Paul Theroux

 3.7 Sterne bei 77 Bewertungen
Autor von Der Fremde im Palazzo d'Oro, Hotel Honolulu und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Paul Theroux

Paul Theroux wurde im April 1941 in Medford (Massachusetts) geboren. Nach seinem Studium arbeitete er in verschienen Länder (unter anderem in Italien und Uganda) als Lehrer und war zudem an der Universität in Singapur tätig. Seine Karriere als Autor begann er mit dem Verfassen von Romanen und Kurzgeschichten, bevor es ihm dann gelang, sich als Reiseschriftsteller einen Namen zu machen. Bekannt sind vor allem seine zahlriechen Berichte über Argentinien, China und die Südsee. Paul Theroux lebt heute mit seiner Familie abwechselnd in London und Cape Cod.

Alle Bücher von Paul Theroux

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Der Fremde im Palazzo d'Oro

Der Fremde im Palazzo d'Oro

 (16)
Erschienen am 11.07.2016
An den Gestaden des Mittelmeeres

An den Gestaden des Mittelmeeres

 (6)
Erschienen am 02.05.1998
Der alte Patagonien-Express

Der alte Patagonien-Express

 (6)
Erschienen am 16.04.2016
Hotel Honolulu

Hotel Honolulu

 (7)
Erschienen am 10.03.2016
Mutterland

Mutterland

 (4)
Erschienen am 14.03.2018
Die glücklichen Inseln Ozeaniens

Die glücklichen Inseln Ozeaniens

 (3)
Erschienen am 01.01.1996

Neue Rezensionen zu Paul Theroux

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Ro_Kes avatar

Rezension zu "Mutterland" von Paul Theroux

Kein Land, in dem man leben möchte
Ro_Kevor 6 Monaten

Klappentext (Lovelybooks):

Alle in Cape Cod halten Mutter für eine wunderbare Frau: fleißig, fromm, genügsam. Alle außer ihrem Ehemann und ihre sieben Kinder. Für sie ist sie eine engstirnige und selbstsüchtige Tyrannin. Der Erzähler Jay, Reiseschriftsteller mittleren Alters, ist eines der sieben Kinder. Zusammen mit den Geschwistern findet er sich bei der Mutter ein, als der Vater stirbt – die erstickende Enge dort, im wortwörtlichen Mutterland, evoziert eine Bandbreite an Gefühlen, die dem Leser auf unheimliche Weise genau das präsentieren, was sonst immer nur der Horror der anderen ist.


Meine Meinung:

„Eine Familie ist wie ein fernes Land, aus dem jemand kommt. Unseres war völlig abgelegen und hatte seine eigenen Sitten und Grausamkeiten. Niemand kannte uns, und wir vermieden es, die Aufmerksamkeit auf uns zu lenken“

„Bei dem Ausdruck »große, glückliche Familie« sehe ich keine verschworene Gemeinschaft vor mir. Ich assoziiere sonderbare Marotten, Verrat, Gier und Grausamkeit, etwas, was in der Natur einem Stamm von Kannibalen am nächsten kommt.“

Mit sehr gemischten Gefühlen bin ich in diese Lektüre gestartet, da ich noch heute ganz viel Mutterliebe erfahre und es für mich daher nur schwer vorstellbar gewesen ist, wie, wenn nicht mit größtmöglicher sorgsamer Liebe, eine Mutter zu ihren Kindern stehen kann. 

Paul Theroux schafft es mit sehr eindringlichen Worten und den daraus resultierenden ergreifenden Emotionen, das mir Unvorstellbare absolut greifbar zu machen. 

Mich begleitete beim Lesen das stetige Gefühl, dass ich keinen fiktiven Roman lese, sondern dass der Autor sich mit dieser Geschichte von einer tiefsitzenden Last befreien möchte. 

Ausserdem durchfuhr mich eine stetige Eiseskälte bei der Darstellung der „auf dem Thron sitzenden regierenden Mutter", vom Autor auch „zornige Gottheit“ genannt, die durch perfide strategische Geschicke ihre Kinder in Richtung Verderben lenkt und sich förmlich in deren Leid suhlt bzw. daran ergötzt. Ihre Gräueltaten dann auch noch mit einem „Alles Liebe. Mutter“ zu „Unterzeichen“ setze meiner Gänsehaut die Krone auf.


Fazit:

Ein Buch, dass mich ganz oft sprachlos und wütend gemacht hat und in mir den Impuls auslöst, meiner Mutter ein ganz großes Dankeschön für das liebevolle „Mutterland“ zu sagen, in das sie mich hineingeboren hat. 

Kommentare: 3
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Insider2199s avatar

Rezension zu "Mutterland" von Paul Theroux

„Das ist Leben, sagten wir, meinten aber: Das ist der Tod.“
Insider2199vor 6 Monaten

"Das ist Leben, sagten wir, meinten aber: Das ist der Tod."

Der 1942 in Medford (Massachusetts) geborene Autor arbeitete in diversen Ländern (unter anderem in Italien und Uganda) als Lehrer und war zudem an der Universität in Singapur tätig. Er konnte sich als Reiseschriftsteller einen Namen machen und lebt heute mit seiner Familie abwechselnd in London und Cape Cod. Der vorliegende Roman ist mein erster von ihm.

Inhalt (Klappentext): Alle in Cape Cod halten Mutter für eine wunderbare Frau: fleißig, fromm, genügsam. Alle außer ihrem Ehemann und ihre sieben Kinder. Für sie ist sie eine engstirnige und selbstsüchtige Tyrannin. Der Erzähler Jay, Reiseschriftsteller mittleren Alters, ist eines der sieben Kinder. Zusammen mit den Geschwistern findet er sich bei der Mutter ein, als der Vater stirbt – die erstickende Enge dort, im wortwörtlichen Mutterland, evoziert eine Bandbreite an Gefühlen, die dem Leser auf unheimliche Weise genau das präsentieren, was sonst immer nur der Horror der anderen ist.

Meine Meinung: Das Lesen dieses Romans fiel mir nicht leicht, nicht weil es ein schlechtes Buch ist, sondern weil der Autor meine eigene Mutter beschreibt und DAS musste ich erst einmal verarbeiten. So viele Parallelen (bis hin zur gleichen Lieblingsfarbe der Mütter!), dass es manchmal fast erschreckend war. Und es löste ambivalente Gefühle in mir aus: einerseits fühlte ich mich getröstet durch die Tatsache, dass ich nicht der einzige Mensch auf Erden bin, der so eine Mutter hat, und andererseits deprimierte es mich zu sehen, was aus dem Helden geworden war – und ich wollte keinesfalls SO enden! Viele Dinge in meinem eigenen Leben wurden mir erst richtig klar, nachdem ich sie in diesem Roman gelesen hatte, und so habe ich viele Stellen angestrichen, die mich zum Nachdenken anregten; tw. hörte ich mich selbst sprechen, wie hier:

„Mutter sagte: »Ich liebe alle meine Kinder gleichermaßen«, aber »gleichermaßen« stimmte nicht, und »Liebe« hörte sich für mich wie ein bloßes Lippenbekenntnis an. Mütter mussten so etwas sagen. Sie konnten ja wohl kaum sagen, dass sie ihre Kinder nicht liebten. Deshalb bedeutete mir diese Erklärung nichts. Wenn sie es sagte, hatte ich nicht das Gefühl, von Liebe umgeben zu sein. Es waren nur Worte, wie man sagte, man würde Gott lieben. Aber Gott war unsichtbar, ungreifbar, und deshalb bedeuteten mir die Worte nichts. Liebe war wie ein selten benutztes Passwort, das man nennen musste, um seinen Willen zu bekommen. Indem sie mir sagte, dass sie mich liebte, zwang Mutter mich, das Badezimmer sauberzumachen oder den Rasen zu mähen. Dadurch lernte ich, dass ich, wenn ich einem Mädchen sagte, ich liebe dich, meine Hand in ihre Bluse schieben und ihre Brust liebkosen konnte. Aber obwohl ich spürte, dass es nur eine manipulative Formel war, konnte ich mich nicht überwinden, Mutter zu sagen, dass ich sie liebte.“

Der anspruchsvolle (dennoch leicht verständliche!) Roman zeichnet sich also vor allem durch hohe Authentizität aus. Als ich in der Bio des Autors las, dass er oft autobiografische Romane verfasst, war alles klar, denn ich glaube, er hat auch hier sehr viele eigene Erfahrungen einfließen lassen. Denn die Situationen werden so gut (erschreckend gut!) beobachtet und geschildert, dass dies einem Außenstehenden sicher nur schwer möglich gewesen wäre. Nach dem Lesen hätte ich dem Autor am liebsten eine e-Mail geschrieben, um ihm zu danken, dass er mir den Spiegel vor Augen gehalten hat. Vielleicht mach ich das noch.

Ich kann natürlich schlecht beurteilen wie ein Leser mit einer glücklichen Kindheit dieses Buch wohl auffassen wird. Vielleicht wird er bald genervt sein durch die Negativität (der Held schwelgt schon manchmal sehr in Selbstmitleid, was ich verstehen kann!) oder er wird denken, dass der Plot zu sehr konstruiert und nicht den Tatsachen entspricht, dass keine Mutter ihren Kindern dies wirklich antun kann, aber ich kann allen Lesern bestätigen, dass es wirklich solche (mit sich selbst unzufriedenen) Mütter gibt – und man kann zeitlebens (nicht mal nach ihrem Tod!) ihrem starken Einfluss entfliehen!

Fazit: Aufwühlend authentisch, ein Roman, wofür ich dem Autor danke – ich kann allerdings nicht beurteilen, ob ein „normaler“ Mensch (mit normal meine ich: einer, der eine „normale“ Mutter hatte) meine Meinung teilen wird. Daher schätze ich, dass das Buch polarisieren wird: Betroffenen wird es helfen, die anderen werden wohl große Augen machen. Von mir gibt es auf jeden Fall die vollen 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung!

Kommentare: 3
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DocAndrews avatar

Rezension zu "Tief im Süden (DuMont Reiseabenteuer)" von Paul Theroux

nach 100 Seiten zur Seite gelegt..... 😖
DocAndrewvor einem Jahr

Als ich den Titel und den Umschlagtext gelesen habe, war ich sehr interessiert an diesem Buch und dessen Inhalt. Da wir schon mehrfach in den USA waren, jedoch noch nicht im Süden, hatte ich mir von dem Buch einen Einblick in die Südstaaten gewünscht.

Um es kurz zu machen, ich bin von diesem Buch sehr enttäuscht. Wie auch andere Rezensenten habe ich von Paul Theroux etwas anderes erwartet. Er wird unter anderem als der „wohl bekannteste Reiseliterat unserer Zeit“ beschrieben. Die schwarz/ weiß Fotos zu Beginn, welche Steve McCurry geschossen hat, machen Lust in die Welt der Südstaaten einzutauchen. Nach den ersten Seiten merkt man aber, das dies nicht so einfach möglich ist. Nach gut 100 Seite und ein wenig quer lesen, habe ich das Buch beiseite gelegt. Ich brauche Abstand und werde es wahrscheinlich später noch mal lesen, wenn mit danach ist.

Warum? Nun ja! Auf den ersten hundert Seiten läßt sich Paul Theroux über viele andere Reiseliteraten aus. Er läßt im Grunde genommen kein Haar an ihnen. Er redet alles schlecht und stellt fest, das alle „Reisestrapazen“ eingebaut hätten, um ihre Reise als besonders „anstrengend“ und „fordernd“ wirken. Viele hätten auch die von ihn beschriebenen Orte gar nicht aufgesucht. Es wirkte auf mich wie eine Abrechnung mit seinen schreibenden Kollegen, oder wie eine Hervorhebung seiner Person und Schreibkunst.

Da wo er andere Reiseliteraten beschuldigt „Reisestrapazen“ einzubauen, berichtet er selber von den Strapazen und Problemen, die eine innländische Flugreise mit sich bringen würden (Zollkontrollen, Wartezeiten, Personenuntersuchung, Entmündigung, Verspätungen usw.) Daher hat er sich für die Fahrt mit dem Auto entschieden. Dort wäre man unabhängiger und freier. Auch hier verweist er wieder auf andere Reiseliteraten, welche sich entweder selber oder von einem Chauffeure gefahren durch Länder begeben hätten. Dann wird er auch noch esoterisch und beschreibt einen Trance ähnlichen Zustand, indem er beim Fahren verfällt.

Zwischenzeitlich kommen dann doch Berichte seiner Reise in den Süden, indem 20% der ärmsten Bevölkerung der USA leben. Ich dachte dann immer „nun geht es endlich los“. Aber hat man dann drei vier Seiten gelesen, dann stolpert man wieder in ein anderes Thema. Warum er den Bericht dann nicht weiterführt, kann ich nicht nachvollziehen.

So erfahren wir unter anderem auch, das er in einem Waffenladen eine Schusswaffe erwerben möchte. Warum er diese benötigt oder ob er nur den Vorwand nutzt, um in ein Gespräch zu kommen, wird nicht erklärt. Da wo ich als Leser erwartet hätte, nun was über die „Waffenfanatiker“ der USA zu erfahren geht es mit einem anderen Thema weiter. Plötzlich findet man sich wieder, wo der Begriff „Neger“ herkommt und welche Bedeutung er heutzutage hat. Dabei geht Theroux wieder exzessiv auf die Literatur der Vergangenheit und Gegenwart ein.

Nun ja! Ich habe dann „aufgegeben“, da ich nicht das gefunden habe, was ich erwartete. Ich kann verstehen, das man die 20% der ärmsten Bevölkerung zu Hauptdarstellern machen möchte und auch nicht nur die großen bekannten Städte beschreibt, sondern die Orte und Dörfer im Hinterland. Aber dann muss man dies auch machen und nicht immer thematisch hin und herspringen. Hier fehlt mir ganz klar ein linearer Ansatz.

Wenn ich das Buch weiterlese, werde ich meine Rezension ergänzen. Beim Einstellen der Rezension habe ich dann auch bemerkt, das es dieses Buch schon in einer älteren Auflage gibt und das die Rezensionen hier auch nicht gerade berauschend sind. Scheine also mit meiner Meinung nicht alleine zu liegen.

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Zusätzliche Informationen

Paul Theroux wurde am 10. April 1941 in Medford (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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