Paula Dreyser Mein GI für einen Sommer

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Inhaltsangabe zu „Mein GI für einen Sommer“ von Paula Dreyser

Als Anthony im Herbst 1976 die Beziehung beendete, brach er Marita das Herz. Trotzdem waren die Monate mit dem selbstbewussten amerikanischen Soldaten eine wunderbare Zeit und für Maritas weiteres Leben von entscheidender Bedeutung. „Du kannst alles erreichen, was du willst“, hatte er gesagt. „Du musst nur dafür sorgen, dass du, wenn es soweit ist, diese Welt mit Erinnerungen verlässt, nicht mit Träumen! “ Damit machte er ihr klar, dass sie allein für ihr Leben und ihr Glück verantwortlich war. Der Spruch wurde zu Maritas Lebensmotto. Mit Ende fünfzig, mittlerweile anerkannte und erfolgreiche Wissenschaftlerin, die ihr Leben nach ihren eigenen Maßstäben lebt, geschieht etwas gänzlich Unerwartetes. Obwohl verstört und auch ängstlich, ergreift sie die Gelegenheit, herauszufinden, warum er sie damals verlassen hat. Gibt es vielleicht noch eine Chance für Marita und Anthony? "Mein GI für einen Sommer" ist der erste Kurzroman der Reihe "Romanzen aus dem deutsch-amerikanischen Milieu". Im Unterschied zur „großen Schwester“, der Buchreihe "Deutsch-Amerikanische Begegnungen in Zeiten des Kalten Krieges", sind die Handlungen kompakter. Zentral ist eine Liebesgeschichte aus den 60ern, 70ern oder 80ern, eingebettet in ein Patchwork von Beziehungen, mit einem Touch Zeitgeschichte. Alle Kurzromane sind ebenso wie die „großen Romane“ in sich abgeschlossen und „autonom“. Protagonisten können allerdings in mehreren Handlungen auftauchen, Ereignisse werden mitunter aus einem anderen Blickwinkel nochmals beleuchtet.

Eine wirklich fesselnde Geschichte

— LaMensch
LaMensch

Unterhaltsamer Kurzroman, der ins Mainz von 1976 entführt

— liberty52
liberty52

Sympathisch-süße Mädels und toughe Guys in einem Stück deutscher Zeitgeschichte, den 1970er Jahren

— ira_ebner
ira_ebner
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  • 2 Freundinnen mit ähnlicher Geschichte in anderen Umständen

    Mein GI für einen Sommer
    LaMensch

    LaMensch

    27. August 2016 um 13:09

    Mainz, 1975: ein Teil Deutschlands wird von den USA besetzt. 2 Freundinnen haben sich jeweils einen Amerikaner geangelt. Die eine hat ihre Familie darüber unterrichtet und ihre Beziehung wird gebilligt, die andere hat ihrer Familie nicht darüber unterrichtet, denn sie weiß, dass sie niemals die Erlaubnis dafür bekommen würde. D.h. muss auch immer darauf aufpassen, dass niemand sie mit ihrem Freund sieht, der sie ihre Eltern verraten könnte. Genau diese Umstände machen die Beziehung erst interessant, denn es ist doch immer etwas Nervenkitzel dabei, ein öffentliches Lokal zu besuchen ohne der Gefahr zu begegnen, verraten zu werden.Der Schreibstil der Autorin ist sehr einfach gehalten und das Buch daher zum zum entspannen. Es ist auch keine lange Geschichte, es sind lediglich ca. 145 Seiten zu lesen. Die Geschichte hat große Ähnlichkeit mit einem anderen Roman derselben Autorin, daher kann es sein, wenn man ihn gelesen hat, dass einem die Geschichte vorkommt, als hätte man sie schon gelesen. Meiner Meinung nach müsste auch in den wörtlichen Reden der Amerikaner die Grammatik anders dargestellt werden, denn sie sprechen perfektes Deutsch und können eigentlich noch nicht so lange in Deutschland stationiert sein, der das Lernen der deutschen Sprache ist damals wie heute nicht sehr leicht. Das macht leider einige Stellen des Buches etwas unrealistisch.Damit die Geschichte trotzdem wirklich gefesselt hat und ich sie innerhalb kürzester Zeit gegeben habe vergebe ich einzigartige 4 von 5 Sternen!

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  • Deutsch-Amerikanische Beziehung

    Mein GI für einen Sommer
    liberty52

    liberty52

    24. August 2016 um 22:14

    Marita, die Gymnasiastin, lernt Anthony, einen GI kennen und lieben. Aber natürlich bleibt die Liebe dieser internationalen Beziehung nicht problemlos. Meisterhaft versteht es die Autorin, den Leser ins Mainz des Jahres 1976 zurückzuversetzen und die politischen Probleme zu Zeiten des kalten Krieges mit einzuflechten. Man sieht bildhaft die Mode, Telefonzellen, eine Zeit ohne Handys dafür mit echten Verabredungen vorbeiziehen, ebenso wie Moralvorstellungen, Schnittchen, Käsespießchen und das widersprüchliche Verhalten zwischen der deutschen Bevölkerung und Selbstverständnis der Amerikaner. Die Geschichte ist ansprechend mit Tiefgang und viel Gefühl und sie findet sogar einen Bezug zur Gegenwart. Ein Kurzroman, der den Leser mitfühlen lässt, zum Lachen und zum Weinen. Gerne empfehle ich das Buch weiter.

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  • Teenage Wasteland

    Mein GI für einen Sommer
    ira_ebner

    ira_ebner

    06. August 2016 um 11:21

    Es ist heiß im Sommer 1976 und man spricht vom Jahrhundertsommer, als die beiden Freundinnen Marita und Sophie von ihren GIs, Anthony und Rick träumen. Wieder ist der Schauplatz von Paula Dreysers Kurzroman "Mein GI für einen Sommer" das deutsch-amerikanische Millieu in Mainz.Marita und Sophie sind zwei Teenager aus gutbürgerlichen Familien, in denen "anständige deutsche Freunde" erwünschter sind als amerikanische Soldaten und wo zum Fernsehabend der Käseigel aus Plastik neben der Platte mit Leberwurstschnitten kredenzt wird. Wenn sie sich mit dem Italoamerikaner Anthony und dem Hispano Rick treffen, sie an den Lee Barracks abholen, gilt es, sich nicht von tratschsüchtigen Nachbarinnen erwischen zu lassen. So erleben wir einen Sommerabend in einer Sportgaststätte am Waldrand, wo auch das Flair der 1970er Jahre spür- und erlebbar wird. Oder auch in Eisdielen, die den sehnsuchtsbehafteten Namen "Venezia" tragen. Doch über der Liebe zwischen Marita und Anthony zieht ein Schatten auf: Slade, ein aus Samoa stammender GI, zieht Anthony in dubiose Geschäfte hinein und macht ihn, der seinen kranken Vater in den Staaten unterstützen muss, erpressbar. So erklärt Anthony Marita, dass er nach seinem Heimaturlaub nicht mehr nach Deutschland zurückkehren wird ..."Mein GI für einen Sommer" ist nicht nur wegen Paula Dreysers flüssigen Schreibstil schön zu lesen, sondern auch die Protagonisten sind sehr sympathisch und spannend. Auf der einen Seite sind Marita und Sophie, junge Mädchen in ihrer Zeit mit Clogs und Dauerwelle, die zum ersten Mal verliebt sind und schon fast komplotthaft das nächste Date planen. Undurchdringlich und unnahbar erscheint Anthony, der seine deutsche Freundin an sich heranzieht und sie gleichzeitig auf Distanz hält. Er ist gewiss kein glatter Charakter, doch genau das macht seine Rolle spannend und interessant. Darum wäre es auch zu einfach zu sagen, er spielt mit Maritas Gefühlen.Paula Dreyser versteht es, ihre Leser in ein Jahrzehnt zurückzuführen, das sie vielleicht nicht selbst erlebt haben. Das Lebensgefühl der 1970er Jahre umweht einen wie das Baumwollkleid der Schwimmbadbesucherin zur entfernten Hippie-Hymne "If You're Going to San Francisco" gleich zu Anfang, doch Flower Power ist schon wieder Vergangenheit. Dafür erinnern wir uns an Palästinensertücher, verrauchte Kneipen, "Smoke on the Water", den Sieg Helmut Schmidts bei der Bundestagswahl und - hier schließt sich 40 Jahre später der Kreis - die EG-Erweiterung mit dem Vereinigten Königreich und der Idee, ein Europaparlament direkt zu wählen.40 Jahre später, im Jahr 2016, finden sich Marita und Anthony über eine deutsch-amerikanische Facebookgruppe wieder. Mit der Jetzt-Zeit erlebt Marita ihre eigene Unsicherheit in einem verunsicherten Land, der Brexit, die scheinbar verlorene Idee des Vereinten Europas aus den 1970er Jahren, die Silvesternacht und das Aufkommen neuer rechtsradikaler Strömungen bereiten ihr, wie allen, Sorgen. Da scheint die Erinnerung an eine langsamere, überschaubarere Zeit und das Wiedersehen mit Anthony eine willkommene Atempause.Ein kurzer wie auch kurzweiliger Roman über die erste Liebe und ihr Risiko, über Verstrickungen und scheinbare Auswege, und über einen langen und heißen Sommer am Rhein.

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