Bei diesem Buch habe ich mitgelitten, als ginge es um meine eigene Familie. Der Vater eines Dutroux-Opfers erzählt in Tagebuchform vom Verschwinden und dem unerbitterten Kampf, sein Kind wiederzufinden, bei dem er die Hoffnung nicht aufgeben kann. Die Geschichte, an die man sich vielleicht ohnehin noch gut erinnert, ist dramatisch und traurig und Paul Marchal hat die Stimmung und das Gemüt einer Familie, deren ganzes Glück plötzlich nicht mehr wahr ist, so hautnah eingefangen, dass es stellenweise schwer fiel, dieses Buch weiterzulesen. Besonders die Momente, in denen er schreibt, dass er spürt dass seine Tochter noch lebt und er diesen Glauben nie verlieren wird, und man als Leser schon weiß, sie war zu diesem Zeitpunkt lange tot, gingen mir total unter die Haut. Man wird den Schmerz einer solchen Lebenslage nie nachempfinden können, aber Paul Marchal hat es geschafft, den Leser mit seinem Buch leidensfähig zu machen.
Rezension zu "Spurlos verschwunden" von Paul Marchal


