Paul Hengge Der Rosengarten

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    Der Rosengarten

    Katjuschka

    09. March 2015 um 12:52

    Mit zärtlicher Umarmung bedankt sich ein etwa 60jähriger Mann auf dem Frankfurter Flughafen bei der kleinen Tina, die dem Fremden seine verlorene Brieftasche nachtrug. Ti­nas Mutter, die junge Anwältin Gabriele Freund, beobachtet überrascht die rührende Szene und ist entsetzt, als der Mann gleich darauf ihre Tochter rücksichtslos niederstößt, um einen gutgekleideten alten Herrn brutal zu attackieren. Der Überfallene muß mit ernsthaften Verletzungen ins Krankenhaus, der Angreifer wird gewaltsam abgeführt. Bei den Verhören schweigt er. Weder über seinen Namen, noch über sein Tatmotiv will er Aus­kunft geben; einziger Anhaltspunkt: eine ver­blaßte KZ-Nummer auf seinem Arm. Oberstaatsanwalt Brinkmann bittet Gabriele Freund, die Verteidigung des Fremden zu übernehmen, falls sie vom Gericht dazu auf­gefordert wird. Widerstrebend beginnt die junge Juristin, der das Recht über alles geht und die meint, die Nazi-Vergangenheit müß­te endlich abgeschlossen sein, ihre Recher­chen. Aber das menschliche Drama um Aa­ron Reichenbach und seine beiden Schwe­stern, die als Kinder von ihren Eltern getrennt und im KZ Neuengamme interniert wurden, verändert Gabriele Freunds Denken und Han­deln nachhaltig. Aaron Reichbachs Schwester Rachel gehörte zu den 20 Kindern, die mit sinnlosen medizinischen Experimenten ge­quält wurden, ehe man sie - kurz vor Kriegs­ende - im Schulhaus am Bullenhuser Damm in Hamburg erhängte. Kommandierender Of­fizier bei dieser Mordaktion war SS-Ober­sturmführer Arnold Krenn, der alte Herr, den Aaron Reichenbach am Flughafen attackiert hatte, weil Krenn ihm jegliche Auskunft über den Verbleib seiner zweiten Schwester ver­weigerte. Die Handlung des Buches ist frei erfunden, aber die Ermordung der Kinder am Bullenhuser Damm ist leider geschichtliche Wahrheit. Der verantwortliche Kommandant der Ham­burger Außenlager des KZ Neuengamme, zu denen die Schule am Bullenhuser Damm ge­hört, wurde von einem Hamburger Gericht 1985 für dau­erhaft verhandlungsunfähig erklärt. Die Er­mittlungen gegen ihn wurden bereits 1967 eingestellt. Der Staatsanwalt in Hamburg begründeteden damaligen Entschluß folgendermaßen: „Die Ermittlungen haben nicht mit der erfor­derlichen Sicherheit ergeben, daß sich die Kinder über Gebühr lange quälen mußten, bevor sie starben. Im Gegenteil spricht man­ches dafür, daß sämtliche Kinder gleich nach Empfang der ersten Spritze das Bewußtsein verloren und aus diesem Grunde alles weite­re, was mit ihnen geschah, nicht wahrgenom­men haben. Ihnen ist also über die Vernich­tung ihres Lebens hinaus kein weiteres Übel zugefügt worden, sie hatten insbesondere nicht besonders lange seelisch oder körper­lich zu leiden. Die Erhängung der Kinder er­füllt nach alledem, unter so grausigen Bedingungen auch immer sie geschah, nicht das Tatbestandmerkmal der Grausamkeit"

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