Paul Melko

 4 Sterne bei 12 Bewertungen

Lebenslauf

Paul Melko, geboren 1968, gehört zu den renommiertesten Science-Fiction-Autoren der USA und wurde für seine Kurzgeschichten sowie für "Der Ring" bereits mehrfach ausgezeichnet. Der Autor lebt mit seiner Familie in Ohio.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Paul Melko

Cover des Buches Die Mauern des Universums (ISBN: 9783453526914)

Die Mauern des Universums

 (8)
Erschienen am 01.08.2010
Cover des Buches Der Ring (ISBN: 9783453527652)

Der Ring

 (4)
Erschienen am 01.02.2011

Neue Rezensionen zu Paul Melko

Cover des Buches Der Ring (ISBN: 9783453527652)
einz1975s avatar

Rezension zu "Der Ring" von Paul Melko

Paul Melko - Der Ring
einz1975vor 7 Monaten

In dieser Zukunft hat ein Großteil der Menschen im Lauf ihrer Entwicklung einen großen Sprung gemacht. Ähnlich wie heute das Internet konnten sie sich miteinander verbinden. Die sogenannte Community entstand. Unglaubliche Errungenschaften brachte der menschliche Geist dabei hervor. Es gab plötzlich zu jedem Problem eine Lösung. So entstand irgendwann auch der Ring. Wie eine riesige Raumstation, mehrere tausend Kilometer in der Höhe, umspannt der Ring die Erde. Es gibt unzählige Kammern und Habitate, ein Lebensraum für Millionen von Menschen. Doch eines Tages, man weiß nicht genau warum, haben sich die Menschen auf den Weg in eine neue Bewusstseinsebene gemacht.

Von den Milliarden Lebewesen sind plötzlich nur noch wenige hunderttausend übrig. Viele wurden genmanipuliert. Als Leser begleiten wir eine Gruppe von fünf Jugendlichen, welche sich aktuell in der Ausbildung befinden. Sie sollen irgendwann ins All fliegen, doch dazu müssen sie erst einmal ausgiebig getestet werden. Das Interessante an ihnen ist, dass sie keine einzelnen Individuen mehr sind. Ihr Verstand arbeitet als eine Einheit. Sie können sich wie normale Menschen unterhalten, können aber auch bei Berührung Gedanken austauschen oder aber durch das Absondern von Pheromonen bestimmte Gefühle und Signale zum Ausdruck bringen.

Der Autor wirft den Leser regelrecht in diese Zukunft und lässt ihn erst einmal eine ganze Weile schwimmen. Irgendwann springt allerdings der Funke über und man beginnt sich in dieser neu Welt selbst hineinzudenken. Die Art und Weise wie kommuniziert wird und die doch sehr surreale Situation, in der die Hauptfiguren stecken, werden durch den Verlauf der Geschichte angefeuert. Denn was ursprünglich wie der natürliche Lauf der Entwicklung schien, wird nun auf die Probe gestellt. Haben die Menschen gar nicht eine neue Ebene erreicht und sind vielleicht einfach nur gestorben? Ist der Ring wirklich für niemand mehr erreichbar oder gibt es doch eine Möglichkeit ihn zu betreten?

Wer genau liest, wird sich schon denken können, wie alles enden wird und doch hat Paul Melko noch ein paar, wenn auch nur kleine, Überraschungen parat. Ob künstliche Intelligenz oder Raumfahrt, die jungen Helden erleben so einige Höhen und Tiefen bei ihrem Trip. Das man zeitweise abschweifende Handlungssträngen folgen muss und unnötige Figuren trifft, mag den Lesespaß definitiv etwas trüben. Genauso sind auch manche Dialoge der fünf nichtssagend oder irreführend, doch am Ende betritt man mit dieser Geschichte eine sehr eigen kreierte Welt. Einige neue Science Fiction Ideen sind beängstigend greifbar beschrieben und wenn eine KI irgendwann so viel Macht hat wie hier, ist die Gefahr der Technik größer als gedacht.

Fazit:

Puff und weg! Wenn von einer zur nächsten Sekunde, neunzig Prozent der Menschheit nicht mehr existieren, trotz höchster Entwicklungsstufe, sitzt der Schock für die Überlebenden tief. Dieser Exodus ist nun so viele Jahrzehnte her und doch gibt es ein Geheimnis um diesen Tag, welches bisher nie gelüftet wurde. Die fünf genmanipulierten Helden dieser Geschichte sind alle etwas gesichtslos. Sie handeln und agieren auf eine ungewöhnliche Art und Weise, was anfänglich den Zugang zur Geschichte erschwert. Dennoch bleibt man als Sci-Fi-Fan irgendwie gefesselt. Die Reise ist sehr abwechslungsreich, zum Teil etwas abstruse und doch gibt es eine gewisse Spannung, der man folgt. Eine merkwürdig obskure Zukunft, in die uns Paul Melko schickt und uns doch mit Hoffnung entlässt.

Matthias Göbel

Autor: Paul Melko
Übersetzung: Ulrich Thiele
eBook: 416 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Veröffentlichung: 13.04.2011
ISBN: 9783641064808

https://www.penguin.de/ebook/Der-Ring/Paul-Melko/Heyne/e390605.rhd

Cover des Buches Die Mauern des Universums (ISBN: 9783453526914)

Rezension zu "Die Mauern des Universums" von Paul Melko

Rezension zu "Die Mauern des Universums" von Paul Melko
Ein LovelyBooks-Nutzervor 12 Jahren

Immer wieder interessant, wenn man neue Romane zu bewährten Themen in der SF liest. Das Besuchen von Paralleluniversen wird trotz vielfältiger Adaptionen nicht langweilig. Auch Melko liefert hier einen überdurchschnittlich guten Titel ab.

Der Plot fährt über weite Strecken zweigleisig; John Rayburn wird von seinem Alter Ego aus einem anderen Universum besucht und reist mittels des mobilen Portals seinerseits in die interdimensionale Nachbarschaft, muss dort aber feststellen, dass sein Doppelgänger ihn reingelegt hat. Während sein Leben von dem anderen John gehijackt wurde, sitzt er selbst fest und muss zusehen, dass er das Gerät repariert bekommt. Und ganz nebenbei muss er zur Tarnung ein normales Leben führen.

Der Roman liest sich größtenteils unaufgeregt, aber trotzdem spannend; wir lernen die beiden Johns kennen, begleiten sie auf einigen Monaten ihrer Leben und verfolgen, wie sich ihre beiden Leben entwickeln, was es für Unterschiede gibt und welche Gemeinsamkeiten. Und vor allem, wie sich die Figuren verändern. Der „böse“ John kann seine ursprünglichen Pläne (Reichtum durch importierte Ideen, die in seinem neuen Universum unbekannt sind, wie z.B. Rubikwürfel) nur bedingt verfolgen, baut sich aber stattdessen ein Familienleben auf. Der reingelegte John hingegen landet seinerseits mit einer Idee aus seinem Heimatuniversum einen echten Hit, obwohl er eigentlich nur das Reisegerät erforschen und nach Hause wollte. Aber auch er gewinnt Freunde in seinem neuen Leben, auch er beginnt eine Beziehung mit einer Frau, sogar mit derselben wie sein Doppelgänger.
Dieser Mittelteil fand ich mit Abstand am besten am ganzen Buch, der machte richtig Spaß.

Am Ende gelingt es John zwar, in seine Heimatexistenz zurückzukehren, aber das löst nicht seine neuen Probleme.
Der Schluss wurde meines Erachtens ein bisschen versemmelt durch das Einführen einer neuen Gruppierung von Reisenden, die supermächtig Paralleluniversen ausbeuten und gangstermäßig versuchen, John sein Reisegerät wegzunehmen. Da driftet es ein bisschen zu sehr in die Action ab für meinen Geschmack, und ich fand das als Auflösung ein bisschen zu einfach. Außerdem bin ich es ein bisschen leid, dass mal wieder die Osteuropäer die Schurken sind.

Trotzdem war „Die Mauern des Universums“ ein echtes Lesevergnügen, das mich positiv überrascht hat. Intelligente SF ohne Raumschlachten, dafür mit faszinierenden Gedankenexperimenten und einem Schuss realer Physik. Empfehlenswert.

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