Paul Raabe , Barbara Dimanski Ein Büchermärchen

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Inhaltsangabe zu „Ein Büchermärchen“ von Paul Raabe

Der neugierige Zwerg Wurm war unzufrieden im Zwergenland. Als er eines Tages erfuhr, dass hinter dem Walde Menschen wohnen, machte er sich heimlich auf die Reise. Er schlich in ein Haus und hörte, wie eine alte Frau in ihrem Lehnstuhl ununterbrochen vor sich hin murmelte und dabei immer in ein dickes Buch blickte. Als sie sich schlafen gelegt hatte, schleppte der Zwerg das unhandliche Ding in eine Höhle, und damit nahm die Geschichte vom Bücherwurm ihren abenteuerlichen Lauf.

Mit dem vorliegenden Buch geht von Prof. Dr. Paul Raabe der Wunsch in Erfüllung, diese Geschichte (jungen) Lesern vorzustellen, die die Bücher ebenso lieben wie er selbst. Paul Raabe ist Ehrenbürger der Stadt Halle.

Prof. Dr. Paul Raabe
Bücher sind das Wichtigste für Paul Raabe, der 1927 in Oldenburg geboren wurde. Schon als Kind las er gerne und als Jugendlicher sammelte er Sprachführer und Wörterbücher in 25 Sprachen.
Er wurde Bibliothekar und leitete nicht nur die bedeutenden und großen Bibliotheken in Marbach und Wolfenbüttel, sondern er schrieb unermüdlich Bücher über Bücher. Durch diese herausragenden Leis tungen erwarb er sich den Professoren- und mehrere Doktortitel.
Nach der Wiedervereinigung wurde er Direktor der Franckeschen Stiftungen in Halle und sorgte dafür, dass das über 300 Jahre alte Waisenhaus mit all den zugehörenden historischen Fachwerkgebäuden restau riert wurde und diese einzigartige 'Stadt in der Stadt' den Menschen als Stätte der Bildung erhalten blieb.

Als die Illustratorin Barbara Dimanski ihr Studium an der Halleschen Kunsthochschule Burg Giebichenstein 1993 mit dem Diplom abschloss, hatte sie bereits Zeichen gesetzt, wie zum Beispiel mit dem Signet für die -Straße der Romanik-. Ihre erste Briefmarke gestaltete sie zum 300-jährigen Jubiläum für die Franckeschen Stiftungen. die bald darauf folgende Marke -Für unsere Kinder- wurde zur schönsten Briefmarke Deutschlands gekürt. Neben all den Plakaten, Signets, Briefmarken und Katalogen illustriert sie viel und gern. Viele Jahre lehrte sie an der Burg Giebischenstein, unter anderem als Gastprofessorin.

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  • Rezension zu "Ein Büchermärchen" von Paul Raabe

    Ein Büchermärchen

    anette1809

    08. March 2011 um 18:55

    Tief im Wald an den Wurzeln der alten, morschen Eichbäume lebt glücklich das Volk der Zwerge. Regiert werden sie vom Zwergenkönig Graubart, der sehr alt und sehr weise ist. Ein Zwerg jedoch ist unter ihnen, der immer unzufrieden ist, er hält sich für sehr wichtig und glaubt, alles besser zu wissen. Der griesgrämige Zwerg namens Wurm bricht in seinem Ergeiz eines Tages zu den Menschen auf, denn er hat gehört, dass einige von ihnen fast so klug sein sollen wie König Graubart. Er würde von ihnen lernen, um ganz gelehrt zu werden und später selbst als König im Zwergenland zu herrschen. Im Haus einer alten Frau macht Wurm die Entdeckung, dass die Menschen ihr Wissen aus Büchern erlangen. Folglich muss er selbst ein Buch besitzen, um gelehrt zu werden! Doch die vielen Buchstaben darin verärgern ihn, da er nicht lesen kann. Da er von einem Buch nicht gelehrt wird, glaubt er, die Lösung liegt darin viele Bücher zu haben, also klaut und stibitzt er sich hier und da eine ganze Büchersammlung zusammen. Von nun an blättert er in den Büchern, schläft auf ihnen und wirft sie durcheinander. Bis Wurm eines Tages keine neuen Bücher mehr finden kann, da die Leute aus Angst vor dem unbekannten Dieb alle Bücher eingeschlossen und versteckt haben. Alsbald jedoch führt eine schreckliche Entdeckung dazu, dass Wurm seine Diebeszüge einstellt... "Ein Büchermärchen" ist eine fantasievolle und farbenfroh illustrierte Büchergeschichte, die sicherlich viele Büchernarren nicht nur zu bezaubern weiß, sondern ihnen gleichzeitig einen Spiegel vorhält: in Zwerg Wurm kann sich sicherlich der eine oder andere Bücherwurm wiedererkennen (ob Zwerg Wurm seinen Namen wohl auch wegen dem Synonym "Bücherwurm" erhalten hat?). Wer kennt das nicht, die gehorteten Bücherberge, die zwar nicht zusammengeklaut, aber -gekauft und -getauscht sind, dass man die Bücher niemals zu Lebzeiten alle lesen wird. Wenn ich Zwerg Wurm in seinem kunterbunten Durcheinander von Büchern betrachte, sollte ich mir an die eigene Nase fassen, und einige meiner gesammelten Schätze aus ihren "dunklen Höhlen" befreien und zu den nächsten Lesern weiterziehen lassen. Immerhin hat die Entwicklung von "Ein Büchermärchen" am Ende alle Leute und irgendwie auch Zwerg Wurm glücklich gemacht ;) Insgesamt finde ich zwar, dass die Geschichte kleine und große Bilderbuchliebhaber gleichermaßen anspricht, aber die farbenfrohen Buntstiftillustrationen von Barbara Dimanski sprechen meiner Meinung nach eher Erwachsene an, besonders weil Zwerg Wurm so einen griesgrämigen Eindruck macht und mit seinem dicken Kopf und den Froschbeinen einen seltsamen Anblick bietet. Deshalb empfehle ich das Buch für Kinder nur eingeschränkt weiter, obwohl ich selbst von dem Gesamtpaket begeistert bin, aber viele Kinder mögen nunmal lieber süße oder witzige Illustrationen. Zumindest kenne ich ein kleines Mädchen, dass vor 30 Jahren bei seiner Mutter übernachtet hätte, aus Angst, dass der froschbeinige Zwerg sich nachts zum Plündern der Bücherregale ins Kinderzimmer schleicht ;) Das Buch hat DINA4-Größe im Querformat und die Illustrationen gehen oft über eine komplette Seite, einmal sogar über eine Doppelseite. Erzähltexte und Illustrationen ergänzen sich perfekt. Die Texte umfassen stellenweise eine ganze Seite, so dass sich das Märchen nicht nur zum Vorlesen eigent, sondern auch viel Stoff zum Selberlesen bietet. Die vordere und hintere Vorsatzseite ist im gleichen Stil flächendeckend mit dem Titel des Buches bedruckt, der sich aus Zeitungsbuchstaben in unterschiedlichem Schriftbild zusammensetzt. Allein diese Seiten drücken schon die Liebe zu Büchern aus, die Paul Raabe und Barbara Dimanski mit ihrem stimmigen Zusammenspiel zwischen Text und Bildern so beeindruckend in Szene gesetzt haben.

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