Paul Hoffman Die Stunde des Erlösers

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Inhaltsangabe zu „Die Stunde des Erlösers“ von Paul Hoffman

Das grandiose Finale der spannenden Serie um die linke Hand Gottes. Thomas Cale hat die Augen lange Zeit vor der Wahrheit verschlossen. Seit er aber weiß, dass seine brutale Kampfausbildung nur einer Sache diente, und zwar, gottes größten Fehler auszumerzen und die Menschheit zu zerstören, wird er von dem gejagt, der ihn einst zum Engel des Todes machte. Aber Thomas Cale ist schwach. Seine Seele liegt im Sterben. der Tag der Abrechnung rückt unaufhaltsam näher. Cales Rachegelüste ziehen ihn deshalb zurück zur Ordensburg. Er will sich endlich dem Menschen stellen, den er am meisten hasst, und Bosco, den Erlösermönch, konfrontieren. Doch Cale muss erkennen, dass er selbst die Inkarnation von Gottes Zorn ist. Nur er kann entscheiden, ob er seine Bestimmung erfüllt. Das Schicksal der Menschheit liegt damit ganz in seinen Händen ...

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    Die Stunde des Erlösers

    michael_lehmann-pape

    09. September 2014 um 11:46

    Zieht sich Dem Leser dieses letzten Teiles der „Erlösertrilogie“ ist zu empfehlen, zunächst am Ende des Buches die persönlichen (und erklärenden) Worte Hoffmans zur gesamten Trilogie zu lesen. Die realen „Quellen“ seiner Inspiration, die verschiedenen historischen Ereignisse, die Hoffman verfremdet mit einfließen lässt. Das die „Ordensburg“ und der „Erlöserorden“ vielleicht im biographischen Erleben von Hoffman nicht unbedingt „Killer“ ausgebildet hat, dass aber der seelische Druck, das rigide System und so manches mehr sich in seinen Internatsjahren durchaus vorgefunden hat, das sind die einen Informationen, die doch einiges an seiner Fiktion erhellen und während der Lektüre helfen, so manches auch an „Merkwürdigem“ richtig einzuordnen. Ebenso, wie die historischen Vorbilder von Kuba Krise, kaltem Krieg bis hin zu seiner technischen Hinführung hilfreich vorliegen. Manche Personen im Buch werden hier zudem in ihren historischen Vorbildern näher geschildert. Was dem Leser bei „Alois Huttel“ (Adolf Hitler) noch deutlich vor Augen stehen mag, wäre bei „König Zog und seinen Eigenheiten“ doch ein ziemliches historisches Ratespiel sonst geworden. So gewappnet kann man sich zur Lektüre der fast 600 Seiten des dritten Teils aufmachen, in dem Thomas Cale zunächst (und für länger) außer Gefecht gesetzt ist. Was vielen anderen bereits bekannten Figuren die Gelegenheit bietet, hier und da im Verlauf des ersten Teils des Buches den Vordergrund einzunehmen. Schlachten werden geplant, geschlagen, verloren (aber das alles zunächst sehr, sehr langsam). Überheblichkeit steht zunächst im Raum auf Seiten der „Schweiz“ (im Übrigen verliert Hoffman auch einige Worte zu den teils abstrus wirkenden Ortsnamen und geographischen Gegebenheiten im Roman), Papst Bosco und sein technisch hochgerüsteter (und zu allem bereiter) Erlöserorden scheint unaufhaltsam auf dem Vormarsch zur allgemeinen Herrschaft. „In Bex hatten die Erlöserkrieger die fürchterliche Aufgabe, die dreißigtausend Soldaten zu bestatten, die sie getötet hatten“. Eine Konstellation, die in diesem abschließenden Band der Trilogie mehr und mehr an das Vorbild von „Star Wars“ erinnert, an den Mann mit dem besonderen Zugang zur „Macht“, der mit einigen durchaus auch exotischen Freunden den Kampf gegen die übermächtige „dunkle Macht“ aufnimmt. Eine Geschichte, die Hoffman kreativ anreichert und, wie erwähnt, mit vielen historischen Verweisen fiktional umformuliert. Wobei gesagt werden muss, dass auch für treue Leser der Ereignisse um Thomas Cale herum in diesem Band der Geduldsfaden in Teilen auf eine harte Probe gestellt wird. Zum einen, weil sich vielfache, eher belanglos wirkende Erzählfäden zu lange hinziehen, zum anderen aber auch, weil teilweise das Gefühl entsteht, in einem Monthy Python Film gelandet zu sein, zumindest von der hoch ironisierenden, sich selbst manches Mal scheinbar kaum ernst nehmenden Sprache, die an „Per Anhalter durch die Galaxis“ eher erinnern als an den ersten Teil dieser Trilogie. So verballhornend und überspitzt stellt Hoffmann teils mit hoher Ironie Personen und Ereignisse dar, dass der „Ernst der Lage“ phasenweise völlig auf der Strecke bleibt. Hier sei als Beispiel nur auf „König Zog“ und seinen Hofstaat verwiesen, auf die beiden merkwürdigen „Meuchelmörder“, die einerseits von Hoffmann als kühle Killer angelegt sind, sich im Verhalten hier und da aber ebenso im Slapstick wiederfinden könnte. „Von Waffen und dem Manne singe ich – und von Käse…………………. ich singe von Schmieröl und Bratfett in ausreichender Menge“. Das im letzten Drittel Thomas Cale wieder einzugreifen in der Lage ist, steigert zwar umgehend das Tempo (und die Härte) der Ereignisse, kann den überlangen Weg hin zu diesen Ereignissen mitsamt seiner teils schrägen Humoresken dann aber nicht mehr wirklich vergessen lassen. Kreativ, durchdacht, immer noch ein „Spiegel für die Welt“ und die Gefahren, die dieser Welt drohen, aber auch teils viel zu ausufernd, wenig realistisch und zu ironisch überspitzt gerade in der ersten Hälfte des Buches. Eine deutliche Kürzung hätte diesem Abschluss der breit angelegten Geschichte um den Kampf gegen die „Gleichschaltung“ oder, so diese nicht gelingt, gegen den Plan der „Ausrottung“ durch Papst Bosco (wie Hitlers Ansinnen am Ende für Deutschland) zwecks „Neustart“ der Menschheit gut getan. Immer noch eine empfehlenswerte Lektüre als Gesamtwerk aller drei Bände, in diesem aber mit deutlichen Abstrichen am Lesefluss und für lange Zeit an der bedrohlichen Atmosphäre.

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