Paul Nicklen Polarwelten

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Inhaltsangabe zu „Polarwelten“ von Paul Nicklen

Im Eis mit Paul Nicklen: Näher geht's nicht Als eine Seeleopardin versucht, ihn mit einem Pinguin zu füttern, irgendwo im Eiswasser der antarktischen Halbinsel, drückt er ab. Für den Bruchteil einer Sekunde scheint die Zeit stillzustehen. "Die Inuit lehrten mich, wie man in der Kälte überlebt, wie man aus der Natur das Wetter liest, und vor allen Dingen eines: Geduld." NATIONAL GEOGRAPHIC-Fotograf Paul Nicklen erkundete in zahlreichen Expeditionen Tundra und Unterwasserwelt der Polarkreise und hielt unvergessliche Augenblicke in malerisch schönen Naturfotos fest: die packendsten Momente seiner Reisen durch Arktis und Antarktis, von der lebensgefährlichen Bekanntschaft mit einem Seeelefantenbullen bis hin zu einem unfreiwilligen Ritt auf dem Rücken eines Grönlandwals - über tausende von Kilometern auf dem Schneemobil, im Boot oder im Taucheranzug. Zum Durchblättern, Nachspüren und Genießen.Fotograf Paul Nicklen - mehrfacher Preisträger des "World Press Photo Award" - Spektakuläre Aufnahmen aus der Arktis und Antarktis - Fesselnde Porträts von Tieren, die im und unter dem Eis leben
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  • "Es ist erstaunlich, was einem alles auffällt, wenn man einfach still dasitzt."

    Polarwelten
    R_Manthey

    R_Manthey

    01. July 2015 um 11:34

    Während seines Biologiestudiums wurde Paul Nicklen klar, dass er unbedingt Tierfotograf für National Geographic werden wollte. Er arbeitete auf dem Bau, kaufte sich vom Lohn eine erste Ausrüstung, vernachlässigte sein Studium und ging lieber auf die Fotopirsch. Das erfährt der Leser dieses ungewöhnlichen Bildbandes am Ende aus einem Interview mit dem Autor. Nicklen ist nicht irgendein Tierfotograf. Weil er in der polaren Wildnis mit Inuit-Kindern aufwuchs, hat er ein ganz anderes Verhältnis zur Natur, zu Eis, zu Kälte und zum Polarmeer als Menschen ohne solche prägenden Erfahrungen. Seinen Bildern sieht man an, dass sie kein angereister Bewunderer der arktischen Tierwelt fotografiert hat, sondern jemand, der dort zu hause ist. Besonders faszinierend sind dabei seine Unterwasseraufnahmen. Im arktischen Meer auf einen Tauchgang zu gehen, ist mit Sicherheit nicht der dringende Wunsch vieler Menschen. Doch Nicklen macht das immer wieder und gibt uns damit Einblicke in eine gewöhnlich für Menschen verschlossene Welt. Und so können wir seine wunderbaren Fotografien von Narwalen, die mit ihrem langen Stoßzahn tatsächlich aussehen wie die letzten Einhörner der Meere, staunend betrachten. Mutig und ziemlich verrückt erscheint sein fotografiertes und im Begleittext erklärtes Unterwasser-Spiel mit einer riesigen Seeleopardin. Auch einem Eisbären kann man nicht alle Tage beim Tauchen zusehen. Nach einer Einleitung, in der Nicklen sein Anliegen, sich und einige Bilder vorstellt, folgen zwei lange Kapitel über die Arktis und die Antarktis. Dass der Teil über die Arktis den Antarktis-Bericht um mehr als die doppelte Seitenzahl überflügelt, verwundert nicht, denn Nicklen ist schließlich dort aufgewachsen. Über die kurzen Texte neben den Fotos hinausgehend erfährt der Leser in zusätzlichen Ausführungen etwas über die arktische Natur, die fotografierten Tiere und die Entstehungsgeschichte einiger Fotos. Diese Beschreibungen sind wohldosiert, lesen sich sehr gut und vermitteln uns Fremden so etwas wie ein Gefühl für die Situation, in der sich Nicklen befand, als er die entsprechenden Bilder aufnahm. Nicklen möchte mit seinem Werk dazu beitragen, dass sich der Blick für dieses uns eigentlich fremde, eisige Universum schärft, denn natürlich will er die Welt seiner Kindheit erhalten, die er vom Klimawandel bedroht sieht. Am Ende dieses ziemlich schweren Buches befindet sich neben einem Interview mit Nicklen auch seine Ausrüstungsliste, die viel über die Anstrengungen und Härten aussagt, unter denen das Material für den schönen Bildband entstanden ist. Wenn es überhaupt einen Kritikpunkt gibt, dann ist es die Qualität des Papiers, die man natürlich auch ins Verhältnis zu dem doch sehr moderaten Preis setzen muss. Wenn man das Buch aufschlägt, merkt man dass die Seiten leichte Wellen schlagen. Fazit. Ein wirklich faszinierender Bildband mit vielen außergewöhnlichen Fotos aus einem uns fremden Universum. Sehr lehrreich. Nicklen vermittelt nicht nur wunderbare visuelle Eindrücke der arktischen Tierwelt, sondern manchmal auch die Denkweise der im Eis lebenden Menschen, die noch nahe an der Natur ist.

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