen, der kleine jüdische Polizist, der es mit dem gesamten Parteiapparat der Nazis aufnimmt, dabei auch noch in den Reichstagsbrand gerät, unglaubwürdiger gehts nimmer. Und dass die Nazis ihre menschenverachtenden medizinischen Experimente bereits vor der sogenannten "Machtergreifung" durchführten, ist schlichtweg daneben.

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  • 4,5 Sterne

    Schlafwandler
    Bella5

    Bella5

    06. March 2017 um 18:50

    Berlin 1932/1933: „Schlafwandler“ von Grossman ist ebenso wie „Kindersucher“ ein spannender Histo-Thriller.Hier tut man jedoch gut daran, auch das Nachwort des Autors zu lesen, in welchem er den Text erläutert. Er räumt ein, viele geschichtliche Ereignisse, die später stattfanden, teils 10 Jahre vorher (!) platziert zu haben, was natürlich völlig ahistorisch ist. Und er erklärt so manche Figur im Roman; dies fand ich sehr aufschlussreich. Fakten und Fiktion mixt er zu einem spannenden Cocktail.Natürlich können sich auch nicht sämtliche Berühmtheiten Berlins an einem Tag über den Weg gelaufen sein. Stellenweise trägt der Autor einfach arg dick auf. Worum geht’s?Inspektor Kraus ist bei der Berliner Polizei eine Legende. Im Weltkrieg war er ein Held, und nun hat er einen gefährlichen Kinderschänder gefasst. Doch als Jude sieht er die Entwicklung in Deutschland mit größter Besorgnis, zumal er Kontakte zu den höchsten Kreisen hat und weiß, was von Hitler zu erwarten ist. Als in der Spree eine Frauenleiche gefunden wird, ruft man Kraus. Die junge Frau ist schon länger tot. Auffällig sind die Wunden an ihren Beinen. Man hat ihr die Knochen unter dem Knie abgetrennt. Wenig später verschwindet die Prinzessin von Bulgarien aus dem Hotel Adlon, und Kraus erhält von Hindenburg persönlich den Auftrag, sie zu finden. Er glaubt an einen eher harmlosen Kriminalfall – doch er wird auf dramatische Weise eines Besseren belehrt… Leider benimmt sich der Protagonist Wilhelm Kraus  teils ziemlich out of character, vor allem, als er mit der Prostituierten Paula anbandelt, die als Figur auf ihre „Brüste“ und ihr „neurotisches Kindheitstrauma“ reduziert wird. Die Liebesszenen lasen sich wie eine schwülstige Altherrenfantasie & sie waren einfach nur peinlich. Ich dachte, plötzlich einen Groschenroman zu lesen; überhaupt gab es ziemlich viel Chauvi – Gequatsche. Frauen und ihre „Beine“. Landei Gunther wurde plötzlich zum Don Juan, der quasi in jedem Hafen eine Braut hatte. Sehr abgeschmackt!Der eigentliche Fall war aber wieder sehr spannend, obschon für mich ein wenig vorhersehbar. Spitze beschrieben wurde der Untergang der Weimarer Republik, die aufgeheizt-ängstliche Stimmung und das Gebaren der Nazis. Kraus‘ Liebe zu seiner Heimatstadt Berlin wird aber  richtig schön beschrieben. Richtig toll fand ich das 'Veteranentreffen'. Kraus‘ Kameraden aus dem Ersten Weltkrieg liessen ihn nicht im Stich, und mein Liebling Kai spielte auch wieder eine Rolle. Der Horroranteil ist geringer als in „Kindersucher“, und Vieles, was sich absurd und übertrieben anhörte, wurde von der deutschen Wirklichkeit noch übertroffen, leider. Stichwort: Doktor Mengele. Trotz mancher Schwächen vergebe ich daher für „Schlafwandler“ von Paul Grossman 4,5 von insgesamt 5 möglichen Sternen, denn der Thriller ist sehr spannend. 

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    • 4
  • Spannung im Berlin der dreißiger Jahre

    Schlafwandler
    woschwen

    woschwen

    30. October 2013 um 20:01

    Einfach nur klasse und das hat mehrere Gründe. Erstens ist die Zeit, in dem der Krimi spielt, sehr spannend. Grossman beschreibt in bestechender Weise das Berlin jener Tage, egal ob es um die unterschiedlichen Menschentypen oder einfach nur um die Darstellung der Varietes und Lokale geht. Zweitens ist die Geschichte wirklich spannend konstruiert und erzählt. Drittens macht es auch Spaß das Buch zu lesen, da man einzelne Figuren (beispielsweise Reichspräsident von Hindenburg) und historische Ereignisse aus dem Geschichtsbuch kennt. Historische Kenntnisse sind von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich. 5 von 5 Sternen

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  • Rezension zu "Schlafwandler" von Paul Grossman

    Schlafwandler
    RalfderPreusse

    RalfderPreusse

    07. May 2011 um 08:34

    Es gibt mittlerweile einige historische Krimis, deren Handlung vor dem Hintergrund des Untergangs der Weimarer Republik spielt. Daruinter einige sehr gute. Dieser gehört nicht wirklich dazu. Hier wird zwar mit einem Polizisten mit jüdischer Religion eine neue Facette eingebracht und eine im Kern spannende Geschichte erzählt. Leider verbiegt der Autor teilweise bewußt die historische aber auch die medizinische Wirklichkeit. So haben bei diesem Autor die Nazis bereits vor 1933 im großen Stil im sozialdemokratischen Preussen ein KZ eingerichtet und führen dort perverse, aber erfolgreiche medizinische Experimente an Ausländern und Behinderten durch. Natürlich haben derartige Naziverbrechen stattgefunden. Aber erst nach 1933.Die Vorverlegung historischer Fakten entspricht aber nicht dem Wesen des historischen Krimis, der ja gerade dem Leser auf Basis einer fiktionalen Geschichte ein realistsches Gefühl für vergangene Zeiten vermitteln will. Außerdem ist das Werk in den Details teilweise schlampig. So werden z.B. Markenartikel erwähnt, die es 1933 noch gar nicht gab. Sorry, aber hier hat das Lektorat es eindeutig an Sorgfalt fehlen lassen. Hinzu kommt die überwiegend holzschnittartige und klischeehafte Charakterisierung der Figuren, die entweder ganz gut oder sehr böse sind. Die Grautöne der Wirklichkeit gibt es fast nicht. Für die originelle Idee immer noch 2 Sterne.

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  • Rezension zu "Schlafwandler" von Paul Grossman

    Schlafwandler
    Cibo95

    Cibo95

    02. February 2011 um 09:55

    Was für ein Kriminalroman. Er hat mich total gefesselt, ich konnte kaum Pausen einlegen, so spannend war der geschrieben. Willi Kraus ist Kriminalinspektor in Berlin, er ist durch einen Kinderschänderfall, den er brilliant gelöst hat, in der ganzen Stadt bekannt und beliebt ... doch er ist Jude und die Nazis ziehen die Schlinge immer fester um Deutschland, stehen kurz vor der Machtübernahme. Ich habe ja schon viele Bücher über diese Zeit gelesen, doch diese kurze Zeit vor der Machtübernahme aus der Sicht eines Juden beschrieben, ist äußerst beklemmend und erdrückend. Man weiß ja, was kommen wird, doch Kraus glaubt noch an die Rettung und hofft auf einen vernünftigen Ausgang der politischen Machtkämpfe. Aber die Nazis sind schon überall und an jedem Tag werden ihm mehr Steine in den Weg gelegt, die seine Arbeit als Inspektor der Berliner Polizei behindern. Die meisten historischen Ereignisse im Buch halten sich genau an die damaligen Vorkommnisse, einige hat der Autor zeitlich etwas verlegt. Diese Abweichungen werden im Nachwort erklärt. Der Fund einer Frauenleiche in der Havel löst die Ermittlungen von Willi Kraus aus, die ihm schlimmste Greueltaten der Nazis zeigen und wie mächtig diese sind. Er nimmt den Kampf auf, doch der Gegner ist einfach zu groß für ihn. Der Fall führt ihn zum "Großen Gustave", dem Hellseher von Hitler, bringt ihn auf die Spur von Dr. Mengele und er lernt zwei Jahre nach dem Tod seiner Frau nochmal kurz die Liebe kennen. Er hat noch Freunde in Berlin, aber auch diese sind in Gefahr. Die Juden in Berlin haben Angst, viele verlassen das Land, gehen nach Paris oder nach Amerika. Auch Kraus bringt seine Söhne, seine Schwägerin und seine Schwiegereltern in Sicherheit ... doch er kann nicht weg aus Berlin, erst will er diesen Fall lösen und seine Beweise für die Greueltaten an die Öffentlichkeit bringen. Wird der jüdische Kriminalinspektor den Kampf gegen die Nazis schaffen? Ich werde es hier jetzt nicht verraten ... Das Buch hat einen großen Eindruck bei mir hinterlassen. Absolut empfehlenswert, einfach großartig

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  • Rezension zu "Schlafwandler" von Paul Grossman

    Schlafwandler
    Phil Decker

    Phil Decker

    31. January 2011 um 22:19

    Ein interessanter Versuch einen jüdischen Polizisten im Jahr 1933 in Berlin ermitteln zu lassen. Es ist nicht der literarisch große Wurf und manchmal ist da auch die Fantasie mit dem Autor durchgebrannt, wenn zu der Zeit sein Ermittler gegen braune und schwarze Mächte vorgeht, Zugang zu höchsten Kreisen hat und die Kraft der Hypnose umkehren kann, um ... ! Will gar nicht mehr verraten. Lest es selbst. Es lohnt sich.

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  • Rezension zu "Schlafwandler" von Paul Grossman

    Schlafwandler
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    07. October 2010 um 12:18

    Ein Krimi, der im Berlin der Weimarer Republik spielt, muss sich momentan zwangsläufig mit der "Gereon Rath" Serie von Volker Kutscher messen. Letzterer nutzt ebenfalls diese historische Kulisse und unterhält den Leser sowohl mit der Handlung eines Kriminalromans als auch der lebhaften Darstellung des Endes der Republik, den Auseinandersetzungen zwischen Nazis und Kommunisten, den Wirren der damaligen politischen Geschehnisse und dem lebhaften Berlin. Kutscher hat dabei den Vorteil, dass er als Deutscher zunächst für ein deutsches Publikum schreibt. Er kann von einem gewissen historischen Hintergrundwissen ausgehen und ist dadurch nicht genötigt, in einem einzigen Roman umfangreich die Geschehnisse samt Hintergründen auszuloten. So wirken seine Bücher authentischer als "Schlafwandler" von Paul Grossman. Dieser ist Amerikaner (?) und schreibt primär natürlich für ein US-amerikanisches Publikum. Seine Erklärungen über die damalige Geschichte und Politik sind daher zwar verständlich, mir jedoch gelegentlich zu plakativ und lehrreich vermittelt. Auch die Übersetzung lässt einige Schnitzer zu. Zu sehr aus der Distanz wirkt so dieser Roman, zu weit ab, um ein nachfühlbar realistisches Bild heraufzubeschwören. Da hilft es auch nichts, nahezu sämtliche Größen der Politik, Kultur und Wissenschaft der Reihe nach im Buch aufzuführen, um so unwirklicher fühlt sich das Geschriebene an. Grossman kann sich entsprechend auch nicht entscheiden, ob er einen Kriminalroman mit historischem Unterbau schreibt oder eine biografisch gefärbte Erzählung, die die Geschichte hervorhebt und die Kriminalhandlung lediglich als Vehikel nutzt. Als Kriminalroman ist die Handlung zwar durchaus interessant und spannend, größtenteils jedoch sehr vorhersagbar. Gelegentlich möchte man dem jüdischen Kommissar, der gegen Verbrecher und politische Intrigen kämpft, zuschreien, wie er handeln soll, denn manchmal geht er einzelnen Hinweisen, die dem Leser ins Auge stechen, einfach nicht nach. Der amerikanische Thrillereinfluss auf die Geschichte, Sex und Verschwörungstheorien, ist deutlich spürbar. Die eigentliche Krimihandlung endet schon knapp nach der Hälfte des Buches, schließlich wird es zu einem Politthriller. Dieser scheitert jedoch daran, dass die tatsächliche Geschichte schon lange geschrieben wurde und damit das Ende schon längst bekannt ist. "Schlafwandler" weiß zwar über weite Strecken zu unterhalten, bleibt aber lediglich ein handwerklich höchstens durchschnittlicher Roman.

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