In diesem Roman erzählt uns eine Schriftstellerin von dem ruhigen Landleben, von ihren eigenen Sehnsüchten und Verstrickungen sowie von dem plötzlichen Verschwinden zweier Kinder.
Die zunächst vorhandene beschauliche Dorfidylle bekommt mit dem Fortschreiten der Geschichte immer mehr Risse, durch die man anfangs aber nicht einmal erahnen kann, welche Wendungen die Story noch nehmen wird.
Es ist ein Krimi, der zunächst leise und mit vielen Zwischentönen daher kommt, dann aber Fahrt aufnimmt und eine Spannung aufbaut, bei der man einfach weiterlesen muss!
Am Ende bleibt viel Nachdenklichkeit und der Wunsch nach einer weiteren Geschichte aus der norddeutschen Wahlheimat der Autorin.
Paula Bersdorf

Lebenslauf
Ich wurde 1963 in München geboren. In Freiburg habe ich Wissenschaftliche Politik und Neuere deutsche Literaturgeschichte studiert. Danach war ich in unterschiedlichen Berufsfeldern tätig und mehrere Jahrzehnte als Großstadtnomadin unterwegs. Seit 2005 schreibe und veröffentliche ich unter Pseudonym Kurzgeschichten und Lyrik im Internet. Die Veröffentlichung dieser und neuer Texte in einem Erzählband ist für das 2. Halbjahr 2019 geplant. Nach den vielen Stationen in deutschsprachigen Großstädten, zuletzt drei Jahren in Wien, zog es mich 2015 aufs Land. Heute lebe und arbeite ich in einem Dorf nahe Uelzen bis zu meinem hoffentlich noch in weiter Ferne liegenden letzten Umzug auf den Ruheforst.
2015 war ich mit meinem Kurzkrimi "Dem Himmel fern" auf der Shortlist für den Krimi Nordica Award. Diese Geschichte kann auf meiner Autorinnenseite bei Facebook gelesen werden (https://tinyurl.com/y43kanys).
Im selben Jahr wurde in der Literaturzeitschrift erostepost Nr. 50 meine Kurzgeschichte "Der Tag, an dem ich ohne Ohren aufwachte" veröffentlicht.
Leseprobe aus "An Tagen im Juli" gibt es hier https://www.epubli.de/preview/87934
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An Tagen im Juli
Neue Rezensionen zu Paula Bersdorf
Irritierend, verführend, spannend, stimmungsvoll, erschreckend, heiter...
Dieses Buch erfüllt alle Erwartungen, die man an einen guten Krimi stellt. Gleichzeitig bewegt sich dieser Roman aber auf höchstem literarischen Niveau, freilich ohne angestrengt zu wirken. Die sehr verknappten Dialoge erfordern zwar manchmal ein genaueres Lesen, aber es lohnt sich allemal, denn meist leuchtet hinter der Lakonie ein verschmitztes Lächeln auf. Überhaupt scheint der eigentliche Ermittler dieser herzergreifenden Suche nach allerlei verschwundenen Personen und Gefühlen die arg zerzauste, letztlich aber unzerstörbare Liebe zu sein.
Ich kann diese heißen Tage im Juli nur wärmstens empfehlen.
Arbeiten wir uns mal von Innen nach Außen. Zu Anfang hat mich das Cover nicht unbedingt angesprochen, ebenso wie der Titel. In einem Bücherladen würde der Roman vermutlich zwischen den ganzen Krimis untergehen, zumindest für mich persönlich. Als ich dann aber angefangen habe das Buch zu lesen, habe ich den Zusammenhang mit den Tauben und dem Titel schnell erkannt und muss sagen, dass es sehr gut zu der Geschichte passt.
Der Anfang des Buches hat mich direkt in die Geschichte hineingezogen. Der Schreibstil ist wirklich sehr schön metaphorisch, idyllisch und hat ein bisschen was mysteriöses an sich - perfekt für einen Kriminalroman.
Mir hat das Setting der Geschichte wahnsinnig gut gefallen. Ich liebe Bücher, die in kleinen Städten, Dörfern oder Inseln spielen, wo jeder jeden kennt. Diese Orte werden immer so friedlich und harmonisch beschrieben, dass ich mich gleich wohl fühle und am liebsten selbst vor Ort wäre.
Natürlich bleibt das Ganze nicht so harmonisch. Dann wäre es ja auch kein Kriminalroman. Ich habe wirklich gerätzelt, wer die kleinen Mädchen entführt haben könnte. Für mich hatte absolut niemand ein Motiv. Auch wenn Viola und Celina nervig sein konnten, waren es ja letztendlich auch nur Kinder. Sibylles Idee klang für mich zwar tatsächlich überzeugend, aber ich habe mir schon gedacht, dass es so einfach ja nicht sein kann. Die Auflösung hat mich wirklich überrascht und auch aggressiv gemacht, weil ich mich so in manchen Figuren getäuscht habe.
Das nehme ich auch mal als Überleitung zur Figurenkonstellation. Ich habe die einzelnden Personen ja durch Sibylle kennen gelernt. Sibylle selbst war mir - ehrlich gesagt - nicht gerade sympathisch. Für mich war sie eine sehr verbissene, egoistische Frau. Trotzdem mochte ich sie als Protagonistin der Geschichte, da sie durch ihren Autorenberuf und ihrem sozialen Stand in ihrer Heimat die perfekte Erzählerin war. Durch ihre eigene persönliche eher schwierige Lebensgeschichte wird auch nochmal beleuchtet, warum sie so ist wie sie ist. Carsten hat mir besonders gefallen. Ich mochte seine lockere, soziale Art und die Freundschaft zwischen ihm und Sibylle. Generell schien er mit allen gut klar zu kommen und ein wenig das Herzstück des Dorfes zu sein. Jens fand ich persönlich ein wenig anstrengend. Ich habe gemerkt, wie sehr er Sibylle mag, sie dies aber nicht erwidert. Ich finde deren gemeinsame Geschichte und Beziehung zueinander sehr schön und vor allem sehr echt beschrieben und auch wie die Geschichte der beiden in diesem Buch weiter geht war sehr schön, allerdings hat es mich persönlich nicht gepackt und mir lag deren Beziehung nicht unbedingt am Herzen. Stattdessen aber lag mir Herr Schwarz sehr am Herzen. Ich habe mir diesen Hund total süß vorgestellt und fand es total niedlich, wie Sibylle und er miteinander umgegangen sind. Allgemein war dieser Hund für mich ein kleines Highlight des Buches! Genauso wie Erwin! Er war einfach total lieb und hatte seine eigene liebenswerte Art. Viola und Celina mochte ich auch sehr gerne. Sie waren ein tolles Gespann und haben mich ein bisschen an mich und meine jüngere Schwester erinnert. Ich finde es schön wie aufgeweckt und mutig diese kleinen Mädchen waren. Alles in allem wurde wirklich jede Figur sehr realistisch und tiefsinnig dargestellt.
Das Finale hat mich wirklich sehr überrascht oder besser gesagt geschockt. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet! Mich hat das auf jeden Fall zum Nachdenken angeregt, weil nochmal gezeigt wird, dass jeder Mensch eine dunkele Seite und ein Geheimnis hat, von dem niemand weiß. Ich hätte mir da natürlich ein anderes Ende gewünscht, aber ich liebe überraschende Wendungen und Enden in Büchern sehr, weshalb das Buch damit sich wirklich viele Pluspunkte bei mir gesammelt hat.
Zugegeben gehören Krimis nicht unbedingt zu meinen liebsten Genres, was ich auch hier gemerkt habe, aber das tut dem Buch an sich nichts zur Sache. Ganz im Gegenteil: Ich finde "An Tagen im Juli" ist ein sehr lesenswertes, spannendes Buch und ein gelungener Kriminalroman.
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