Paul Tough Die Chancen unserer Kinder

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Inhaltsangabe zu „Die Chancen unserer Kinder“ von Paul Tough

Ein zentraler Aspekt von Toughs Untersuchung sind die Zukunftschancen von Kindern aus der unteren Skala der Gesellschaft. Wenn wir die richtigen Eigenschaften fördern, kann die soziale Schere geschlossen werden. Psychologen, Neurowissenschaftler und Ökonomen, die sich mit der Frage von Erfolg und Persönlichkeit beschäftigen, belegen: Charaktereigenschaften wie Ausdauer, Optimismus, Neugier, Mut und Gewissenhaftigkeit sind ausschlaggebend für späteren Erfolg. Aber wie kann man diese Eigenschaften fördern? Und warum sind sie so sichere Vorhersagemerkmale?
Tough zeigt am Beispiel einer Brennpunktschule, wie die Förderung benachteiligter Schüler gelingt. Dieses kluge und provokante Buch wird den Leser fesseln – und es wird unser Verständnis von Kindheit, Schule und Ausbildung verändern.

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  • Persönlichkeit und Charakter statt Wissensanhäufung

    Die Chancen unserer Kinder

    michael_lehmann-pape

    23. January 2014 um 15:19

    Persönlichkeit und Charakter statt Wissensanhäufung Noten, Leistungen, abrufbares Faktenwissen, Masterstudiengänge nur nach Bestnoten, Abitur als Voraussetzung für auch einfach strukturierte Lehrberufe (und dann nur mit gutem Durchschnitt), überlaufene Nachhilfeanbieter schon im Grundschulalter, ständiges Schielen auf den PISA Vergleich, die Ausrichtung der „Ausbildung“ des Nachwuchses schon vom Kindergartenalter an ist durchaus weltweit vor allem auf Faktenwissen, konzentriertes und zeitintensives Lernen und einem eher eingeschränkten Verständnis von Bildung hin angelegt. Zudem sind „Problemkinder“, „Problemschulen“ in „Problemvierteln“ fast an der Tagesordnung der öffentlichen Diskussion. Paul Tough stellt mit seinem Buch nun einen überraschend anderen Zugang zu den „Glücks- und Erfolgsfaktoren“ für Schüler in der Gesellschaft vor und dekliniert seine Erkenntnisse just an der Praxis eben einer solchen „“Problemschule“ mit „Problemkindern“ durch. Entgegen des gesellschaftlichen „Mainstreams“, das „kognitive Kompetenz … der Garant für einen selbstbestimmten, erfolgreichen zum Wohlstand“ sei, setzt Tough auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und auf der „Blaupause“ der „Fenger Highschool“ in Chicago ganz andere Kompetenzen (sogenannte „Soft-Skills“) als „die wichtigen“ zu erwerbenden Kompetenzen für ein gutes, soziales und erfolgreiches Leben. Wichtiger als „lesen und schreiben können“ empfindet Tough auch bei seinem eigenen Sohn den „Charakter“. „Natürlich muss er es irgendwann lernen (das Lesen und Schreiben). Nur wird er es zur rechten Zeit tun“. Entscheidend aber sei die Persönlichkeit, die das Kind in sich formt und mit der dann das Leben mit seinen auch kognitiven Herausforderungen angegangen werden wird. Ein stückweit erinnern Toughs Einsichten und argumentativ durchaus überzeugende Darlegungen an das damalige englische Internat „Summerhill“ mit seiner strikt bedürfnisorientierten Ausrichtung. Auch dort wurde ja im Nachgang attestiert, dass Summerhill-Schüler auf der einen Seite mit massiven kognitiven Lücken ins spätere Leben traten, dafür aber durch ihren Charakter persönliche Ziele deutlich klarer angingen und wesentlich schneller erreichten (mit all den kognitiven Inhalten, die dann dafür notwendig waren), als Schüler aus staatlichen „klassischen“ Schul- und Unterrichtsformen. Ähnliche Erkenntnisse stellt Tough im Buch in Form des Programms „Tools of the Mind“ vor und verdeutlicht Schritt für Schritt dem Leser, dass Ausdauer, Zielorientierung, Verlässlichkeit, Mut, Neugier, Selbstvertrauen, soziale Kompetenz und andere „Soft-Skills“ wesentlich effektivere, bessere und konstruktivere charakterliche Grundlagen für ein „erfolgreiches“ Leben darstellen, als eine noch so große Ansammlung von Faktenwissen. Eine Erkenntnis, die diametral dem aktuell immensen Druck Kindern gegenüber steht, in deren vermeintlichem „Interesse“ in der modernen Welt hohe Summen aufgewendet werden und fast „gladiatorenhaft“ Kämpfe um bevorzugte Vorschulplätze und Plätze an „leistungsorientierten“ Grundschulen durch jeweilige Eltern stattfinden. Viel mehr somit als auf Inhalte soll (und muss, folgt man Tough) ein Lehr- und Erziehungssystem auf die emotionale Entwicklung der Kinder achten, soziale Kompetenzen fördern, Zuwendung erlebbar machen, „sich kümmern“, um in der Folge den Kindern zu ermöglichen, sich selbst verantwortlich zu „regieren“, Impulse kontrollieren zu können und, einfach gesagt, ein ausgeglichener und durchaus erfolgreicher Mensch werden zu können. Sachlich im Ton, sehr differenziert in der Darstellung, von vielen Seiten her fachlich argumentierend und aus der Beobachtung der konkreten Schule in Chicago heraus formuliert Tough nicht unbedingt eine „ganz neue“ Pädagogik, aber eröffnet in bester und umfassender Weise noch einmal neu den Blick auf jene Faktoren, die Menschen zu einem glücklichen und erfolgreichen statt vielleicht nur zu einem „effektiven“ Leben (um den Preis vieler „Zurückgelassener“) führen. Gerade in der aktuellen Diskussion und dem spürbar zunehmenden Leistungsdruck auf Kinder schon im Kindergartenalter mitsamt massiv auftretender „Helikopter-Eltern“ bildet dieses Buch eine spannende, kreative und andere Wege eröffnende Lektüre nicht nur für Eltern und Lehrer.

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  • Es ist ein Buch voller Hoffnung

    Die Chancen unserer Kinder

    WinfriedStanzick

    09. October 2013 um 10:32

      Das vorliegende Buch des amerikanischen Journalisten Paul Tough kommt mit einer These daher, die mich jedenfalls bei näherem Hinschauen gar nicht so überrascht hat, habe ich doch als Vater eines mittlerweile in die vierte Grundschulklasse gehenden Sohnes und längjährig engagierter Vater in Kindergarten und  Schule schon seit vielen Jahren einen entsprechenden Eindruck.   Was Tough mit vielen Forschungsergebnissen gestützt postuliert: unsere Gesellschaften haben seit Jahrzehnten einseitig die Fähigkeiten unserer Kinder gefördert. Sie haben einseitig auf die Entwicklung der Intelligenz gesetzt und ohne Not zugelassen, dass so etwas wie Charakter- und Herzensbildung auf eine fahrlässige Weise aus den Augen verloren wurden.   Am Beispiel einer Schule in einem sozialen Brennpunkt beschreibt Tough beeindruckend und überzeugend, wie die tatsächliche Förderung benachteiligter Schüler gelingen kann. Dabei wird nicht auf Wissen und Intelligenz fokussiert, sondern auf Fähigkeiten, die lange Zeit als sogenannten  „Sekundärtugenden“ diffamiert wurden.   Charakterstärken, die, wie er zeigt, für den Erfolg junger Menschen ausschlaggebend sind, sind nicht angeboren. Sie entstehen nicht von selbst oder durch glückliche Umstände oder gutes Genmaterial. Und sie hängen nicht vom bloßen Willen ab, wie die konservativen Kulturkritiker gerne glauben machen wollen. Sie wurzeln in der chemischen Struktur unseres Gehirns und werden von der Umgebung geformt, in der wir aufwachsen. Deshalb kann die Gesellschaft als Ganzes sehr wohl etwas tun, um Kinder bei der Charakterbildung zu unterstützen. Man kann darüber streiten, wessen Aufgaben das ist, welche Rolle die Eltern, die Erzieher, Geistliche und Nachbarn dabei spielen sollten. Was man aber nicht mehr sagen kann, ist, man könne nichts machen.   Es ist ein Buch voller Hoffnung, das auch kleinsten Schritten von Eltern und Lehrern eine Bedeutung und einen langfristigen Sinn gibt. Keine Intervention, keine persönliche Interaktion ist vergeblich, wenn sie nur mit Wertschätzung und Aufmerksamkeit und vor allen mit dauerhafter Konsequenz erfolgt.    

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