Paul Mendelson

 4.2 Sterne bei 16 Bewertungen

Lebenslauf von Paul Mendelson

Paul Mendelson ist Dramatiker, Drehbuchschreiber, Journalist, Kolumnist, Sachbuch- und Thrillerautor. Der erste Roman aus der Serie um Colonel Vaughn de Vries gelangte auf die Shortlist des wichtigsten britischen Krimipreises und auf die ZEIT-Krimi-Bestenliste; die Film- und Fernsehrechte sind optioniert. Der Autor lebt abwechselnd in London und Südafrika.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Paul Mendelson

Cover des Buches Die Unschuld stirbt, das Böse lebt (ISBN:9783499270727)

Die Unschuld stirbt, das Böse lebt

 (9)
Erschienen am 18.12.2015
Cover des Buches Die Straße ins Dunkel (ISBN:9783499272417)

Die Straße ins Dunkel

 (6)
Erschienen am 16.12.2016
Cover des Buches Serpentine Road (ISBN:9781472111371)

Serpentine Road

 (1)
Erschienen am 02.04.2015
Cover des Buches The First Rule of Survival (ISBN:9781472111357)

The First Rule of Survival

 (0)
Erschienen am 20.03.2014

Neue Rezensionen zu Paul Mendelson

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Rezension zu "Serpentine Road" von Paul Mendelson

Alle tot?
walli007vor 6 Monaten

Vor 25 Jahren hat der damals junge Polizist Vaughn de Vries einen Kollegen gedeckt, vergessen hat er die Ereignisse nie. Nun allerdings ist er einer der wenigen noch bei der Truppe verbliebenen weißen Polizisten im Rang eines Colonels. Als eine reiche Frau brutal getötet wird, sieht es zunächst nach einem Verbrechen aus rassistischen Gründen aus. Der Fall könnte also schnell zu den Akten gelegt werden. De Vries jedoch glaubt nicht an die einfache Lösung. Die Tochter und Erbin eines Industriellen hatte schließlich eine Beziehung mit dem Sohn eines Politikers. Und dieser war dabei eine neue Partei zu gründen.


Als die weiße herrschende Schicht zurecht in Südafrika die Macht verlor, war das für viele Staatsbedienstete wie de Vries eine schlechte Zeit. Die sicher geglaubte Karriere verkehrte sich beinahe ins Gegenteil. Die neuen Mächtigen hatten im Grunde die gleichen Dünkel wie die vorherigen nur anders herum. Viele der ausgebildeten Beamten verließen freiwillig oder durch Ausgrenzung überzeugt den Dienst. Vaughn de Vries ist einer der Wenigen, die geblieben sind. Seine Herkunft verleugnet er nicht und stößt damit die neuen Vorgesetzten vor den Kopf. Das ist eine Sache, doch Vaughn ist auch der, der sich für die Opfer einsetzt, der die Fälle durchermittelt bis der Täter gefunden und der Hintergrund geklärt ist. 


Dieser eckige Polizist mag nicht jedem gefällig sein, seine Fälle jedoch haben es in sich. Mit seinen Ermittlungen bekommt man ein realistisches Bild aus dem Südafrika zur Zeit des Umbruchs aber auch der heutigen Zeit, in der die Apartheid immer noch nicht überwunden ist. Zwar erschließt sich nicht völlig, wieso schwarze Polizisten immer noch weniger akribisch ermitteln sollen als Weiße, doch erscheint es sehr realistisch, dass sich die Rollen umgekehrt haben. Und wie häufig und das ist wohl überall gleich, werden die Fäden manchmal von ganz woanders aus gezogen. Und so entwickelt sich ein spannender Fall mit einem brisanten politischen Hintergrund. Äußerst geschickt wird das Ganze noch mit einem interessanten Einblick in die heutige Lage in Südafrika verwoben. 

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Rezension zu "Die Straße ins Dunkel" von Paul Mendelson

Ein empfehlenswertes Buch einer Reihe, die Paul Mendelson hoffentlich fortsetzen wird
WinfriedStanzickvor 3 Jahren



Nach „Die Unschuld stirbt, das Böse lebt“ hat der zeitweise in  Südafrika lebende britische Schriftsteller Paul Mendelson mit „Die Strasse ins Dunkel“ nun seinen zweiten Kriminalroman mit seinem Ermittler Colonel Vaughn de Vries und seinem schwarzen Warrent Officer Don February vorgelegt.

Er spielt in Kapstadt und beschäftigt sich am Beispiel eines aktuellen Kriminalfalles wieder mit einer dunklen Vergangenheit, die in Südafrika einfach nicht vergehen will. Alter Rassismus, die Wunden, die noch offen sind und die damit verbundenen unbeglichenen Rechnungen, die im Laufe der Herrschaft des ANC zu so etwas wie einem neuen Rassismus geführt haben. Wie kommt man aus diesen Fallen heraus? Gibt es für das neue Südafrika eine Zukunft, in der schwarz und weiß friedlich und vertrauensvoll zusammenleben können?  Vaughn de Fries versucht das in der Zusammenarbeit mit seinem Assistenten, und auch mit der Gerichtsmedizinerin Anna Jafari entwickelt sich so etwas wie eine Beziehung, die von Respekt und Achtung geprägt ist.

Der Roman beginnt mit einer Szene im Jahr 1994, als weiße Polizisten an einer schwarzen Familie ein Massaker verüben, das vertuscht wird. Auch Vaughn de Fries war damals als junger Polizist als eher unfreiwilliger Zeuge dieses Verbrechens mit dabei und hat seither geschwiegen.

Als nun Zug um Zug ein unbekannter Täter Polizisten ermordet, die bei diesem Massaker dabei waren, wird die Vergangenheit plötzlich wieder lebendig. Zumal auch beim Hauptstrang der Handlung, den Ermittlungen um den grausamen Mord an einer Milliardärin namens Taryn Holt, eine korrupte Hierarchie im Apparat der Polizei Vaugns Ermittlungen behindert.

Der Vater des Opfers war einer der Hauptstützen des Apartheidregimes, der mutmaßliche Täter, ihr schwarzer Liebhaber, seinerseits Sohn eines mächtigen ANC-Politikers.

Vaughn de Vries gerät mitten hinein in gefährliche Machtinteressen, zumal er selbst auch als Zeuge des damaligen Massakers auf der Abschussliste des unbekannten Polizistenmörders steht.

Paul Mendelson zeigt in seinem spannenden Thriller eine Gesellschaft, in der Ungleichheit und Rassismus blühen wie ehedem. Es geht um Schuld in der Vergangenheit, über Moral und entsprechendes Handeln und zwischen den Zeilen immer wieder darum, ob es für das zerrissene Land eine Zukunft gibt, ob das Spiel von Macht und ihrem Missbrauch immer so weiter geht.

In der Person seines Ermittlers, der sich seiner Vergangenheit stellt und mühsam versucht, Vertrauen aufzubauen, beschreibt er einen Menschen, die Südafrika in der Zukunft brauchen wird, genauso wie Menschen wie sein Assistent Don February und die Medizinerin Anna Jafari.

Ein empfehlenswertes Buch einer Reihe, die Paul Mendelson hoffentlich fortsetzen wird.


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Rezension zu "Die Straße ins Dunkel" von Paul Mendelson

Zwei Seiten einer Medaille?
Haversvor 3 Jahren

Der britische Autor Paul Mendelson zeichnet in seinem zweiten Roman „Die Strasse ins Dunkel“ ein bedrückendes Bild der südafrikanischen Gesellschaft, die noch immer mit tiefgehenden Verletzungen kämpft. Mit Wunden, die nicht nur der alte, sondern auch der neue Rassismus versursacht hat. Mit Machtstrukturen, die sich zwar verschoben, aber im Kern nicht geändert haben. Mit einer Vergangenheit, die noch immer Einfluss auf die südafrikanische Gegenwart nimmt. Schwarz und weiß, zwei Seiten einer Medaille?

Die Kap-Region, eine schillernde Kulisse, aber nicht das Südafrika der Reisemagazine. Dies hat Paul Mendelson nach „Die Unschuld stirbt, das Böse lebt“ wiederum als Hintergrund für seinen zweiten Thriller mit Colonel Vaughn De Vries gewählt hat. Dieser ermittelt als Leitender in einem Mordfall, der so eigentlich nicht hätte passieren dürfen. Taryn Holt, eine schwerreiche Erbin und Kunstmäzenin, wird in ihrer Villa abgeschlachtet, was für den Ermittler zwei Fragen aufwirft. Zum einen, wie der Täter die extremen Sicherheitsvorkehrungen dieser „Gated Community in bester Lage“ überwinden konnte, zum anderen natürlich die nach Täter und Motiv. Das Arrangement des Leichnams lässt ein Verbrechen aus Hass vermuten, es könnte aber ebenso mit der Art und Weise zusammenhängen, mit der Holts Vater zu dem Familienvermögen gekommen ist.

Zur gleichen Zeit treibt ein Copkiller sein Unwesen. Er tötet der Reihe nach Polizisten, die vor zwanzig Jahren gemeinsam eine schwarze Familie in den Townships ermordeten. De Vries war zwar nicht aktiv daran beteiligt, wurde aber Zeuge des Vorfalls und schwieg aus falsch verstandener Loyalität…und Angst um seine eigene Familie. Aber niemand wird verschont, und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass auch De Vries für sein Schweigen zur Rechenschaft gezogen wird.

Niemand wird in Paul Mendelsons Roman verschont, der die Lügen und Widersprüche einer Gesellschaft thematisiert, die auf Ungleichheit aufgebaut ist. Ganz gleich, ob schwarz oder weiß, Unrecht ist und wird geschehen. Und das ist keine Frage der Hautfarbe. Ein Thriller über Schuld und Moral, über die Zerissenheit eines Landes und nicht zuletzt über das Streben nach Macht und deren Missbrauch. Aber auch über Veränderungen in kleinen Schritten.

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