Paul Tremblay

 3.8 Sterne bei 58 Bewertungen

Lebenslauf von Paul Tremblay

Von Zahlen und Buchstaben: Paul G. Tremblay wird 1971 in Colorado geboren und wächst in Massachusetts auf. 1995 schließt er die University of Vermont mit einem Master in Mathematik ab und arbeitet anschließend als Mathematiklehrer an einer High School und als Basketball Coach an einer Privatschule.

2009 veröffentlicht er seinen Debütroman „The Little Sleep“. Heute sind bereits mehrere Romane, Kurzgeschichten und Anthologien des Autors erschienen. Tremblay ist als Schriftsteller sehr erfolgreich, mehrere seiner Werke werden auch ins Deutsche übersetzt. Sein Buch „A Head Full of Ghosts“ wird von der Produktionsfirma von Robert Downey Jr. entwickelt. Von „Das Haus am Ende der Welt“ hat FilmNation bereits vor der Veröffentlichung des Buches die Filmrechte erworben.

Auch unter dem Pseudonym P. T. Jones ist Tremblay schriftstellerisch aktiv. Gemeinsam mit Stephen Graham Jones veröffentlicht er unter diesem Namen 2014 das Buch „Floating Boy and the Girl Who Couldn’t Fly“. Zudem sitzt Tremblay in der Jury für den Shirley Jackson Award.

Alle Bücher von Paul Tremblay

Cover des Buches A Head Full of Ghosts – Ein Exorzismus (ISBN:9783865526595)

A Head Full of Ghosts – Ein Exorzismus

 (28)
Erschienen am 12.06.2018
Cover des Buches Das Haus am Ende der Welt (ISBN:9783453319998)

Das Haus am Ende der Welt

 (19)
Erschienen am 10.06.2019
Cover des Buches Das Haus am Ende der Welt: Roman (ISBN:B07K26P2GC)

Das Haus am Ende der Welt: Roman

 (1)
Erschienen am 10.06.2019
Cover des Buches A Head Full of Ghosts: Ein Exorzismus (ISBN:B07DTG6CMN)

A Head Full of Ghosts: Ein Exorzismus

 (1)
Erschienen am 12.07.2018
Cover des Buches A Head Full of Ghosts (ISBN:B01N1EZVFK)

A Head Full of Ghosts

 (4)
Erschienen am 01.01.1814
Cover des Buches The Cabin at the End of the World (ISBN:9781785657832)

The Cabin at the End of the World

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Erschienen am 26.06.2018
Cover des Buches Disappearance at Devil's Rock (ISBN:9780062363268)

Disappearance at Devil's Rock

 (2)
Erschienen am 21.06.2016
Cover des Buches Growing Things and Other Stories (ISBN:9781785657849)

Growing Things and Other Stories

 (0)
Erschienen am 02.07.2019

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B

Rezension zu "A Head Full of Ghosts – Ein Exorzismus" von Paul Tremblay

düster, fesselnd und großartig geschrieben
Buecheraktevor 6 Tagen

Cover: Es ist düster und ich mag dieses dunkle Grün einfach.
Klappentext: A Head Full of Ghosts schildert auf mehreren Zeit- und Personenebenen die Erlebnisse der 14-jährigen Marjorie. Als sie Anzeichen einer Geisteskrankheit zeigt, gipfelt die Hilflosigkeit ihrer Familie und der Ärzte in einem Exorzismus, der als Show live im TV ausgeschlachtet wird. Jahre später gibt Merry, die jüngere Schwester von Marjorie, ein Interview und spricht über die tragischen und unheimlichen Geschehnisse, die seither zur urbanen Legende wurden.

Fazit: Ich war von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Das Buch besteht aus drei Ebene, einmal die der 8-jährigen Merry, einer reflektierenden Erwachsenen Merry und die der analytischen Horror-Bloggerin. Die drei Ebenen ergänzen sich optimal und da es keine fließenden Übergänge sind sondern eher Schnitte ist es auch nicht sonderlich schwierig sie auseinanderzuhalten. Dem Autor ist es gelungen, dass sich die Geschichte sehr „wahr“ anfühlt. Sie ist erschreckend und detailgetreu. Richtiger Grusel entsteht nicht, doch eine gewisse Faszination und ein beklemmendes Gefühl sind da. Ich habe mich, wie auch Merry, gefragt, ob sie wirklich psychisch krank ist oder vielleicht doch besessen ist (es handelt sich ja immer noch um einen fiktiven Roman, auch wenn er sich „wahr“ beim lesen anfühlt). Der Schreibstil ist generell etwas klinisch und distanziert gehalten, worüber ich froh war, weil es zu der Gesichte sehr gut passt. Besonders gelungen war, dass ich als Leser gewisse Informationen an Stellen erhalten habe, in denen ich damit nicht gerechnet habe. Wichtige Sätze kamen oft in Momenten in denen durch den Text überhaupt keine Spannung aufgebaut wurde und ich nur da saß und dachte: Das haben die jetzt aber nicht ernsthaft im Nebensatz verraten. Ich fand das extrem gut, da es überraschend war und ich mag es, wenn Bücher nicht vorhersehbar sind. Von mir gibt das Buch 5 von 5 Sternen.

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Rezension zu "A Head Full of Ghosts" von Paul Tremblay

Brillant und revolutionär
Wortmagievor einem Monat

Paul Tremblay bricht eine Lanze für modernen Horror. Im Essay „The H Word: The Politics of Horror” argumentiert er, dass Horror nicht reaktionär und konservativ sein muss, um erfolgreich zu sein. Er hält das Ende von „Der Exorzist“ für einen Fehlschlag, weil Regan und ihre Mutter nach dem schrecklichen Erlebnis der Besessenheit zu den konservativen Werten der Ausgangssituation zurückkehren – die beiden leben glücklich weiter, als wäre nie etwas geschehen. Tremblay diskutiert, dass diese Wiederherstellung des Status quo der Grund dafür ist, dass sich die wenigsten an die letzten Szenen erinnern, während sie Erbsensuppe mit völlig neuen Augen betrachten. Der horrende Charakter einer Geschichte sollte nicht allein durch singuläre Ereignisse entstehen, sondern durch das Wissen, dass nichts mehr so ist wie vorher. Auf dieser Theorie fußt Tremblays Roman „A Head Full of Ghosts“.

Zuerst waren es nur Kleinigkeiten. Marjorie verhielt sich merkwürdig. Nachts schlich sie in das Zimmer ihrer jüngeren Schwester Merry. Sie stahl ihre Kinderbücher. Sie malte unheimliche Bilder. Sie erzählte Merry gruselige Geschichten. Dann wurde es schlimmer. Ihre Eltern schickten Marjorie zu einem Arzt. Nachts schrie sie. Sie erzählte von Geistern in ihrem Kopf, die sie nicht schlafen ließen. Es wurde noch schlimmer. Zwei Wochen verbrachte Marjorie in einem Krankenhaus. Ihr Vater suchte Trost bei der Kirche und traf Vater Wanderly. Als Marjorie zurückkehrte und noch immer nicht sie selbst war, nahmen ihre verzweifelten Eltern die Hilfe des Priesters an. Wenig später zog ein Kamerateam in ihr Haus. Doch auch sie konnten Marjorie nicht helfen.
15 Jahre später erinnert sich Merry an die furchtbaren Monate, die ihre Familie zerstörten. Unterstützt von einer Autorin kehrt sie in das Haus ihrer Kindheit zurück, um herauszufinden, was sie als 8-Jährige nicht verstand: Was ist damals wirklich geschehen? War ihre Schwester besessen?

Hände hoch: wie viele haben abgeschaltet, als sie das Wort „Horror“ im ersten Satz dieser Rezension lasen? Wie viele, als „Besessenheit“ dazukam? Schämt euch. Ich würde doch niemals eine abgedroschene, überholte Geschichte von Besessenheit mit fünf Sternen bewerten. Zugegeben, das Horrorgenre ist mit vielen Klischees belastet und Paul Tremblay berichtet selbst, dass er darum kämpft, als Horrorautor ernstgenommen zu werden. Aber der kleine Exkurs in der Einleitung sollte euch versichern, dass er sich dieser Klischees bewusst ist und „A Head Full of Ghosts“ deshalb kein herkömmlicher Vertreter des Genres ist. Dieses Buch interpretiert jedes Motiv, das normalerweise mit Besessenheit verbunden ist, neu. Es dreht ikonische Szenen auf den Kopf und stellt äußerst unangenehme Fragen, indem es die natürliche Distanz zwischen Geschichte und Publikum aufbricht und die Leser_innen zwingt, sich in die Figuren hineinzuversetzen, statt gierig und voyeuristisch Bilder von Blut, Gewalt und Terror aufzusaugen. Es verschiebt den Fokus des Horrors von billiger Effekthascherei zum Erleben der Charaktere, wodurch Physisches völlig in den Hintergrund rückt. Es ist sensibel, einfühlsam und intensiv. Kurz: Es ist brillant. „A Head Full of Ghosts“ schildert die tragische Geschichte der Familie Barrett aus der Perspektive der jüngsten Tochter Merry, die acht Jahre alt war, als ihre große Schwester Marjorie verrückt wurde. Ihren konsequent kindlichen Blickwinkel, der sich sowohl in ihren Erinnerungen als auch in der Gegenwart manifestiert, halte ich für den Geniestreich, der dafür sorgt, dass dieser Roman außergewöhnlich ist. Durch ihre Jugend ist Merry eine äußerst unzuverlässige Erzählerin, die zwar massenweise Informationen bereitstellt, in ihrer Interpretation jedoch eingeschränkt ist. Als Nesthäkchen der Familie war sie selbstverständlich tief in die Ereignisse involviert, wurde allerdings bewusst auf Distanz gehalten. Vieles wurde ihr nicht erklärt, die Entscheidungen ihrer Eltern blieben ihr verschlossen und ihre Beziehung zu ihrer Schwester wurde von einer idealisierenden Note geprägt, die mich an ein Märchen denken ließ. Sie sah durch einen Filter, war halb drinnen, halb draußen, was zu einer einzigartigen Wahrnehmungschronik führt und die Aufmerksamkeit der Leser_innen nicht auf Marjories Zustand lenkt, sondern auf all das, was erst ihre Anfälle und später die TV-Show der gesamten Familie antaten, was ihnen genommen wurde. Ich empfand Merry als das Opfer der Situation, weil sie am wenigsten in der Lage war, zu verstehen und ihr darüber hinaus am meisten gestohlen wurde, von der Fürsorge ihrer Eltern bis zur Sicherheit ihres Heims. Paul Tremblays Anliegen, die Auswirkungen horrender Erlebnisse zu proträtieren und die Figuren durch diese nachhaltig zu verändern, ist ihm zweifellos geglückt. Niemand kann „A Head Full of Ghosts“ lesen und glauben, nach den Geschehnissen sei wieder alles wie vorher. Es ist nie mehr wie vorher, das kann ich euch garantieren.

Ich hoffe sehr, dass ich euch vermitteln konnte, wie großartig „A Head Full of Ghosts“ ist. Beim Schreiben dieser Rezension hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, meine Begeisterung nicht ausreichend artikulieren zu können, weil ich über viele Details, die mich beeindruckten, einfach nicht sprechen kann, ohne zu spoilern. Es ist nämlich nicht nur eine exzellente psychologische Analyse von Horror, es ist auch ein Buch, das mit zahlreichen, oft versteckten Erkenntnissen aufwartet, die ich keinesfalls vorwegnehmen möchte. Ich muss darauf vertrauen, dass ihr herauslesen könnt, wie bewegend ich die Geschichte fand, die Paul Tremblay erzählt und wie revolutionär diese für das Genre ist. Ich bete, dass ihr „A Head Full of Ghosts“ eine Chance gebt, sogar wenn ihr sonst nicht viel mit Horror anfangen könnt. Dieses Buch ist anders, darauf gebe ich euch Brief und Siegel. Wahrer Horror entsteht nicht durch Brutalität oder Schock – er entsteht durch die Infragestellung unserer Glaubensgrundsätze.

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Rezension zu "Das Haus am Ende der Welt" von Paul Tremblay

Wie ein schlechter Horrorfilm
igotlostinbooksvor 2 Monaten

Andrew und Eric wollten mit ihrer Tochter Wen eigentlich nur einem entspannten Urlaub in einer Ferienhütte verbringen als plötzlich vier bewaffnete Fremde vor ihrer Tür stehen und von ihnen verlangen, Ihnen dabei zu helfen das ende der Welt zu verhindern.

Die ersten 50 Seiten des Buchs sind noch sehr vielversprechend. Die ging relativ zügig voran, man bekam einen groben Überblick über die Charaktere und ich persönlich war sehr gespannt wie es mit der Handlung weitergeht. Leider hat sich das sehr schnell geändert. Nachdem die vier Fremden ins Haus gelangen konnten und Andrew, Eric und Wen in ihrer „Gewalt“ haben, geht die gesamte Handlung nur noch schleppend voran.

Im Endeffekt besteht alles nach dem ersten Teil des Buches daraus, dass Charaktere endlos mit anderen diskutieren und vollkommen kopflose und hysterische Entscheidungen treffen ohne auch nur eine Minute daran zu verschwenden sich zu beruhigen und die Eindringlinge zu bitten, ihre Absichten von Anfang an zu erklären.

Des Weiteren kann ich nicht behaupten, dass mir auch nur einer der Charaktere auch nur ansatzweise sympathisch war oder gar am Herzen lag. Zum einen lag es daran, dass alle nur sehr oberflächlich beschrieben wurden. Zum anderen lag es jedoch auch am generellen Schreibstil des Autors. An einer bestimmten Stelle konnte man erahnen, dass es eigentlich sehr emotional werden sollte, jedoch ist der Autor dabei weit am Thema entfernt. Das einzige, was er äußerst gut beschreiben konnte, sind die Gewaltszenen.

Was mich auch nach dem Ende des Buches aufgeregt hat, war das der Autor bis zum Schluss nicht Position bezogen hat, ob die Ereignisse nun wirklich mit einem drohenden Weltuntergang zu tun haben oder ob es sich nur um eine Verkettung von Zufällen handelt.

Die Idee und das Konzept des Buches waren an sich zwar ganz interessant, da aber nach ca. 50 Seiten die Luft raus ist, bin ich der Meinung, dass es als Kurzgeschichte besser gewesen wäre.

Das Buch wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar von Bloggerportal im Tausch für eine ehrliche Rezension zu Verfügung gestellt.Die Rezension wurde dadurch jedoch nicht beeinflusst.

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Zusätzliche Informationen

Paul Tremblay wurde am 30. Juni 1971 in Aurora, Colorado (USA) geboren.

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