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Rezension zu "Quanten Heilung Kommunikation Manipulation" von Paul Leonard

Gedanken sind Taten, und Taten haben Folgen
R_Mantheyvor 3 Jahren

Wenn man Zeugen eines plötzlichen Geschehens zu ihren Wahrnehmungen befragt, dann tritt oft der sonderbare Effekt ein, dass ein und derselbe Vorgang ganz verschieden wiedergegeben wird. Nun könnte man meinen, dass mit einigen Beobachtern die Phantasie durchgeht. Doch dieses Phänomen tritt mit großer Regelmäßigkeit immer wieder auf und beweist deshalb, dass wir die Realität nicht so wahrnehmen, wie sie sich tatsächlich objektiv darstellt.

Wir müssen einfach zur Kenntnis nehmen, dass unser Gehirn manchmal Teile der Wirklichkeit einfach ausblendet und darüber hinaus tatsächlich nicht wahrgenommene Teile nach gewissen Mustern zu unserem persönlichen Abbild der Wirklichkeit hinzufügt, damit ein komplettes Gefüge entsteht. Wir werden also von unserem Gehirn ganz unbewusst an manchen Stellen getäuscht.

Auf Seite 48 dieses lehrreichen kleinen Buches steht einer der Gründe für diese zunächst merkwürdig erscheinende Funktionsweise unseres Gehirns: "Realität ist eine subjektive Wahrnehmung, die die eigenen Überzeugungen eines Glaubenssystems widerspiegelt."

Das Buch hat sich das Ziel gesetzt, uns gewissermaßen die praktische Umkehrung dieses Vorgangs beizubringen. Denn umgekehrt können Gedanken auch eine neue Realität schaffen. Was wie esoterischer Hokuspokus klingt, bekommt sofort einen völlig seriösen Charakter, wenn man es Autosuggestion nennt, denn Autosuggestion bezeichnet einen wissenschaftlich untersuchten Vorgang, dessen Wirkung unumstritten ist. In diesem Buch wird diese Wirkung zunächst quantenphysikalisch begründet. Danach lernen wir, wie man Autosuggestion wirksam einsetzt.

Im ersten Teil des relativ kurzen Textes versucht der Autor zu erläutern, was Gedanken sind und wie sie unsere ganz persönliche Realität verändern. Insbesondere widmet er sich dabei der Frage, wie Krankheiten als Folge eines gestörten Informationsprozesses im Körper entstehen. Wenn wir durch Gedanken (zum Beispiel durch Angst) im Körper Stress erzeugen können und dadurch organische Veränderungen hervorrufen, dann könnte ein solcher Prozess schließlich auch unter umgekehrten Vorzeichen funktionieren.

Der Autor nennt dies nicht Autosuggestion, sondern Quantum Release oder Quantenheilung durch Quanteneffekte, weil er hier die Autosuggestion vorrangig zur Selbstheilung von Krankheiten einsetzt. Leider wird die Bezeichnung "Quantenheilung" inzwischen bereits inflationär für Methoden benutzt, deren bekannte Wirksamkeit man dadurch offenbar aufwerten möchte.

Für eine wirkungsvolle Autosuggestion eignet sich nach Aussage des Autors am besten ein Zustand, in dem unsere Gehirnwellen im Gamma-Bereich schwingen. Im Text findet man zwei Methoden, wie man in einen solchen Zustand gelangt. Während man bei einer Hypnose in den Alpha- oder Theta-Bereich niedriger Gehirnwellen-Frequenzen geführt wird, bildet der Gamma-Bereich das andere Extrem. Hier ist die Frequenz wenigstens zehnmal so hoch wie im Theta-Bereich.

Befindet man sich dort, dann kann man seine Heilung visualisieren. Um das möglichst realistisch hinzubekommen, benötigt man genaue Kenntnisse seiner Krankheit, Vorstellungen ihrer Wirkungen und Details darüber, wie eine Heilung im Körper abläuft. Ansonsten läuft die Autosuggestion einfach ins Leere.

Natürlich eignet sich ein solcher Prozess nicht nur für die Selbstheilung von Krankheiten, sondern auch für die Schaffung körperlicher und geistiger Voraussetzungen zum Erreichen eines anderen Lebenszieles. Damit schließt der Autor sein Werk, das sich übrigens auch gut liest.

Ihm hätte allerdings ein Lektor nicht geschadet, der einige orthografische und grammatikalische Fehltritte beseitigt hätte. Das ist allerdings nur eine Randbemerkung, ebenso wie der Hinweis auf einige nicht besonders gut gelungene Grafiken, die im Original wohl farbig waren und nun durch schwer unterscheidbare Grautöne auffallen.

Mein persönlicher Eindruck war schließlich, dass der praktische Teil durchaus ausführlicher hätte sein können. Wenn man einen messbaren Effekt erzielen möchte, dann kommt es auf ihn mehr an als auf die physikalische Erklärung, warum etwas funktioniert.

Fazit.
In diesem Text lernt man die quantenphysikalischen Grundlagen und die Abläufe von Autosuggestionen. Zunächst theoretisch und dann praktisch. Ein leicht lesbares Büchlein, das auch diejenigen zusätzlich beruhigen wird, die eine funktionierende Methode erst dann für seriös halten, wenn man sie wissenschaftlich erklären kann. Ein Stern fehlt in der Bewertung nicht aus inhaltlichen Gründen, sondern wegen der formalen Kritikpunkte.

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