Paul Lendvai Orbáns Ungarn

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Inhaltsangabe zu „Orbáns Ungarn“ von Paul Lendvai

Viktor Orbán regiert hinter einem scheinbar demokratischen Vorhang mit eiserner Faust. Eine zwar schwache, aber funktionierende Demokratie baut er in einen autoritären Staat um. Seine nahezu uneingeschränkte Machtposition verdankt er vor allem seiner persönlichen Ausstrahlung, seiner Unbarmherzigkeit und seinem Machtinstinkt.
In den 1990er-Jahren als demokratische Hoffnung gefeiert, gilt Orbáns Bewunderung heute Männern wie Putin und Erdoğan. Von den westlichen, liberalen Werten hat er sich abgewendet. Sein rechtskonservativer, populistischer Kurs lässt fremdenfeindlichen und antisemitischen Tendenzen breiten Raum, seine finanz- und wirtschaftspolitischen Ambitionen führen zu einer Spaltung der Gesellschaft: Einer kleinen Schicht profitierender Neureicher steht ein wachsendes Heer an Armen, Arbeitslosen und Mindestrentnern gegenüber. Die politische Opposition ist schwach und gespalten, die junge urbane Generation wendet sich von der Politik ab oder wandert aus. Ungarn ist zu einem Fremdkörper im demokratischen Europa geworden.

Aktuell, detailgenau und bestens wiedergegeben - für mich ein sehr guter Einblick in die politische Lage Ungarns und den Machthaber Orbán

— Julitraum

Sehr interessant, sogar auch für UngarInnen

— MissKiss

Sehr informativ und dabei durchaus spannend zu lesen.

— worldwanderer

Sehr informativ und vor allem verdammt schockierend, was man hier über diesen Unmenschen und "sein" Land erfährt!

— TeleTabi1

Tolles Sachbuch

— milchkaffee

Von der Hoffnung der Demokratie zum Autokraten

— camilla1303

Einblicke in die Politik von Ungarn.

— Arun

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  • Aktuell, detailgenau und bestens wiedergegeben

    Orbáns Ungarn

    Julitraum

    15. February 2017 um 18:41

    Der Autor des Buches Paul Lendvai, der mir bisher zwar noch gar nicht geläufig war, ist bekannter und angesehener Publizist, Autor und Osteuropa-Experte. Für viele ausländische Zeitungen hat er schon geschrieben, war Chefredakteur beim ORF und veröffentlichte viele Bücher - gerade zur Osteuropa-Politik. Er selbst ist vor Jahrzehnten aus seiner Heimat Ungarn geflohen und betrachtet nunmehr Österreich als seine Heimat, dennoch beobachtet er natürlich seine frühere Heimat Ungarn genau. Dieses Buch, das er über den in Europa meist recht kritisch gesehenen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán geschrieben hat, den Lendvai auch persönlich schon getroffen hat, interessierte mich sehr. Man kennt den Namen Orbáns aus den Nachrichten, man kennt ihn als Rechtspopulisten, der gute Beziehungen zu Putin und Erdogan pflegt, die politisch ebenfalls auf seiner rechten Linie liegen. Äußerlich scheinen diese Machthaber in ihrem Land noch den Schein der Demokratie wahren zu wollen, doch der Abbau der Demokratie scheint in diesen Ländern immer mehr voran zu schreiten. Von diesem Buch erhoffte ich mir detailreicheren Einblick in die Politik Ungarns und die Hintergründe von Orban zu erfahren. Das ist dem Autor sehr gut gelungen. Sein Schreibstil ist sehr gut verständlich und sein Buch ist gut strukturiert. In 18 Kapitel gegliedert widmet sich Lendvai der Situation Ungarns und dem Werdegang Orbáns beginnend mit Kindheit, Jugendzeit, Militärzeit Studium und erstem Ausflug in die politische Welt. Der Mensch Orbán wird gut von Lendvai beleuchtet. Anhand vieler belegter Beispiele eröffnete sich mir als Leser ein erschreckendes Bild über diesen Politiker, der nach und nach immer weiter seine Macht ausbaut und das Grundgesetzt nach seinem Gutdünken aushöhlt. Natürlich ist der Lesestoff schon recht anspruchsvoll, aber man muß diese Lektüre ja auch nicht überhastet lesen. Zu wichtig und ernst ist doch dieses Thema. Die Ausführungen zur Fidesz-Partei waren mir teilweise sehr detailreich und ich musste hier manches Mal ein paar Pausen machen, dennoch ist dieses Buch absolut zu empfehlen, da es bestens recherchiert und wiedergegeben ist. Daher von mir volle Punktzahl.

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  • Leserunde zu "Orbáns Ungarn" von Paul Lendvai

    Orbáns Ungarn

    Verlag_Kremayr-Scheriau

    Worum geht's?Viktor Orbán regiert hinter einem scheinbar demokratischen Vorhang mit eiserner Faust. Eine zwar schwache, aber funktionierende Demokratie baut er in einen autoritären Staat um. Seine nahezu uneingeschränkte Machtposition verdankt er vor allem seiner persönlichen Ausstrahlung, seiner Unbarmherzigkeit und seinem Machtinstinkt. In den 1990er-Jahren als demokratische Hoffnung gefeiert, gilt Orbáns Bewunderung heute Männern wie Putin und Erdoğan. Von den westlichen, liberalen Werten hat er sich abgewendet. Sein rechtskonservativer, populistischer Kurs lässt fremdenfeindlichen und antisemitischen Tendenzen breiten Raum, seine finanz- und wirtschaftspolitischen Ambitionen führen zu einer Spaltung der Gesellschaft: Einer kleinen Schicht profitierender Neureicher steht ein wachsendes Heer an Armen, Arbeitslosen und Mindestrentnern gegenüber. Die politische Opposition ist schwach und gespalten, die junge urbane Generation wendet sich von der Politik ab oder wandert aus. Ungarn ist zu einem Fremdkörper im demokratischen Europa geworden. Paul Lendvai international angesehener Publizist, Autor und Osteuropa-Experte, schrieb viele Jahre als Korrespondent für die Londoner Financial Times und angesehene österreichische, Schweizer und deutsche Blätter. Er war ab 1982 Chefredakteur der Osteuropa-Redaktion des ORF und ab 1987 Intendant von Radio Österreich international. Heute ist er weiterhin Mitherausgeber und Chefredakteur der von ihm gegründeten internationalen Zeitschrift Europäische Rundschau, Leiter des Europa-Studios des ORF und Kolumnist des Standard. Er hat 16 Bücher publiziert, viele davon Bestseller und in mehrere Sprachen übersetzt, und ist Träger zahlreicher Auszeichnungen. >> Informationen zum Buch << Leseprobe Bewerbung zur Leserunde:  Wenn ihr mehr wissen wollt, dann sagt uns, was euch an diesem Buch interessiert und auf welchen Plattformen ihr eure Rezension veröffentlichen werdet. Eine baldige Beteiligung an der Leserunde sowie das Schreiben einer Rezension sind gewünscht! Natürlich sind auch alle LeserInnen mit einem eigenen Exemplar herzlich eingeladen, an unserer Leserunde teilzunehmen. Wir freuen uns auf eure Teilnahme! > Besucht unsere Webseite! www.kremayr-scheriau.at> Folgt uns auf Facebook und Twitter und verpasst keine Neuigkeiten und Buchverlosungen mehr.

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    • 49
  • Gut recherchiert

    Orbáns Ungarn

    BooksAreGreat

    30. December 2016 um 23:53

    Dieses Buch ist gut recherchiert und sehr informativ. Man merkt wie viel Mühe sich der Autor gegeben hat seine Thesen mit Zitaten und Beispielen zu untermauern. Dabei bleibt er aber stets auf einer sachlichen Ebene mit genügend Abstand zu Materie. Mir hat der schlichte Stil gefallen, in dem das Buch geschrieben ist. Es werden Zahlen und Fakten vermittelt, die auch analysiert werden. Ich habe viele neue Details erfahren, die mir zuvor so nicht klar waren. Das Buch ist für komplette Neueinsteiger in dieses Thema geeignet, weil der Autor die Zusammenhänge in diesem Land und mit seinen Akteuren von Anfang an aufdröselt.Dabei ist alles logisch nachvollziehbar und gut aufgebaut, sodass es keine Probleme geben dürfte die Zusammenhänge zu verstehen. Das Buch ist flüssig lesbar und gut verständlich. Dabei wirkt alles gut recherchiert, sodass man dem Gelesenen seine Authentizität abnimmt.

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  • Quo vadis Ungarn?

    Orbáns Ungarn

    MissKiss

    29. November 2016 um 21:56

    Der Name vom Autor, Paul Lendvai ist nicht nur in Ungarn oder in Österreich bekannt. Lendvai gilt als Ungarn und Osteuropa Experte im ganzen deutschsprachigen Raum. In seinem neuen Buch möchte der Autor einen umfassenden Blick von der Person Viktor Orbán geben, von seiner Zeit als Jugendpolitiker bis zu der "Führerdemokratie", die er in Ungarn ausgebaut hat. Ich bin selbst Ungarin und folge täglich die politischen Nachrichten aus meinem Land, trotzdem waren für mich viele Informationen und Zusammenhänge in Orbán´s Vergangenheit und Gegenwart neu. Und das war genau beim Lesen dieses Buches das Faszinierende für mich: Orbán als Mensch zu sehen. Oder vielleicht genauer gesagt, darüber zu lesen wie (und vielleicht warum) er seine Menschlichkeit verloren hat.... Das Buch ist beängstigend, realistisch, aber gleichzeitig sehr informativ und durchaus flüssig zu lesen. Ich hoffe, dass viele dieses Buch lesen werden. Eine große Empfehlung von mir!

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  • Lesenswerte Zeichnung eines machtbesessenen Politikers

    Orbáns Ungarn

    worldwanderer

    26. November 2016 um 13:45

    Genre: Biografie"Orbáns Ungarn" ist eine spannend zu lesende Zusammenfassung des machtbesessenen Politikers in Ungarn. Im Buch werden die Person Orbán beschrieben sowie sein Aufstieg zur Macht; seine jugendlichen und durchaus bewundernswerten Motive und Ziele werden dabei ebenso beleuchtet, wie seine Unbarmherzigkeit und sein heutiger fremdenfeindlicher, rechtskonservativer Kurs. Das Buch, geschrieben vom Osteuropa-Experten Paul Lendvai, selbst aus Ungarn nach Österreich geflüchtet, bietet viel Hintergrundwissen und ist dadurch recht anspruchsvoll. Es werden viele Zusammenhänge und Beziehungen dargestellt, weshalb es sicher von Vorteil ist, sich mit der Politik in Osteuropa und dem Einfluss der UdSSR zumindest zum Teil schon etwas auszukennen. Aber auch für all jene, die mit der Thematik wenig vertraut sind, bietet das Buch spannende Einblicke in das Leben und den Führungs- und Leitungsstil eines der umstrittensten Politiker unserer Zeit.Das Buch ist dabei übersichtlich und in passende Sinnabschnitte geteilt. Ich konnte mir durch das Buch ein umfassendes Wissen aneignen und habe ebenfalls begonnen, mich tiefgründiger mit der Politik in Osteuropa auseinanderzusetzen. Ich finde das Buch äußerst empfehlenswert; nicht nur wegen der vielen spannenden Hintergrundinformationen sondern auch zwecks des objektiven Blicks Paul Lendvais, der zwischen Schwarz und Weiß malt.Man sollte sich aber bewusst sein, dass das Sachbuch auch sprachlich anspruchsvoll ist und daher wirklich für eine aufmerksame Lektüre gedacht ist.

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    • 2
  • Orbáns Weg zur Macht

    Orbáns Ungarn

    TeleTabi1

    24. November 2016 um 16:51

    "Orbáns Ungarn“ wurde von dem aus Ungarn stammenden international angesehenen Publizisten, Autor und Osteuropa-Experten Paul Lendvai geschrieben, der bereits zuvor einige Bücher über Ungarn und auch über Viktor Orbán geschrieben hat. Mit diesem im Oktober dieses Jahres neu erschienenen Buch legt er ein weiteres, hochaktuelles Werk nach, in dem er sich der momentanen Situation Ungarns und vor allem dem Ministerpräsidenten Viktor Orbán widmet, der zwischen 1998 und 2002 und nun wieder seit 2010 als Ministerpräsident „hinter einem scheinbar demokratischen Vorhang mit eiserner Faust“ (Zitat Paul Lendvai aus „Orbáns Ungarn“) regiert. Durch unzählige Zusammenhänge, Hintergrundinformationen, Bezüge und Namen anderer Politiker, Experten und Co. ist Lendvais Buch anspruchsvoll geschrieben und vermittelt seinen Lesern ein umfassendes Wissen zum Thema. Ausführlich und gründlich recherchiert sowie objektiv betrachtet nähert Lendvai sich der Thematik aus verschiedenen Blickwinkeln. Aufgrund der vielfältigen komplexen Zusammenhänge muss man das Buch schon relativ aufmerksam lesen, um dadurch nicht verwirrt zu werden, doch es lohnt sich, denn „Orbáns Ungarn“ ist sehr informativ, höchst interessant und bietet insgesamt einen guten Überblick zum Thema. Teilweise ist es auch richtig schockierend, was man in diesem Buch über Orbán persönlich, seinen Aufstieg und die Vorgeschichte der Fidesz-Partei, seine Machenschaften in der Politik und „sein“ Land Ungarn erfährt. Zudem wurde alles schön übersichtlich in insgesamt 18 Kapiteln geordnet und Lendvais Aussagen mit reichlich aussagekräftigen Zitaten und Beispielen unterlegt, die das Ganze zusätzlich veranschaulichen. Fazit: für alle, die sich für Viktor Orbän und Ungarns Politik interessieren, ein unverzichtbares und empfehlenswertes Werk!

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  • Solide Bestandsaufnahme von Orbáns Ungarn

    Orbáns Ungarn

    seschat

    23. November 2016 um 17:34

    Paul Lendvai hat mit "Orbáns Ungarn" ein faktenreiches Sachbuch über die derzeitige politische Lage in Ungarn und die Person im Allgemeinen geschrieben. Der in Europa umstrittene Viktor Orbán ist seit 2010 ungarischer Präsident. Seitdem versucht er Stück für Stück das herrschende Grundgesetz auszuhöhlen und Ungarn in ein autoritäres System umzuwandeln. Lendvai beschreibt Orbáns Werdegang sehr ausführlich. Beginnend mit seiner ärmlichen Herkunft über prägende Studentenfreundschaften bis zu seinem politischen Aufstieg. Letzterer war alles anderes als geradlinig, denn bereits 1994, 2002 und 2006 hatte sich Orbán ums Präsidentenamt beworben - allerdings vergeblich. Die folgenden Ausführungen über innerparteiliche Kungeleien und Querelen der Fidesz-Partei fand ich zu detailreich und umfangreich dargestellt. Hier wäre weniger, mehr gewesen. So verliert der interessierte Leser schnell seine Geduld bzw. langweilt sich. Die letzten 22 Seiten über die momentane Situation in Ungarn und Orbáns Politik waren hingegen sehr spannend, weil auch viel auf Orbáns Kritik an Angela Merkels Flüchtlingspolitik und auf seine besondere Freundschaft mit Putin und Erdogan eingegangen wurde. FAZITEin informatives sowie objektives Sachbuch zur ungarischen Politik. Gerade für Leser mit wenig Ungarn-Wissen ein Gewinn.

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  • Absolut lesenswert

    Orbáns Ungarn

    milchkaffee

    21. November 2016 um 17:31

    Einer der umstrittensten Politiker in Europa. Warum handelt er so? Was sind seine Beweggründe? Wie verlief sein Werdegang? All meine Fragen werden in diesem Buch ausführlich behandelt. Der Autor ist für seine Erfahrung, sein Wissen und seine Fähigkeit den Lesern Informationen verständlich zu vermitteln bekannt. Ein tolles Sachbuch, das gerade in der aktuellen politischen Lage interessant zu Lesen ist.

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  • Viele interessante Informationen

    Orbáns Ungarn

    histeriker

    20. November 2016 um 11:37

    In diesem Falle ist es schwer über den Inhalt zu schreiben, der Titel sagt schon alles. Ich kenne mich ganz gut mit der Geschichte Mitteleuropas aus und ich kenne auch einige Zusammenhänge, die ungarische Poiltik betreffen. Trotzdem fand ich das Buch sehr hilfreich und informativ. Es zeigt die Situation in Zusammenhängen, erklärt und liefert Hintergründe. Viele der Sachen, die dort geschildert werden, hat man hier in Westeuropa teilweise gar nicht mitbekommen oder nur skizzenhaft. Das Buch hat mir geholfen, die Positionen von Ungarn und Orban in der Politik zu verstehen. Sprachlich und stilistisch ist das Buch schon anspruchsvoll. Es geht weniger um die Formulierungen, als um die Zusammenhänge, die dargestellt werden. Das Buch ist so voll gespickt mit Fakten, Namen usw., dass es einfach dauert, bis man es verdaut hat. Es ist kein Buch, dass man in einer Sitzung lesen kann, man muss die Sachen zuerst verarbeiten. Das tut aber der Qualität der Recherchen und des Buches keinen Abbruch.

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  • Von der Hoffnung der Demokratie zum Autokraten

    Orbáns Ungarn

    camilla1303

    19. November 2016 um 15:04

    Der ORF Korrespondent, Paul Lendvai, ein angesehener Osteuropa-Experte hat den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán und seine Politik in dem Buch „Orbáns Ungarn“, das 2016 im Verlag Kremayr & Scheriau erschienen ist, ins Visier genommen. Der Autor selbst ist 1956 aus Ungarn geflohen, sieht sich selbst als Österreicher, der neben Deutsch auch Ungarisch spricht und viele Ungarn kennt. Auch den Ministerpräsidenten hat er persönlich getroffen und das Buch wurde mittlerweile auch in Ungarn veröffentlicht. Ob es Viktor Orbán liest? Paul Lendvai erhofft es sich. Viktor Orbán regiert hinter einem scheinbar demokratischen Vorhang mit eiserner Faust. Die junge Demokratie Ungarns hat er in 7 Jahren zu einem autoritären Staat umgebaut. Geschickt baut er seine Macht, durch gut durchdachte und vermutlich auch gut geplante Gesetzesänderungen, Stück für Stück aus. Seine politischen Vorbilder sind der russische Präsident Putin und der türkische Präsident Erdoğan, der selbst gerade die Demokratie in der Türkei aushebelt. Von den westlichen, liberalen Werten hat er sich abgewendet und immer wieder kritisiert er die EU und stellt den Grundkonsens Europas in Frage, natürlich nicht ohne weiterhin europäische Gelder in Anspruch zu nehmen. Das Buch listet seinen Werdegang chronologisch auf. Von der Hoffnung der Demokratie zum Autokraten. Das Buch ist eine gut recherchierte Analyse der ungarischen Politik seit 1989 und meines Erachtens absolut lesenswert. „Am Beispiel Viktor Orbáns zeigt sich, wohin es führen kann, wenn nationalistische Rechtspopulisten einmal an der Macht sind.“, steht im Klappentext des Buches. Ob die deutschsprachigen Rechtspopulisten, die ja selbst mit Viktor Orbán sympathisieren, nun „linkslinke Lügenpresse“ eines „Rotfunks-Korrespondenten“ schreien, sei dahingestellt. Für mich ist das Buch eine gut recherchierte Biografie, die jeder politisch Interessierte lesen sollte. Den Schlusssatz des Buches: "Ich wünsche mir von Herzen, dass Österreich nicht in diese Situation kommt!", kann ich aus tiefstem Herzen unterstreichen, denn Viktor Orbán zählt zu den erklärten Vorbildern von Norbert Hofer und Heinz-Christian Strache. Wählen! Nicht wundern.

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  • Kompetent geschrieben

    Orbáns Ungarn

    Curin

    17. November 2016 um 14:06

    Der ungarische Ministerpräsident Victor Orban ist einer der umstrittensten Politiker in Europa. Doch wie begann seine politische Karriere und wie ist es ihm gelungen, in seinem Heimatland immer mehr an Einfluss zu gewinnen? In dieser Biographie betrachtet der Osteuropa-Experte Paul Lendvai den Politiker, in den viele Menschen große Hoffnungen setzten, ganz genau und versucht, Orbans Entwicklungen von seiner Kindheit an bis heute nachvollziehbar und transparent zu machen. Mich hat dieses Buch angesprochen, da ich bisher nur wenig über die Person Orban und über die genauen Entwicklungen in Ungarn wusste. Daher war für mich sehr hilfreich, dass der Autor wirklich von Anfang an die Ausgangslage erklärt und wie der junge Orban überhaupt als Anfänger politisch so erfolgreich werden konnte. Dabei sind seine Informationen oft aus erster Hand, da er selbst dem Ministerpräsidenten begegnet und sozusagen Zeitzeuge der politischen Entwicklung Ungarns ist. Die Biographie lässt sich ohne viel Vorwissen sehr gut lesen und man bekommt eine kompetente Einschätzung und Meinung eines Experten. Mir persönlich hat diese Biographie viel Neues vermittelt, weshalb ich jedem, der sich politisch über die Situation in Ungarn informieren möchte, das Buch weiterempfehlen kann.

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  • Wie man eine Demokratie schnell zerstören kann

    Orbáns Ungarn

    awogfli

    Dem ORF Korrespondenten Paul Lendvai ist mit diesem Buch eine brillante, gut recherchierte Analyse der ungarischen Politik seit 1989 gelungen. Insofern ist das Werk für alle Ungarnfreunde sehr wichtig, aber auch für all jene, die sich für Politik interessieren, denn es kann auch als politisches Lehrstück verstanden werden, wie ein machtgeiler rechtspopulistischer Politiker innerhalb von 7 Jahren eine zwar relativ neue, aber trotzdem gut funktionierende Demokratie nachhaltig zerstören kann.In Deutschland ist es ja noch nicht ganz so weit, denn die Regierung ist - trotz aller Vorbehalte, die man gegen ihre Politik haben mag – stark und agiert wenigstens proaktiv und löst Probleme, anstatt sich seit Jahrzehnten ständig gegenseitig zu blockieren. In Österreich fahren aber die mittlerweile sehr erfolgreichen rechten Populisten im geheimen Schlepptau mit dem identitären Mob durch Angstmache das analoge Programm zu Ungarn und werden genauso wie beim südlichen Nachbarn von einer Jahrzehnte quasi gelähmten und inaktiven Regierung nicht daran gehindert. Orban ist ja auch das erklärte Vorbild von H.C. Strache und Norbert Hofer. Irgendwie erinnert mich die reale Situation in Ungarn an die fiktive politische Satire „Endlich Strache“ aus dem Jahr 2010, in der dieser rechtspopulistische Hetzer nicht hauptsächlich durch seine eigenen Qualitäten an die Macht kommt, sondern durch die Inkompetenz aller anderen Parteien in den Sattel gehoben wird. Leider ist diese Situation in Ungarn tatsächlich fast genauso quasi drehbuchmäßig passiert. Insofern sollte diese Analyse eben von allen irgendwie an Demokratie Interessierten gelesen werden, denn sie gibt natürlich sehr gute Hinweise, wie solche Situationen entstehen und wie sie auch vermieden werden können.Lendvai, der sich als 1956 aus Ungarn Geflüchteter als neutraler österreichischer Chronist seines emotional abgelegten Heimatlandes sieht, also 100% Österreicher, der nur zufällig ungarisch spricht und Ungarn kennt, verfolgt in seinem Sachbuch mit allen Hintergründen und Beziehungen sowohl das Leben von Orban als auch die Wandlung der vormals linken Fidez Partei zu einer autokratischen Einmannshow des Viktor Orban inklusive Speichel leckenden Günstlingen, die in unglaublicher Machtfülle irgendwo rechts von Attila dem Hunnenkönig agiert. Wirklich selten eine so gut geschriebene strukturierte Analyse gesehen, wie nach einer parlamentarischen 2/3 Mehrheit durch die Aushöhlung und Änderung der Verfassungsgesetze im Wochentakt, zuerst das Wahlsystem, die Medien, die Wirtschaft, das Geldwesen und die Nationalbank, die Bildung  ... einfach alles an sich gerissen und auch langfristig nachhaltig (also auf Jahrzehnte) durch geschickte strategische Planung im Einflussbereich des Günstlingssystems von Viktor Orban bleiben wird. Dies konnte nur dadurch geschehen, dass die Opposition wie paralysiert und in gegenseitige Grabenkämpfe verwickelt einfach nichts dagegen getan hat, und die Bürger der Linken und vernünftigen politische Mitte Ungarns, anstatt ein lautstarkes zivilgesellschaftliches politisches Gegengewicht zu bilden, quasi geflüchtet also schlicht und ergreifend irgendwo anders in die EU ausgewandert sind – hauptsächlich nach Österreich, Deutschland und Großbritannien. Mich schaudert, dass Orban sein System auch exportieren und der EU aufstülpen will.Orban lavierte in seiner Karriere von links nach rechts völlig egal - Hauptsache Sieg und Macht. Lendvai spart hier auch nicht mit einer sehr guten psychologischen Analyse der Person Viktor Orbans. Wie nannte man diese Leutchen bei Euch mal in Deutschland? Wendehals? Na in diesem Fall wendet sich der Hals nicht nur, sondern er dreht sich um 360 Grad, da wir ja nun mittlerweile wieder postkommunistisch in der Zeit vor 1989 durch Ungarns Anbiederung an Putins Russland angekommen sind. Während der gesamten Lektüre kam mir ein Satz immer wieder in den Sinn „Macht korrumpiert und absolute Macht korrumpiert absolut“, was auch die Conclusio des Buches auf der letzten Seite ist.Fazit: Absolut lesenswert, eines der besten politischen Bücher, das ich seit langem gelesen habe.

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    • 9
  • Machtmensch

    Orbáns Ungarn

    Arun

    Orbáns Ungarn von Paul Lendvai Der Autor war mir bis Dato unbekannt. Nach der Lektüre seiner Vita war jedoch klar ersichtlich, dass sich hier ein kompetenter Publizist dem Thema Ungarn mit seinem politischen Oberhaupt Viktor Orbán angenommen hat. In den 18 Kapiteln tauchen wir tief in die Politik des Landes Ungarn ein, dabei wird das Hauptaugenmerk auf die Person des Ministerpräsidenten Viktor Orbán gerichtet. Neben kleineren Ausflügen in die ungarische Geschichte liegt der Schwerpunkt dieses Buches auf den Geschehnissen nach der Wende 1989/90 bis in die heutige Gegenwart. Im Mittelpunkt dabei steht die Person Viktor Orbán und seine Politik. Chronologisch erfahren wir den Werdegang des auch einfachen Verhältnissen stammenden jetzigen Staatsoberhauptes. Elternhaus, Kinderzeit, Schule, Jugendzeit, Militärdienst, Freundschaften und seine Liebe zum Fußball werden kurz beleuchtet. Politisch sehr engagiert ist er dabei als 1988 „Der Bund der jungen Demokraten“ Fidesz die heutige Regierungspartei gegründet wird. Sein Ziel Berufspolitiker erfüllt sich.Wir nehmen Teil an dem Wirken des Machtmenschen Orbán und seiner Partei Fidesz Den ersten Höhepunkt erreicht Viktor Orbán 1998, als er mit 35 Jahren der jüngste Ministerpräsident in der ungarischen Geschichte wird.Nach vier Jahren muss er dieses Amt wieder abgeben. Nach Höhen und Tiefen im politischen Leben erfolgt 2010 ein Wiedererstarken mit einem klaren Sieg der Fidesz und dem erneuten Amtes des Ministerpräsidenten. Seitdem gelingt es Viktor Orbán durch Gesetzesänderungen seine Macht Stück um Stück auszubauen und zu konsolidieren. Der Autor versteht es die komplexen Zusammenhänge von Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft im Lande der Magyaren treffend zu erläutern. Spreche dieses Werk als Buchempfehlung für politisch interessierte Leser aus.

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    • 16

    awogfli

    08. November 2016 um 16:52
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