Paul Theroux Hotel Honolulu

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Inhaltsangabe zu „Hotel Honolulu“ von Paul Theroux

Das Hotel Honolulu auf Hawaii, nicht weit vom Strand, hat seine besten Tage lange hinter sich. Achtzig Zimmer - achtzig Gäste - achtzig Geschichten: ein eigenes Universum. Hier wird ein Schriftsteller unverhofft Manager und findet in den Geschichten der liebenswert-exzentrischen Hotelgäste genug Stoff für ein ganzes Leben. Im Hotel Honolulu steigen Hochzeitsreisende, Strandurlauber, ruhelose Seelen und notorische Lügner ab. Hier treffen sich Hawaiianer und Urlaubsgäste, und sie alle sind auf der Suche nach etwas: Sonne, Liebe, Glück - und manche Sehnsüchte bleiben namenlos. Buddy Hamstra, der verschwenderische Lebemann und Hotelbesitzer, bietet einem Schriftsteller den Posten als Hotelmanager an. Der zögert nicht lange - nach einem ruhelosen Leben und geplagt von einer Schreibblockade ist es Zeit für einen Neubeginn. Im Hotel Honolulu trifft er nicht nur auf Sweetie, die die Mutter seiner Tochter werden wird, sondern auch auf skurrile Hotelgäste: Da ist Eddie, der seiner Frau zum Geburtstag stets einen Liebhaber organisiert; oder Benno, der Befriedigung in den traurigen Schicksalen ehemaliger Vorzeigeschüler findet; oder der Dauergast, dessen geräuschvolles Liebesleben alle in die Irre führt. Sie bilden ein Panoptikum aus unerfüllter Liebe, geplatzten Träumen, spannenden Geschichten und kuriosen Begegnungen.

Ungewöhnlicher Roman mit existenzieller Tiefe

— RosaEmma

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  • Skurriles aus dem Paradies

    Hotel Honolulu

    RosaEmma

    11. July 2016 um 13:44

    Hotel Honolulu, der erste Roman, den ich von Paul Theroux gelesen habe, ist ein skurriles literarisches Werk, wie ich bisher keines gelesen habe. Es lässt sich in kein Genre packen, schwankt zwischen klangvoller und derber Sprache und beinhaltet eine kapriziöse Mischung aus Humor, Tragik, Erotik und Lebensklugheit. Ein stringentes Plot sucht man hier vergebens – aber man vermisst es auch nicht. Wenn man sich erst einmal auf Theroux‘ unkonventionelle Erzählform eingelassen hat, ist es allerdings schwer, sich wieder davon zu lösen, denn schon nach kurzer Zeit taucht man ein in die Welt der oftmals sonderbaren Protagonisten und ihre nicht selten verstörenden Lebensgeschichten, die berühren – sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Und immer wieder trifft den Leser die ganze Wucht des Ausdrucks von Theroux, denn der Autor macht selten Schnörkel – nichts wird beschönigt oder durch die Blume mitgeteilt – alles entfaltet sich mit absoluter Klarheit und Abgeklärtheit. Aber ab und an findet man auch wunderbar poetische Passagen, die so gar nicht zum Gesamtbild passen wollen und sich doch mühelos und vor allem stimmig einfügen. Dies alles macht das Besondere des Romans aus, der im wahrsten Sinne des Wortes ungewöhnlich ist. Vom Schriftsteller zum Hoteldirektor Als der namenlose 57-jährige Protagonist des Romans, ein schreibblockierter Autor, sich entschließt, den ihm angebotenen Job als Direktor des heruntergekommenen Hotels Honolulu auf Hawaii anzunehmen, ahnt er nicht im geringsten, worauf er sich einlässt. Zumal ihm klar ist, dass Hotelbesitzer Buddy Hamstra ihm nur deshalb die Leitung seines Hotels anvertraut hat, weil er Schriftsteller ist. Er hat keinerlei Erfahrung im Hotelbusiness und verlässt sich daher zunächst auf seine Angestellten, eine muntere, bunt gemischte Truppe, die ihn, den haole (hawaiianisch: weißer Mann),  wie einen Exoten bestaunen. Und auch sein Chef Buddy ist mehr als gewöhnungsbedürftig: Laut bis zum Exzess und ohne jegliches Gefühl für Peinlichkeiten sprüht er vor Lebenslust und ist somit das krasse Gegenteil des Autors, der leise Momente mit einem guten Buch am Strand bevorzugt. Ehe er sich versieht, beginnt für ihn ein völlig neues Leben: Er verliebt sich in die Hotelangestellte Sweetie und wird Vater einer Tochter, Rose, die sich zu einem seltsam anmutenden, sehr belesenen Mädchen entwickelt. Ein neues Leben: Kuriose Gäste und unkonventionelle Freunde Nichts kann den neuen Hoteldirektor allerdings auf die Gäste und ihre Eigenarten vorbereiten, die das Hotel Honolulu tagtäglich frequentieren. Ihre Hintergründe und Geschichten scheinen wie gemacht für einen Roman, zu dem ihm aber immer noch der Antrieb fehlt. Außerdem ist er als wichtigste Ansprechperson des Hotels wohl oder übel gezwungen, sich mit den Alltags- und Privatproblemen seiner Gäste zu beschäftigen – eine Aufgabe, an die er sich erst gewöhnen muss, denn er taucht lieber in fiktionale Welten ab, als sich mit dem allzu Menschlichen auseinanderzusetzen. Aber zu seiner Überraschung wächst er an seiner neuen Herausforderung und die Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen, ihr Glück und ihre Tragödien, prägen ihn und lassen eine Seite von ihm zum Vorschein kommen, die er bisher nicht kannte. Und auch seine unkonventionellen Freundschaften mit seinem übersprudelnden Chef Buddy Hamstra, mit dem er rein gar nichts gemein hat, dem introvertierten Henry-James Biographen Leon Edel, der seine Passion für die Schriftstellerei teilt oder dem megareichen Einsiedler Royce Lionberg, den er für den „glücklichsten Mann auf Hawaii“ hält, bis etwas Undenkbares geschieht, schärfen seinen Sinn für das Wesentliche, der ihm als verschlossener Schriftsteller abhanden gekommen war. Doch gerade als er sich in seinem paradiesischen Zuhause so richtig heimisch fühlt, passiert etwas, das ihm eine weitere Entscheidung abverlangt: Hat er den Mut, seinem Leben eine erneute Wendung zu geben oder wählt er den leichten Weg zurück in seine vertraute, alte Welt? Ein ungewöhnlicher Roman mit existenzieller Tiefe In 80 Geschichten, die mit den 80 Zimmern des Hotels korrespondieren, entwirft Theroux ein kurioses Mosaik aus exzentrischen Charakteren, deren tragikomische Lebensbeschreibungen nicht immer leicht verdaulich sind. Die Abgründe, die sich hinter vielen Fassaden auftuen, gehen oftmals ins Bodenlose und schockieren. Doch nach jeder Erschütterung gewährt der Autor seinen Lesern eine kurze Atempause, in der guter Humor und Poesie aufblitzen, bevor erneut dunkle Wolken aufziehen. Diese Auf und Abs bzw. dieser ganz besondere Mix, der mit viel Lebensklugheit serviert wird, hat mich sehr beeindruckt. Ich muss wirklich sagen, dass ich noch nie ein Buch gelesen habe, das so ungewöhnlich ist wie dieses. Es verlangt den Lesern zwar einiges ab, gibt ihnen aber im Gegenzug auch vieles zurück. Hotel Honolulu ist ein sehr beachtenswerter Roman, der mit kunstvoller Metaphorik vom Suchen und Finden des Glücks in einer Welt erzählt, in der kein Paradies mehr Bestand hat.

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  • Über das Leben

    Hotel Honolulu

    michael_lehmann-pape

    01. June 2016 um 11:32

    Über das LebenDa sind diese Geräusche aus Zimmer 509, die genau im Zimmer darunter, 409, nicht zu überhören sind. Ein Paar in den Flitterwochen, das stöhnt, jault?Zumindest der Ich-Erzähler dieses neuen Romans von Paul Theroux deutet diese Geräusche so. Mit weitreichenden Folgen. Denn da ist auch Sweetie, Tochter einer Einheimischen und eines besonderen Mannes. Von dem niemand weiß. Außer Buddy, der Besitzer des Hotels, der den aus seiner eigenen Welt geflohenen Schriftsteller einfach so zum Manager seines Hotels macht. Was die besten Tage weit hinter sich gelassen hat und dennoch in seinen 80 Zimmern immer noch Geschichten beherbergt. Von Winterdepressionen, von verstohlenen Gestalten, von protzigen Menschen und eben von Zimmer 509. Dauervermietet.Die Geräusche animieren den neuen Manager, der außer der Lektüre von „Anna Karenina“ nichts von einem Schriftsteller mehr an sich hat, überaus. Und daraus entsteht ein ganz neues Leben. Könnte man sagen.Wenn, ja wenn nicht in diesem „Paradies“ Hawai irgendwas fehlen würde. Was man nicht recht zu fassen bekommt. Außer, dass die Dinge meist anders sind, als man glaubt. Auch was die Geräusche aus Zimmer 509 angehen. Was sich erst herausstellen wird, als diese Geräusche eines Tages verstummen.„Der Hafen, von dem ich ausgelaufen bin, war, so glaube ich, der meiner grundlegenden Einsamkeit im Leben – und es scheint fürwahr ebenfalls der Hafen zu sein, zu dem mein Leben mich letztendlich wieder hinführt“. So zitiert der alte Leon Edel, mit dem der Neuankömmling auf der Insel sich anfreundet, sein „Lebensthema“, den Schriftsteller Henry James, den er erforscht, über den er eine Biographie geschrieben hat.Und das ist es wohl, was bei all den verschiedenen Geschichten aus der Gegenwart und Vergangenheit des Hotels und seines neuen Managers diesem Roman den roten Faden verleiht. Einerseits dem Ratschlag Henry James zu folgen „Leb, soviel du kannst“, zu meinen, das würde man doch gerade auf dieser Sonneninsel aus dem Vollen heraus tun und andererseits das Gefühl nicht abwehren zu können, nicht erwünscht zu sein, das irgendwas fehlt, ohne, dass das wirklich greifbar wäre, was genau denn da fehlen könnte. Bis zum Ende der Geschichte hin, wo es klarer wird, was diesem äußerlich gefüllten Leben fehlt. Was diese „Leere“ ist, die mit „samtener Luft“ gefüllt ist.In einer legeren, coolen, lockeren Sprache, die wie aus einem „Roman Noir“ entnommen wirkt, erzählt Theroux einerseits die „äußere“ Geschichte in den vielen Geschichten der vielen Protagonisten, die ihren Part im Buch finden, um bei literarischen „Einblicken“, die immer wieder eine innere Deutung der Gefühlslagen und des Lebens an sich angehen sanft, poetisch, bilderreich den Leser emotional fassen. So ergibt sich ein sehr lebendiger, vielfältiger Lesefluss, bei dem es lange Zeit nebensächlich erscheint, was das Ganze als Klammer zusammenhält und wohin all diese Puzzlestücke von Geschichten und Zitaten hinführen werden. Bis das Ende naht und die Dinge ein immer klareres Bild im Gesamtzusammenhang ergeben. Dass das Leben aus vielen Facetten besteht. Das eine Person eine innere Heimat benötigt (wie im Buch die wehmütigen Erinnerungen an London und New York aufbrechen ohne eben wirklich griffig zu werden, eher als Sehnsucht denn als konkretes Ziel) und solange suchen werden muss, bis es diese findet, und sei es in einem Sarg.Direkt, klar, burschikos und doch auch verspielt, poetisch, tief, Theroux ist ein zupackender Erzähler, der den Leser nicht auslässt in diesen vielfältigen Betrachtungen und Annäherungen an das „echte“ Leben.

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