Paul M. Guest Noch eine Theorie über das Glück

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Inhaltsangabe zu „Noch eine Theorie über das Glück“ von Paul M. Guest

Mit zwölf sauste Paul Guest zum Spaß auf einem alten Fahrrad einen Hang hinunter, als er merkte, dass die Bremsen nicht funktionierten. In dem Graben vor ihm lag ein Betonrohr, und er brach sich zwei Halswirbel. Mit zwölf gelähmt zu sein, unfähig, auch nur einen Muskel zu kontrollieren – die Chance, je wieder ein selbstbestimmtes, eigenständiges Leben zu führen, war gleich null. Paul Guest schaffte es trotzdem. 'Noch eine Theorie über das Glück' ist die Geschichte einer Rückeroberung, eines ganz anderen Wegs ins Erwachsenenleben – eine Geschichte voller Humor und Selbstironie, Lebensmut und poetischer Kraft. Hautnah und berührend erzählt Paul Guest von dem Heranwachsenden, der, in seinen Körper eingesperrt, in einem Sturm der Gefühle zu bestehen versucht. Erzählt von seiner Angst vor falschem Mitleid, seinem Kampf um einen Rest von Intimität und Unabhängigkeit, seiner Verblüffung, als sich ein Mädchen in ihn verliebt. Der überschäumenden Hoffnung, als die ersten Empfindungen wiederkehren. Und davon, wie er nach und nach die Kontrolle über sein Leben zurückgewinnt, sich neu erfindet: die ersten Gedichte schreibt, in eine andere Stadt zieht, ein Buch veröffentlicht, die Liebe entdeckt.

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  • Rezension zu "Noch eine Theorie über das Glück" von Paul Guest

    Noch eine Theorie über das Glück
    Claudia-Marina

    Claudia-Marina

    22. March 2011 um 14:27

    Mit 12 sollte die Welt noch in Ordnung sein. Man trifft Freunde, klettert auf Bäume, spielt Fußball, hasst die Schule und versucht, so lange wie möglich aufbleiben zu dürfen. Mit 12 sollte man sich noch keine Gedanken über sein zukünftiges Leben machen müssen, man sollte es einfach leben dürfen. Paul denkt wahrscheinlich dasselbe als er sich eines Nachmittags ein Fahrrad schnappt und los düst, doch dann passiert der Unfall. Er stürzt. Er bricht sich zwei Halswirbel. Querschnittsgelähmt. Von einer Sekunde auf die andere. Krankenhaus, Reha-Klinik, Operationen, Rollstuhl – das Leben scheint vorbei zu sein. Doch Paul lässt sich nicht unterkriegen. Für ihn ist das Leben eben nicht vorbei, trotz beengter Wohnverhältnisse in seinem Elternhaus, trotz Betreuung in der Schule, trotz mitleidiger Blicke. Paul schafft es, sich ins Leben zurück zu kämpfen. Er studiert und wird ein erfolgreicher Lyriker. Und er schreibt dieses Buch. Denn Paul Guest erzählt hier keine fiktive Geschichte, in der der Protagonist zufällig auch Paul heißt – er erzählt seine Lebensgeschichte. Man merkt, dass ihm das nicht immer leichtfällt, besonders in der Zeit direkt nach dem Unfall prägen Bitterkeit und Traurigkeit die Geschichte. Doch dann wird es leichter, Humor findet seinen Platz, das Lachen kehrt zurück. Das Schicksal bleibt, aber es lastet nicht mehr so schwer auf Pauls Schultern. Trotz seiner wenigen Seiten – es sind „nur“ 174 – schafft es dieses Buch mich vom ersten Wort an zu begeistern, aber auch, mich nachdenklich zu stimmen. Ich bewundere Pauls Kraft und seinen Mut, sich wieder zurück ins Leben zu kämpfen, nicht aufzugeben. Mich begeistert sein Humor, sein Wortwitz, seine Sprachkraft. Und ich bin dankbar, dass ich nach jedem Fahrradsturz wieder auf meinen zwei Beinen stehen konnte.

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  • Rezension zu "Noch eine Theorie über das Glück" von Paul Guest

    Noch eine Theorie über das Glück
    Clari

    Clari

    28. February 2011 um 11:07

    Mut zum Leben! Zahlreiche Autoren haben über körperliche Gebrechen berichtet, die entweder durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit zu gravierenden Beeinträchtigungen des Lebens führten. Paul Guest ist einer von ihnen, denn im Alter von 12 Jahren verunglückt er bei einem Fahrradunfall so schwer, dass er lebenslänglich behindert bleibt. Er lebt in Georgia/ Atlanta. Übermütig war er einen Hang hinuntergefahren und so schwer gestürzt, dass er sich die oberen Halswirbel brach. Er ist von Hals abwärts gelähmt. Paul Guest beschreibt, wie er unversehens bewegungsunfähig wurde. Die blanke Tatsache der Lähmung ist schier unerträglich für einen zum Zeitpunkt des Unfalls erst 12jährigen Jungen. In klaren und sachlichen Worten gibt er seine ersten Eindrücke über das Unglück und die Folgen zu Protokoll, als die Maschinerie der Gesundheitsfürsorge für ihn beginnt. Erst langsam wächst die Einsicht in die Schwere seiner Verletzung. Vorsichtige Andeutungen und zuletzt krass geäußerten Bemerkungen der Erwachsenen bereiten ihn auf sein zukünftiges Leben als Behinderter vor. Paul Guests Schilderungen geben hautnah wieder, wie einem Menschen zumute ist, der sich von einem Augenblick auf den anderen seiner Autonomie, seiner Intimsphäre und aller Möglichkeiten beraubt sieht, ein selbständiges Leben zu führen. Sind die ersten Monate nach dem Unfall noch von Schmerzen und anstrengendem Bemühen um Wiederherstellung gezeichnet, geht Paul Guest später auf seine Beobachtungen ein, die ihn mit einer mitleidigen und hilflosen Umwelt konfrontiert. Sein Blick geht weg von der eigenen körperlichen Versehrtheit und zeigt den normalen Alltag mit Schule und späterem Studium. Mit einem Stock im Mund kann er schreiben und malen. Seinen elektrischen Rollstuhl bedient er mit einer Hand. Erste Liebeserlebnisse zeigen ihm seine Grenzen und lassen ihn dennoch nicht verzagen. Nachdem er sich mit seiner Krankheit einrichten lernte, werden Paul Guests Beobachtungen witzig, zuweilen geradezu bissig, und man sieht einen jungen Mann mit hellem Gemüt und wachem Geist auf dem Weg zu sich selbst. Er hält sich nicht lange bei Details auf, sondern kommt immer gleich zur Sache. „Sprache“ hat es ihm angetan, und diese wird zu seinem Lebensinhalt. Kraftvoll und atmosphärisch treffend schlägt er seine Leser in Bann. Fortlaufend schreibt er Gedichte und kämpft um seinen Platz im Leben. Als rühriger, selbstironischer und sarkastischer Beobachter seiner eigenen Lebenslage gelingt ihm der überzeugende Beweis, dass mit Mut, Tatkraft und Humor ein jedes Leben wert zu leben ist.

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