Der Jude, der Nazi und seine Mörderin

von Paul Kohl 
4,5 Sterne bei2 Bewertungen
Der Jude, der Nazi und seine Mörderin
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Halb fiktiv und halb wahr. Kein Sachbuch - Ein Roman. Gegen das Vergessen.

Buecherseele79s avatar

Ein Buch welches auf wahren Begebenheiten beruht! Geht tief unter die Haut und lässt einen so schnell nicht los! Must Read!

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Inhaltsangabe zu "Der Jude, der Nazi und seine Mörderin"

Ein eindrucksvoller Roman über die NS-Zeit.

Vier Menschen, vier Lebensläufe, vier Schicksale: Der radikale Berliner Antisemit Wilhelm Kube wird als Generalkommissar in das okkupierte Minsk abgeschoben. Die weißrussische Partisanin Jelena soll dort seine Geliebte werden, ihn ausspionieren und töten. Kubes Frau Anita, blind für die Taten ihres Mannes, schließt Freundschaft mit dem Feind. Der Berliner Jude Gustav wird in das Minsker Ghetto deportiert, wo ihn der Tod erwartet. Die Leben der vier kreuzen sich verhängnisvoll und enden 1943 in einer Katastrophe.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783740803070
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:352 Seiten
Verlag:Emons Verlag
Erscheinungsdatum:24.05.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Buecherseele79s avatar
    Buecherseele79vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch welches auf wahren Begebenheiten beruht! Geht tief unter die Haut und lässt einen so schnell nicht los! Must Read!
    Was geschah in Minsk?!

    Dieses Buch beruht auf einer wahren Begebenheit die Paul Kohl, in meinen Augen, perfekt und spannend, erschreckend
    und sehr realistisch umgesetzt hat.
    Der Schreibstil ist flüssig, zu Beginn wusste ich noch nicht genau wohin das Buch führen wird und war auch etwas
    skeptisch, aber es lohnt sich auf jeden Fall dieses Buch zu lesen und vor allem dran zu bleiben.

    Zu Beginn lernt man 4 Menschen kennen.

    Zuerst ist hier Wilhelm Kube, kurz Willi genannt.
    Er wird 1897 in Berlin geboren, wächst sehr behütet und gut erzogen auf und ist ein sehr fleissiger Schüler und will
    hoch hinaus.

    1918 sucht der 18jährige Jude Gustav Heimann einen Ausbildungsplatz, er möchte aber nicht in einem Schuhgeschäft
    arbeiten wie sein Vater sondern in den Buchhandel.
    Bei der Buchhandlung Heine erhält er seine Chance und kann seine Ausbildung beginnen.

    1921 wächste Jelena in ärmlichen Verhältnissen bei ihren Eltern auf, in Masjukowtschina in Minsk.
    Als erst ihr Vater und kurz darauf ihre Mutter verstirbt kommt Jelena zu Bekannten und muss nun täglich auf dem Hof helfen.
    Ihr eigentlicher Traum ist es nach Moskau zu gehen um die grosse Stadt endlich kennenzulernen.

    1918 überlegt die junge Anita Katharina Dorothea Lindenkohl was sie in der Zukunft als Beruf machen möchte.
    Für das Piano sind die Finger zu kurz, als Ballerina hätte sie viel früher damit beginnen müssen und nun will sie
    unbedingt Schauspielerin werden, auf die Bühnen die die Welt bedeuten, genauso wie ihr grosser Bruder Friedel.

    Und diese 4 Charaktere werden 1943 in Minsk zusammentreffen.

    Wilhelm Kube macht sein Abitur und studiert, schon recht früh beginnt er sich als Antisemit zu äussern was seine
    Eltern sehr schockiert da sie ihn in dem christlich-evangelischen Glauben erzogen haben und sich nicht erklären können
    woher ihr Willi diese Ansichten hat.

    Doch kaum einer hört Willi Kube zu,  nimmt ihn nicht ernst.
    Sein selbstgeschriebenes Theaterstück "Totila" wird von Presse sowie Publikum förmlich zerrissen, für Kube ist eines klar-
    der Jude ist Schuld und es wird Zeit dass er in die Politik geht!
    In verschiedenen Parteien versucht er sein Glück und seine Ansichten zu vertreten doch erst in der NSDAP kann er sein
    wahres Glück finden.
    1928 bekommt Kube, zum Dank, von Hitler den Gau Ostmark den er als Bezirk und Hoheitsgebiet verwalten wird.

    Der Jude Gustav Heimann ist sehr zufrieden mit seiner Lehre in der Buchhandlung und verliebt sich in die Tochter
    des Buchhändlers- Gertrud, beide heiraten im kleinen Kreis und beide übernehmen die Buchhandlung von Gertrud´s
    Vater Demski.
    Doch die Machtergreifung von Hitler und seinen Nazi-Schergen macht das Leben von Gustav und Gertrud schwer.
    Als die Pogromnacht beginnt sind auch Gustav und Gertrud betroffen, die Bücherverbrennung müssen sie erleben
    und verachtete und verbotene Literatur aus ihrer Buchhandlung nehmen.
    Immer mehr Einschnitte bestimmen ihr Leben und was sie noch skeptisch betrachteten wird grausame Gewissheit.
    Sie verlieren nicht nur den Buchladen, auch müssen sie ihre Wohnung räumen, ihr Nachbar nimmt sie nett auf aber
    sie teilen das gleiche Schicksal wie viele andere Juden aus dem Reich- er und seine Familie werden nach Minsk
    abtransportiert, in das Ghetto.

    Jelena hat genug vom Schuften auf dem Bauernhof und fährt nach Minsk, um bei Bekannten des Landwirtes in der
    Gerbrei zu helfen.
    Doch auch hier ist sie nur eine billige Arbeitskraft und somit packt Jelena heimlich ihre Sachen und sucht sich selbst
    einen Job.
    Als Putzfrau findet sie eine Anstellung in der weißrussischen Kommunistischen Partei, putzt dort die Büroräume und kann
    sich soweit über Wasser halten.
    Und trotzdem wird Jelena vom NKWD festgenommen und in ein Gefängnis gesteckt, angeblich verhielt sie sich "antisowjetisch".
    Nach einiger Zeit wird sie einfach so freigelassen und beginnt von vorne eine Anstellung zu suchen.

    Anita hat es endlich geschafft und ist eine gelernte und angesehene Schauspielerin.
    Sie freut sich für ihren Bruder Friedel der die Jüdin Lore heiratet, die Familie ist sozialpolitisch eingestellt, der Vater ein hochangesehener Politiker in der SPD.
    Die grosse Ehre kommt Anita, die sich jetzt Anita Linden nennt, zuteil als sie die Swanhilde aus Kube sein Theaterstück "Totila" spielen soll.
    Auch Kube schaut sich das Schauspiel an und ist von Anita sofort begeistert und verliebt sich in sie.

    Kube und Anita kommen zusammen, erst heimlich, dann wollen beide heiraten und eine grosse Familie gründen.
    Die Scheidung von Kube verläuft nicht so wie geplant, seine Ehefrau stellt sich quer und das Gericht stellt sich erstmal auf die
    Seite von ihr.
    Kube verliert alle Ämter unter Hitler, durch seinen ausschweifenden Lebensstil, seine Festlichkeiten, das fälschen
    der Bücher, die viele Frauengeschichten- dies alles passt nicht zur Partei und den Ansichten der NSDAP.
     Kube verfällt in Depressionen da keiner ihm einen Gefallen tun möchte und ihm einen Job anbietet.

    Kube erhält die Chance in Minsk ein neues Reich aufzbauen, mit Juden und Kommunisten als billige Arbeitskräfte.
    Unter ihnen sind auch die Juden Heimann die eine angenehme Arbeit unter Kube bekommen und somit es leichter
    haben im Ghetto von Minsk zu überleben.
    Jelena sucht wieder eine Anstellung und vermisst ihren Mann Sascha der in den Krieg gezogen ist, bisher kein Lebenszeichen
    von ihm.
    Jelena findet eine Anstellung bei Kube und dieser ahnt nicht was Jelena plant..
    Anita vermisst ihren Mann und möchte mit den 3 Kindern von Berlin nach Minsk ziehen um in der Nähe von ihrem Mann
    zu sein.

    Und dann treffen alle 4 Charaktere aus diesem Buch zusammen, ihre Schicksale sind verknüpft und geben zum Ende
    des Buches ein Gesamtbild ab welches schockiert, man es vor Spannung kaum aushält, welches das erzählt was
    damals passiert ist, mit den 4 Protagonisten sowie Minsk.
    Alle 4 Protagonisten sind einzigartig und perfekt ausgearbeitet, es fliesst alles perfekt zusammen und zeigt auf
    was die Nazis unter Hitler, unter Kube damals in Minsk veranlassen ließen, was dort alles an Schrecken, an Tod und
    Grausamkeiten passierte.

    Ein Buch welches absolut brilliant recherchiert wurde, eine Geschichte die heute umso wichtiger erscheint und für
    dieses Buch kann ich nur eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen!

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    LitteraeArtesques avatar
    LitteraeArtesquevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Halb fiktiv und halb wahr. Kein Sachbuch - Ein Roman. Gegen das Vergessen.
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