Paul Karasik

 3,8 Sterne bei 18 Bewertungen

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Cover des Buches Paul Austers Stadt aus Glas (ISBN: 9783938511060)

Paul Austers Stadt aus Glas

 (197)
Erschienen am 01.08.2005
Cover des Buches How to Make It Big in the Seminar Business (ISBN: 0071426833)

How to Make It Big in the Seminar Business

 (0)
Erschienen am 26.11.2004

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Cover des Buches Paul Austers Stadt aus Glas (ISBN: 9783938511060)Zyrins avatar

Rezension zu "Paul Austers Stadt aus Glas" von Paul Karasik

Handwerklich perfekt - inhaltlich frei interpretierbar
Zyrinvor 3 Jahren

Mit dem Klappentext ist der Roman erzählt. Die Geschichte geht sehr gut und spannend an, bis zu dem Zeitpunkt als die Observation von Stillmans Vater beginnt. Ab da folgen Dialoge, die den Leser etwas ratlos zurücklassen, nicht des Inhalts wegen, sondern bezüglich des Zusammenhangs.

Philosophische Ansätze, zuweilen sogar etwas schräg, psychologische Fragetechniken, historische und biblische Begebenheiten sowie deren theologische Interpretationen und das alles immer wieder unterbrochen von Beschreibungen wer wann wie welche Straßen entlangläuft. Tatsächlich überzeugt dieses Buch hauptsächlich durch einen hervorragenden Schreibstil und ein Wortgefühl, das beim Lesen wirklich Freude bereitet. Auster schafft es, sehr komplexe Aussagen in wenigen Sätzen so klar abzubilden, dass richtige Bilder entstehen und Geschichten in der Geschichte entstehen. Das ist wirklich perfektes Handwerk und ein Genuss. Inhaltlich hingegen ist es eine Ansammlung vieler Themen, allerdings ist keins genau ausgearbeitet, außer die Verstrickungen zwischen dem Schaffenden und seinem Werk.


Eigene Meinung

Nur selten hat mich ein Buch so verwirrt zurückgelassen. Entweder bin ich noch zu jung für das Buch, zu blöd oder es ist einfach nicht mein Ding.

Fazit: Ein hervorragend geschriebenes Buch, das so unglaublich viel Platz für Interpretationen lässt, dass wohl jeder etwas anderes für sich herauslesen kann. Sowas ist Geschmackssache.

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Cover des Buches Paul Austers Stadt aus Glas (ISBN: 9783938511060)Schizothekares avatar

Rezension zu "Paul Austers Stadt aus Glas" von Paul Karasik

Zwiegespaltene Auffassung....
Schizothekarevor 4 Jahren

Eine Betrachtung des ersten Bandes der New York Trilogie aus zwei Blickwinkeln. Aufgeteilt in drei Phasen und nichts als Chaos und Verwirrtheit zurücklassend.

Die Erwartungen waren klar. Der Klappentext verriet nicht viel, versprach aber folgendes:

Ein spannungsgeladener Kriminalroman, der den Leser mit clever ausgelegten “Ködern” in seinen Bann zieht. Schritt für Schritt wird man in ein Spiel mit seinen eigenen Erwartungen verstrickt.

Ein Verbrechen also. Ein oder sogar mehrere Schurken. Schurken, die vielleicht gar keine sind und Helden, die zu Antihelden mutieren. So vermutet man also das zu erwarten was unerwartet ist. Der Titel “Stadt aus Glas” – eine gläserne Stadt. Glas – eine amorphe, lichtdurchlässige Substanz – etwas, das man durchschaut und im besten Falle auch versteht. Eine Geschichte, die man durchschauen wird. Am Ende jedoch hat man einer Variable in der Gleichung zu wenig Beachtung geschenkt. X = Auster.

Nun wird in Kürze dargestellt, was aus den Erwartungen wurde:

  • eine Metapher auf die Dreieinigkeit Gottes
  • Der Turm von Babel
  • ein rotes Notizbuch
  • Buchstabenjagden durch die Straßen New York’s
  • Eier
  • Don Quijote
  • die Variable X (auch in einer gewissen Dreieinigkeit)

Was bleibt?

Am besten erklärt Auster es selbst, indem er folgendes zu Papier bringt.

Das Problem ist die Geschichte selbst, nicht ob sie etwas bedeutet oder nicht, muss die Geschichte nicht sagen.

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Cover des Buches Paul Austers Stadt aus Glas (ISBN: 9783938511060)Farbwirbels avatar

Rezension zu "Paul Austers Stadt aus Glas" von Paul Karasik

Sprache und Identität in Frage gestellt
Farbwirbelvor 4 Jahren

Nach dem Verlust von Frau und Kind verwandelte sich Daniel Quinn in einer Art urbanden Eremiten. Er schreibt unter einem Pseudonym Kriminalromane und lebt sein Leben vor sich hin, ohne Sozialkontakte zu pflegen. In der Nacht wird Quinn dann angerufen und gefragt, ob er Paul Auster sei. Nachdem dies einige Male aufeinander geschieht, gibt er tatsächlich vor, Paul Auster, der Privatdedektiv zu sein und begibt sich zu den Stillmanns, um einen Fall zu bearbeiten.

Dort erfährt er von Peter Stillmann junior, dass sein Vater ihn jahrelang in einem dunklen Raum eingesperrt hatte, nicht mit ihm Sprach und ihn schlug. Dies tat er, um an die wahre Sprache zu gelangen, die in uns schlummern soll, wenn wir aus uns selbst heraus Sprache entwickelten. Stillmann junior ist aus diesem Grund mit psychischen Problemen geplagt. Nach dreizehn Jahren soll sein Vater nun entlassen werden und da er Angst vor ihm hat, soll Quinn/Auster diesen observieren. Nach einem Gespräch mit Stillmanns Frau lässt er sich darauf ein und folgt ab diesem Punkt dem Vater jeden Tag durch die Stadt.

Zuerst begreift Quinn/Auster nicht, was der alte Mann tut, doch entschlüsselt er dann durch Zufall, dass der Herr weiterhin die Idee verfolgt, ein Paradies auf Erden zu finden, in dem alle die wahre Sprache sprechen. Dies ist auch der Punkt, in dem die Identitäten deutlich verschwimmen.

Er war nun Paul Auster, und mit jedem Schritt, den er machte, versuchte er, sich bequemer in die Verengungen dieser Verwandlung einzupassen. Auster war nicht mehr als ein Name für ihn, eine Hülle ohne Inhalt. Auster zu sein bedeutete ein Mann ohne Inneres, ein Mann ohne Gedanken zu sein. Und wenn ihm keine Gedanken zu Gebote standen, wenn sein eigenes Innenleben unzugägnlich geworden war, gab es für ihn keinen Ort mehr, an den er sch zurückziehen konnte. - S. 78

Irgendwann kann man nicht mehr sagen, ob Quinn nun er selbst ist, ob er Paul Auster ist oder ob er vielleicht sogar Stillmann selbst ist und Quinn verliert sich immer mehr in diesem Fall.

Das Spiel mit den Identitäten ist genial. Auch der Einbezug des Autors selbst ist so interessant und gut gemacht. Man stolpert nicht über die Identitätsüberschneidungen, sondern gibt sich dieser Zusammenführung hin. Am Ende kann man wirklich darüber streiten, was nun eigentlich passiert ist, denn der Roman ist nicht zwingend lösungsorientiert. Dies ist aber wirklich kein Manko des Textes, vielmehr ein Qualitätsmerkmal.

Ich bleibe am Ende begeistert zurück und freue mich bereits auf den nächsten Teil der New-York-Trilogie.

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