Paul Torday Bordeaux

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Inhaltsangabe zu „Bordeaux“ von Paul Torday

Frankie Wilberforce ist Anfang dreißig, erfolgreicher IT-Unternehmer und Single, er weiß genau, was er will. Eines Tages lernt er bei einem Ausflug den exzentrischen Landlord Francis Black kennen, zu dem er sofort eine tiefe Verbundenheit spürt. Die Begegnung verändert für ihn alles: Er wird in eine exquisite Gesellschaft von jungen Aristokraten und Hedonisten eingeführt, und schon bald verliebt er sich in eine Frau, in das pralle Leben, vor allem aber in die feine Kunst des Weintrinkens. Kurzerhand verkauft er sein Unternehmen und übernimmt Francis' spektakulären Weinkeller. Nur drei Jahre später ist Wilberforce ein Wrack ... Paul Torday hat mit Bordeaux einen mitreißenden Roman über Obsessionen, Sucht, Loyalität und die unglaubliche Kraft des Zufalls geschrieben.

Eindringliches und sehr berührendes Psychogramm eines Alkoholikers, der sich und ihm nahestehende Menschen mit in den Abgrund zieht.

— RosaEmma

...ein ungewöhnliches Buch...

— meterweise

Ein unscheinbares, aber sehr außergewöhnliches Buch. Ich empfehle es gerne weiter, da es interessant, spannend und augenöffnend ist!

— Moosi

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  • Unaufhaltsamer Abstieg eines Software-Genies

    Bordeaux

    RosaEmma

    15. May 2015 um 09:33

    Paul Tordays Bordeaux: Ein Roman in vier Jahrgängen zählt für mich zu den besten Büchern, die ich je gelesen habe. Während der deutsche Titel den Leser zunächst mutmaßen lässt, dass es sich um eine originelle Geschichte zum Thema Wein handeln könnte, kann man beim englischen Originaltitel The Irresistable Inheritance of Wilberforce in keiner Weise darauf schließen. Psychogramm eines Abhängigen Der tiefgründige Roman, der so still und bedachtsam erzählt wird, berührt und bedrückt auf schleichende Weise, denn er entfaltet in schonungsloser Offenheit das Psychogramm eines Suchtkranken, der nicht nur sich, sondern auch andere ihm nahestehende Menschen mit in den Abgrund zieht. Torday erzählt die tragische Geschichte der Hauptfigur chronologisch rückwärts, von 2006 bis 2002, eine außergewöhnliche literarische Variante, die zwar am Anfang für den Leser etwas ungewohnt ist, aber den Spannungsbogen keinesfalls verringert. Verfall eines Software-Genies Der Protagonist von Bordeaux ist Frankie (Francis) Wilberforce, 37, einst ein Mathematik-Genie und erfolgreicher Softwareentwickler, jetzt ein körperliches Wrack, schwer gezeichnet von seiner Alkoholsucht. Die Geschichte, die in der Ich-Form aus der Perspektive der Hauptfigur erzählt wird, beginnt 2006, als Wilberforce auf dem Tiefpunkt seines Lebens angekommen ist. Völlig heruntergekommen vegetiert er in seiner teuren Wohnung in der Half Moon Street im exklusiven Londoner Stadtteil Mayfair vor sich hin, getrieben von seinen Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Der einzige ihm gebliebene Freund aus Universitätstagen, der Arzt Colin Holman, erklärt ihm ohne Umschweife, dass er nur noch wenige Monate zu leben hat, wenn er nicht mit dem Trinken aufhört. Doch Wilberforce ist uneinsichtig und rasend wütend darüber, dass man ihn als Alkoholiker bezeichnet. In seiner Welt ist Wein kein Alkohol und er somit auch kein Alkoholiker, sondern ein Weinliebhaber, der am Tag 4 - 5 Flaschen - am liebsten Bordeaux - kostet und genießt. Eine neue Welt: Francis Black und Londons Upper Class Söhne Seine Liebe zum Wein entdeckt Wilberforce, der kontaktarme Workaholic, als er den kultivierten Francis Black, Weinsammler mit eigenem Weinshop und exklusivem Weinkeller, und dessen Freunde aus Londons High Society kennenlernt. Francis bringt Wilberforce alles bei, was er über Wein weiß - natürlich muss dieser ständig kosten, obwohl er Alkohol immer gemieden hat - und wird zu einem Freund, den Wilberforce nie hatte. Francis' oberflächliche Upper Class Bekannte eröffnen Wilberforce darüber hinaus eine völlig neue Welt, in der Arbeit keinen Platz hat, sondern nur das Vergnügen. Er fühlt sich frei und unbeschwert, wird zu Parties eingeladen und weiß zum ersten Mal in seinem Leben, was er mit seiner Freizeit anfangen soll. Unaufhaltsamer Absturz Er verliebt sich in Catherine, die zukünftige Frau eines der reichen Upper Class Söhne, und beschwört damit große Probleme mit seinen snobistischen Freunden herauf, die ihn hinter seinem Rücken als Mr. Nobody bezeichnen, wie er zu seiner maßlosen Enttäuschung mit anhören muss. Er beschließt, seine Firma zu verkaufen, um endlich frei leben zu können und um den letzten Wunsch des todkranken Francis zu erfüllen, nämlich das Grundstück inklusive Weinkeller und Weinshop zu erwerben. Doch dies ist der Anfang vom Ende. Wilberforce kann zwar Catherine für sich gewinnen, doch die Beziehung leidet mehr und mehr unter seiner alles dominierenden Trunksucht, die er als kultivierte Weinliebe abtut. Schließlich kommt es zu einer folgenschweren Katastrophe, die sein Leben radikal verändert, ihn aufrüttelt und sogar veranlasst, eine Therapie zu machen. Doch er hat sein Problem noch immer nicht erkannt und hält an seinem Lügenkonstrukt und zerstörerischen Selbstbetrug fest, bis nichts mehr von ihm übrig ist... Zerstörerische Passion Paul Torday entführt uns Leser in die Gedankenwelt eines Alkoholikers. Das ist schon eine gewaltige Herausforderung, denn wir geraten in einen Wirbelsturm von wirren Geschichten, Lügen, Erinnerungsfragmenten, aber auch von immenser Traurigkeit, Sinnleere und Einsamkeit, die nur mit Wein betäubt werden kann. Dank Tordays großartiger Erzählkunst gelingt es uns jedoch, dieses Wirrwarr zu entzerren und uns selbst ein Bild dieses verzweifelten, aber unbelehrbaren Menschen zu machen, dessen Untergang sich nicht aufhalten lässt. Doch Torday urteilt nicht - er mahnt auf seine eigene, leise Weise, in dem er versucht, uns einen Menschen näher zu bringen, der sehenden Auges seinem Verderben entgegengeht. Dies ist dem Autor meisterhaft gelungen, denn man mag Wilberforce verachten, aber es ist unmöglich, von seinem selbst gewählten Schicksal nicht berührt zu sein. Paul Torday: Literarischer Spätzünder und Meister leiser Töne Paul Torday war ein britischer Schriftsteller mit ungarischen Wurzeln, der 1946 in Croxdale/County Durham geboren wurde. Er studierte zunächst englische Literatur am Pembroke College in Oxford, wo er auch seinen Abschluss machte. Nachdem er zunächst das Familienunternehmen, das sein Vater und sein Onkel aufgebaut hatten, leitete, machte er sich später dann als Unternehmer sehr erfolgreich selbstständig. Erst in der Mitte seines Lebens widmete er sich dem Schreiben. 2007 gelang ihm im Alter von 61 der internationale Durchbruch mit der wunderbaren Tragikomödie Salmon Fishing in the Yemen (Lachsfischen im Jemen), die 2011 mit Ewan McGregor, Emily Blunt und Kristin Scott Thomas verfilmt wurde. Schreiben im Wettlauf mit der Zeit Als bald darauf Krebs bei ihm diagnostiziert wurde, was er jedoch nicht öffentlich bekannt machte, schrieb er im Wettlauf mit der Zeit. Er veröffentlichte nach seinem o.g. Debüt noch sechs Romane, die jeder für sich ein Meisterwerk sind und völlig unterschiedlichen Genres angehören. Ich habe sie alle gelesen und kann euch jeden Roman nur wärmstens empfehlen. Leider sind aber nur drei seiner Romane ins Deutsche übersetzt worden (Lachsfischen im Jemen, Bordeaux und Charlie Summers), was wirklich schade ist, denn gerade seine außergewöhnlich spannenden Romane wie The Girl on the Landing, More Than You Can Say oder sein letztes Werk Light Shining In The Forest gehen unter die Haut und verlangen dem Leser emotional einiges ab. Paul Torday starb 2013 in Northumberland im Alter von nur 67 Jahren. Was bleibt, ist sein einzigartiges literarisches Vermächtnis.

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  • Eine grandiose Weintour

    Bordeaux

    attika

    09. June 2013 um 23:30

    Um es kurz vorweg zu sagen: Dieses Buch ist very British. Nur britische Autoren schaffen es, auch bittere und melancholische Momente derart in trockenen Humor zu packen. Natürlich ist der Autor kein Tom Sharpe, er will es auch nicht sein und bietet nicht etwa irgendwelche oberflächlichen Schenkelklopfer. Es geht um einen furchtbar einsamen Mann und seinen Abstieg, federleicht und mitreissend erzählt. Es geht NICHT um Weinkunde, der Wein ist mehr Vehikel denn tatsächlich wichtiger Inhalt - das Buch darf mithin auch von überzeugten Biertrinkern genossen werden.

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  • Rezension zu "Bordeaux" von Paul Torday

    Bordeaux

    goldmundh

    01. September 2012 um 16:50

    Buch weglegen, keine Chance! Und doch wunderte es mich, wie sehr mich die Spannung gepackt hat, wo doch gar nicht soviel passiert.
    Absolutes Highlight der letzen Jahre für mich.

  • Rezension zu "Bordeaux" von Paul Torday

    Bordeaux

    Ulf_Borkowski

    22. February 2011 um 02:34

    Frankie Wilberforce ist am Ende. Paul Torday erzählt achronologisch vier Jahre oder besser Jahrgänge im Leben des Mittdreißigers. Vier Jahre in denen er vom erfolgreichen IT-Unternehmer zum Trinker mutiert, auch wenn er sich selber lieber als Weinliebhaber bezeichnet. Beginnend mit dem Ende lernt der Leser Wilberforce als einsamen, exesseiven Weinliebhaber kennen, der offenbar jedes Mass verloren hat und gerne sechs Flaschen Wein täglich konsumiert, wobei er bis zu 3000 Pfund für eine Flasche Bordeaux bester Lage ausgibt. Neben den nach sechs Flaschen Wein üblichen Ausfällen leidet Wilberforce mittlerweile auch unter Wahnvorstellungen, die ihn in gefährlicher Mission als Verhandlungsführer in einer Entführung nach Bogota führen. In drei weiteren Schritten führt Torday den Leser zurück in Frankie Wilberforces Vergangenheit. In der kalten Atmosphäre einer Plegefamilie aufgewachsen entdeckt Wilberforce seine Begabung für Mathematik und erhält ein Stipendium für ein Informatik-Studium, was seinen lieblosen Pflegevater, einen Geschichts-Dozenten, allerdings nicht gerade beeindruckt. Doch an der Universität kann der begabte Wilberforce nichts mehr lernen und verlässt diese bereits nach wenigen Semestern um sich als Software-Entwickler selbständig zu machen. Durch harte Arbeit baut er eine erfolgreiche Firma auf, die nach wenigen Jahren schon über 100 Angestellte hat. Doch Wilberforce ist einsam, er hat in seinem Leben nie irgedwo dazu gehört, kaum Freunde, keine Partnerin und keine Freizeit. Typ soziopathischer Workaholic. Wilberforces Leben besteht aus Arbeit, Arbeit, Arbeit, bis er durch Zufall in einen Kreis junger, hedonistischer Landadliger Aufnahme findet und die Hohe Kunst des Müßiggangs erlernt. Fortan vernachlässigt er zunehmend seine Firma, um sich auf Moorhuhnjagden, Weinverkostungen und Empfängen zu amüsieren. Wilberforce lernt zum ersten Mal in seinem Leben kennen, was es heisst zu leben. Er beschließt seine Firma zu verkaufen, um das hoch verschuldete Landgut seines schwer kranken Mentors Francis Black, der ihn in die hohe Kunst des Weines einweist, mit seinem über 100.000 Flaschen besten Weines umfassenden Weinkeller, zu kaufen. Als sich Wilberforce dann noch verliebt und seine Liebe erwidert wird scheint sein Glück perfekt. Doch mit seiner Liebe zu Catherine, der Verlobten von Lord Ed Simmonds, dem Sohn und Erben des Marquis of Hartlepool und seines Zeichens Spiritus Rector der Clique, beginnt der Fall des Frankie Wilberforce, der sich ebenso schnell abzeichnet, wie sein plötzlicher Aufstieg. Paul Torday ist ein tragikomischer, typisch englischer Roman über den Aufstieg und Fall eines soziopathischen Workaholics gelungen, der trotz des (deutschen) Titels kein expliziter Wein-Roman ist, deshalb aber auch nicht weniger lesenswert.

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  • Rezension zu "Bordeaux" von Paul Torday

    Bordeaux

    lila

    12. November 2010 um 05:38

    Mann mit elitärem Wein- Alkoholproblem.... geht schon so....

  • Rezension zu "Bordeaux" von Paul Torday

    Bordeaux

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. June 2010 um 12:51

    Sehr spannender Ansatz über einen Nerd, der die Lust am Leben von einem Weinhändler lebt - nur dann leider nicht damit umgehen kann. So ganz nachvollziehbar sind die Charaktere nicht immer und zumindest mir wurde nicht ganz klar, warum er denn so gescheitert ist.
    Fazit: Paar nette Ideen.

  • Rezension zu "Bordeaux" von Paul Torday

    Bordeaux

    papalagi

    15. June 2009 um 16:39

    Ein verrrückte Buch, das gleich mit dem Ende beginnt. Nach zwei Flaschen Petrus und einem guten Essen für zusammen etwa 6000 britische Pfund erleidet Wilberforce einen Zusammenbruch, der wohl zu seinem Ende führt. Jedenfalls endet er als Rekonvaleszent unter ärztlicher Beaufsichtigung, bleibt aber unbelehrbar in Sachen Alkohol. Von Jahrgang zu Jahrgang, insgesamt vier, arbeitet man sich in die Lebensgeschichte von Wilberforce ein. Nach dem Ende des Buches schließt mit dem Jahrgang 2002 etwas abrupt. Während der Lektüre erfährt man sehr viel über den Genuss von Bordeauxweinen und lernt die Lebens- und Liebesgeschichte von Wilberforce kennen.

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  • Rezension zu "Bordeaux" von Paul Torday

    Bordeaux

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. March 2009 um 19:04

    Aufstieg und Fall eines kleinen Mannes ... Wilberforce hat vor Jahren ein Software-Unternehmen gegründet und dies mit viel Schweiß und Arbeit zum Erfolg geführt. Als nun mehrere Dinge zusammentreffen entschließt er sich, seine Firma zu kaufen - um damit ein Haus inkl. großem Weinlager von seinem verstorbenen Freund Francis ersteigern zu können - denn seit seiner ersten Begegnung mit Francis hat sich die Liebe von Wilberforce zu Bordeaux mehr und mehr vertieft. Doch "diesen" Wilberforce in den jungen Jahren lernt man erst am Ende des Buches kennen - denn die Handlung ist antichronologisch angeordnet. Am Beginn des Buches ist Wilberforce ein vollkommen anderer Mensch - alkoholsüchtig, krank, exzentrisch, seit einiger Zeit arbeitslos und dank seinem Trinken von allzu teurem Wein auch zunehmend verschuldet. Auch die ärztliche Behandlung kann ihn letztendlich nicht mehr retten. Wie konnte Wilberforce sich so verändern? Der Wein und eine gescheiterte Ehe machen's möglich... Die Grundidee finde ich eigentlich interessant, aber irgendwie hat Torday nichts richtig draus gemacht. Wilberforce ist ein recht eigentümlicher Charakter - es fällt einem schwer mit ihm zu fühlen oder gar Mitleid für seine Situation zu empfinden... und auch sprachlich ist das Buch nicht hochqualitativ.

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  • Rezension zu "Bordeaux" von Paul Torday

    Bordeaux

    LeGrandGris

    22. September 2008 um 16:42

    Nach fulminantem Beginn schlafft dieser nette, skurille Roman doch etwas ab und hinterläßt einen etwas faden Abgang/Nachhall.

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