Paul Tremblay

 4.1 Sterne bei 20 Bewertungen

Alle Bücher von Paul Tremblay

A Head Full of Ghosts – Ein Exorzismus

A Head Full of Ghosts – Ein Exorzismus

 (16)
Erschienen am 12.06.2018
Das Haus am Ende der Welt

Das Haus am Ende der Welt

 (0)
Erschienen am 10.06.2019
A Head Full of Ghosts

A Head Full of Ghosts

 (3)
Erschienen am 01.01.1814
Disappearance at Devil's Rock

Disappearance at Devil's Rock

 (1)
Erschienen am 21.06.2016
The Cabin at the End of the World

The Cabin at the End of the World

 (0)
Erschienen am 26.06.2018
Swallowing a Donkey's Eye

Swallowing a Donkey's Eye

 (0)
Erschienen am 15.08.2012

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chumas avatar

Rezension zu "A Head Full of Ghosts – Ein Exorzismus" von Paul Tremblay

Ein verstörendes Psychodrama mit tollen Horrorelementen
chumavor 25 Tagen

Als die vierzehnjährige Marjorie Barrett beginnt, sich beängstigend seltsam zu verhalten (spontanes Erbrechen, Bösartigkeit, Stimmwechsel etc.) und die Schulmedizin an ihre Grenzen stößt, setzen ihre Eltern auf Hilfe durch die Kirche. Da das Geld aber immer knapper wird, der Vater seinen Job verloren hat und die Verzweiflung von Tag zu Tag größer wird, kommt das Angebot eines TV-Senders gerade recht, die "Besessenheit" der Tochter und den von der Kirche geplanten Exorzismus live zu begleiten.
Jahre später schildert die jüngere Schwester Meredith rückblickend während eines Interviews die Ereignisse aus ihrer Sicht und der Leser gerät förmlich in einen Strudel, aus dessen Sog er sich nur schwer befreien kann.



Leseeindruck

Mit "A Head Full of Ghosts" gewährt der FESTA Verlag dem deutschen Leser Zugang zu einem düsteren und schockierenden Roman des wirklich vielversprechenden amerikanischen (Horror-)Autors Paul Tremblay. Liest man den Klappentext, so könnte man meinen, es handelt sich um eine Neuinterpretation des Klassikers "Der Exorzist" von William Peter Blatty. Weit gefehlt! Sowohl die Geschichte selbst, als auch der Aufbau und die Umsetzung sind anders aber nicht minder lesenswert.

Tremblay nutzt verschiedene Zeitebenen, um Meredith (Merry) die Geschichte erzählen zu lassen. Dabei erlebt der Leser alles aus ihrer Sicht. Besonders ist dabei, dass wir die Geschehnisse zwar überwiegend aus der Perspektive der achtjährigen, liebenden Schwester geschildert bekommen, allerdings auch zwei kritischere Stimme der erwachsenen Merry hören. Denn diese betreibt zum Einen anonym einen Blog, in dessen Gewand sie die Ausschlachtung durch den TV-Sender (bei dem sie natürlich zum damaligen Zeitpunkt keinerlei Mitspracherecht hatte) scharf kritisiert und analysiert. Zudem gibt sie ein Interview, das als Grundlage für ein Buch stehen soll. Diese drei Stimmen Merrys gewähren dem Leser einen umfassenden (Rundum)Blick auf sämtliche Geschehnisse, lassen aber gleichermaßen sehr viel Raum für Spekulationen und Zweifel. Denn eines zeichnet den Autor bei diesem Roman aus: Er gibt dem Leser Nichts vor, lässt ihm Raum für die eigenen Gedanken und Schlüsse. Er schildert – nicht selten kühl und beinahe distanziert – ohne dabei den Fokus auf reißerische Horroreffekte zu legen. Und genau das löste bei mir den eigentlichen Horror aus. Die Geschichte ist verstörend, verwirrend, wirft Fragen auf, übt womöglich dezent Kritik (Kirche, Vermarktung durch eine TV-Show) ohne den erhobenen Zeigefinger und hallt so noch lange nach. Diese Art zu Schreiben hat meinen Geschmack voll getroffen, mir Gänsehaut beschert und mich mit einem positiven "Was zur Hölle war das bitte?"-Gefühl nach der Lektüre zurückgelassen.

Noch ein paar Worte zum Schreibstil und den Charakteren: Wie bereits kurz erwähnt hat Tremblay einen oft nüchternen aber dennoch fesselnden Schreibstil. Ich musste mich erst ein wenig einlesen, konnte dann das Buch aber nur schwer aus der Hand legen. Die Sprache gefiel mir gut – bildlich, einfach (kindlich wie die achtjährige Erzählerin) aber einprägsam und hin und wieder auch mit schönen Metaphern durchzogen:

"Marjories Zimmertür schien offen zu sein, denn ich hörte sie ein Lied summen. Es klang wie das traurigste aller traurigen Lieder, und die Noten schwebten die Treppe herab und in die Diele wie tote Blätter – rot, braun und purpurn."

Obwohl Marjorie im Mittelpunkt der Handlung steht, ist es Merry, die den meisten Raum einnimmt. Ihre Gefühle und Gedanken, Sorgen und Nöte graben sich tief ein beim Leser. Ein Kind, das nicht alles versteht, was um es herum passiert, das aber eines mit absoluter Sicherheit weiß: Sie liebt ihre ältere Schwester und wünscht sich nichts mehr als den verlorenen Familienfrieden und eine gesunde große Schwester zurück, die für sie Geschichten erfindet und mit ihr lacht.

"Ich tat ihm den Gefallen, obwohl mir viel mehr danach war, mich in einem knochenlosen Haufen zu Boden fallen zu lassen und mich in die Fasern des Teppichs einzuweben, um unter den Füßen der Menschen zu verschwinden und in Vergessenheit zu geraten."

Dem Autor ist es gelungen eine schmale Gratwanderung zu bestreiten. Er setzt gekonnt und glaubhaft Gruselelemente ein und erhöht so zusätzlich die Spannung um das eigentlich viel schockierendere Psychodrama einer Familie zu erzählen. Die Figuren agieren dabei durchweg authentisch. Besonders der Blick und die Reaktion einer Achtjährigen auf den langsamen aber unaufhaltsamen Zerfall des Familienglücks ist gleichermaßen bewegend wie verstörend.

"In meiner Erinnerung geschieht das alles, so abgedroschen es klingen mag, in Zeitlupe; mein Leben als ein Stück Videoband, das verlangsamt und nüchtern analysiert werden kann. Oder vielleicht ist mein Gedächtnis ein Computer mit einer Verarbeitungsgeschwindigkeit, die zu langsam ist für diese vielen Informationen, und die einzige Möglichkeit, nicht abzustürzen und das alles zu zergliedern, besteht darin, es künstlich zu verlangsamen."



Fazit

"A Head Full of Ghosts" ist weit mehr als ein gut erzählter, gewöhnlicher Horrorroman, dem das bekannte Thema des Exorzismus zugrunde liegt. Der Autor kombiniert Elemente des Horrors, eines Psychodramas und eines klassischen Romans geschickt miteinander, hält die Spannung konstant aufrecht und lässt den Leser völlig verstört zurück.

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Jasmin_Garbois avatar

Rezension zu "A Head Full of Ghosts – Ein Exorzismus" von Paul Tremblay

Ein Meisterwerk!
Jasmin_Garboivor einem Monat


 Rezension/Werbung  

>>,,A Head Full of Ghosts - Ein Exorzismus“, verfasst von Paul Tremblay aus dem FESTA Verlag<< 

Ist überall als Print und E-Book erhältlich. 

Hier der Link zum Buch➡ 

(https://www.festa-verlag.de/a-head-full-of-ghosts-ein-exorzismus-1174.html) 

Klappentext: 

Ein Meisterwerk des psychologischen Schreckens. 

A Head Full of Ghosts schildert auf mehreren Zeit- und Personenebenen die Erlebnisse der 14-jährigen Marjorie. Als sie Anzeichen einer Geisteskrankheit zeigt, gipfelt die Hilflosigkeit ihrer Familie und der Ärzte in einem Exorzismus, der als Show live im TV ausgeschlachtet wird.  
Jahre später gibt Merry, die jüngere Schwester von Marjorie, ein Interview und spricht über die tragischen und unheimlichen Geschehnisse, die seither zur urbanen Legende wurden. 

Cover: 

Auf dem Cover sieht man ein Mädchen, welches ihre Körperrückseite zeigt. Der Hintergrund ist düster und nicht deutlich erkennbar, es passt zur Stimmung des Buches. 

Schreibstil: 

Der Autor schreibt spannend, gruselig, detailliert. Das Buch wird von Karen und Merry wiedergeben, in unterschiedlichen Zeitebenen. 

Setting: 

Die Geschichte spielt in den USA. Es wird sehr stark auf das Haus eingegangen. 

Charaktere: 

Merry gibt ein Interview über die wahre Geschichte von Majories Exorzismus. Dabei erzählt sie viel über ihr acht jähriges Ich. Es ist eine starke Entwicklung des Charakters zu sehen. Sie ist ruhig und erzählt ihre Geschichte sehr bildhaft. 

Majorie ist ein einziges Mysterium bis zum Schluss, man weiß nicht wie man sie einschätzen soll. Ein einzigartiger Charakter. 

Andere Charaktere werden tiefgründig beschrieben wie z. B. Ihre Eltern und einige aus dem Kamerateam. 

Eigene Meinung: 

Kaum zu glauben, ich habe grade das erste und beste Horror Buch gelesen,in meinem Leben!  

Wow ich bin so fertig mit meinen Nerven. Es hat mir die ganze Zeit Stromschläge verpasst, weil es so spannend und Mysteriös ist. 

Es ist einfach Literatur die mich schockiert und sprachlos hinterlässt.  

Ich hatte echt andere Erwartungen, ich hab mich auf Szenen wie in "Der Exorzist" bereit gemacht, aber nein Leute! Es ist viel mehr als nur Dämonenmist, es ist …. . 

Leute ihr müsst es selber lesen, wahrlich möchte ich nicht Spoilern und bei diesem Buch kann und will ich nicht ins Detail gehen. 

Fazit: 

Das Buch gehört in jedes Regal, wer auf abgefahrene Geschichten steht! 

Ein Must – Read! 


Danke an den Festa Verlag für das Bereitstellen des Rezensionsexemplares. Die Kooperation beeinflusst nicht meine Meinung. 


5🌕🌕🌕🌕🌕 von 5 Monden 


Jassy 


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Alexa_Kosers avatar

Rezension zu "A Head Full of Ghosts – Ein Exorzismus" von Paul Tremblay

Interessant konstruierte Geschichte, leider nicht so gruselig wie erwartet
Alexa_Koservor einem Monat

Zum Buch: die 14-jährige Marjorie, mitten in der Pubertät, hört plötzlich Stimmen in ihrem Kopf und tut sehr obstruse und obszöne Dinge... Die sonst gute Beziehung zur kleinen Schwester Meredith,
8 Jahre, leidet unter dieser Situation. Die Mutter ist in ihrer Hilflosigkeit der Verzweiflung nahe und der Vater, seit längerer Zeit arbeitslos, findet neue Kraft in der katholischen Kirche. Dann kommt es, wie es kommen muß: nachdem ein Psychologe Marjorie nicht helfen konnte, engagiert der Vater einen katholischen Priester, der ein Exorzismus-Ritual durchführen soll. Das Ganze wird von einem Fernsehteam aufgezeichnet und in einer Teil-Reality-Serie ausgestrahlt.

Meine Meinung: Man kann sich ausmalen, in welchem Dilemma die Familie steckt. Man weiß einfach nicht, ob Marjorie geisteskrank ist oder wirklich von einem Dämon besessen. Der Autor erzählt die Geschichte aus der Sicht der kleinen Meredith, was sich sehr gut liest. Sie schwankt zwischen Angst und Zuneigung vor der großen Schwester. Zwischendurch wird die Geschichte durch aktuelle Blogeinträge ergänzt. Fand ich diesen am Anfang noch störend, muß ich sagen, daß er ein wichtiger Teil des Buches ist, da unheimlich viele Hintergrundinfos darin aufwarten. Die Spannung ist von Anfang bis zum Ende gegeben, eigentlich ist es ein Familiendrama. Vom Cover her hätte ich mir eine gruseligere Story erwartet, diesbezüglich wurde ich leider enttäuscht, deshalb von mir leider nur 4 Sterne. Nichts desto trotz ist dieses Buch auf jeden Fall lesenswert, weil es ganz geschickt konstruiert ist und mit einem absolut unerwarteten Ende überrascht!

Mein Fazit: Hier braucht sich niemand zu gruseln, allerdings ist es ein Psychodrama par exellence!

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