Paul Lendvai

 4,5 Sterne bei 43 Bewertungen
Autor*in von Orbáns Ungarn, Leben eines Grenzgängers und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Paul Lendvai, geboren 1929 in Budapest, lebt seit 1957 in Wien. Er war Leiter des ORF-Europastudios und ist Kolumnist der Wiener Tageszeitung »Der Standard«. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Zuletzt erschienen »Die verspielte Welt. Begegnungen und Erinnerungen«, bei Zsolnay »Über die Heuchelei« (2024) und »Wer bin ich?« (2025).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Paul Lendvai

Cover des Buches Orbáns Ungarn (ISBN: 9783218012614)

Orbáns Ungarn

(14)
Erschienen am 25.01.2021
Cover des Buches Leben eines Grenzgängers (ISBN: 9783218008648)

Leben eines Grenzgängers

(10)
Erschienen am 01.03.2013
Cover des Buches Die verspielte Welt (ISBN: 9783711001597)

Die verspielte Welt

(7)
Erschienen am 10.12.2019
Cover des Buches Die Ungarn (ISBN: 9783711002662)

Die Ungarn

(3)
Erschienen am 08.09.2022
Cover des Buches Vielgeprüftes Österreich (ISBN: 9783711002693)

Vielgeprüftes Österreich

(2)
Erschienen am 07.12.2022
Cover des Buches Mein Österreich (ISBN: 9783852188454)

Mein Österreich

(2)
Erschienen am 12.08.2010
Cover des Buches Wer bin ich? (ISBN: 9783552075597)

Wer bin ich?

(2)
Erschienen am 22.07.2025

Neue Rezensionen zu Paul Lendvai

Cover des Buches Wer bin ich? (ISBN: 9783552075597)
Judithas avatar

Rezension zu "Wer bin ich?" von Paul Lendvai

Juditha
Das Wort „Endlösung“ vergisst man nie

Ich habe Paul Lendvais schmales Bändchen bewusst ausgewählt, weil mich die Gedanken eines 95-jährigen Juden, der Holocaust und Kommunismus überlebt hat und bis heute hochintelligente Texte schreibt, sehr interessieren. Ich bin nach dem Krieg geboren, aber das Trauma der Verfolgung und des Holocaust hat mich in meiner Familie auch begleitet. Beim Lesen dieses Buches stellte ich fest, dass die Gedanken Lendvais den meinen sehr ähnlich sind, auch wenn er in seinem langen und ereignisreichen Leben sehr viel mehr Erfahrungen gesammelt hat.

Die Haltung zu Israel, zum Judentum, zu Europa, insbesondere jetzt, nach dem Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 ist eindeutig und ich stimme ihm vorbehaltlos zu. Ich zitiere „… Ich war nie Zionist und betrachte Israel nicht als mein Vaterland. Jude sein bedeutet für mich nicht eine Staatszugehörigkeit oder eine kritiklose, absolut gesetzte Parteinahme für Israel. Aber ich gehörte zu jenen, die die erfolgreiche Entwicklung Israels grenzenlos bewundert und als einzig sicheren Zufluchtsort für die Juden betrachtet haben. … Meine besondere Solidarität mit Israel habe ich nie verheimlicht. …“ In Bezug auf das Massaker schreibt Lindvai „… Die perfide Rechnung der Terroristen geht leider auf. Die unzähligen TV-Berichte über das menschliche Leid in Gaza und die vielen Toten haben die Erinnerung an den alles auslösenden Überfall der Terroristen mit mehr als zwölfhundert Toten und rund zweihundertfünfzig entführten Geiseln außerhalb Israels und der jüdischen Gemeinden fast gänzlich in den Hintergrund gedrängt. Die ohne Rücksicht auf zivile Opfer mit Bomben und Panzern ausgeführten Gegenschläge in Gaza haben die von Netanjahu angekündigte »vollständige Beseitigung der Hamas und die Befreiung aller Geiseln« nicht erreicht. …“ Hier spricht ein Jude zu uns, der mit klarer Weitsicht und Klugheit das Dilemma des Staates Israel auf den Punkt bringt.

Fazit: Ein kluges Buch, kurz und prägnant, ein Rückblick auf ein fast hundertjähriges Leben als „Österreicher und Ungar, Jude und Europäer“ und auf ein Europa, das noch immer seinen Weg als Gemeinschaft sucht.

Cover des Buches Wer bin ich? (ISBN: 9783552075597)
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Wer bin ich?" von Paul Lendvai

Bellis-Perennis
Zusammenfassung eines langen Lebens

Paul Lendvai, gebürtiger Ungar, verfolgter Jude, Flüchtling, Journalist, Osteuropa-Experte und glühender Europäer, fasst in diesem kleinen Buch sein nunmehr 96 Jahre langes Leben und seine Gedanken zur aktuellen Politik zusammen. 

Paul Lendvai begleitet mich, seit ich denken kann. Gemeinsam mit Hugo Portisch (1927-2021) hat er mir und vielen anderen die Geschichte Europas erklärt. Ich kenne einige seiner Bücher wie „Die Ungarn“ oder „Orbáns Ungarn“. Als gebürtiger Ungar, der wie viel andere auch nach dem Ungarn-Aufstand von 1956 das Land verlassen hat, beobachtet er Ungarn mit großem Interesse. 

Das Buch enthält für mich nichts wirklich essentiell Neues, ist aber eine gelungene Zusammenfassung, weshalb ich ihm 4 Sterne gebe.

 

Cover des Buches Vielgeprüftes Österreich (ISBN: 9783711002693)
annlus avatar

Rezension zu "Vielgeprüftes Österreich" von Paul Lendvai

annlu
interessanter Blick auf Österreichs Innenpolitik

Ein Buch über die Politik Österreichs – kann das interessant sein? Ich war am zweifeln. Paul Lendvai aber schafft es immer wieder mich zu überraschen. Er schafft es scheinbar trockene Fakten aneinanderzureihen und doch so zu schreiben, dass ein angenehmer Lesefluss entsteht. Dazu kommt, dass er sich selbst, seine Erfahrungen und seine Haltungen mit ins Buch nimmt, immer mal wieder mit einer Anekdote alles auffrischt und so den Leser am Ball hält. 

Das Buch beschäftigt sich mit „Der Last der Vergangenheit“ – mit dem Erbe der Habsburgermonarchie und Hitlers Schatten. Als Jude und gebürtiger Ungar sind Themen wie Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit für ihn wichtig. Bei den Kapiteln rund um die politischen Parteien, die in Österreich in den unterschiedlichsten Zeiten mal mehr, mal weniger Macht hatten, kommt man als Leser nicht umhin, herauszuhören, wem er mehr und wem er weniger zugetan ist. Was ihn nicht davon abhält, allen gegenüber (mehr oder weniger) kritisch zu sein und diese Kritik auch laut und deutlich auszusprechen. Er spricht die Skandale an, die Fehler die begangen wurden aber auch das was gut gelaufen ist und verteufelt nicht eine Partei an sich. Der Blick auf das „heutige“ (Stand 2022) Österreich schaut nicht ganz so vielversprechend aus, auch da fehlt es nicht an Kritik. 


Fazit: Wie gelingt es Lendvai, ein sehr trockenes Thema, so ansprechend zu schreiben? Der Gedanke hat mich durchs ganze Buch verfolgt. 


Gespräche aus der Community

Worum geht's?

Viktor Orbán regiert hinter einem scheinbar demokratischen Vorhang mit eiserner Faust. Eine zwar schwache, aber funktionierende Demokratie baut er in einen autoritären Staat um. Seine nahezu uneingeschränkte Machtposition verdankt er vor allem seiner persönlichen Ausstrahlung, seiner Unbarmherzigkeit und seinem Machtinstinkt.
In den 1990er-Jahren als demokratische Hoffnung gefeiert, gilt Orbáns Bewunderung heute Männern wie Putin und Erdoğan. Von den westlichen, liberalen Werten hat er sich abgewendet. Sein rechtskonservativer, populistischer Kurs lässt fremdenfeindlichen und antisemitischen Tendenzen breiten Raum, seine finanz- und wirtschaftspolitischen Ambitionen führen zu einer Spaltung der Gesellschaft: Einer kleinen Schicht profitierender Neureicher steht ein wachsendes Heer an Armen, Arbeitslosen und Mindestrentnern gegenüber. Die politische Opposition ist schwach und gespalten, die junge urbane Generation wendet sich von der Politik ab oder wandert aus. Ungarn ist zu einem Fremdkörper im demokratischen Europa geworden.


Paul Lendvai


international angesehener Publizist, Autor und Osteuropa-Experte, schrieb viele Jahre als Korrespondent für die Londoner Financial Times und angesehene österreichische, Schweizer und deutsche Blätter. Er war ab 1982 Chefredakteur der Osteuropa-Redaktion des ORF und ab 1987 Intendant von Radio Österreich international. Heute ist er weiterhin Mitherausgeber und Chefredakteur der von ihm gegründeten internationalen Zeitschrift Europäische Rundschau, Leiter des Europa-Studios des ORF und Kolumnist des Standard. Er hat 16 Bücher publiziert, viele davon Bestseller und in mehrere Sprachen übersetzt, und ist Träger zahlreicher Auszeichnungen.


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48 BeiträgeVerlosung beendet
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Letzter Beitrag von  Julitraum
Endlich nun auch mal meine Rezi und großes Sorry, daß ich mich nicht eher melden konnte. Aber durch Krankheit etc. hänge ich sehr in allem hinterher. Vielen Dank noch einmal für dieses tolle Buch, das mein Wissen über Ungarn und seine Politik sehr erweitert hat. Hier meine Rezi-Links: https://www.lovelybooks.de/autor/Paul-Lendvai/Orb%C3%A1ns-Ungarn-1241841988-w/rezension/1431906562/ http://wasliestdu.de/rezension/aktuell-detailgenau-und-bestens-wiedergegeben sowie bei Amazon (wenn freigeschaltet)

Paul Lendvai blickt zurück

"Paul Lendvai ist ein Stück des alten Österreich - kosmopolitisch, multikulturell, weltoffen. Er schuf die Europäische Rundschau und das Europastudio des ORF - ein großes Verdienst in einem Land, in dem ohnehin nicht sehr viele über den Tellerrand hinausschauen. Und jedes Mal erhob er seine Stimme, um Pauschalurteile zu entkräften, für Wahrheit und Gerechtigkeit gegenüber Österreich einzutreten."
Hugo Portisch

"Ein sehr persönliches Buch, bemüht um Wahrhaftigkeit, auch dort, wo es schmerzt. Und mit einem scharfen Blick auf Demokratievergessenheit und wieder aufkeimenden Antisemitismus."
Barbara Frischmuth

"Ein exzellentes Buch! Paul Lendvai antwortet auf die intelligenten Fragen von Zsófia Mihancski ehrlich, mit humorvoller Wärme, Überlegung und Weisheit. Er ist nicht nur der beste Ungarn-Experte, seine Erfahrungen und Kenntnisse der osteuropäischen Politik und Geschichte sind ebenso beispielhaft. Unsere Welt wäre eine bessere, wenn alle Journalisten so gewissenhaft, kultiviert und humanistisch wären wie er."
András Schiff

Worum geht's?
Paul Lendvai, der international renommierte Osteuropa-Experte und Publizist, blickt zurück auf ein aufregendes Leben zwischen Ost und West:

  • Die Jahre der Verfolgung als jüdischer Jugendlicher im Budapest der Vierzigerjahre, nur mit Glück entging er der Deportation nach Auschwitz,
  • die Zeit des Berufsverbots und der Internierung als „politisch Unzuverlässiger“ Anfang der Fünfzigerjahre in Ungarn,
  • die Geschichte seiner aufregenden Flucht 1956 über Prag und Warschau nach Wien,
  • das Schreiben unter Pseudonym in den ersten Jahren in Österreich, um seine in Ungarn verbliebene Mutter zu schützen,
  • sein beeindruckender Weg zum international bekannten Journalisten und weltweit anerkannten Osteuropa-Experten,
  • Anekdoten aus dem Arbeitsalltag eines politischen Journalisten,
  • Ansichten und Einsichten über sein Vaterland Ungarn und seine zweite Heimat Österreich,
  • Geschichte und Geschichten aus der Politik dieser Länder,
  • die Verleumdungskampagnen und Drohungen ungarischer Nationalisten gegen ihn wegen der schonungslosen Analyse in seinem letzten Ungarn-Buch
  • und auch Persönliches und Privates aus Paul Lendvais Familienleben.


Erscheinungstermin: 17. März 2013 (Österreich)

> (ab 17. März) auch als E-Book verfügar!

Paul Lendvai

international angesehener Publizist, Autor und Osteuropa-Experte, schrieb viele Jahre als Korrespondent für die Londoner Financial Times und zahlreiche österreichische, Schweizer und deutsche Blätter. Er war ab 1982 Chefredakteur der Osteuropa-Redaktion des ORF und ab 1987 Intendant von Radio Österreich international. Heute ist er weiterhin Mitherausgeber und Chefredakteur der von ihm gegründeten internationalen Zeitschrift Europäische Rundschau, Leiter des Europa-Studios des ORF und Kolumnist des Standard. Er hat 15 Bücher publiziert, viele davon Bestseller und in mehrere Sprachen übersetzt, und ist Träger zahlreicher Auszeichnungen.

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Natürlich sind auch alle LeserInnen mit einem eigenen Exemplar herzlich eingeladen, an unserer Leserunde teilzunehmen.

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Letzter Beitrag von  Sikal

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