Paul Kohl

 3,6 Sterne bei 20 Bewertungen

Lebenslauf von Paul Kohl

Paul Kohl, geboren 1937 in Köln, studierte Germanistik und Theaterwissenschaft, war Buchhändler und Mitarbeiter bei Fernsehproduktionen. Heute ist er Hörfunk- und Buchautor und schreibt über geschichtliche und sozialkritische Themen, insbesondere über die NS-Zeit. 2014 erhielt er den Axel-Eggebrecht-Preis für sein Lebenswerk als Autor für Hörfunkfeatures.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Paul Kohl

Cover des Buches Goethes Leichen (ISBN: 9783954517169)

Goethes Leichen

 (8)
Erschienen am 15.10.2015
Cover des Buches Der Jude, der Nazi und seine Mörderin (ISBN: 9783740803070)

Der Jude, der Nazi und seine Mörderin

 (5)
Erschienen am 24.05.2018
Cover des Buches Hitlers Prophet (ISBN: 9783740801892)

Hitlers Prophet

 (5)
Erschienen am 12.10.2017
Cover des Buches Nazigold (ISBN: 9783954510337)

Nazigold

 (1)
Erschienen am 19.10.2012
Cover des Buches Sie waren nie weg (ISBN: 9783740813260)

Sie waren nie weg

 (0)
Erscheint am 21.10.2021
Cover des Buches Nacht über Köln (ISBN: 9783863586607)

Nacht über Köln

 (0)
Erschienen am 21.04.2016

Neue Rezensionen zu Paul Kohl

Cover des Buches Goethes Leichen (ISBN: 9783954517169)Simone_Ps avatar

Rezension zu "Goethes Leichen" von Paul Kohl

Ein Goethe Krimi
Simone_Pvor 5 Monaten

  "Goethes Leichen" von Paul Kohl [2.5/5]

Die Idee hat mir sehr gut gefallen. Goethe als Geheimrat, Politiker haben meistens ein paar Leichen im Keller und einen Blick auf die von Goethe werfen zu können klang zu gut, als dass ich das Buch hätte im Regal stehen lassen können. Die realen Personen sind auch sehr gut in die fiktive Geschichte eingewebt und sie erscheinen noch ziemlich "echt".
Der Aufhänger, der leider rasch zum Nebenplot wird, ist glaubhaft und dieser Nebenplot ist zwischendurch auch mal ziemlich witzig, sodass die doch etwas ernstere Atmosphäre aufgelockert wird.
Es gibt auch viele Bezüge, vor allem auf den Werther, zu Goethes Gesamtwerk. Seien es nun Statisten, die gekleidet sind wie Werther oder Goethe, der aus seiner Iphigenie vorliest.

Als erstes hatte ich ein merkwürdiges Gefühl, was die historische Korrektheit angeht. Die Charaktere sprechen zwischendurch wenig an die Zeit angepasst. Es fallen immer wieder Ausdrücke, die für mich nicht so recht ins Bild passen. Dann gibt es auch noch Andeutungen darauf, dass der Hauptcharakter Blut oder Sperma für einen Personennachweis oder zumindest als Beweismittel verwenden will. Für mich passt das nicht so ganz in die Zeit.
Goethe als Figur taucht leider weniger auf, als ich erhofft hatte. Er dient eigentlich eher als Aufhänger um Mephisto mit ins Spiel zu bringen. Und Mephisto ist auch gleich mein nächster Kritikpunkt:
Ich hatte auf eine Figur gehofft, die ich aus Faust bereits kennen würde. Doch Kohl charakterisiert Mephisto nur in wenigen Zügen so, wie man ihn von Goethe kennt. Für mich hatte er außer im Namen nicht viel gemeinsam mit der Figur, die ich so zu lieben gelernt habe. Und die Tatsache, dass dieser Mephisto auch übernatürliche Fähigkeiten hat, passte überhaupt nicht ins Bild und das Ende der Geschichte mit ihm erschien mir sehr gezwungen.
Technisch nutzt der Autor etwas mehr "tell" als "show". Leider werden manche Charaktere dadurch etwas flach.

Grundsätzlich war es ganz amüsant zu lesen. Ich wollte es niemals an die Wand werfen, leider hat mich die Sprache der Charaktere und vor allem Mephisto selbst so aus der Geschichte geworfen, dass ich es nicht immer angemessen genießen konnte.
Ich würde dieses Buch Leuten empfehlen, die für eine unkonventionelle Kriminalgeschichte zu haben sind und vielleicht nicht ganz zu sehr an der Figur Mephisto hängen, wie Goethe sie etabliert hat.

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Cover des Buches Nazigold (ISBN: 9783954510337)katikatharinenhofs avatar

Rezension zu "Nazigold" von Paul Kohl

Historischer Roman mit einigen Ungereimtheiten
katikatharinenhofvor 6 Monaten

Mittenwald 1946 - Der Chef des ortsansässigen Bordells liegt erschossen in seinen Privaträumen, als er von seiner Putzfrau gefunden wird. Um Licht ins Dunkel zu bringen, kehr Kommissar Gropper in seinen Heimatort  zurück und läuft regelrecht gegen eine 'Wand aus Misstrauen und Ablehnung.. Seine Ermittlungen werden an allen Ecken und Enden behindert und Gropper muss sich die Indizien zusammensuchen wie klein Puzzleteile. Doch nach und nach entblättert sich ein ganz anderes Bild von Groppers Heimatort und seinen Bewohnern....


Noch heute halten sich hartnäckig die Mythen und Sagen rund um das Nazi-Gold, das in Seen und in den Bergen versteckt sein soll. Der Autor nutzt eben jene Gerüchte, um daraus seine Hintergrundhandlung für den Krimi zu stricken. Die Idee ist gut, birgt so doch so viele Möglichkeiten, um die letzten Geheimnisse des Zweiten Weltkrieges zu offenbaren und daraus eine spannende Handlung zu konstruieren.

Doch hier ist es Paul Kohl leider nicht wirklich gelungen, einen in sich stimmigen Verlauf mit logischer Abfolge für den Leser aufzubereiten. Zwar ist es für den Leser sehr gut nachvollziehbar, dass nach den Schrecken des Dritten Reiches alle wieder so schnell wie möglich ihre weiße Weste haben wollen und vieles unter dem Deckmäntelchen des "Vergessens" verschwindet, aber so ganz kommt die angespannte Stimmung nicht rüber. 

Auch gibt es einige Ungereimtheiten und zu viele Zufälle, die mich stutzig machen - ein Kind wird seit mehr als einem Jahr vermisst, aber die Leiche wird erst dann gefunden, wenn Gropper im aktuellen Kriminalfall ermittelt.  Und wie es das Schicksal will, kann dieser Leichenfund auch noch dazu beitragen, dass Gropper im aktuellen Fall weiterkommt und auf weitere Hinweise stößt, die ihn dem Ermittlungsziel näherbringen. 

Die Verwanzung des Zimmers von Kommissar Gropper erscheint mir auch unter den gegeben technischen Möglichkeiten anno 1946 auch nicht ganz so schlüssig. Auch das Pflanzenschutzmittel E 605 passt nicht ganz in die Nachkriegszeit, da es erst ein paar Jahre später in Europa von Bayer vermarktet worden ist - hier könnte ich mir noch die Einfuhr durch die am Ort ansässigen GI's vorstellen, aber die kamen auch sicherlich nicht mir eben jenen Kanistern nach dem Krieg in Mittenwald an. Der Kreis der glücklichen Fügungen schließt sich am Ende des Buches, denn dort erklärt die Verflossene von Gropper in einem langen persönlichen Brief, wie sich alles zugetragen hat. 

Da der Roman von sehr viel Mittenwalder Mundart lebt, ist er für manch einen, der nicht im bayerischen Dialekt firm ist, schwierig zu lesen. Mir hat diese Tatsache weniger Umstände bereitet, aber ich  kann mir vorstellen, dass die vielen Dialoge in Mundart nicht immer gut bei den Lesern ankommt. 

Spannung ist mal hier mal da vorhanden, aber immer so knapp dosiert, sodass kaum fesselnden Szenen und Nervenkitzel entsteht. Der Ablauf ist manchmal schon recht deutlich erkennbar und so bleibt einiges auf der Stecke.

Fazit: Die Jagd nach dem Mythos Gold ist vom Ansatz gut, aber in der Umsetzung leider nur Mittelmaß










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Cover des Buches Goethes Leichen (ISBN: 9783954517169)Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Goethes Leichen" von Paul Kohl

Zwei Seelen wohnen, ach in seiner Brust
Bellis-Perennisvor 2 Jahren

Krimi-Autor Paul Kohl hat mich mit diesem historischen Krimi ein wenig zwiegespalten zurückgelassen.  

Worum geht’s? 

Kurfürst Georg III. von Hannover sendet seinen Archivar Kestner nach Weimar, um eine wertvolle Zeichnung, die dorthin ausgeliehen war, zurückzuholen. Gemeinsam mit seinem Gehilfen Lorenz gerät Kestner in einen Strudel von Intrigen und Verbrechen, aus dem es kaum ein Entrinnen gibt. 

Meine Meinung: 

Die Idee und den Aufhänger finde ich grandios! Leider ist meiner Meinung nach die Umsetzung nicht ganz gelungen. Da ist zum einen, dass der Krimi in einige alptraumhafte ziemlich surreale Episoden abgleitet, und zum anderen gibt es ein paar historische Ungenauigkeiten, wie z.B. dass Kestner einen Pyjama trägt (S. 42). Die Schlafbekleidung für Männer dieser Zeit ist das Nachthemd. Weiters kann ich nicht glauben, dass es in der Mühle „beschriftete Boxen“ für die jeweiligen Getreidesorten gab (S. 142) oder das „Klebeband“ (S. 278) oder kalt/warmes Leitungswasser (!) in der Suite.

Der Großteil der Menschen sind Analphabeten. Daher ist auch der grammatikalisch und orthographisch richtig geschriebene Abschiedsbrief der Katharina Höhn (S. 109/110) unglaubwürdig. Dieser Brief bringt mich gleich zum nächsten Thema: Die Sprache der einfachen Leute, wie der Höhn oder dem anderen „Personal“ des Krimis ist viel zu gewählt. Eine Frau, die kurz vor ihrer Hinrichtung steht, spricht keine solchen gestelzten Sätze. Mehrfach wird die Worte „Chef“ (S. 272) oder „Chefin“ verwendet – viel zu modern.  

Gut gefallen hat mir die bildhafte Beschreibung der Stadt Weimar mit den üblen Gerüchen, den ortansässigen Menschen, der offensichtlich ängstlichen Stimmung und der vorrevolutionären Ideen. Auch die Vorgänge rund um Zwangsrekrutierung von jungen Männern für die Preußische Armee, sind gut herausgearbeitet. Der Verkauf und Export von Soldaten hat damals manches Fürstentum vor der Pleite gerettet. Auch in Hessen, das Regimenter für den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bereitstellte, ein lukratives Geschäft. 

Besonders hat mich die unübliche Charakterisierung des Geheimen Rates Johann Wolfgang von Goethe fasziniert: Auch er hat eine dunkle Seite (Zwei Seelen wohnen, ach in seiner Brust!). Hier ist Goethe weit weg vom Humanisten und (späteren) Bewunderer der Revolution.

Gleichzeitig lässt der Autor ein paar Figuren aus Goethes Werken „auferstehen“ bzw. hat in seinen Dichtungen Anleihe an der Wirklichkeit genommen. So ist das „Gretchen-Motiv“ an die Kindsmörderin Höhn angelehnt (oder umgekehrt), Mephisto steht plötzlich leibhaftig vor Kestner.  

Die Szenen im Keller mit den in Gläsern eingelegten Gehirnen der Ermordeten, haben mich ein wenig frösteln lassen. 

Fazit: 

Wen die historischen Ungenauigkeiten nicht stören, der kann mit diesem Buch in das Weimar des 18. Jahrhunderts eintauchen. Von mir gibt es diesmal nur 3 Sterne.

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