Paul R. La Monica

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Paul R. La MonicaRupert Murdochs kleines Weißbuch
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Rupert Murdochs kleines Weißbuch
Rupert Murdochs kleines Weißbuch
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Erschienen am 14.09.2009

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Rezension zu "Rupert Murdochs kleines Weißbuch" von Paul R. La Monica

"Chancen ergreift man, wenn sie sich präsentieren.",
R_Mantheyvor 3 Jahren

Paul R. La Monica erzählt uns in seinem Werk den unternehmerischen Lebenslauf des in intellektuellen Kreisen nicht sehr beliebten rechtskonservativen australischen Medienmoguls Rupert Murdoch, der inzwischen US-Bürger ist, weil er sonst nicht in den Besitz eines amerikanischen Fernsehsenders gelangt wäre.

Murdoch ist kein Feingeist, sondern ein ziemlich außergewöhnlicher Geschäftsmann, der immer erhebliche Risiken eingegangen ist und nie vor ungewöhnlichen Schritten zurückschreckte. Obwohl die meisten Marktanalysten und andere selbsternannte Spezialisten sein Handeln in nahezu allen Fällen nicht richtig begriffen, behielt er fast immer Recht. Er liebt es, diese Leute gerne und oft daran zu erinnern. Seine Zeitungen, Fernsehstationen und Filmstudios besitzen einen erheblichen Anteil an der Meinungsbildung von unzähligen Menschen. Es wäre naiv, zu glauben, dass Murdoch keinen direkten oder indirekten Einfluss darauf nimmt. Im weiteren Verlauf des Buches werden wir erfahren, dass sich der Medienmogul tatsächlich gerne und oft einmischt. Da seine Untergebenen dies wissen, agieren sie allein schon deshalb gerne im vorauseilenden Gehorsam.

Vielleicht mögen ihn seine intellektuellen Kritiker auch deshalb nicht, weil er dem menschlichen Irrsinn eine noch größere Bühne schuf als seine Konkurrenten. Immerhin hat Murdoch damit den Beweis erbracht, dass man mit Belanglosigkeit in der Medienwelt das meiste Geld verdienen kann. Und um die Kapitalvermehrung geht es der News Corp. in erster Linie. Ganz opportunistisch wird den Kunden deshalb genau das geboten, was sie lesen oder sehen wollen.

Murdoch hat bei seinen Geschäften ein einfaches Grundprinzip: Er kopiert nicht, was andere bereits machen, obwohl die Konkurrenz das regelmäßig erwartet, sondern er überrascht durch unkonventionelle Schritte und neue Wege, die zwar nicht alle begeistern, aber oft einen durchschlagenden finanziellen Erfolg haben.

Murdoch absolvierte eine Lehre beim "Melbourne Herald", studierte in Oxford und übernahm 1952 das Zeitungsunternehmen seines Vaters in Australien, das er danach systematisch ausbaute. Als er genug Kapital besaß, griff er nach englischen Zeitungen und benutzte die danach eingefahrenen Gewinne zur Expansion auf den US-Zeitungsmarkt. All dies lesen wir im ersten Kapitel. Wahrscheinlich ist Murdoch durch seinen persönlichen Werdegang sehr früh zu einem wirklich global denkenden und agierenden Medienunternehmer geworden.

Nachdem er sich auf dem US-Zeitungsmarkt Platz geschaffen hatte, kaufte er 1985 mit seiner News Corp. Anteile an der Muttergesellschaft des Filmstudios 20th Century Fox. Damit begann sein Aufstieg als Machtfaktor auf dem amerikanischen Fernseh- und Filmmarkt, den er durch sein Firmennetz inzwischen grundlegend verändert hat. Davon berichten ausführlich die beiden nächsten Kapitel. Im vierten Kapitel werden anschließend Murdochs Aktivitäten im Bereich des Satellitenfernsehens und sein Versuch, in China Fuß zu fassen, näher beleuchtet.

Murdoch kauft und verkauft eigentlich andauernd irgendein Medienunternehmen. Dass er dabei manchmal daneben greift und mit dieser Manie in seinen Anfangsjahren die News Corp. beinahe an die Wand gefahren hat, lesen wir im fünften Kapitel. Dort werden einige seiner Missgriffe beschrieben. Murdoch fackelt nie lange. Sein Unternehmen ist straff organisiert, und eigentlich entscheidet er alles allein. Auch darin unterscheidet sich die News Corp. wesentlich von anderen Medienunternehmen.

Spätestens als Google an die Börse ging, wurde auch Murdoch klar, welche Goldgrube das Internet ist. Im Gegensatz zu vielen seiner Konkurrenten begreift er die mediale Welt in ihrer Gesamtheit. Innerhalb von drei Monaten wurden für mehr als 1,3 Milliarden Dollar Internetunternehmen von der News Corp. übernommen, unter anderem die Seite MySpace.com. Bis heute ist es Murdoch jedoch noch nicht gelungen, auch auf diesem Gebiet die Nummer Eins zu werden. Zu stark ist Googles YouTube. Und obendrein ist ihm mit Facebook ein weiterer Konkurrent erschienen. Davon berichtet das sechste Kapitel.

Das vorletzte Kapitel befasst sich mit Murdochs Kampf um das Verlagshaus Dow Jones, das unter anderem das "Wallstreet Journal" besitzt. Mit seiner erfolgreichen Übernahmestrategie gelangte er zu einer der hochwertigsten Wirtschaftszeitungen der Welt. Weil der Zeitungsmarkt kaum Wachstumschancen besitzt, bot Murdoch eigentlich einen viel zu hohen Preis. Doch das ist seine ganz persönliche Strategie. Damit verschreckt er die Konkurrenz und kommt schnell an sein Ziel.

Da Murdoch schon lange nicht mehr zu den Jungunternehmern zählt, wird im letzten Kapitel seine Nachfolge bei der News Corp. diskutiert, die sich zu 40% im Familienbesitz befindet.

Fazit.
In diesem Buch lernen wir die Unternehmensgeschichte von Murdochs News Corp. detailliert kennen. Der Originaltitel "Inside Rupert's Brain" trifft den Inhalt nicht richtig, denn wie der Medienmogul denkt, erfahren wir eigentlich nicht. Im Grunde geht es nur um seine unternehmerischen Strategien und deren Geschichte. Wer sich also für die News Corp. und in diesem Zusammenhang für Rupert Murdoch interessiert, findet in diesem Buch zahlreiche gut geordnete und hervorragend kommentierte Informationen. Murdoch als Mensch oder seine politischen Ansichten spielen im Text eine völlig untergeordnete Rolle.

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