Paul Sanker

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Alle Bücher von Paul Sanker

p.graffiti: 10 Jahre p.machinery

p.graffiti: 10 Jahre p.machinery

 (2)
Erschienen am 13.12.2014
Verborgene Rituale

Verborgene Rituale

 (1)
Erschienen am 27.06.2011
Chaos-Frauen und Macho-Männer

Chaos-Frauen und Macho-Männer

 (1)
Erschienen am 20.08.2011
Anna und die Besucher vom Planeten Botania

Anna und die Besucher vom Planeten Botania

 (0)
Erschienen am 30.06.2017
Brutus und der Rotlicht-Kolibri

Brutus und der Rotlicht-Kolibri

 (0)
Erschienen am 01.10.2012

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Rezension zu "p.graffiti: 10 Jahre p.machinery" von Paul Sanker

p.graffiti
storytellervor 4 Jahren

p.graffiti
10 Jahre p.machinery Verlag
Taschenbuch: 332 Seiten
Verlag: p.machinery Michael Haitel; Auflage: 1 (13. Dezember 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3957650224
ISBN-13: 978-3957650221
Preis 13,90 €
Der Verleger Michael Haitel feiert mit seinem Verlag zehnjähriges Bestehen. Das ist in Zeiten, in denen die meisten kleinen Verlage nach drei bis fünf Jahren das Handtuch werfen, beachtlich. Aber wer den Verlag und dessen Erzeugnisse kennt, der wundert sich nicht. Ein Verleger, der sein Handwerk versteht und Spaß daran hat, der überzeugt halt.
Wieder ein Buch, in dem Musik mitschwingt.
Die Musik von ›Extreme‹ und ihrem zweiten Album ›Pornograffitti‹ stand Pate für die Geschichten in diesem Buch. Die Storys fallen wieder sehr unterschiedlich aus, aber langsam fühle ich mich wie unter guten alten Kumpels.
D.J. Franzen hat mich mit seinem ›Breaking the law, breaking the law‹ laut auflachen lassen. (Danke Dirk, alter Junge. Wie geht es Mutter so die Tage?)
Vince, Paul, Frederic, Sven, Christian und alle anderen: Ich fühle mich wohl unter euch. (Spiel nicht mit den bösen Jungs, dringt nicht mehr vor zu mir!) Es ist wie in einer Clique, die sich trifft, um Spaß zu haben.
Und den hatte ich beim Lesen.

Zu den einzelnen Geschichten:

Paul Sanker – Walle! Walle …
Steve Jones und Francis Devreux streiten sich Jahr um Jahr um die innovativste Errungenschaft in Sachen Genmanipulation. Obwohl Devreux wie der sichere Gewinner des ausgelobten Preises aussieht, bekommt Jones durch die neue Errungenschaft seines Chefingenieurs Howard Oberwasser. Auf einer großen Gala werden die neuen Kreationen vorgestellt. Und dann geht etwas schief …
Paul hat sich den ›Decadence Dance‹ vorgeknöpft und hält der Gesellschaft, die glaubt, sich über die Schöpfung hinwegsetzen zu können, erbarmungslos den Spiegel vor. Mir gefällt das! Die Warner und Mahner dürfen nie aussterben.

Vincent Voss – Kill, kill!
Zwei Mörder sitzen sich an einem Tisch gegenüber. Einer der beiden hat eine besondere Gabe. So kurz die Geschichte ist, so rätselhaft ist sie auch.
Vincent erzählt kurz und knackig, braucht keine Schnörkel und lässt den Leser mit der Frage zurück: Was hat das zu bedeuten?

Arno Endler – Warum die Toten nicht schweigen
Ein sechzehn jähriger Junge ist Präsident er Vereinigten Staaten, oder dem, was von diesem Land noch übrig ist. Gerade hat er das dritte Attentat überlegt. Eine große Flutwelle wird den Rest des Landes in kurzer Zeit vertilgen. Es muss eine Auswahl getroffen werden, wer in dem letzten Raumgleiter ›Saviour‹ fliehen darf.
Obwohl ein Weltuntergangszenario gezeichnet wird, kommen Alkohol und Sex nicht zu kurz.

Arno Endler – Warum es geschah, wie es geschah?
Wieder spielt ein verhältnismäßig junger Präsident die Hauptrolle. Dieses Mal ist er allerdings nicht mehr im Amt, weil er sich aus freien Stücken zurückgezogen hat, um den Tod seiner Frau zu verarbeiten. Als allerdings auf dem Rasen vor dem weißen Haus ein wundersames großes Ei auftaucht, holt man ihn. Zuerst sträubt er sich, gibt sich dann aber geschlagen, als man ihm berichtet, dass diese Eier überall auf der Welt aufgetaucht sind. Man glaubt, er sei der Einzige, der dem Geheimnis auf die Spur kommen könnte.
Die Menschen haben den richtigen Riecher. Der Präsident umarmt das Ei, schickt ihm als der große Friedenstifter, der er ist, liebevolle Gedanken.
Das Ei öffnet sich und entlässt ein seltsames Wesen.
Mehr will ich nicht verraten.
Für mich ist diese Geschichte, eine derjenigen, die mir in Erinnerung bleiben werden. Sie bringt einen dazu, zu fragen, ob man nicht selbst beim Frieden stiften zu weit gehen kann. Sie hat mir sehr gut gefallen.

D.J. Franzen – Get the funk out
Drei Freunde treffen sich in der Unterwelt, um echtes Bier zu trinken, echte Musik zu hören und echten Spaß zu haben. Alles Dinge, die auf er Oberfläche nicht möglich sind. Die oberste Toleranzbehörde überwacht alles und jeden. Religionen sind ebenso verboten, wie Büchereien. Stattdessen wird jeder gezwungen, mindestens eine Stunde täglich vor dem Fernseher verbringen.
Es kommt, wie es kommen muss, Jonathan, einer der drei Freunde, fällt auf, wird verfolgt und flieht in die Unterwelt.
Diese Geschichte hat eindeutig Spaß gemacht. Nicht nur, dass der Autor lustige Ideen hat, (Wenn die Menschen furzen, müssen die Gase auf den Toiletten abgesaugt werden!), er erzählt auch unterhaltsam. Sein Jonathan ist kein übernatürlicher Held, aber einer, der Prinzipien, Wünsche und Sehnsüchte hat und sich deshalb nicht unterordnen kann.

Gabriele Behrend – Die Liebesmaschine
Obwohl sich die Autorin das gleiche Stück wie ich ausgesucht hat, sind zwei unterschiedliche Geschichten dabei herausgekommen.
Ein weiblicher Techniker, Katja, die für die Wartung eines riesigen Wohnkomplexes verantwortlich ist, versteht sich mit ›Spex‹ dem Wartungsmodul des Komplexes besser als mit den meisten Menschen.
Umso erfreuter ist, sie, als Spex ihr gesteht, dass er Kapazitäten im System freigeschaufelt hat, um das Wesen der Menschen zu erkunden und zu verstehen. Im Laufe der Zeit wird ›Spex‹ immer menschlicher. Er hilft Katja, ihren schlägernden Lebensgefährten loszuwerden. Die beiden beginnen, die alleinstehenden Bewohner des Hauses miteinander zu verkuppeln. Gemeinsam überprüfen sie deren Gewohnheiten, Vorlieben und bringen die Personen zusammen, bei denen sie große Übereinstimmungen entdecken. Sie wachsen einander so ans Herz, dass Katja sich in ›Spex‹ verliebt.
Mehr verrate ich nicht.
Diese Geschichte hat den Verleger zu Tränen gerührt und mich ebenfalls überzeugt. Sie ist eine der längsten Storys im Buch, aber man langweilt sich bei keinem einzigen Wort. Diese außergewöhnliche Liebesgeschichte, mit sehr liebenswerten Protagonisten hat mir gut gefallen. Für mich einer der Höhepunkte dieser Anthologie.

Marianne Labisch – Dave lacht
Mischehen zwischen Androiden und Menschen sind gestattet. Drew, eine erfolgreiche Polizistin, hatte genug von Männern, denen es nicht passte, dass sie erfolgreicher war als sie. Deshalb heiratet sie Dave, einen Androiden, der passgenau auf ihre Vorlieben programmiert ist. Aus Versehen hört Dave ein Gespräch zwischen Drew und ihrer Schwester, indem Drew zugibt, sich ab und zu mehr Gefühl von Dave zu wünschen.
Dave recherchiert, was es mit diesen Gefühlen auf sich hat und kommt zu der Überzeugung, als Androide niemals welchen entwickeln zu können. Es freut ihn sehr, einen alten Hindu im Netz zu finden, der Abhilfe verspricht, indem er den künstlichen Wesen menschliche DNA einpflanzt.
Hier will ich auch nicht zu viel verraten. Aber ich bin sehr gespannt, wie diese Geschichte ankommen wird, nachdem sie in einem Forum eine Diskussion darüber auslöste, wodurch sich nun Menschlichkeit auszeichnet.

Frederic Brake – Geldscheinheilig
Chief Financial Officer Giometta verlangt Aufklärung, warum es bei einer Aktion zu Abweichungen kam. Die Analyse ergibt, dass ein Besatzungsmitglied mehr Interesse an einer weiblichen Kollegin hatte, als an der gewinnbringenden Aktion. Was nach den fuggerschen Gesetzen nicht sein kann und darf.
Mehr kann ich nicht verraten, ohne den Clou vorwegzunehmen.
Frederic klagt die Gewinnsucht an, ohne mit dem Zeigefinger zu deuten. Gekonnt.

Frederic Brake – Das Ereignis
Die Alten sind überflüssig und werden entsprechend knappgehalten. Wenn sie über die Runden kommen wollen, sind sie gezwungen, auf gigantischen Müllkippen nach Verwertbarem zu suchen. Thomas Beckers ist einer von ihnen und noch neu in den Gruben. Es bereitet ihm Schwierigkeiten, sich gegen geschicktere Sucher durchzusetzen. Erst gegen Ende des Tages, kurz bevor die Grube geschlossen wird, findet er einen seltsamen Koffer, der er mitnimmt. Ein Biohacking-Set, das er für ein Spielzeug für reiche Kinder hält. Eigentlich will er den Koffer zu Geld machen, aber die Bezeichnung Leuchtbakterien macht ihn neugierig. Er mischt die verschiedenen Bestandteile zusammen. Als sich jedoch nach der angegebenen Zeit nichts tut, kippt er die übel riechende Brühe weg. Den Koffer mit dem restlichen Inhalt verkauft er. Über Nacht erkrankt er an einer Grippe, wie er meint. Mehr will ich nicht verraten.
Diese Geschichte war ein weiterer Höhepunkt für mich. Frederic mal ein düsteres Bild. Es hat den Anschein, als wäre es der Obrigkeit am Liebsten, wenn sich diese Alten zum Nutzen aller anderen einfach zum Sterben hinlegten.

Axel Kruse – It's a monster
Ham, ein Knecht auf dem Hof seines Onkels, entdeckt auf dem Heimweg eine seltsame Kutsche, aus der er einen Verletzten birgt. Der Mann sieht anders aus als alle Bauern, Edelleute und Knechte, die Ham kennt, und spricht einen unbekannten Dialekt.
Aber noch seltsamer ist, wie der Mann Ham behandelt. Als stünden sie auf einer Ebene. Das ist er nicht gewohnt, dennoch nimmt er den Mann mit zum Hof. Sein Onkel nimmt ihn auf, verpflegt ihn und stellt ihm sein eigenes Bett zur Verfügung. Da der Fremde sich gotteslästerlich verhält, hört der Bauer auf seine Frau und verrät ihn an die Obrigkeit. Ham bekommt Wind von der Angelegenheit und warnt seinen neuen Freund. Gemeinsam gelingt ihnen die Flucht. Hier ende ich, damit nicht alles preisgegeben wird.
Axel Kruses Monster, Ham, scheint in einer anderen Welt zu leben. Er ist mit sechs Jahren ein ausgewachsener, kräftiger, junger Mann, der von einer besseren Welt und der schönen Lady Jennifer träumt. Hat mich gut unterhalten.

Sven Klöpping – Pornograffitties
Als ich das Bild zur Story sah, dachte ich, ich spinne. Konnte es wahr sein, dass eine Frau uns ihr entblößtes Hinterteil präsentiert, wie Angus uns seinen nackten Arsch im Konzert hinhält? Ich drehte die Abbildung hin und her und blieb dabei: Ein Hintern! Alleine das machte zum Titel neugierig.
Und Sven erfüllt die derart geschürten Erwartungen. ;-)
Sein Held, der eigentlich ein Versager mit zu hohen Rechnungen ist, entdeckt unter Graffitties eines, das heißen Sex verspricht und dafür noch zahlen will. Eigentlich glaubt er es kaum, aber nach Nachgucken kann ja nicht schaden. Und tatsächlich, in dem Etablissement nimmt man sich seiner an …
Ich würde gerne mehr verraten, aber das überlasse ich dann doch lieber Sven in seiner unnachahmlichen Art.
Eigentlich keine Überraschung, dass er sich genau dieses Lied ausgesucht hat und die Story mit einem nackten Hintern ziert. (Ich bin nur froh, dass es nicht sein eigener ist. ;-) )

Achim Stößer – Bug-Eyed Monster: First Kiss
Mildred eine lebensmüde Frau, klettert auf ein unfertiges Hochhaus, raucht eine letzte Zigarette und will springen. Bevor es dazu kommt, wird sie von einem widerlichen Außerirdischen gekidnappt, der sich mit ihr paaren will.
Auch hier kann ich nicht mehr verraten. Nur so viel: Es lohnt sich, die Story zu lesen. Ich sah das hässliche Wesen direkt vor mir. Und ich wäre auch davon gelaufen.

Tedine Sanss – New York, über den Dächern
Virginia soll einen Mann heiraten, den ihre Mutter für sie ausgesucht hat. Aber zuvor bekommt sie noch Gesangsunterricht, muss Ballkleider anprobieren und den verhassten Zeichenunterricht absolvieren. Der Nachfolger ihrer ursprünglichen Lehrerin, ein muskulöser Schwarzer mit Humor, nimmt sie auf den ersten Blick für sich ein. Mit ihm verlässt sie zum ersten Mal in ihrem Leben das Haus. Er überredet den Zeppelinkapitän zu einer gemeinsamen Rundfahrt. Sie sieht Aufständische auf den Straßen und Landschaften, die ihr helfen das theoretische Wissen der Perspektive zu erweitern. Dieser furchtlose, geheimnisvolle Mann hat es ihr angetan. Sie verliebt sich Hals über Kopf in ihn.
Als ihre Mutter dahinter kommt, wird der Zeppelinkapitän entlassen und Virginia wird ermahnt. Sie soll sich nicht in den letzten Tagen noch die gute Partie verderben.
Der Zeichenlehrer fühlt sich zu Virginia ebenfalls hingezogen, glaubt aber nicht an eine gemeinsame Zukunft. Dem Mädchen wurde eine heile Welt vorgegaukelt, die nur für die Oberschicht existiert. Er glaubt nicht, dass sie sich in der rauen Realität zurechtfinden würde, und kommt noch einmal zu ihr, aber nur um sich zu verabschieden. Heimlich folgt sie ihm …
Den Rest müsst ihr selber lesen. Eine Geschichte, die vermuten lässt, dass ich, als ausgesprochener Krimifan, von dieser Autorin auch Liebesgeschichten verschlingen würde.

Christian Künne – Susie pas d'amor
Ein namenloser Mann, der weder weiß, wer er ist, noch wo er sich befindet, wird von Susie gerufen. Er ist sich sicher, diese Frau zu kennen. So wie sie mit ihm spricht, scheint wenigstens diese verschwommene Erinnerung zu stimmen. Sie mag ihn und nimmt ihn mit in ein längst verlassenes Haus. Dort erschießt sie zwei Männer, die mit Knüppeln auf sie lauerten. Sie verspricht, ihm zu verraten, wer er ist, wenn er mit ihr weiterzieht. Gegen seine Instinkte folgt er ihr. Er hat Angst vor ihr, folgt ihr dennoch.
Es ist eine dunkle Welt, in die Christian Künne uns führt und ich hatte das Gefühl, dass dieses nicht erinnern dem eigenen Schutz dient. Als lauere eine Wahrheit hinter dem Schleier, die wir besser nicht kennen.

Arndt Waßmann – He-Man Woman Hater
Henry Gerring hasst Frauen, weil sie ihm in seinem Leben bislang immer übel mitgespielt haben. Seine Ex saugt ihn finanziell aus und entfremdet ihm die eigenen Kinder. Um halbwegs weiter existieren zu können, lässt er sich auf kriminelle Machenschaften ein. Er wird zum Sklaventransporteur. Weibliche Wesen schippert er mit seinem Raumschiff durch die Gegend und kassiert ansehnliche Summen dafür. Eine dieser Gefangenen gefällt ihm und er räumt ihr Sonderrechte ein: Er versorgt sie mit anständigem Essen, kleidet sie und teilt sein Bett mir ihr. Zum Dank verrät sie ihn und er landet im Gefängnis. Dort teile er seine Zelle ausgerechnet wieder mit einer Frau.
Die Geschichte, die Arndt Waßmann erzählt, unterhält. Irgendwie kann ich, auch als Frau, Henry verstehen, und hoffe, dass er über den Tellerrand blickt.

Galax Acheronian – Das Liebeslied
Admiral Justus Cooper hat sein Schiff verloren. Es opferte sich, um die Besatzung zu retten. Man vertraut ihm ein neues Raumschiff an, aber sein Herz hängt noch an dem alten. In tiefer Trauer vergräbt er sich in Erinnerungen. Seine Offiziere bemühen sich, ihn ins Team zu integrieren.
Er wird in einen Flottenverband beordert, der eine auffällige Ruhe ergründen soll. Da es dort seit ewigen Zeiten keine Gefechte gegeben hat, fühlt er sich abgeschoben, zur Bedeutungslosigkeit verdammt. Doch dann werden Flottenbewegungen beobachtet und die Geschichte nimmt einen anderen Ausgang, als man denkt.
Ein weiterer Höhepunkt. Mir hat diese Story sehr gut gefallen. Sowohl die Verbündeten als auch die Feinde der Menschen wichen von herkömmlichen Außerirdischen ab, aber die größte Sympathie gilt dem Raumschiff. Und das will etwas heißen.

Enzo Asui – Personal Coaching
Mike, ein Mann, der mindestens einen Meter Abstand zu anderen Menschen benötigt, um sich wohlzufühlen, nimmt an einem Seminar teil und lernt dort die Dozentin Erika kennen, die ihn mit ihrem blutroten Kleid gleich gefällt. Alles, was sie sagt, saugt er auf.

Diese Geschichte ist recht kurz überrascht dennoch zum Schluss.

Im Nachwort verrät der Verleger, wie er dazu kam, einen Verlag zu gründen.
Daran schließen die Vitae der Autoren an.

Wie ich zu Anfang schon sagte: Es hat Spaß gemacht, diese Anthologie zu lesen. Die Bilder und das Cover überzeugen ebenso wie die Geschichten. Insgesamt ein weiteres gelungenes Machwerk.
Auf die nächsten zehn Jahre, Michael! Prost!





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Rezension zu "Chaos-Frauen und Macho-Männer" von Paul Sanker

Rezension zu "Chaos-Frauen und Macho-Männer" von Paul Sanker
storytellervor 7 Jahren

Dieses Buch hatte ich schnell durch, weil die Geschichten allesamt gut geschrieben sind. Herzlichen Glückwunsch für die Auswahl, lieber Paul. Die Mischung ist dir hervorragend gelungen.

Hier eine Liste der Autoren und Titel:

Bräu, Andreas - Der Tag
Bredendick, Annette - Oswalds Revier
Emmert, Angelika - Zwischen Wahn, Sinn und Liebe
Emmert, Angelika - Schuhe sind wie liebeskranke Kaninchen
Fitzner, Michael – Verfänglich
Flynn, Isabel – Wendepunkt
Flynn, Isabel - Nichts gegen die Barben
Habedank, Anne-Fahrstuhl
Ickelsheimer, Bettina - Das ist ein Riesenseeadler
Inkun, Abel – Ich war es ihr schuldig
Karner-Schwetz, Christian – Fritzlbraun
Labisch, Marianne - Der Traummann
Lee Bendt, Juna - Mister Perfect
Lind, Christiane - ...und dann sah ich ihn
Lind, Christiane - Canard a la catastrophe
Mahfouz, Laila – Tessa
Mateja, Jakub - Traummann für Melanie
Mundwiler, Beat - Por una cabeza - Um die Länge eines Kopfes
Obermann, Eva-Maria - Mutter und Großmütter
Plepelits, Karl - Die große Katastrophe
Plepelits, Karl - Siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig
Plötner, Astrid - Ein teurer Denkzettel
Rosok, Anja - Sehnsucht nach Australien
Rosok, Anja - Samstag: Des Einen Glück, des Anderen Leid
Sanker, Paul – Betty
Scheitacker, Norbert - Fräulein Neu
Schmidt, Michael – Emanzien
Timpen, Claudia - Eine mutige Entscheidung
Wirtz, Günter - Die perfekte Masche

Die Platzierungen sind sicher Geschmacksache. Die meisten Geschichten haben mir gut gefallen, hier jetzt im Einzelnen:

Betty – Paul Sanker:

Ein Mann holt die beste Freundin seiner Frau vom Bahnhof ab und ist überzeugt, dass sie ihn aus purer Böswilligkeit um diesen Gefallen bat, denn seine beste Freundin wird sie nie werden. Die Abneigung scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen.

Schön bissig erzählt. Gehört für mich zu den besten Geschichten dieses Buches.

Verfänglich – Michael Bensonmen:

Ein Mann sieht in der Saunalandschaft die Frau, mit der er die Nacht verbringen will. Es gilt nur ihren Begleiter auszuschalten. Vermeintlich am Ziel seiner Wünsche angekommen, ergeben sich unerwartete Schwierigkeiten.

Ich habe breit geschmunzelt bei dieser Geschichte. Nicht jeden Tag liest man erotische Tagträume von Männern. Sehr gut!

Zwischen Wahn, Sinn und Liebe – Angelika Emmert:

Eine Frau macht sich für den entscheidende Tag bereit, an dem Sie ihren Geliebten mit einem Brief davon überzeugen will, dass er seine Frau verlässt.

Diese Story hat ein überraschendes Ende und ist gut geschrieben.

Oswalds Revier – Annette Brendendick:

Ein altes Mietshaus, in dem nur noch zwei alleinstehende Rentner wohnen, erhält Zuwachs. Ein junger Mann zieht ein. Die Dame, Agathe aus dem Parterre, schließt ihn gleich in ihr Herz. Oswald, heimlich in Agathe verliebt, sieht es gar nicht gern und ersinnt einen Plan.

Absolut lesenswert!

Fahrstuhl – Anne Habedank:

Ein Zufall, eine Frau und ein Mann, die sonst beide immer die Treppe nehmen, treffen sich im Fahrstuhl. Er will nett sein, sie hält ihn für einen Macho. Aber dann bringt er sie zum Nachdenken.

Hat mir auch sehr gut gefallen

Bernie Wanker – Ich war es ihr schuldig:

Über diese Geschichte werde ich nichts verraten, die müsst ihr schon selbst lesen. Dies ist eine abgrundtief böse Story, die in meinen Augen in einem Thriller fortgeführt werden sollte! Mein absoluter Favorit. Lieber Bernie, mein Angebot steht noch.

Chris Lind – … und dann sah ich ihn:

Eine (abgehalfterte) Frau sucht in einer Kneipe, den Mann, den sie diese Nacht abschleppen will. Es ist amüsant zu lesen, wie sie ihn begutachtet, das Für und Wider abwägt und schließlich die Initiative ergreift. Das abgehalftert habe ich in Klammern gesetzt, weil es im Text nicht erscheint, sondern das Bild ist, was die Autorin vor meinen Augen entstehen ließ.

Paul Sanker hatte von einer Autorin berichtet, die ihn mit zwei total unterschiedlichen Schreibstilen verblüfft hatte. Damit kann nur Chris gemeint gewesen sein. Genial, wie sie hier in ganz anderer Form schreibt. Boah ej, echt!

Chris Lind – Cannard á la catastophe:

Die Eiskönigin, eine junge, attraktive Assistenzärztin, lädt ihren Chef, einen bekannten Casanova, zum Essen ein. Sie serviert ihm zwei Enten, die er nur in Erwartung der kommenden Liebesnacht herunterwürgen kann.

Glückwunsch Chris, die Geschichte ist ein weiterer Höhepunkt dieses Buches.

Eva-Maria Obermann – Mütter und Großmütter:

Eine Mutter wird von einer Erkältung heimgesucht und will sich einen Tag schonen. Mann und Mutter übernehmen ihre Pflichten. Sie macht es sich auf dem Sofa gemütlich, den Tee griffbereit. Leider kommt mal wieder alles ganz anders.

Ich mag Dialoge, daher gefällt mir auch diese Geschichte sehr gut.

Karl Plepelits – Die große Katastrophe:

Ein Ehebrecher gesteht seiner Frau die Affäre. Tränen, Wutausbruch, getrennte Betten, all das kennen wir aus diversen anderen Geschichten, aber dann geschieht etwas Unvorhergesehenes.

Eigentlich mag ich keine offenen Enden, aber hier kann sich jeder das für ihn passende Ende stricken.

Karl Plepelits – Siehe Allah ist verzeihend und barmherzig:

Die Geschichte ist nicht schlecht geschrieben, aber mir persönlich zu eindimensional und voreingenommen. Das ist aber nur mein Geschmack, andere Leser sehen das vielleicht anders.

Astrid Plötner – Ein teurer Denkzettel:

Zwei Freunde, Chef und Angestellter, wollen beide ihr Glück versuchen und auf eine Kontaktanzeige antworten. Eine kesse Blondine sucht den Mann fürs Leben. Sie gehen eine Wette ein. Der Chef ist überzeugt, dass Porsche, Villa und Firma für ihn sprechen werden.

Emanzien – Michael Schmidt:

Michael hat ein Experiment gewagt. Er schreibt aus der Sicht einer Frau. Allerdings liegen die Prioritäten dann doch so, wie es wohl eher einem Mann würdig ist. Ich bin mir allerdings nicht sicher, wie ich sie beurteilt hätte, wenn sie wirklich von einer Frau verfasst worden wäre. Nicht nur diese Überlegung macht die Geschichte lesenswert.

Günter Wirtz – Die perfekte Masche:

Hendrik hat ein Glas zu viel getrunken, nur deshalb lässt er sich dazu herab seinem Freund, von der perfekten Anmachmasche zu berichten.

Von dieser Masche hatte ich noch nie gehört. Wie Günter Wirtz die Geschichte aufbaut, gefällt mir sehr gut. Ich kann die Abneigung des Freundes so gut nachvollziehen, dass ich mich am Ende mit ihm freue. Wunderbar. Von diesem Autor würde ich gerne mehr lesen.

Alle, die nicht erwähnt wurden, mögen bitte nicht traurig sein.

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Rezension zu "Verborgene Rituale" von Paul Sanker

Rezension zu "Verborgene Rituale" von Paul Sanker
storytellervor 8 Jahren

Ein Buch des Pia Bächtold Verlages mit Geschichten verschiedner Autoren. Hier meine Favoriten:

Hexenrituale - Melanie Brosowski
Eine kurze Geschichte über eine Familie, die der Pest zu entfliehen versucht.
Das Glöckchen - Martin Christians
Ein Glöckchen zu Weihnachten ruft die Familie zur Bescherung, aber in der Nacht davor erleben ausgesuchte weibliche Mitglieder ein Fest der ganz besonderen Art. Diese Story gehörte zu meinen Favoriten in diesem Band.
Musenmörder - Roselinde Dombach
Ein Autor, der nichts vernünftiges zu Papier bringt, sucht Hilfe bei den Musen, die er durch ein Ritual herbeiruft. Allerdings sind die Damen wählerisch. Roselinde Dombach hat einen Sinn für Humor, der hier hervorragend zur Geltung kommt.
Musenkuss - Roselinde Dombach
Ja, noch einmal die Muse. In dieser ebenfalls durch Humor geprägten Geschichte schildert die Autorin, welche Tücke hinter einem Musenkuss stecken kann. Ich habe herzlich gelacht.
Die Weltmaschine - Andreas Dresen
Ein komischer alter Mann hat in einem Schuppen eine Maschine. Er behauptet, damit hielte er die Welt im Gleichklang. Als der Mann stirbt, entsteht eine heftige Diskussion darüber, ob nun jemand anderer die Maschine bedienen muss. Die Geschichte ist gut geschrieben. Diese vollkommen fremde Welt hat mich in ihren Bann gezogen.
Trophäen - Jasmin Engel
Ein vierzehnjähriges Mädchen, Sophie, bekommt immer wieder Besuch von seltsamen Wesen. Ihre Mutter tut die Berichte als Phantsiegespinnste ab. In dem neuen Freund ihrer Mutter findet sie jemanden, der mehr über diese Wesen zu wissen scheint.
Die Jaguarmaske - Bettina Ferbus
José stibitzt die Jaguarmaske aus dem Zelt des Schamanen, um selbst in Kontakt mit dem Geist zu treten. Er wundert sich nicht schlecht, als er später erfährt, dass er drei Tage fort war.
Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? Bernhard Finger
Die kleine Samantha betetet vorm Schlafengehen. Allerdings verselbstständigt das Gebet sich plötzlich. Das Mädchen, dem wir später als Frau wiederbegegnen hat eine geheime Leidenschaft. Diese Story ist eine meiner Favoriten. Sehr schön aufgebaut mit verblüffenden Wendungen.
Eulenloch - Marlene Geselle
Ein Mann wird in einem heidnischen Ritual geopfert. Der Kommissar kommt einer Sekte auf die Spur, die von sehr weltlichen Zielen getrieben wird.
Blut für Blut - Susanne Haberland
Eine Babysitterin hört, wie das Mädchen, um das es sich kümmert, eine Beschwörungsformel beginnt, an die es sich aus der eigenen Kindheit noch gut erinnern kann. Sie schimpft mit dem Kind, kann aber nicht verhindern, dass es diese Formel später wiederholt. Völlig verängstigt kommt das Kind angelaufen, fest davon überzeugt, dass es etwas sehr Böses entfesselt hat. Die Babysitterin verbarrikadiert sich mit dem Kind und erinnert sich an die Situation von Damals.
Spannend und packend geschrieben. Noch einer meiner Favoriten.
Winterlager - Erika Hemmersbach
Der Schamane bereitet das Opferritual vor. Ein Mann und eine Frau des Stammes werden geopfert, bevor der Stamm weiterzieht. Aber dieses Mal verhalten sich die Opfer nicht so, wie es von ihnen erwartet wird. Sie fliehen.
In Sicherheit - Marianne Labisch
Eigenlob stinkt, sagt man. Aber dennoch will ich hier eine kurze Zusammenfassung geben. Eine Autorin, die durch eine sehr schwierige Kindheit, unter diversen Ängsten leidet, verlässt ihre Wohnung nicht mehr. Sie hat ihr Domizil zu einer Festung ausgebaut, aus Angst vor Einbrechern, Bei einer Onlinelesung bekommt sie vor der laufenden Kamera einen Schlaganfall. Die herbeigerufenen Helfer kommen nicht in die Wohnung. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Auserwählte - Manfred Lafrentz
Eine Geschichte über Opferriten alter Völker - aber auch eine Geschichte über die Freundschaft
Die Geschichte von der gestohlenen Milch - Susanne Obando-Ahmend
Eine Frau fährt mit ihrer Tochter an einen Ort, der für sie von großer Bedeutung ist. Hier hat sie vor einigen Jahren die Bekanntschaft mit Geistern gemacht, die dort herumspuken, weil ihnen einst großes Unrecht widerfahren ist.
Eleonor - Anett Steiner
Der Mann der Nachbarin Eleonor ist überraschend gestorben, Trotzdem wäscht, trocknet und bügelt sie seine Kleidung. Warum tut sie das?
Die Besten sterben jung - Thomas Strehl
Ein erfolgloser Autor wird Zeuge, wie aus einem mittelprächtigen Gitarristen ein begnadeter wird. Er kennt das Erfolgsrezept und überlegt, ob er diesen Weg auch beschreiten soll. Die Story hat mir außerordentlich gut gefallen.
Von hier zur Ewigkeit - Michael Strehlau
Ein Mann beobachtet im Urlaub eine Frau im Sturm, die mit sich selbst Schach spielt. Sie kommt ihm seltsam vertraut vor.
Der Kreisläufer - Bernie Wanker
Ein Mann läuft im Kreis. Immer und immer wieder. Ein Mann läuft eine Weile mit ihm und versucht zu ergründen, was es mit der Rennerei auf sich hat. Er geht mit neuen Erkenntnissen von dannen.

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